MotoGP Sprint in Brünn: Márquez siegt unter Vorbehalt

Die MotoGP ist zurück im tschechischen Brno! Am heutigen Samstag fand der Sprint statt.

Fünf Jahre mussten die tschechischen Fans auf die Rückkehr der MotoGP nach Brno warten - da der Zustand der Strecke nicht mehr den modernsten Standards entsprach, entschloss man sich 2020, den GP von Tschechien aus dem Rennkalender zu streichen.

In den letzten Jahren wurde nach einem Besitzerwechsel kräftig in die Strecke investiert, und so wurde mit der MotoGP ein neuer Vertrag über mindestens vier Jahre geschlossen.

Nicht nur Brno ist wieder dabei, sondern auch der amtierende Weltmeister: Jorge Martín gibt nach langer Verletzungspause heute sein Comeback auf der Aprilia und schaffte es immerhin in das Q2. Auch teamintern scheint es zwischen Martín und dem Rennstall mittlerweile wieder zu stimmen, nachdem zwischenzeitlich über einen frühzeitigen Abschied spekuliert wurde.

Die Favoriten sowohl im heutigen Sprint als auch im Hauptrennen sind aber natürlich andere: Marc Márquez hat sich in der Weltmeisterschaft mittlerweile 83 Punkte Vorsprung auf Bruder Álex herausgefahren und hat von P2 erneut beste Siegchancen.

Ganz vorne steht heute allerdings überraschend Pecco Bagnaia, der an diesem Wochenende unbedingt Big Points sammeln muss, wenn er in der Weltmeisterschaft noch ein Wörtchen mitreden will. Fabio Quartararo holt weiterhin alles aus der Yamaha heraus und belegt Startplatz Drei.

Bei 26 Grad Außentemperatur und sonnigem Himmel ist eigentlich alles angerichtet. Allerdings herrscht ausgerechnet rund um den erstmaligen Polesetter Pecco Bagnaia Hektik, am Bike scheint es ein Softwareproblem zu geben.

Mit 5,4 Kilometern stellt Brno die zweitlängste Strecke des Rennkalenders dar. Dementsprechend werden im Sprint nur zehn Runden absolviert, von denen die erste nun läuft!

Bagnaia erwischt im Vergleich zu Marc Márquez den deutlich besseren Start und kann sich in der langgezogenen Rechtskurve problemlos behaupten!

Von seinem Blitzstart kann Bagnaia nicht wirklich profitieren, schon im Innenteil setzt sich Marc Márquez neben seinen Ducati-Werkskollegen.

Bei Álex Márquez scheint beim Start hingegen der Hinterreifen durchgedreht zu sein, er wurde bis auf P19 durchgereicht.

Im hinteren Teil des Feldes verabschieden sich gleich zwei Piloten ins Kiesbett. Augusto Fernández räumt Takaaki Nakagami ab und entschuldigt sich sofort.

Währenddessen hat sich Pedro Acosta still und heimlich an Fabio Quartararo vorbei auf P3 geschoben. Und auch Enea Bastianini stellt auf P5 eine der positiven Überraschungen dar.

Marc Márquez legt an der Spitze eine neue schnellste Rennrunde hin und verschafft sich so langsam einen Sicherheitsabstand auf Pecco Bagnaia.

Von Platz Drei an ist alles eng beisammen, die beiden Aprilia-Werkspiloten Jorge Martín und Marco Bezzecchi werden allerdings früh mit einer Track Limits Warning belegt und müssen aufpassen.

Quartararo und Bastianini auf Vier und Fünf sowie Raúl Fernández und Marco Bezzecchi auf Sechs und Sieben liefern sich heiße Fights.

Dass Fernández auf seiner privaten Aprilia so gut dabei ist, ist natürlich auch überraschend.

Ohne offensichtlichen Grund muss Pecco Bagnaia erst Pedro Acosta und dann auch Enea Bastianini und Fabio Quartararo passieren lassen.

Ob das mit den Softwareproblemen vor dem Start zu tun hat?

Wie schon am Sachsenring schmeißt Fabio Di Giannantonio sein Motorrad weg!

Sehr schade für den Italiener, der in dieser Saison leistungstechnisch eigentlich stark unterwegs ist und sich oft selbst um die Früchte bringt.

Nach Pecco Bagnaia muss auch Marc Márquez seinen Platz an Pedro Acosta abgeben!

Die Erklärung liegt wohl beim Reifendruck, den man im gesamten Team wohl zu niedrig kalkuliert hat. Beide Werksfahrer suchen sich nun den Windschatten, um den Reifendruck ein wenig erhöhen zu können.

Marc Márquez fährt recht souverän hinter Pedro Acosta her. Auch Pecco Bagnaia hat keine weiteren Plätze verloren und rangiert nun auf P6.

Für KTM wäre es natürlich ein brilliantes Ergebnis: Pedro Acosta könnte seinen ersten MotoGP-Sieg überhaupt feiern, Enea Bastianini befindet sich ebenfalls auf Podiumskurs.

Niedriger Reifendruck? Kein Problem, in einer Rechtskurve zieht Marc Márquez dennoch wieder an Pedro Acosta vorbei.

Zwei Runden stehen noch auf der Uhr, vielleicht kann er die Führung halten - schließlich hatte er die ersten zwei Rennrunden auch nicht mit Problemen zu kämpfen.

Marc Márquez bleibt in dieser Saison der absolute Sprintkönig, setzt sich auch mit Reifendruck-Problemen noch an Pedro Acosta vorbei an die Spitze!

Für KTM ist es mit dem Doppelpodium ein tolles Ergebnis, das allerdings noch besser werden könnte: Denn der Reifendruck seiner Werksducati steht unter Beobachtung, der Sieg könnte ihm von der Rennleitung noch aberkannt werden.

Das gleiche Problem hätte dann sicher auch Pecco Bagnaia, der vorläufig auf P6 eingekehrt ist.

Marc Márquez behält den Sieg!

Mittlerweile wurde die Entscheidung verkündet, es werden keine Strafen ausgesprochen!

Damit baut Marc Márquez seinen Vorsprung in der Weltmeisterschaft weiter aus - auch deswegen, weil es Álex nach seinem Holperstart nicht mal in die Punkte schaffte.

Der Mindestdruck im Vorderreifen spielte im MotoGP-Sprint in Brünn die entscheidende Rolle. Am Ende gewann Marc Marquez vor dem KTM-Duo Pedro Acosta und Enea Bastianini (Tech3).

Zunächst wurde wegen des Mindestdrucks im Vorderreifen eine Untersuchung gegen Marc Marquez eingeleitet. Beim Start zum kurzen Rennen über 10 Runden gewann Bagnaia von der Pole den Holeshot, aber Marc Marquez attackierte schon in Kurve 3 und übernahm die Führung.

Zu Beginn der zweiten Runde stürzte Wildcard-Starter Augusto Fernandez (Yamaha) im ersten Sektor in einer Linkskurve und krachte in die Seite von Ersatzfahrer Takaaki Nakagami (LCR-Honda). Das Ducati-Duo Marc Marquez und Bagnaia führte somit in der Anfangsphase das Feld an. Im Duell um Platz drei setzte sich Acosta gegen Fabio Quartararo (Yamaha) durch und nahm die Verfolgung des Ducati-Duos auf.

Quartararo musste sich anschließend gegen Enea Bastianini (Tech3-KTM) verteidigen. Am Ende der vierten Runde überholte Bastianini schließlich Quartararo und verbesserte sich auf Platz vier. Bei Halbzeit drehte Marc Marquez schließlich auf und setzte sich an der Spitze ab, gleichzeitig bekam Bagnaia ein Problem. Er drehte sich am Ausgang von Kurve 4 um und wurde von Bastianini und Quartararo überholt.

Aber dann machte auch Marc Marquez langsamer, drehte sich ebenfalls um und ließ Acosta vorbei. Somit schenkten beide Ducati-Werksfahrer Positionen her!

Marc Marquez konnte deutlich schneller fahren und überholte Acosta in der vorletzten Runde im Omega. Von da an ließ der Spanier nichts mehr anbrennen und fuhr seinen elften Sprint-Sieg in diesem Jahr ins Ziel.

Marc Marquez selbst gab unmittelbar nach dem Rennen Entwarnung: "Ja, wir haben es geschafft. Deshalb lächle ich. Es war wirklich an der Grenze, und ja, wir waren komfortabel unterwegs. "Ich habe ein paar Runden auf den Bremsen gepusht, aber dann sah ich, dass es zu riskant war, um den richtigen Druck im Reifen zu bekommen.

Mit den Plätzen zwei für Acosta und drei für Bastianini brachte KTM in dieser Saison zum ersten Mal überhaupt Fahrer auf das Sprint-Podium. Bezzecchi wurde Vierter, gefolgt von Quartararo und Raul Fernandez. Bagnaia konnte in der zweiten Rennhälfte die verlorenen Plätze nicht mehr gutmachen und kam als Siebter ins Ziel. Brad Binder (KTM) wurde Zehnter.

Weltmeister Jorge Martin (Aprilia) kam bei seinem ersten Rennen seit drei Monaten als Elfter ins Ziel. Alex Marquez wurde schließlich 17. Auch gegen Alex Rins (Yamaha) und Ai Ogura (Trackhouse-Aprilia) wurde eine Untersuchung wegen des Mindestdrucks im Vorderreifen eingeleitet. Beide waren aber nicht in den WM-Punkterängen.

Marc Marquez setzte auch bei der Premiere auf dem neuen Balaton Park Circuit in Ungarn seine Siegesserie im Sprint fort. Von der Poleposition dominierte der Ducati-Werksfahrer einmal mehr am Samstag und holte sich ungefährdet den Sieg. Das VR46-Duo Fabio Di Giannantonio und Franco Morbidelli komplettierte das Podium.

Beim Start zum Sprint über 13 Runden beschleunigte Marc Marquez von der Poleposition optimal weg. Dahinter verbremste sich Fabio Quartararo (Yamaha) innen und er krachte in die Seite von Enea Bastianini (Tech3-KTM). Quartararo stürzte, Bastianini konnte weiterfahren. Marquez übernahm die Führung vor dem VR46-Duo und dem Honda-Werksduo.

Im Laufe der ersten Runde kam es weiter hinten im Feld zu einem weiteren Unfall. Verwickelt waren Johann Zarco (LCR-Honda), erneut Bastianini sowie Alex Rins (Yamaha). Die Wiederholung zeigte, dass diesmal Bastianini den Crash ausgelöst hatte. Der Italiener und Zarco kamen dabei zu Sturz, Rins konnte am Ende des Feldes weiterfahren. Alle gestürzten Fahrer blieben unverletzt und konnten aufstehen.

Am Ende der ersten Runde führte Marc Marquez schon mit einer Sekunde Vorsprung vor Di Giannantonio, Morbidelli, Luca Marini, Joan Mir und Fermin Aldeguer (Gresini-Ducati).

Am Ende der dritten Runde bog Brad Binder an die Box ab. Vorne war die Verkleidung seiner KTM von einer Berührung mit einem Konkurrenten beschädigt. Sie wurde getauscht und Binder fuhr als Letzter wieder los. Auch für seinen Teamkollegen Pedro Acosta lief es nicht gut. In der sechsten Runde griff Acosta im letzten Sektor Jorge Martin an und überholte die Aprilia, aber bei diesem Manöver in Kurve 11 verpasste Acosta den Scheitelpunkt und stürzte. Er konnte die Fahrt fortsetzen. Nur Binder lag überrundet noch hinter ihm.

An der Spitze spulte Marc Marquez sein Pensum souverän ab und dominierte einmal mehr. Bei Halbzeit hatte er schon zwei Sekunden Vorsprung auf das VR46-Duo. Ungefährdet fuhr er im 14. Sprint des Jahres zu seinem 13. Sieg. Es war sein siebter Sprint-Sieg in Folge.

"Schon in der ersten Runde bin ich richtig gut gefahren, und dann habe ich einfach versucht, ein konstantes Tempo zu halten", sagt Marquez über seine Renntaktik. "Ich habe gesehen, dass es gereicht hat, um einen Vorsprung aufzubauen."

Mit Platz zwei eroberte Di Giannantonio sein bestes Sprint-Ergebnis in diesem Jahr, es war sein zweites Podium am Samstag. Auch Morbidelli war im Sprint zum zweiten Mal bei der Siegerehrung dabei. Es war sein zweiter dritter Platz in dieser Saison.

Das Honda-Werksteam startete das kurze Rennen mit dem neuen Chassis. Mit Erfolg: Marini belegte Rang vier, nur knapp hinter Morbidelli. Der Honda-Fahrer behauptete sich gegen Rookie Aldeguer. Dahinter tobte bis zum Schluss ein Duell um den sechsten Platz. Aber Mir konnte Marco Bezzecchi (Aprilia) in Schach halten und sich diesen sechsten Platz sichern.

Mit den Plätzen acht und neun sammelten noch Alex Marquez (Gresini) und Martin WM-Punkte. Pol Espargaro (Tech3-KTM) wurde Zehnter und ging leer aus. Francesco Bagnaia konnte von Startplatz 15 keine Akzente setzen und kam als 13. ins Ziel. Nach dem Qualifying nahm Ducati eine große Änderung an der Abstimmung vor. Bagnaia startete ohne Referenzwerte ins Rennen. 18 von 21 Fahrern erreichten das Ziel.

Der Grand Prix über 26 Runden wird am Sonntag um 14:00 Uhr gestartet. Es ist der erste in Ungarn seit 1992.

Ergebnisse des MotoGP Sprints in Brünn

Platz Fahrer Team
1 Marc Márquez Ducati
2 Pedro Acosta KTM
3 Enea Bastianini Tech3 KTM
4 Marco Bezzecchi Aprilia
5 Fabio Quartararo Yamaha
6 Raul Fernandez Aprilia
7 Pecco Bagnaia Ducati
10 Brad Binder KTM
11 Jorge Martin Aprilia
17 Alex Marquez Gresini Ducati

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