Im Erlebnisbergwerk Merkers wird Erlebnissport der besonderen Art geboten. Bei einer geführten Mountainbike-Tour entdecken Sie die Welt des weißen Goldes auf ganz andere, sportlich aktive und spannende Art und Weise. Per Seilfahrt nach unter Tage beginnt das Abenteuer, was Ihre Gäste faszinieren wird. Eine geniale Kombination aus Bewegung, Geschichten, Entdeckungen. Das Angebot richtet sich sowohl an den normalen Freizeitradler mit Spaß an der Sache, der etwas Neues erleben möchte, als auch an durchtrainierte Radsportler, die eine neue Herausforderung suchen.
Anmeldung und Termine
Acht Kreuzbergfreunde hatten sich für diese besondere Tour im Vorfeld angemeldet. Es gibt lediglich 4 Veranstaltungstermine pro Jahr wo eine solche Erlebnistour mit dem eigenen Rad im Bergwerk angeboten wird. Und die sind erfahrungsgemäß schon lange vorher schnelle ausgebucht.
Wir trafen gegen 10 Uhr neuen Informations- und Besucherzentrum von K+S in Merkers ein.
Aber meldet euch bitte vorher online an. Das Bergwerk hat eine hohe Besucherfrequenz.
Vorbereitung und Ausrüstung
Die Bikes müssen mit Scheinwerfern und Rücklicht ausgestattet sein. Zudem muss eine Helm- bzw. Kopfschutz getragen werden.
Bereits nach den ersten 100 Metern war allen Teilnehmern klar, ohne die im Vorfeld eingeforderte 2. oder sogar 3. Beleuchtungseinheit hat man Probleme die Strecke einigermaßen sicher zu befahren.
Auch der Umstand der nicht vorhandenen Straßenbeleuchtung und der Stille musste erstmal von jedem verarbeitet werden. Aber unsere Gruppe war gut informiert und ausgerüstet.
Jeder Teilnehmer erhielt eine Fahrmarke. Es ist eine Messingmarke mit Loch, die bei der Ein- und Ausfahrt an den Guide abgegeben wird. Somit wird die Anzahl der Besucher erfasst. Es ist ein altes, einfaches und praxiserprobtes System.
Das Mitnehmen von Rucksäcken und großen Taschen nach unter Tage ist nicht gestattet (max. Größe DIN A4 / ca. 21 x 30 cm).
Festes Schuhwerk ist erforderlich.
Ablauf der Tour
Begleitet von erfahrenen Bergleuten brachte uns und unsere Räder der Förderkorb in nur 90 Sekunden (!) bis auf die 2. Unter Tage angekommen, standen unsere Räder bereits ordentlich aufgereiht zur Fahrt unter Tage bereit. Nun heißt es „Aufsitzen“ und es beginnt eine erlebnisreiche Tour durch ein unendlich erscheinendes Labyrinth von Strecken und Abbaukammern.
Die ersten Kilometer gingen ständig hinunter. Die Sohle (Boden) war perfekt. An den Seitenrändern befand sich überwiegend Salz. Zudem war es STOCKDUNKEL!!! Trotzdem, man musste aufpassen, seinen Fahrbahnbereich gut ausleuchten. Es gab Schlaglöcher, Bodenunebenheiten und etwas glattere Stellen.
Die Untertage-Straßen sind sehr großzügig, sodass auch Transporter und kleine LKW dort fahren können. Die Temperaturen sind das ganze Jahr konstant und sehr angenehm. In 500m Tiefe hat man ca. 21 Grad. Jede 100m tiefer erhöht sich die Temperatur um ca. 1 Grad. Die Luftfeuchtigkeit beträgt ca. 20 - 30%.
Stationen der Tour
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Historischer Stollen:
Der erste Befahrungspunkt veranschaulicht die wechselvolle Geschichte der Kaliindustrie an der Werra. Ein rund 10 Minuten langer Film blickt den Bergleuten über die Schulter und zeigt die Arbeitsschritte bei der Kaligewinnung, vom Laden und Berauben über die Firstsicherung, das Bohren der Groß- und Sprenglöcher bis zu den Sprengvorbereitungen.
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Ehemaliger Großbunker:
Unsere Fahrt ging weiter bis in den ehemaligen Großbunker des Bergwerkes. Die großräumige Kammer von 250 Meter Länge, 22 Meter Breite und 14-17 Meter Höhe versetzt die Besucher immer wieder in Staunen. Bis 1993 diente der Großbunker der Speicherung von bis zu 50 000 Tonnen Rohsalz, um die Produktion über die Wochenenden aufrecht zu erhalten. Heute kamen wir uns als Radfahrer richtig klein vor in dieser riesigen Halle.
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Konzertsaal:
So ist daraus der größte Konzertsaal 500 Meter unter der Tagesoberfläche entstanden. Er bietet die Akustik eines gotischen Kirchenschiffes und vermittelt ungewöhnliche Musikerlebnisse.
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Goldraum:
Danach ging es weiter auf den unterirdischen Straßen mit einigen scharfen Kurven, Steigungen bis 17 Prozent und rasanten Abfahrten in Richtung des „Goldraumes“. Einige machten sich schon Hoffnung und wollten ganz genau in der Kammer nachschauen…..um evtl. Leider ohne Erfolg! Das hatten alles bereits die Amerikaner mitgenommen. Wir folgten auch den Weg von General Eisenhower und schauten im Goldraum vorbei. Dort lagerten bei Kriegsende die gesamten Gold- und Devisenbestände der Reichsbank und Kunstwerke von unschätzbarem Wert. Interessante Requisiten, Bilder und Filmberichte aus der damaligen Zeit und die Erläuterungen des Bergwerksführers versetzten uns in diese Zeit zurück.
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Kristallgrotte:
Der Höhepunkt unserer MTB Führung durch das Erlebnis Bergwerk Merkers ist auch gleichzeitig der tiefste Punkt der Befahrung. Wir befanden uns jetzt an der tiefsten Stelle im Bergwerk auf 800m (Teufe). Teufe ist die bergmännische Bezeichnung für die Tiefe. Sie wurde erst 1980 entdeckt und von der Akademie der Geowissenschaften zu Hannover e.V. im Jahr 2006 als Nationales Geotop ausgezeichnet. Die Entstehung ist den erdgeschichtlichen Vorgängen des Tertiär zuzuordnen und steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Rhönvulkanismus. Wir erhielten ein Getränk und besichtigten die Kristallgrotte. Über Millionen Jahren sind Kristalle in einer Blase entstanden, die beim Abbau entdeckt wurde. Die zehn Meter hohe Grotte ist an Wänden und Decke von milchig weißen bis wasserklaren Steinsalzkristallen bedeckt, die einem Schatz aus 1001 Nacht entstammen könnten. Eine eigens für die Kristallgrotte komponierte Musik-Licht-Installation schaffte eine Atmosphäre, die ganz einfach fasziniert und uns alle in seinen Bann gezogen hat. Nach einem kühlen Drink an der „Kristallbar“, der tiefsten Bar der Welt, geht die Fahrt zurück zum Schacht - eine Reise, die vielen Besuchern noch lange in Erinnerung bleiben wird, aber auch der lang beschwerliche Anstieg. Hut ab vor all denjenigen die ohne Akku unterwegs waren!!
Weitere Informationen
Das Erlebnis-Programm im Besucherbergwerk Merkers kann man natürlich auch ohne Fahrrad machen. Dann werden die Gruppen ab der 500 Meter Sohle auf offenen Allrad-LKW zu den einzelnen Punkten gebracht.
Die Sprengsimulation mit Vortrag und Vorführung waren sehr interessant.
Es ging nun ca. 2 km mit teilweise 17% Steigung zum Museum. Dort sind allerlei Gegenstände und Pläne ausgestellt, die die Arbeit unter Tage in den verschiedenen Epochen zeigten.
Das Bergwerk ist aus technischen und logistischen Gründen nicht barrierefrei und deshalb für Besucher mit gesundheitlichen Einschränkungen, insbesondere Geh- und Sehbehinderungen u.ä., nicht geeignet. Bitte informieren Sie sich eindringlich vorab, ob Sie gesundheitlich in der Lage sind, an einer Grubenfahrt teilzunehmen.
Mindestalter für die Teilnahme an Mountainbike-Touren: 14 Jahre, in Begleitung eines Erziehungsberechtigten bzw.
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