Ernst Prost, eine der bekanntesten Unternehmerpersönlichkeiten Deutschlands, wurde am 14. Februar 1957 im bayerischen Altötting geboren. Als Sohn eines Maurers und einer Fabrikarbeiterin wuchs er in einfachen Verhältnissen auf.
Frühe Jahre und Ausbildung
Auf die Schulzeit folgte eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker. Nach einer „wilden Phase“ wechselte er in den Vertrieb und startete als Junior-Verkäufer bei einem Autopflegemittel-Hersteller.
Karriere bei LIQUI MOLY
Dort arbeitete er sich zum Marketingleiter hoch und wechselte 1990 als Vertriebschef und Marketingleiter zu LIQUI MOLY. Der leidenschaftliche Motorradfahrer übernahm sukzessive die Firma für Motoröle und Additive von der Gründerfamilie Henle. 1998 kaufte er die letzten Anteile und wurde geschäftsführender Gesellschafter.
Von da an zeigten die Umsatzkurven steil nach oben. LIQUI MOLY expandierte, besonders international. 2006 kaufte er auch das Mineralölwerk Meguin in Saarlouis (Saarland).
Verkauf und Ruhestand
2018 verkaufte Ernst Prost seine Unternehmensanteile an die Würth-Gruppe. Er blieb weiterhin Geschäftsführer des Unternehmensverbunds von LIQUI MOLY und Meguin.
Heute lebt Prost allein auf einem ehemaligen Berghof, den er zu einer traumhaften Villa umgebaut hat. Er fährt Motorrad, beobachtet Kühe, trinkt gerne das ein oder andere Maß Bier - genießt seinen Ruhestand in vollen Zügen. Auch seine Optik hat sich verändert: Statt Anzügen und Krawatten trägt er jetzt Trachten und Bart.
Auch, wenn er seine Freizeit heute genieße, er habe „unheimlich gern“ gearbeitet. Arbeit war sein Leben, seine Leidenschaft, wie er erzählt. „Arbeit war mein Ein und Alles. Sie war mein Hobby, meine Obsession. Es waren 31 Jahre im Vollrausch“, sagt Prost.
Vor seinem Ruhestand habe er sich bereits überlegt, was er machen soll, um nicht in dieses „berüchtigte, berühmte schwarze Loch“ zu fallen, wie er sagt. Deswegen habe er sich in Reit im Winkl, einem traumhaften Örtchen in Bayern, einen ehemaligen Berghof gekauft.
„Den haben wir dann fertig gebaut und da hatte ich Aufgabe, Arbeit und Beschäftigung.“ Raus aus der Businesswelt und rein in die Alpen. An das neue Leben musste er sich aber erstmal gewöhnen. „Ich habe nur einen roten Schädel gehabt und war am Machen und am Tun und der ganze andere Schmarrn hat mich nicht interessiert.
Jetzt erlebt Ernst Prost Alltagsabenteuer der besonderen Art: vom Waschen der Bettwäsche (als wir ihn besucht haben, lief die Waschmaschine) bis zum Kampf mit dem Pfandflaschenautomaten. Selbst die Tücken eines Einkaufswagenpfands wurden zu einer komödiantischen Episode in seinem neuen Leben. In seinem tief-bayerischen Paradies lebt er nun, als Mitglied im Trachtenverein, umgeben von Kühen und seinem ganz neuen Rhythmus: „Ich mache jetzt auch Intervallfasten. Das ist bei mir so: zwölf Stunden Bierzelt, acht Stunden schlafen und vier Stunden irgendwas. Herrlich! Ganz herrlich.
Sein Terminkalender war damals „proppenvoll“. Zum Vergleich: Unser Interview ist einer seiner wenigen Termine im ganzen Monat. Damals habe ihn seine Sekretärin „durchgetaktet“. „Ich habe von morgens um sieben bis abends um sieben Termine gehabt. Danach habe ich erst gearbeitet“, erinnert er sich. 16 Stunden pro Tag waren der Schnitt. „Doch wenn ich sagte, ich gehe zur Arbeit, dann war es, als wenn ich in die Disco gehe“, so der ehemalige Firmenchef.
Jeden Tag habe er sich überlegt: Was könne man anstellen? Wie die Konkurrenz besiegen, die „Burschen auf Abstand, vom Leibe halten“, wie Prost sagt. „Und wie kann ich meine Kunden an mich binden und noch attraktiver werden, so dass die Wahl der Kunden nicht auf den Konkurrenten fällt, sondern auf uns?“ Das sei der Job gewesen, „unheimlich spannend, unheimlich lustig“.
Aber: „Diese Fremdbestimmtheit, die ging mir dann nach ein paar Jahren doch gewaltig gegen den Strich, gewaltig auf den Sack, wenn man das so sagen darf“. Kunden, Lieferanten, die eigene Mannschaft, Betriebsrat, Gewerkschaften und dann noch Behörden ohne Ende. Deshalb habe er irgendwann die Entscheidung getroffen: „Ich steig‘ aus! Ich wollte wieder mein eigener Herr sein. Klingt vielleicht komisch, wenn man das sagt, weil man ja Chef war.“ Doch als Chef sei man noch viel weniger sein eigener Herr als ein Angestellter, meint Prost.
Laut Prost ist derjenige frei, der sagen kann: „Ich bin krank, ich bleibe heute zuhause oder ich fahre in den Urlaub und bin nicht erreichbar. Doch das Arbeiten sei ein „Spaziergang“ im Vergleich zu dem gewesen, was er dann unternommen habe: loslassen. „Die Firma, die mein Leben war, die Leute, die meine Freunde waren, hinter mir zu lassen.
In den vergangenen zweieinhalb Jahren als Rentner, habe er manchmal gedacht, dass er einen Fehler gemacht habe. Vor allem, wenn „die Leere“ in einem spürbar sei.
Ethische Grundsätze und Werte
Ethische Werte und Grundsätze wie Fleiß, Respekt, Demut, Lob und Dankbarkeit sind Ernst Prost sehr wichtig. Nach diesen führt er sein Unternehmen. Seine Mitarbeiter betrachtet er als das größte Potenzial von LIQUI MOLY. Er nennt sie „Mitunternehmer“, weil alle gemeinsam an einem Strang ziehen und sie das Unternehmen zu dem gemacht haben, was es heute ist: Ein Premiumhersteller von Motorölen, Additiven und Autopflege-Produkten und eine feste Größe im Automotive-Bereich.
Soziales Engagement
Ein Werbespot mit Ernst Prost, der auf eben diesen Werten fußt, weckte 2010 über die Grenzen von Deutschland hinaus gewaltige Aufmerksamkeit und ein riesiges Interesse für die Firma aufgrund des sozialen Aspekts. Die Resonanz der Zuschauer war und ist überwältigend: Lob, Ansporn, aber auch immer mehr Bittbriefe und Hilferufe erreichen ihn und er hilft, wo es geht. Um die Hilfe besser zu strukturieren sucht Ernst Prost nach möglichen Organisationsformen.
Die Idee der Stiftung blüht auf und wird bald darauf mit Leben erfüllt: „Beruflich habe ich viel erreicht. Seit einiger Zeit fühle ich einen unbändigen Drang, darüber hinaus etwas Vernünftiges zu unternehmen. Motorenöle und Additive herstellen und verkaufen sichert die Arbeitsplätze der bald 900 Mitunternehmer. Das ist wichtig; und dennoch: Ich möchte im wahrsten Sinne des Wortes Sinn stiften und helfen, wo keiner hilft“, hat sich Ernst Prost auf die Fahnen geschrieben.
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