Du hast kürzlich deinen Klasse A Führerschein gemacht und möchtest dir endlich dein erstes eigenes Motorrad zulegen? Hast du dir diese Frage schon mal gestellt? Noch nie war das Angebot so vielseitig. Vom unkompliziertesten Cruiser bis zum sichersten Sport Tourer.
Viele BMW Motorräder kannst Du schon mit dem A2 Führerschein fahren. Der Roadster BMW G 310 R, das Adventure-Bike BMW G 310 GS sowie die beiden Scooter BMW C 400 X und C 400 GT verfügen über 25 kW (34 PS). Der elektrische Scooter BMW CE 04 bringt Dich mit 31 kW (42 PS) dynamisch durch die City. MMit dem A1 Führerschein darfst Du Leichtkrafträder mit bis zu 11 kW fahren.
Die Qual der Wahl: Welches Motorrad passt zu mir?
Bei der Wahl des ersten eigenen Motorrads kann natürlich oftmals der Geldbeutel die Richtung vorgeben. Das ist aber kein Problem. Gerade als Einsteiger solltest du dich ohnehin zunächst auf gebrauchte Maschinen konzentrieren. Der ganz einfache Grund ist, dass du das Bike erst mal beherrschen musst. Bis es soweit ist, wirst du deinem ersten Motorrad wahrscheinlich einige Kratzer und Beulen zufügen. Dazu braucht es keine spektakulären Unfälle. Als Anfänger kann es dir schon im Stand schnell passieren, dass du die Maschine nicht halten kannst und sie einfach krachend auf den Boden fällt. Daher solltest du als erste Maschine nicht unbedingt gleich zu einer fetten 600er greifen, sondern lieber ein leichteres Modell wählen.
Es lohnt sich übrigens noch aus einem weiteren Grund für dich, ein gebrauchtes Bike zu kaufen: Die neuen Motorräder verlieren nämlich schon bei kleinen Schäden ordentlich an Wert. Das heißt, du zahlst weniger und wenn du nach der Eingewöhnungsphase auf eine größere Maschine umsteigen möchtest, kannst du die alte ohne allzu großen Verlust weiterverkaufen. Ein kleiner Extra-Tipp wäre noch, erst mal auf einen gebrauchten Japaner zurückzugreifen. Die Modelle aus Japan haben sich in den letzten Jahren als sehr robuste und preisgünstige Alternative entpuppt.
Worauf du beim Kauf achten solltest
Ob du nun ein gebrauchtes Auto oder ein gebrauchtes Motorrad kaufen willst - eine Garantie auf ein einwandfreies Fahrzeug gibt es leider nicht. Selbst vertrauenswürdige Verkäufer wissen bei gebrauchten Motorrädern oft nicht, ob sich nicht doch irgendwo ein Schaden anbahnt.
- Zunächst ist der Gesamteindruck wichtig.
- Sind alle Teile original?
- Sind Unfallspuren zu erkennen?
- Schwingt die Dämpfung nach einer Belastung wieder stabil nach oben?
- Hat das Kettenrad „Haifischzähne“?
- Dreh den Lenker bei entlastetem Vorderreifen in beide Richtungen.
- Bock das Motorrad auf und stell den Lenker gerade. Nun kannst du aus einigen Metern Entfernung die Räderflucht überprüfen.
- Bei der Probefahrt sind das Fahrverhalten und die Motorengeräusche entscheidend.
- Achte zudem vor der Probefahrt darauf, ob der Verkäufer das Motorrad warmgefahren hat.
Wenn du dich noch gar nicht mit Motorrädern auskennst, solltest du über ein gebrauchtes Modell vom Händler nachdenken.
Die verschiedenen Motorradtypen
Die wichtigste Frage beim Motorradkauf ist sicherlich, welche Art von Bike man überhaupt fahren möchte. Die Unterschiede können groß sein und sich sowohl auf das Aussehen als auch auf die Eigenschaften der Maschine beziehen.
- Crosser eignen sich besonders gut für Fahrten im Gelände. Sie sind verhältnismäßig leicht und haben einen großen Federweg. Als Anfänger solltest du für dich eine solche Maschine aber nur in Betracht ziehen, wenn du wirklich Motorsport im Gelände betreiben willst. Für den Straßenverkehr sind die meisten Crosser ohnehin nicht ausgerüstet.
- Enduros sind die verkehrstauglichen Varianten der Crosser. Mit diesen Maschinen kannst du sowohl im Gelände als auch auf der Straße unterwegs sein. Somit sind die Bikes recht robust und verzeihen auch das ein oder andere Schlagloch. Eine Enduro eignet sich auch für Anfänger, da diese Motorräder recht leicht und wendig sind. Durch das geringe Gewicht kommen die Bikes oftmals auch schon mit wenig PS auf ordentliche Leistungen. Trotzdem setzen die Maschinen nicht auf Spitzengeschwindigkeiten, die du als Anfänger auch nicht austesten solltest.
- Tourer sind die richtigen Motorräder für längere Fahrten. Sie sind nicht mehr geländetauglich. Dafür verfügen die Tourer in der Regel über eine üppige Verkleidung, wodurch du weniger vom Fahrtwind abkriegst. Die Motoren sind ebenfalls auf längere Fahrten und nicht auf Spitzenleistungen angelegt. So hast du bei einem Tourer einen ruhig laufenden, robusten Motor, den du meist auch weniger warten musst als bei anderen Maschinen. Dafür sind die Bikes aber wesentlich bequemer und - wie es die Bezeichnung schon vermuten lässt - eher auf lange Strecken und Gepäck ausgerichtet. Mit der Verkleidung von Motor und Fahrwerk und einem Windschutz für den Fahrer schützt du dich und deine Maschine ein wenig vor Regen und du bist windschnittiger unterwegs als mit den Enduros fürs Gelände.
- Unter Sportler versteht man die Motorräder, die speziell auf Rennstrecken brillieren. Bei diesen Bikes wird weniger Wert auf den Komfort beim Fahren oder die Tauglichkeit im Alltag gelegt. Sie sollen schnell beschleunigen und dann zu Höchstleistungen kommen. Die Konstrukteure legen bei Sportlern große Sorgfalt auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Gewicht und Motorleistung. Erkenntnisse aus dem Rennsport werden hier direkt auf ihren serienmäßigen Einsatz hin getestet. Als Anfänger solltest du bei den Sportlern eher zurückhaltend sein. Zunächst darfst du anfangs ohnehin nur gedrosselte Maschinen fahren, so dass sich der Sportler für dich kaum lohnt.
- Wer es bequem mag und locker am Wochenende über die Landstraße brettern möchte, sollte sich nach einem Cruiser umschauen. Diese Modelle sind den amerikanischen Klassikern aus den 1930ern bis 1950ern nachempfunden. Die breiten Reifen und der lange Radstand sorgen für eine gute Straßenlage. Mit den weit vorne angebrachten Trittbrettern sitzt du zudem in einer bequemen, aufrechten Position. Mit einem Cruiser gleitest du in der Regel ganz ruhig und trotzdem kraftvoll über die Straße. Diese Maschinen kannst du als Anfänger oder als Wochenend-Biker sehr leicht handhaben.
- Chopper sind die ausgeprägte Version der Cruiser. Diese kultigen Bikes kennt inzwischen jeder aus diversen Filmen. Der typisch geformte Lenker und der sehr lange Radstand der Chopper wurde ursprünglich von speziellen Rennmaschinen übernommen. Diese Vorbilder, die Drag Bikes, baute man für Rennen auf gerader Strecke. Dafür sind die beschriebenen Merkmale ideal, während der unhandliche Lenker bei Kurven zu Problemen führen kann.
Achte beim Kauf deines ersten Motorrads darauf, ob du die Maschine beherrscht. Das ist das wichtigste Kriterium. Ihr braucht als Anfänger noch keinen PS-starken Motor, der auf Spitzenleistungen ausgelegt ist. Wichtiger ist, dass die Maschine zu deiner Körpergröße passt und du das Ding im Notfall auch alleine wieder hinstellen kannst. Anfänger sollten zudem erst mal ein gebrauchtes Motorrad kaufen. Da sind Kratzer nicht so dramatisch.
Naked Bikes: Eine gute Wahl für Einsteiger
Du suchst nach einem kraftvollen, vielseitigen Motorrad ohne Verkleidung? Hier findest du die besten Naked Bikes der Mittelklasse - ideal für Fahrspaß auf der Straße, mit ausgewogener Performance und einem starken Preis-Leistungs-Verhältnis. Zugängliche, einfach zu bewegende Motorräder, die dennoch aber Emotion und Leidenschaft versprühen können und obendrein noch wenig kosten. Man soll zwar keine Angst vorm Gas haben, doch auch nicht am Hebel einschlafen.
Zuerst sei angemerkt, dass es zugängliche Nakedbikes in sehr vielen Formen, Farben und Preissegmenten gibt. Die Klasse der Nakedbikes an sich zeichnet sich ja durch Kompromissbereitschaft und Vielseitigkeit aus. In dieser Liste variieren technische Ausstattung und Kostenpunkt teilweise stark. Auch der Jahrgang spielt eine wichtige Rolle. Hier vorgeschlagen werden eher nur allgemeine Modelle. Jeder Jahrgang näher an die Gegenwart bringt in der Regel kleine Veränderungen und Anpassungen mit sich, die grundlegenden Eigenschaften des Modells bleiben aber gleich oder werden sogar noch verbessert. Es gilt also: Umso jünger, umso besser. Sollte das bei Modellen mal doch anders sein, dann wird das selbstverständlich angesprochen.
Empfehlenswerte Naked Bike Modelle für Anfänger
Yamaha MT-07
Mit der MT-07 hat Yamaha ein sagenhaftes Motorrad mit einem der besten Preis-Leistungsverhältnisse am Motorradmarkt geschaffen. Neben leiwander Optik und dem Preis besticht aber vor allem die grenzgeniale Motorabstimmung. Untenrum läuft der CP2-Motor absolut sanft, kultiviert und einsteigerfreundlich. Doch dreht man den Gashahn etwas auf und lässt das Drehzahlband ins obere Drittel wandern, wird der Motor richtig geil rotzig, räudig und schäuffelt dieses Extra an Adrenalin und Action nach, die die MT-07 zur Nummer 1 auf dieser Liste machen. Rundum leicht zu beherrschen, aber großer Spaßfaktor mit dabei.
Der niedrige Preis ist zwar für das Gesamtpaket top, doch an manchen Ecken und Enden merkt man doch, dass bei bestimmten Komponenten gespart wurde. Das Fahrwerk ist für 80 Prozent der Fahrer und vermutlich 99 Prozent der Einsteiger mehr als ausreichend. Richtige Anraucher und Kurvenhatzer könnten aber schon an die Grenzen des unverstellbaren Fahrwerks stoßen.
Kawasaki ER-6N
Die ER-6N war für die breite Masse gebaut. Doch wer will schon Massenware? Diesen Vorsatz hat Kawasaki mit einem emotionalen Motor und super Handling geschickt ausgehebelt. Der Motor gehört sicher nicht in die Liga der blutlosen Vierzylinder aus Japan sondern versprüht Freude und Leidenschaft während er hochdreht. Optisch ist die ER-6N nicht jedermanns Sache.
Gestandene Männer mit Wohlstands-orientiertem Gewicht oder Fahrer mit Sozius müssen allerdings aufpassen. Das verbaute, horizontal liegende Federbein hat es nicht so mit schwerer Beladung. 2012 gab es ein größeres Update für die ER-6N, welches sie auf den modernen Stand der Technik gebracht hat. Die hohen Verkaufszahlen sorgen für reichlich Auswahl und Ersatzteile am markt. Nicht, dass die allzu oft notwendig wären, schließlich handelt es sich hier um japanische Qualität.
Auch typisch japanisch sind die Maße des Motorrads. Vor allem der kleine Lenker kann großen Piloten das Leben schwer machen.
KTM 690 Duke
Eines der wenigen Einzylinder-Motorrädern, welches man Einsteigern empfehlen kann. Aber aufgepasst: die Charakteristik der 690er Duke hat sich im Laufe ihrer Modellhistorie ziemlich gewandelt. Vor 2011 war sie ein radikales, hochbeiniges und recht Supermoto-lastiges Eisen. Dieses wirklich sportliche Bike wurde aufgrund des hohen Preises nicht oft verkauft und wird auch heute noch sehr hochpreisig gehandelt. Vorteile dieser Jahrgänge ist die hohe Sitzposition für große Menschen und das sehr hochwertige Fahrwerk.
Ab 2012 wurde die 690 Duke niedriger, softer und noch besser für Einsteiger. Größter Pluspunkt aller Baujahre: das niedrige Gewicht. Nur ca. 160 Kilogramm wiegt die 690 Duke vollgetankt und fahrbereit. Das sind 20-40 kg weniger, als andere Motorräder dieser Liste. Bei so einem Fliegengewicht reißen sogar 70 PS mächtig an. Die KTM 690 Duke ist also Einsteiger zu empfehlen, die doch ein Mindestmaß an Gefühl in der Gashand haben.
Honda CB 600 F Hornet
Hier ein eingeschobener Tipp für Sparfüchse: Die Honda CB 600 F Hornet wurde in riesiger Stückzahl verkauft. Das sorgt für extrem niedrige Preise für Angebote auf der Motorrad-Gebrauchtbörse. Schon unter 2000 € bekommt man wirklich anständige Bikes mit japanischer Qualität. Zuschlagen sollte man aber eher erst ab dem Baujahr 2000 und aufwärts. Zwar nicht weil die davor schlecht waren, sondern weil sich inzwischen die Standards für Reifenmaße geändert haben. Für die vor 2000 verwendeten 16 Zoll Räder ist es heutzutage schwer anständige Reifen zu finden.
Auch die Motorleistung der Hornet veränderte sich über die Jahre. 2000 hatte sie noch 95 PS, 2006 97 PS und ab 2007 sogar 102 PS, womit sie nicht mehr legal für den A2-Führerschein drosselbar ist. Echte Japan-Fetischisten schwören auf die Jahrgänge 2000-2001, denn da wurde die Hornet auch wirklich in Japan produziert. Danach übersiedelte die Herstellung nach Italien. auch da passt die Qualität noch, doch laut manchen Kreisen von Hornet-Fans sind nur die ersten beiden Jahre das Wahre.
Die Honda CB 600 F Hornet schaut gut aus, ist günstig und hält einfach ewig.
Suzuki SV 650
Suzuki blickt mit ihrem V2-Motor auf eine lange Erfolgsgeschichte zurück. Mit geilem V2-Klang, Emotion, ordentlich Drehmoment von unten und japanischer Qualität macht man mit keiner V2-Suzuki was falsch. Die erste Suzuki SV 650 war schon ein Kassenschlager und super Eisen, ist aber inzwischen etwas in die Jahre gekommen. Ab 2009 kam die Suzuki SFV 650 Gladius als Nachfolgermodell. Innerlich noch immer mit den gleichen Grund-Qualitäten wie die SV ausgestattet, schaffte sie wegen ihrem umstrittenen Äußeren nicht ganz den Schritt zum Verkaufs-Hit. Seit 2016 gibt es jetzt wieder die SV 650. Oldschool Look und moderne Innereien sind das Rezept zum Erfolg. Der V2 dröhnt und macht Spaß wie eh und je. Natürlich sind die neuen SV-Modelle entsprechend ihrer modernen Austattung entsprechend teurer. Wer allerdings auf ABS und Co.
Ducati Monster 696
Auch als Einsteiger kann man echten Italoflair haben. Die Ducati Monster 696 ist mit fahrfertigen 180 Kilogramm Gewicht relativ leicht und trotz exotischen Touchs leicht zu fahren. Sie ist eine Mischung aus italienischer Diva und zugänglichem Einsteigermotorrad. Die drei Hauptkriterien: Bremse, Fahrwerk und Motor sind schwer in Ordnung. Vor allem die Bremse und das Fahrwerk stechen in ihrer Güte und Qualität so manchen Japaner aus. Nur der Motor kann in seiner Abstimmung nicht mit den sanft schnurrenden Vierzylindern mithalten. Doch das dürfte dem Einen oder Anderen sogar gefallen.
Einziges echtes Manko ist die Sitzhöhe der Monster. Schon serienmäßig sehr niedrig, wurde sie auch noch teilweise mit niedrigerer Sitzbank verkauft.
Reifentipp für Naked Bikes
Wichtiger Tipp für den Kauf von Nakedbikes: Gerade in diesem Segment sind minderwertige oder alte Reifen keine Seltenheit. Bei gebrauchten Bikes muss man auf das Alter der Pneus achten. Älter als 5 Jahre sollte ein Reifen nicht sein, denn durch die UV-Strahlung der Sonne und Witterungseinflüsse wird das Gummigemisch hart und haftet mit der Zeit immer schlechter. Damit man auch als Einsteiger mit dem neuen Nakedbike richtig und vor allem sicher Spaß haben kann, sollte man sich Sport-Touring-Reifen montieren. Hochwertige Sporttouringreifen haben hohe Laufleistungen und funktionieren auch bei den meisten Witterungsbedingungen sehr gut.
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