Cube Fahrradhelm Test für Erwachsene: Sicherheit, Komfort und Technologie

Ein Fahrradhelm soll dich und deinen Kopf schützen, wenn es bei einem Sturz darauf ankommt. Ein moderner Helm soll zudem auch noch einige andere Eigenschaften mit sich bringen. Er sollte optimal passen und dir damit einen bestmöglichen Komfort bieten. Ausreichend Belüftung sollte dafür sorgen, dass du einen kühlen Kopf behältst. Darüber hinaus ist auch der Style-Faktor nicht zu vernachlässigen. Cube Fahrradhelme können bei all diesen Aspekten überzeugen, dennoch solltest du bei der Auswahl deines neuen Cube Fahrradhelms einige Dinge beachten.

Cube kennen viele als einen der größten und erfolgreichsten Fahrradhersteller aus Deutschland. Aber die Bayern können noch viel mehr - eben normalen Cube Fahrrädern, Cube E-Bikes, Bekleidung und technischem Equipment stellt Cube auch diverse Fahrradhelme her. Hier erfährst du alle Informationen zu den Fahrradhelmen von Cube.

Warum ein Fahrradhelm wichtig ist

Studien haben ermittelt, dass durch das Tragen von Fahrradhelmen zwischen 20 Prozent der Kopfverletzungen bei Leichtverletzten und bis zu über 80 Prozent der Kopfverletzungen bei besonders Schwerverletzten vermieden werden können. Die Zahlen stammen von der HFC Human-Factors-Consult GmbH aus dem Jahr 2017 und wurden im Auftrag der Verkehrsministerien Baden-Württemberg und Thüringen ermittelt.

Laut Deutscher Gesellschaft für Unfallchirurgie könnten 60 bis 70 Prozent der tödlichen Hirnverletzungen mit Kopfschutz vermieden werden. Fahrradhelme können schwere Kopfverletzungen verhindern und Leben retten. Laut Bundesverkehrsministerium ist ein guter Fahrradhelm dazu in der Lage, bis zu zwei Drittel der Energie zu absorbieren, die bei einem Sturz ohne Helm auf den Kopf einwirken würde.

Bei knapp 27.400 Radunfällen ohne weitere Beteiligte verletzten sich im Jahr 2023 rund 6.400 Menschen schwer und 147 tödlich. Darauf weist die Unfallforschung der Versicherer (UDV) im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft hin. Rad-Alleinunfälle hätten sich in den vergangnen 15 Jahren mehr als verdoppelt, dabei sei die Dunkelziffer hoch, heißt es. Dabei sind nicht nur Gehirnerschütterungen, sondern schwere Kopfverletzungen bei Stürzen die häufigste Unfallfolge.

Die richtige Passform ist entscheidend

Die richtige Passform ist fast so wichtig wie der Schutzfaktor. Lässt sich der Helm nicht optimal einstellen, ist das ein Sicher­heitsrisiko. Demnach ist die Passform enorm wichtig. Super wichtig! Viele Helme besitzen zwar einen Kopfring, der sich zuzurren lässt, doch ist der Helm zu groß, wird’s schnell gefährlich. Warum? Weil zuerst der Helm aufschlägt und dann der Kopf im zu großen Helm. Folge: Schädel-Hirn-Trauma. Bei passenden Helmen passiert das nicht. Die Faustregel lautet daher: Es darf höchstens ein Finger zwischen Schaumschale und Kopf passen. Also: eng, doch bequem.

Idealerweise sollten Sie einen Fahrradhelm vor dem Kauf immer anprobieren. Nur so können Sie feststellen, ob er optimal zu Ihrer Kopfform passt. Er sollte stramm sitzen, aber nicht drücken. Als Faustformel gilt: Wenn Sie den Helm vor- und zurückbewegen, sollte die Stirn ein wenig Falten schlagen. Dann sitzt der Fahrradhelm fest genug. Ist der Kinnriemen geschlossen, darf sich der Helm nicht nach hinten abstreifen lassen. Grundsätzlich ermöglicht es so gut wie jeder Fahrradhelm, die Größe über ein Drehrädchen anzupassen. Dennoch ist es wichtig, einen Fahrradhelm zu kaufen, der von seiner Dimension her zu Ihrem Kopf passt.

Die notwendige Größe des Helmes kann einfach mit einem Maßband ermittelt werden, mit welchem der Kopfumfang oberhalb der Ohren nachgemessen wird. Hier sollte am besten zu zweit gearbeitet werden. Damit der Helm optimal angepasst werden kann, muss der Head-Ring in Umfang und Höhe verstellbar sein und der Verschlussmechanismus sollte gut, am besten mit einer Hand, bedienbar sein.

Zusätzlich sei gesagt, dass nicht jeder Helm gleich gut auf jeden Kopf passt. Natürlich ist jeder Kopf verschieden und so lohnt es sich, beim Kauf auch mal andere Helmhersteller auszuprobieren und sich nicht zu sehr auf einen Helm zu versteifen, nur weil die Farbe gut zum Bike oder Trikot passt.

Dennoch ist die technische Sicherheit durch Materialien und Ausstattung wesentlich. Eines der bekanntesten am Markt ist das Mips-System, welches auch bei dem Großteil der Helme im Test verbaut ist. Diese Technologie soll zusätzlichen Schutz bei schrägen Aufprallwinkeln bieten. Dazu besteht das System aus einer beweglichen Innenschale im Helm, die unabhängig von der äußeren Schale rotieren kann.

Materialien und Technologien

In den allermeisten Fällen besteht ein Fahrradhelm aus einer harten Kunststoffschale, in welche direkt ein expandierter Polystyrol Schaum (EPS) eingespritzt wird. Dieses Verfahren bezeichnet man als sogenanntes In-Mold-Verfahren. Der EPS absorbiert im Falle eines Sturzes die auftreffende Energie und schützt so den Kopf vor Verletzungen. Der Schaum altert mit der Zeit und wird porös. Schweiß und UV-Strahlung beschleunigen den Prozess, weshalb der Helm gut gepflegt und gelagert werden will.

Vereinzelt setzten Hersteller wie Endura oder Smith auf Koroyd anstelle von EPS als energieabsorbierendes Material. Dieser Verbund aus wabenförmigen Kunststoffröhrchen soll die Energie linearer absorbieren und dadurch die Sicherheit bei gleichzeitig geringerem Gewicht erhöhen.

MIPS - Multi-Directional Impact Protection System

Eine weitere Technologie, die den Kopf besser schützen soll, ist das Multi-Directional Impact Protection System, oder kurz MIPS. MIPS soll den Kopf bei einem Schrägaufprall durch Ableiten der Energie besser schützen. Dadurch ist eine innere dünne Schale beweglich im Fahrradhelm befestigt, die sich um 10 bis 15 Millimeter in alle Richtungen bewegen lässt.

Wie MIPS funktioniert

Bereits 1996 entdeckten Hans von Holst und Peter Halldin die schädliche Wirkung eines schrägen Aufpralls. Das von ihnen entwickelte MIPS sollte das Risiko einer Kopfverletzung senken. Das steckt dahinter. Wissenschaftliche Forschungen belegen, dass das Gehirn besonders empfindlich auf Rotation reagiert. Laut Prof. Dr. med. Stefan Lorenzl, Facharzt für Neurologie, kommt es bei einem schrägen Aufprall besonders häufig zu sogenannten Dissektionen und zu Verletzungen an den Gefäßen. Durch MIPS soll die Rotationsenergie bei einem Aufprall verringert werden, indem die reibungsarme MIPS-Schale (gelb) ein zum Kopf versetztes Gleiten des Helms ermöglicht. So wird Rotations- in Translationsenergie umgewandelt. Wie bei einem Sturz auf Eis kann sich der Kopf so in der ursprünglichen Richtung weiterbewegen.

Inzwischen gibt es verschiedene Ausführungen des MIPS, die eine relative Rotation zwischen Helm und Kopf von 10 bis 15 Millimetern zulässt. In unserem Test lag die Wahrscheinlichkeit, mit einem mit MIPS ausgestatteten Helm eine Gehirnerschütterung zu erleiden (nach AIS-Code) im Schnitt bei ca. 16 Prozent. Objektive Untersuchungen oder eine spezielle Prüfnorm gibt es hierfür noch nicht. Doch angesichts der hoch signifikanten Werte ist auch Dr. Lorenzl von der Wirksamkeit überzeugt. Im Testfeld finden sich übrigens fünf Varianten des MIPS, die wir nachfolgend kurz erklären. Die Wirksamkeit der einzelnen Systeme hängt stark von der Integration in den Helm ab. Generell lässt sich nicht sagen, dass eine bestimmte Ausführung besser schützt als eine andere.

Cube Fahrradhelme - Darauf musst du beim Kauf achten

Allen voran geht die passende Größe. Bei Cube kannst du aus vier unterschiedlichen Helmgrößen auswählen, um die passende für deinen Kopfumfang zu finden. Daneben gibt es viele verschiedene Designs und Farben. Je nach deinem Einsatzgebiet kannst du bei Cube den passenden Helm für deine Fahrradkategorie finden.

Die Auswahlkriterien für deinen Fahrradhelm von Cube:

  • wähle die richtige Größe durch Messen des Kopfumfangs
  • der Einsatzzweck (Rennrad, Mountainbike, City etc.) spielt eine entscheidende Rolle bei der Helm Auswahl
  • die Passform sollte dir maximalen Komfort bieten
  • das Design und die Farben sollten zu dir und deinem Style passen

Die Vor- und Nachteile der Cube Fahrradhelme

Cube Fahrradhelme bringen dir Leichtigkeit und Sicherheit beim Radfahren. Sie sind nach allerhöchsten Qualitätsanforderungen hergestellt und unterliegen strengen Sicherheitsbestimmungen. Das moderne Design spricht eine deutliche Sprache und passt zu vielen verschiedenen Kleidungsstilen.

Was macht die Fahrradhelme von Cube so besonders?

Cube vereint enorm viel Wissen und Erfahrung in der Produktion von Fahrrädern sowie Zubehör. Das Besondere an Cube Fahrradhelmen ist deswegen, dass sie beim Entwerfen von Produkten nicht nur an ein Produkt denken, sondern ganzheitlich. Daher können sie viel Know-How in ihre Helme stecken und produzieren so Fahrradhelme auf höchstem Niveau.

Testberichte und Empfehlungen

In diversen Fachmagazinen und Internetportalen findest du eine Vielzahl an Testberichten zu Fahrradhelmen. Diese sind für viele unserer Kunden eine erste Informationsquelle vor dem Fahrradhelm Kauf. Wir wollen dir die in unserem Shop verfügbaren Testsieger nicht vorenthalten und haben uns auf die Suche gemacht und die am besten bewerteten Fahrradhelme zusammengetragen. Entdecke unseren Fahrradhelme Test & Vergleich Beitrag.

Empfohlene Modelle

Cube Trooper ist ein gut sitzender, luftiger und nicht nur dank der MIPS-Technologie sicherer Helm für anspruchsvolle Enduro-Touren oder klassische Allmountain-Touren. Die Passform - oder besser gesagt die Anpassbarkeit - ist ausgezeichnet, wie auch die Belüftung.

POC Tectal Race MIPS ist nicht nur dank der MIPS Integra-Technologie sehr sicher, auch ein guter Sitz, eine im Windkanal optimierte Belüftung und kleine Details wie ein verbauter Recco-Reflektor tragen zur Sicherheit bei, wenn es mal zum Äußersten kommen sollte.

Smith Convoy MIPS punktet vor allem mit Tragekomfort und ist dank der MIPS-Technologie auch noch sicher. Der Helm ist auf das Nötigste reduziert und besitzt ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Alternative Rotationssysteme

Neben MIPS finden sich im Test noch drei weitere Technologien zur Reduzierung von Rotationskräften.

  • Smartshock / 100%: Zwischen Helmschale und Polster sind kleine, bewegliche Elastomere integriert. Die Smartshock-Puffer sollen Stöße absorbieren und die bei einem schrägen Aufprall auftretende Rotationsenergie ableiten. Auf dem Prüfstand zeigt Smartshock keine überzeugende Wirkung.
  • WaveCell / Bontrager: WaveCell ist eine komprimierbare Zellstruktur an der Innenseite der Helmschale. Bei einem Aufprall verbiegen sich die Zellen, werden dann komprimiert wie ein Stoßfänger und sollen sich schließlich verschieben, um die Energie vom Kopf wegzuführen. Das System liegt unter dem Durchschnitt der MIPS-Werte.
  • 360˚ Turbine / Leatt: Kleine, um 360 Grad bewegliche Scheiben aus flexiblem Kunststoff an der Innenseite der Helmschale sollen lineare Stöße um bis zu 30 Prozent dämpfen und Rotationsbeschleunigung um bis zu 40 Prozent verringern. Im Vergleich zu Helmen mit MIPS liegt das Risiko einer Gehirnerschütterung deutlich höher.

Zahlen, Daten, Fakten

Risiko einer Gehirnerschütterung

Die Tabelle zeigt die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Biker, bei dem von uns simulierten Sturzszenario eine mittlere Gehirnerschütterung erleiden würde. Diese lässt sich aus den gemessenen Drehbewegungen (BrIC, Brain Injury Criterion) errechnen. Der Zusammenhang zwischen BrIC und der Wahrscheinlichkeit einer Gehirnerschütterung (nach AIS-Code) ist nicht linear. Für die Bewertung bietet sich daher eher die Wahrscheinlichkeit an. Das Risiko für eine Gehirnerschütterung liegt zwischen 6 und 44 Prozent. Bei Helmen mit MIPS haben wir ein Risiko einer Kopfverletzung von im Schnitt 16,2 Prozent ermittelt. Im Vergleich beträgt das Risiko bei Modellen ohne MIPS 35,5 Prozent. MIPS senkt das Risiko, eine Gehirnerschütterung zu erleiden, deutlich, allerdings abhängig vom verbauten System. Nur Bontragers WaveCel-Technologie liefert vergleichbar gute Werte. Bei Abus konnten wir trotz fehlendem MIPS einen passablen Wert beim Rotationsschutz feststellen, was mit der Konstruktion der Helmschale und des Polsters zusammenhängt.

Beschleunigung in g

Alle Helme im Test bleiben bei den Beschleunigungswerten, also den Kräften, die bei einem Aufprall noch auf den Kopf wirken, weit unterhalb der Norm (250 g - hier sind nicht Gramm gemeint, sondern g-Kraft). Die Spanne reicht jedoch von 84,2 g (Specialized) bis zu 129,7 g (Endura) und zeigt, dass die Helme durchaus unterschiedlich gut schützen. Zwar liegen auch hier viele MIPS-Helme mit guten Werten weit vorne. Ein Zusammenhang zwischen reduzierter Rotationsbeschleunigung und guter Stoßdämpfung ist aber nicht festzustellen. Der IXS Trigger AM lieferte im letzten Test 2020 bereits ähnliche Beschleunigungswerte, damals allerdings noch ohne das MIPS System. Die Rotationswerte waren nahezu doppelt so hoch.

250 Mal die Erdbeschleunigung. Das ist der Grenzwert, den ein Fahrradhelm bei der Normprüfung unterschreiten muss, um für den Verkauf zugelassen zu werden. 250 g - ein Wert, der geradezu lächerlich hoch wirkt, wenn man bedenkt, dass bei der Fahrt mit einer Achterbahn maximal 4 g anliegen. Laut Guinness-Buch der Rekorde beträgt die maximale von einem Menschen überlebte g-Kraft 180. Immer noch deutlich unterhalb des Grenzwerts der aktuellen Prüfnorm EN 1078. Und auch Prof. Dr. med. Stefan Lorenzl, Facharzt für Neurologie, weiß: 250 g können bereits bei einem Sturz aus 1,5 Metern frontal auf den Kopf zusammenkommen. Das kann ohne Helm tödlich sein.

Für uns ist daher völlig klar: Ein Helm, der die Norm gerade so erfüllt, sollte für Biker keine Option sein. Je geringer die Beschleunigung, die bei einem Sturz auf den Kopf wirkt, desto kleiner ist auch das Verletzungsrisiko. Dem stimmt auch Dr. Lorenzl zu. Er weiß aus Erfahrung, dass, seit immer mehr Fahrradfahrer Helm tragen, es deutlich weniger schwere und tödliche Verletzungen gibt.

Weil aber die Hersteller weder den bei der Normprüfung ermittelten g-Wert auf ihren Helmen abdrucken, noch von außen ersichtlich ist, wie gut ein Modell tatsächlich schützt, testen wir jeden Helm auf unserem hauseigenen Prüfstand. Das ist in der Branche absolut einzigartig. Es gibt allerdings noch einen weiteren Grund, weshalb wir uns nicht einfach auf das CE-Siegel verlassen, das in jedem Helm abgedruckt sein muss. „Während im Motorradbereich 2022 mit der ECE 22.06 auch eine Rotationsprüfung eingeführt wurde, wird im Fahrradbereich noch immer über eine Anpassung der Norm diskutiert“, erklärt Marcus Seyffarth. Er ist Head of Implementation und bei MIPS verantwortlich für die Integration des Systems in die unterschiedlichen Helme der Hersteller.

Grund genug für uns, einen Prüfstand zu konstruieren, der sich an den modernen Methoden angesehener Forschungseinrichtungen orientiert und misst, wie gut ein Helm vor dem Risiko einer Gehirnerschütterung schützt. Diesen Schutz versprechen die unterschiedlichen Rotationssysteme. Den Beweis dafür bleibt die Norm allerdings schuldig. Das schwedische Unternehmen MIPS gilt als Vorreiter, wenn es um die Reduzierung schädlicher Rotationskräfte auf das Gehirn geht. Die charakteristische gelbe Schale und ihre inzwischen zahlreichen Abwandlungen finden sich in insgesamt 14 Testmodellen.

Neben MIPS existieren noch weitere Systeme wie 360° Turbine (Leatt), WaveCell (Bontrager) oder Smartshock (100%). Außer bei MIPS konnten wir im Test allerdings nur bei WaveCell einen positiven Effekt gegen die Rotationskräfte nachweisen. Beide senken das Risiko einer Gehirnerschütterung im Schnitt um mehr als 50 Prozent im Vergleich zu Helmen ohne diese Systeme.

Und auch bei den reinen Beschleunigungskräften gibt es gute Nachrichten: Mit 129,7 g liegt selbst der schlechteste Helm in diesem Test weiter unterhalb des Grenzwerts.

Ungeachtet seiner Schutzfunktion muss ein Helm natürlich auch noch nach Stunden im Sattel bequem sitzen. Deshalb haben wir zusätzlich zu den Crash-Prüfungen die Belüftung an einem ebenfalls von uns entwickelten Prüfstand gemessen, das Gewicht ermittelt und das Anpassungssystem beurteilt. Um den optimalen Helm zu finden, lohnt sich also ein Blick in die Steckbriefe. Weil bei der Passform die persönliche Kopfform aber eine entscheidende Rolle spielt, kommt man um eine Anprobe des Wunschhelms nicht herum. Ein Helm, der nicht getragen wird, weil er nicht richtig passt, kann noch so gute Werte im Labor erzielen. Solange er nicht auf dem Kopf sitzt, kann schon ein kleiner Sturz schwere Folgen haben.

100 g machen einen riesigen Unterschied!

BIKE: Gibt es ein Sicherheitsproblem bei Bike-Helmen?

CHRISTIANE RECKTER: Nein, es gibt fast keine Probleme mit Helmen. Wenn doch, hängen sie meist mit der falschen Trageweise zusammen. Der Helm ist zum Beispiel in den Nacken geschoben, die Stirn ungeschützt, der Kinnriemen nicht geschlossen usw. So kann ein Helm natürlich nicht wirksam schützen.

BIKE: Wenn’s keine Probleme mit Helmen gibt, scheint der Norm-Grenzwert streng genug.

CHRISTIANE RECKTER: Das kann man so nicht sagen, denn leider lassen die Beschleunigungswerte keinen konkreten Rückschluss auf das Verletzungspotenzial zu - nach dem Motto: 80 g = Gehirnerschütterung, 50 g = Kopfschmerzen.

BIKE: Wie lassen sich die Ergebnisse dann bewerten?

CHRISTIANE RECKTER: Je kleiner der Beschleunigungswert, desto besser dämpft der Helm. 100 g machen einen riesigen Unterschied.

BIKE: Wann muss ein Helm aus Altersgründen ausgetauscht werden?

CHRISTIANE RECKTER: Oh, das leidige Thema! Keiner weiß es! Wir haben Tests durchgeführt und einen wirklich alten Helm gegen einen neuen getestet. Es gab kaum Unterschiede. Doch die Behörden fordern nun mal bei Kunststoffen eine Verfallszeit. In der Richtlinie steht, dass ein Helm nach fünf Jahren ausgetauscht werden muss. Das heißt aber nicht, dass der Helm aufgrund von Materialalterung nach fünf Jahren nicht mehr sicher ist. Der kann selbst nach 20 Jahren noch genauso gut schützen.

So testet BIKE

MIPS & Co. sollen messbar das Risiko von Kopfverletzungen senken, indem sie beim schrägen Aufprall auftretende Rotationskräfte verringern. Die bestehende Prüfnorm für Helme EN 1078 kann diese Szenarien nicht abbilden. Um die aktuelle Helmgeneration realitätsnah zu prüfen, haben wir in Eigenregie einen Helmprüfstand entwickelt und uns dabei an den in der Wissenschaft und von forschenden Herstellern eingesetzten Methoden orientiert.

Für den Test wird der Helm auf einen 4,9 Kilogramm schweren Prüfkopf aus Aluminium angepasst. Helm und Kopf werden beim simulierten Sturz auf einem Schlitten geführt und treffen mit 21 km/h auf eine im Winkel von 45 Grad geneigte Stahlfläche auf. Schleifpapier in 40er-Körnung imitiert die Rauheit des Untergrunds - damit gehen wir analog zu den Prüfeinrichtungen Virginia Tech, Folksam und anderen Forschungseinrichtungen vor. Der Schlitten saust an der Auflagefläche vorbei und gibt den Helm frei, der nach dem Aufprall wegspringt. Ein Sechs-Komponenten-Sensor im Prüfkopf zeichnet Beschleunigung und Drehraten um die drei Achsen im Raum beim Aufprall und in der sich anschließenden Flugphase auf.

Im ersten Anlauf trifft der Helm frontal auf, im zweiten auf der Seite. Die Beschleunigung werten wir nach dem größten resultierenden Wert aus - je niedriger, desto besser. Angegeben wird der Mittelwert aus vier Messungen. Die Kopfrotation rechnen wir um zum BrIC (Brain Injury Criterion), das aussagt, wie schädlich die Bewegung für das Gehirn ist. Diese Methode ist in der Wissenschaft verbreitet und ermöglicht über den sogenannten AIS-Code Aussagen zur Wahrscheinlichkeit einer Gehirnerschütterung.

Die Belüftung der Helme testen wir mit einem starken Gebläse, das die Strömung auf bis zu 30 km/h beschleunigt. Der erhitzte, behelmte Kopf wird der Strömung ausgesetzt, und wir ermitteln die Kühlleistung. Diese geht mit 20 Prozent in das Endurteil ein, das Gewicht des Helms mit 15 Prozent.

Gurtsystem und Kopfband bewerten wir systematisch nach einer Vielzahl von Kriterien in Funktion und Handhabung, beides geht je mit zehn Prozent in die Wertung ein u...

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Uvex Urban Planet LED: Der Uvex Urban Planet LED bietet dank seiner tiefergezogenen Bauweise zusätzlichen Schutz im Heck- und im Schläfenbereich. Er lässt sich sehr angenehm tragen und perfekt auf die Kopfform und Kopfgröße einstellen. Der Urban Planet ist sehr robust und mit einem rückseitigen LED-Licht ausgestattet. Zusätzliche Vorteile sind reflektierende Gurtbänder, ein weiches Kinnpolster und ein durchdachter Verschluss.

Uvex Finale Visor: Wenn die Insekten fliegen, die Sonne knallt, der Regen peitscht oder der Wind pfeift, ist der Uvex Finale Visor das optimale Modell. Denn er verfügt über ein klappbares Visier. Zudem ist der Fahrradhelm mit Beleuchtung und Insektenschutz ausgestattet.

Abus Pedelec 2.0: Dieses Feature ist einmalig: Der Abus Pedelec 2.0 hat einen Regenschutz integriert, der hinten in einem Geheimversteck untergebracht ist. Nasse Haare im Regen gehören somit der Vergangenheit an. Für bestmögliche Erkennbarkeit im Dunkeln ist der Helm zudem mit einem LED-Licht ausgestattet.

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