Erzbahntrasse Radweg: Eine Reise durch die Industriekultur des Ruhrgebiets

Die Erzbahntrasse ist eine der bekanntesten und beliebtesten Bahntrassen im Ruhrgebiet. Als eine der bekanntesten Bahntrassen im Ruhrgebiet führt Euch die Erzbahntrasse auf rund zehn Kilometern von Bochum nach Gelsenkirchen.

Einst wurden über die Erzbahntrasse die Hochöfen von Schalker und Bochumer Verein mit Eisenerz versorgt. Heute zählt die Trasse zu den bekanntesten touristischen Radwegen in der Metropole Ruhr. 2002 gehörte sie zu den ersten ausgedienten Bahnstrecken, die der Regionalverband Ruhr (RVR) in Rad- und Wanderwege verwandelte.

Streckenverlauf und Sehenswürdigkeiten

An der Jahrhunderthalle im Westpark Bochum beginnt die Erzbahntrasse und endet nach einer sanften Abwärtsfahrt rund zehn Kilometer später am Hafen Grimberg am Rhein-Herne-Kanal in Gelsenkirchen. Im Westpark an der Jahrhunderthalle Bochum startet die Tour mit der markanten, 130 Meter langen Erzbahnschwinge. Von dort aus radelt Ihr auf der bestens ausgebauten Trasse immer leicht bergab bis zur spektakulären Grimberger Sichel, die mit einer Spannweite von 150 Metern den Brückenschlag über den Rhein-Herne-Kanal macht.

Die Erzbahntrasse führt vorbei an Sehenswürdigkeiten wie der Jahrhunderthalle Bochum, der Siedlung Dahlhauser Heide und dem Malakowturm. Unterwegs sind zahlreiche Abstecher möglich, allesamt gut ausgeschildert. Die Zeche Hannover in Bochum und die Halde Pluto in Herne sind lohnenswerte Abstecher in östlicher Richtung.

Spektakuläre Brückenkonstruktionen

Besonders die spektakuläre Brücke „Erzbahnschwinge“ sollten Sie nicht verpassen! Die Erzbahntrasse beginnt und endet mit spektakulären Brückenkonstruktionen. Die 130 Meter lange, S-förmige Erzbahnschwinge als Anbindung an den Bochumer Westpark nebst Jahrhunderthalle markiert den Einstieg in den Radweg. Sie quert ein Geflecht aus Straßen, Gleisanlagen und Rohrbrücke in ca. 14 Metern Höhe.

Am anderen Ende windet sich die Grimberger Sichel schwungvoll über den Rhein-Herne-Kanal. Ihre Spannweite von 150 Metern wird von einem einzigen, 48 Meter hohen Stahlpylon gehalten. Von der Sichel aus können Radler einen Blick auf Zoom Erlebniswelt in Gelsenkirchen werfen. 2010 wurde die Brücke mit dem European Steel Bridges Award geadelt.

Weitere Informationen zur Strecke

  • Erzbahnschwinge: 130 Meter lange S-förmige Brücke am Westpark Bochum
  • Grimberger Sichel: 150 Meter Spannweite, Brücke über den Rhein-Herne-Kanal

Die Erzbahntrasse bietet eine einzigartige Kombination aus Naturerlebnis und Industriegeschichte. Abseits des Straßenverkehrs radelt Ihr entspannt bis zum Radknotenpunkt an der Erzbahnbude, einem der beliebtesten Treffs für Radfahrende im zentralen Ruhrgebiet. Die Erzbahntrasse ist wahrscheinlich die prominenteste ehemalige Bahntrasse Bochums. Sie verbindet den Westpark und die Jahrhunderthalle nahe der Bochumer Innenstadt mit dem Rhein-Herne-Kanal in Gelsenkirchen und mit der Zeche Zollverein in Essen. Sowohl touristisch als auch als Alltagsstrecke ist die Route interessant.

Abstecher und Verbindungen

Unterwegs sind zahlreiche Abstecher möglich, allesamt gut ausgeschildert. Nach Westen zweigt die Kray-Wanner-Bahn ab. Sie führt zum Zollvereinweg, der am Welterbe Zollverein in Essen endet. Unterwegs ist ein Schlenker zur Halde Rheinelbe in Gelsenkirchen möglich.

Am Grimberger Hafen in Gelsenkirchen schließt die Erzbahn an den Emscherpark-Radweg an. Nach Norden erreicht man über den Emscherbruch die Haldenlandschaft Hoheward in Herten (Kreis Recklinghausen).

Die Erzbahnbude

Zum Kulttreff hat sich die Erzbahnbude entwickelt, die an der Kreuzung Erzbahntrasse/Kray-Wanner-Bahn steht. An dieser belebten Fahrradkreuzung zweigt nach Westen ein Abstecher Richtung Essen ab, über den Radler:innen zum Beispiel zum UNESCO-Welterbe Zollverein fahren können. Weiter Richtung Norden führt Euch die Tour zunächst über die lange Erzbahnbrücke und dann weiter bergab bis zur ZOOM Erlebniswelt am Rhein-Herne-Kanal.

Ausbau und Kosten

Der Gesamtausbau kostete rund 20 Millionen Euro und umfasst sechs Brückenneubauten sowie die Instandsetzung von neun Brückenbauwerken.

Weitere Radwege auf ehemaligen Bahntrassen im Ruhrgebiet

Die Bahntrassen im Umfeld der Zechen stehen heute als Sinnbild der Transformation des Ruhrgebietes. Heute bieten die Trassen Radfahrenden ruhige, schnelle und sichere Alternativen zum Pendeln abseits der Hauptrouten des Autoverkehrs.

Weitere Beispiele für Radwege auf ehemaligen Bahntrassen im Ruhrgebiet sind:

  • Rheinische Bahn, Mülheim a.d. Min.: Auf ehemaligen Bahntrassen ins Grüne.
  • Allee des Wandels: Führt von der Halde Hoheward in Herten in einem großen Bogen nach Westerholt.
  • Veltenbahn in Essen: Eine Alternative zum hektischen Stadtverkehr.
  • Springorumtrasse: Verbindet Dahlhausen mit der Bochumer Innenstadt.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0