Motorradreise durch Schottland: Tipps und Routen für ein unvergessliches Abenteuer

Schottland, ein Land voller Mythen und atemberaubender Landschaften, ist ein Traumziel für Motorradfahrer. Die kurvenreichen Routen, die raue Atlantikküste und das wilde Hochland versprechen Fahrspaß pur. Dieser Artikel bietet Ihnen umfassende Tipps und Informationen, um Ihre Motorradreise durch Schottland optimal vorzubereiten.

Anreise und Fährverbindungen

Für Reisende aus Deutschland bietet sich die Fähranreise nach Newcastle in Nordengland an. Von dort aus ist es nur noch ein Katzensprung bis nach Schottland. Es gibt zwei Hauptrouten:

  • Amsterdam nach Newcastle mit DFDS
  • Rotterdam nach Hull mit P&O Ferries

Die Fähren legen abends in Rotterdam oder Amsterdam ab und erreichen früh morgens gegen 8 Uhr die jeweiligen nordenglischen Hafenstädte Hull oder Newcastle. Rechnet man Spritkosten, Verschleiß und evtl.

Der Preis für die Überfahrt für eine Person inkl. der Mitnahme des Motorrades und Kabinenübernachtung liegt bei etwa 100-150 Euro pro Strecke - je nach Buchungszeit. Es wird empfohlen, so früh wie möglich zu buchen, da die Preise mit näherrückendem Abfahrtstermin enorm steigen können.

Allgemeine Informationen für die Reise

Für den Grenzübertritt nach Schottland benötigen Sie lediglich einen gültigen Reisepass oder einen gültigen Personalausweis, der bis zum Ende der Reise gültig sein muss.

Die Landeswährung ist das englische Pfund (ebenso das schottische Pfund) und gängige Zahlungsmittel in Schottland sind EC Karte und Kreditkarte.

In Schottland herrscht Linksverkehr, wie in Deutschland gilt jedoch rechts vor links, unser Tourguide wird Ihnen vor Antritt der Tour die wichtigsten Regeln erklären.

Das Tempo wird in Meilen gemessen, Die Geschwindigkeitsbegrenzungen beträgt auf Bundestraßen 96 km/h und in Ortschaften 48 km/h, soweit nichts anderes ausgeschildert ist.

Die Netzspannung beträgt 240 Volt und unerlässlich ist hier ein 3-poliger Adapter.

Schottland hat nicht die übliche Zeit wie Mitteleuropa und Deutschland, hier gilt MEZ - 1 Stunde.

Tanken in Schottland

Die Entfernungen zwischen einzelnen Tankstellen liegen oftmals sehr weit auseinander. Ihr Motorrad sollte eine Reichweite von mindestens 250 km haben. Sollte das nicht zutreffen empfehlen wir auf alle Fälle einen kleinen Reservekanister mitzuführen.

Alkohol in Schottland

Die Alkoholgrenze in Schottland beträgt 0,8 Promille. Verzichten Sie daher freiwillig auf den Alkohol am Tag, es könnte bei einer Kontrolle teuer werden. Die Preise vor Ort sind erheblich teurer wie in Deutschland, wir empfehlen eine ausreichende Menge für den persönlichen Bedarf mit zu nehmen.

Tabak in Schottland

Die Ein/ Ausfuhrmengen sind auf 3200 Zigaretten begrenzt. Die Preise vor Ort sind erheblich teurer wie in Deutschland, wir empfehlen eine ausreichende Menge für den persönlichen Bedarf mit zu nehmen.

Ausrüstung

Für Regentage, die nicht auszuschließen sind, empfehlen wir eine Regenkombi und Zweithandschuhe. Weiterhin empfehlen wir Ihnen die Mitnahme von Ersatzglühbirnen. Die Mitnahme der grünen Versicherungskarte wird dringend empfohlen, da diese bei Verkehrskontrollen vorzuweisen ist. Für Motorradfahrer gilt am Tag in Schottland Lichtpflicht!

Notrufnummern

Speichern Sie sich die wichtigsten Telefonnummern in Ihrem Handy ab:

  • Hotline ALMOTO Motorrad Reisen - 0049 172 3660 272
  • Polizei/ Notarzt/ Ambulanz - 999

Sollten Sie noch kein Mitglied in einem Automobilclub sein, empfehlen wir eine ADAC Plus Mitgliedschaft.

Routenempfehlungen für Motorradtouren

Eine Motorradreise durch Schottland sollte zumindest die Klassiker umfassen. Dazu zählen die Highlands der Grampian Mountains, die Speyside mit ihren Whisky Brennereien und natürlich Loch Ness.

North Coast 500

Folgen Sie der berühmten „North Coast 500“ immer entlang der rauen Atlantikküste und durch das wilde Hochland Schottlands. Nachdem die North Coast 500 seit 2015 erfolgreich beworben wurde, müssen Motorradfahrer damit rechnen, dass in den Sommermonaten dort recht viele Pkw und Wohnmobile unterwegs sind.

Speyside Whisky Trail

Der Speyside Whisky Trail ist knapp hundert Kilometer lang und eine Route, die auf keiner Schottland Tour mit dem Motorrad fehlen darf. Diese Route führt durch die wichtigste der fünf schottischen Whisky-Regionen und ist die einzige ihrer Art weltweit. Drei Tage sollte man sich für den Whisky Trail Zeit nehmen.

Die sieben aktiven Destillerien auf dem Trail sind: Glenlivet, Cardhu, Glenfiddich, Glen Grant, Strathisla, Glen Moray und Benromach.

Südschottland

Der Süden von Schottland ist ein absolutes Paradies für Reisen mit dem Motorrad. Es erwarten Sie einsame, wunderschöne Landschaften, eine atemberaubende Küste, hunderte Meilen verkehrsarme, kurvige Straßen und zauberhafte kleine Dörfer und Städtchen. Die Regionen Dumfries & Galloway sowie die Scottish Borders sind ein absolutes Paradies für Motorradfahrer.

Besondere Aspekte des Motorradfahrens in Schottland

Linksverkehr

Wegen des Linksverkehrs braucht man sich als Kontinentaleuropäer keine Sorgen zu machen, wenn man mit dem Motorrad nach Schottland fährt. Am Steuer des eigenen Fahrzeugs gewöhnt man sich schnell an die ungewohnte Straßenseite. Außerdem sind die Schotten die höflichsten Autofahrer der Welt. Sie streiten sich fast darum, wer wem Vorfahrt gewähren darf.

Single Track Roads

Ganz typisch für Schottland sind die sogenannten Single Track Roads. Einspurige Straßen, auf denen nur ein Auto Platz hat. In regelmäßigen Abständen gibt es Ausweichbuchten, die das Passieren oder Überholen anderer Verkehrsteilnehmer ermöglichen. Hier gilt: wer den anderen zuerst sieht, der wartet und macht Platz. Es ist erstaunlich, wie diszipliniert und zuvorkommend die Schotten sich an diese Regel halten. Man sollte natürlich ebenfalls Rücksicht nehmen und sich stets mit einem Gruß bei den Wartenden bedanken.

Auf einspurigen Straßen außerhalb von Ortschaften (single carriage ways) ist die Geschwindigkeit für Motorradfahrer auf 96 km/h (60 mph) begrenzt.

Schafe

Eine Bevölkerungsschicht Schottlands kennt allerdings keine Gnade mit Besuchern - die Schafe. Halbwild weiden sie das ganze Jahr über auf den Wiesen und kennen keinen Respekt vor Motorfahrzeugen jeder Art. Gerne warten sie, bis man dicht an ihnen dran ist, um dann mit einem Satz die Fahrbahn zu überqueren. Besonders die Kinderschafe sind auf solche Einlagen spezialisiert.

Beste Reisezeit

Die Frage nach der klimatologisch besten Reisezeit lässt sich wirklich nur schwer beantworten. Der statistisch gesehen trockenste Monat ist der Mai. Niederschlagreichstes Gebiet ist die Westküste mit der Isle of Skye. Am wenigsten Regen geht über der Speyside nieder. Es lohnt also durchaus, die Wettervorhersage im Auge zu behalten.

Mücken / Midgets

Bei eventuell auftauchenden „Highland midgets“ (Culicoides impunctatus) handelt es sich um nur zwei Millimeter große, beißende Fliegen mit dunklen Punkten auf beiden Flügeln. Mückensaison ist Ende Mai bis Mitte Juni und Ende Juli bis Anfang August. Die kleinen Vampire lieben hohe Luftfeuchtigkeit, relativ hohe Temperaturen und meiden helles Licht.

Unterkünfte

Die typischste Unterkunft in Schottland ist das Bed & Breakfast. Die durch ein B&B Schild angekündigten Häuser findet man in jedem noch so kleinen Nest und es gibt so überraschend viele davon, dass man nur selten eine Reservierung benötigt. Die Übernachtungskosten liegen in der Hauptsaison durchschnittlich bei etwa 30 Pfund pro Person, wobei das Frühstück im Preis inbegriffen ist.

Kulinarische Tipps

Vielleicht mag es Leute geben, die mir widersprechen aber Schottland ist kein Feinschmeckerparadies. Es gibt Ausnahmen aber in der Regel wird - wie auch in England - frittierter Fisch mit Fritten angeboten. Ansonsten gilt Haggis als das typischste Gericht in Schottland.

Neben Whiskey, wird in schottischen Pubs in erster Linie Bier getrunken. Die Auswahl ist gigantisch und mit „one beer please!“ erntet man nur fragende Blicke. Will man ein Bier, das einem Pils am ähnlichsten ist, dann bestellt man ein Lager. Wenn man jedoch ein wenig experimentierfreudig ist, so empfehle ich ein leckeres Ale.

Zusammenfassung

Motorradtouren durch Schottland lassen sich im Grunde mit keiner anderen vergleichen. Das Fahren an sich rückt hier eher in den Hintergrund. Es ist mehr eine Reise in eine andere Zeit, in eine mystische Landschaft, zu bezaubernden Menschen, in ein Land, in dem man sich trotz - oder vielleicht gerade wegen des wechselhaften Wetters - als Motorradfahrer extrem wohl fühlt. Balsam für die Seele.

Thema Details
Fährverbindungen Amsterdam - Newcastle, Rotterdam - Hull (ca. 100-150€ pro Strecke)
Geschwindigkeitsbegrenzungen Bundestraßen: 96 km/h, Ortschaften: 48 km/h
Alkoholgrenze 0,8 Promille
Single Track Roads Einspurige Straßen mit Ausweichbuchten
Beste Reisezeit Mai (trockenster Monat)

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