Fahrradreifen aufpumpen mit Autoventil: Eine umfassende Anleitung

Jeder kann einen Fahrradreifen aufpumpen, aber es ist wichtig, dass du es richtig machst und nicht mit einem zu weichen Reifen fährst. Einen weichen oder platten Reifen solltest du auf jeden Fall vermeiden, da es schlecht für dein Rad ist und dazu führen kann, dass du an Geschwindigkeit verlierst. Deshalb ist es gut, den Reifen regelmäßig aufzupumpen.

Warum ist der richtige Reifendruck wichtig?

Willst du deine Ausrüstung lange nutzen und sie in gutem Zustand erhalten? Dann musst du sie pflegen und warten. Zu den Sachen auf die du unbedingt achten solltest, zählen die Fahrradreifen. Entscheidend für das richtige Aufpumpen deines Fahrradreifens, ist die Art des Ventils.

Die verschiedenen Ventiltypen

Es gibt eine Reihe von verschiedenen Fahrradventilen. Es ist nützlich, die Unterschiede zu kennen. In Deutschland und Europa dominieren drei Typen von Fahrradventilen: das Autoventil (auch Schraderventil genannt), das französische oder Sclaverand-Ventil und das Blitzventil.

1. Das Autoventil (Schraderventil)

Das Schrader-Ventil ist ein beliebtes Ventil in der Automobilbranche. Diese Art von Ventil wurde häufig bei Mountainbikes verwendet. Dieses Ventil findet man heute vor allem an älteren Mountainbikes. Der große Vorteil dieses Ventils ist, dass du deinen Fahrradreifen in fast jedem Dorf aufpumpen kannst.

Das Autoventil findet sich vor allem an neueren Fahrrädern und ist vom Auto her bestens bekannt. Dadurch lässt sich auch an jeder Tankstelle aufpumpen. Nur ältere Pumpen haben hiermit eventuell ein Problem. Neben der Bezeichnung Autoventil bestehen noch folgende Bezeichnungen dafür:

  • Moto
  • Schrader
  • AV (Abkürzung für Auto Ventil)

Wie pumpt man ein Fahrrad mit Autoventil auf?

  1. Für das Autoventil verwendest du das große Loch der Fahrradpumpe.
  2. Pumpe deinen Fahrradreifen nun auf. Natürlich kannst du auch einen Kompressor verwenden.
  3. Ist der Reifen hart genug?

Zum Aufpumpen eines Rades mit Autoventil benötigt man eine Pumpe, welches einen größeren Durchmesser am Pumpenkopf aufweist, sowie einen Mitteldorn welcher den Stift im Ventil berührt und es somit öffnet. An der Tankstelle ist der hohe Druck zu beachten, was dazu führt dass das Fahrrad sehr schnell die gewünschte Luftmenge innehat.

Wie beim Französischen Ventil ist es beim Autoventil auch möglich den Druck abzulesen, dies kann mit einem Manometer an der Pumpe selbst oder einem externen Gerät passieren. Es empfiehlt sich bei Autoventilen immer die Ventilkappe zum Schutz vor Schmutz anzubringen.

Sollte das Ventil undicht werden, so lässt sich auch hier ein Ventil-Reparaturset erstehen, welches ein neunen Ventileinsatz sowie passendes Werkzeug dafür beinhaltet. Dies ist meist günstiger als der Tausch des gesamten Schlauches.

Ein Fahrradschlauch mit Autoventil lässt sich rasch montieren: Das Ventil wird durch die dafür vorgesehene Öffnung in der Felge geschoben und gegebenenfalls mit einer Mutter gegen Verrutschen gesichert.

Um Luft abzulassen, drückt man mit einem kleinen Gegenstand, z.B. einem kleinen Schraubenzieher, auf den Pin, der sich in der Mitte des Ventilröhrchens befindet. Dann entweicht Luft, bis man den Druckgegenstand wieder entfernt.

2. Das Französische Ventil (Sclaverand-Ventil)

Dieser Ventiltyp, gelegentlich auch Sclaverand-Ventil genannt, ist häufig bei sportlichen Fahrrädern zu finden. Aus diesem Grund hat es sich bei Rennrädern durchgesetzt. Wegen der bei Rennrädern schmalen Felgen schwächt die kleinere Ventilbohrung die Felgensteifigkeit am wenigsten. Das französische oder Sclaverand-Ventil findet sich an Renrädern, Mountainbikes und Trekkingrädern. Es verträgt bis zu 15 bar, das macht die Reifen härter und den Rollwiderstand niedriger. Beim Aufpumpen gibt es hier keine herausströmende Luft, diese wird durch das Ventil aufgehalten.

Wie pumpt man ein Fahrrad mit Französischem Ventil auf?

  1. Dreh die kleine Ventilschraube auf.
  2. Um das Pumpen zu erleichtern, kannst du auch noch die Kontermutter des Ventils an der Felge lösen.
  3. Achte beim Aufpumpen auf den Stift, der oben herausragt. Der ist sehr empfindlich.
  4. Pump den Reifen nun auf. Verwende das kleinste Loch an dieser Pumpe.
  5. Zieh die Ventilschraube wieder fest an.

BITTE BEACHTEN: Kontrolliere immer genau auf deinem Fahrradreifen, auf wie viel bar du den Reifen tatsächlich maximal aufpumpen kannst. Denn auch sportliche Fahrradreifen dürfen nur bis zu einem maximalen Luftdruck in bar aufgepumpt werden.

Einen Schlauch mit einem französischen Ventil pumpt man auf, indem man zunächst die Ventilkappe entfernt und anschließend den mittigen Ventilstift durch eine Drehung der kleinen Haltemutter löst. Danach kann man den Pumpenkopf aufsetzen und Luft zuführen. Dabei sollte man darauf achten, dass der Pumpenkopf stets gerade über dem Ventil sitzt, damit der dünne Ventilstift nicht verbogen wird.

Um Luft abzulassen, drückt man einfach mittig auf den Ventilkopf. Ist der richtige Druck eingestellt, dreht man den Ventilkopf zu und setzt die Kappe wieder auf.

Um einen Schlauch mit französischem Ventil am Rad zu montieren, wird das Ventil durch die dazu vorgesehene Öffnung in der Felge geschoben. Dazu muss man zunächst die Ventilkappe entfernen, ebenso die Mutter am Ventilrohr.

3. Das Blitzventil (Dunlop-Ventil)

Dies ist ein gängiges Ventil, das häufig bei Citybikes oder E-Bikes zu finden ist. Der Vorteil eines holländischen Ventils ist, dass sich damit der Reifen leicht aufpumpen lässt. Es ist wichtig, dass du den Reifen nicht zu fest aufpumpst; es gibt einen maximalen Reifendruck in bar, der nicht überschritten werden darf. Dieser ist in der Regel auf den Flanken des Reifens zu finden. Für dieses Ventil kannst du eine Reihe verschiedener Pumpen verwenden. Eine Pumpe, die auf das Ventil geklickt wird, oder eine Pumpe, die auf das Ventil geschraubt bzw. geklemmt wird. Fertig?

Blitzventile waren vor allem früher dominant, sind in Deutschland aber trotz rückläufiger Verkaufszahlen immer noch am häufigsten verbreitet. Sie finden sich vor allem bei Fahrrädern für den alltäglichen Gebrauch.

Beim Aufpumpen eines Blitzventils entfernt man die Ventilkappe, setzt die Pumpe an und beginnt mit der Luftzufuhr. Beim Pumpvorgang benötigt man in der Regel einen größeren Kraftaufwand als bei den anderen Typen, da die Ventilöffnung nur freigegeben wird, wenn der Pumpendruck höher als der Luftdruck im Schlauch ist.

Will man Luft ablassen, muss man die Mutter lösen, die den Ventileinsatz hält. In der Regel wird dabei die gesamte Luft ausströmen, sodass man den Schlauch komplett neu aufpumpen muss.

Für die Montage eines Fahrradschlauchs mit Blitzventil muss man die Mutter, die den Ventilkern hält, abschrauben und das Ventil entfernen. Anschließend kann man das Röhrchen durch die vorgesehene Öffnung schieben und danach den Ventilkern wieder einsetzten. Die Fixierung erfolgt mit der Mutter.

Dunlop-Ventil

Eng verwandt mit dem Blitzventil ist das sogenannte Dunlop-Ventil, benannt nach John Boyd Dunlop, der auch den gleichnamigen Reifenhersteller gegründet hat. Es besteht aus einem einfachen verschlossenen Röhrchen mit einem seitlichen Loch. Über dieses Röhrchen wird ein entsprechend enger Gummischlauch so geschoben, dass das seitliche Loch vom Gummischlauch verschlossen wird.

Heute werden Dunlop-Ventile nur noch selten eingesetzt, da der Pumpdruck zum Überwinden der Vorspannung des Gummischlauches recht hoch ist. Außerdem versprödet der Gummischlauch im Lauf der Zeit.

Die richtige Pumpe für jedes Ventil

Wenn du für alle verschiedenen Fahrradventile eine Pumpe haben möchtest, entscheide dich dann für die moderne Version der klassischen holländischen Pumpe. Am besten eine Fahrradpumpe mit Manometer. Auf diese Weise kannst du genau den richtigen Reifendruck bestimmen. Am wichtigsten sind drei Ventiltypen, die jeweils bestimmte Besonderheiten aufweisen.

Arten von Fahrradpumpen

  • Standpumpen: Für den Hausgebrauch eignen sich größere bzw. längere Luftpumpen, da diese mehr Luft in den Schlauch befördern können.
  • Mini-Fahrradpumpen: Bist du auf der Straße unterwegs und verlierst du plötzlich Luft oder hast du einen Platten? Dann können dir eine Mini-Fahrradpumpe oder CO₂-Patronen helfen. Diese Geräte sind klein und leicht zu transportieren. Wähl vorzugsweise eine Mini-Pumpe mit einem Pumpschlauch.
  • CO₂-Pumpen: Wenn du dich nicht zwischen CO₂-Patronen und einer Mini-Pumpe entscheiden kannst, gibt es auch die CO₂-Pumpe.

Beim Kauf einer Fahrradpumpe sollte man darauf achten, dass sie für alle drei Ventilarten verwendet werden kann. Bei guten Pumpen ist dies inzwischen Standard.

Auch Nichtautoventile lassen sich mit einem Autoventilstutzen aufpumpen, wenn man einen Adapter verwendet. Dann ist auch nur ein Pumpenkopf erforderlich.

Tipps und Tricks

  • Kontrolliere regelmäßig den Reifendruck: Jetzt, da dein Fahrradreifen richtig aufgepumpt ist, kannst du dich wieder auf den Weg machen. Kontrolliere regelmäßig den Reifendruck, denn ein Reifen kann sehr schnell Luft verlieren, was zu gefährlichen Situationen führen kann. Deshalb gilt es, den Reifendruck regelmäßig zu kontrollieren. Mindestens einmal im Monat.
  • Luft ablassen: „Wenn der Schlauch noch unter starkem Druck steht und trotz passender Pumpe keine Luft hineingeht, muss man unter Umständen erst mit dem Finger etwas Luft ablassen“, rät Doris Klytta von Schwalbe.
  • Tankstellen-Kompressoren: Dabei ist jedoch Vorsicht angeraten, schließlich sind die Kompressoren für voluminösere Autoreifen gedacht und können einen dünnen Fahrradreifen auf Knopfdruck zum Platzen bringen. Deshalb ist es auch nicht an jeder Tankstelle erlaubt, Fahrradreifen aufzupumpen. Viele Radler:innen schwören allerdings auf die Kraft des Kompressors, die sich mit speziellen Ventil-Adaptern auch Dunlop- oder Sclaverand-Ventilen erschließt.

Innovation: Das Schwalbe Clik Ventil

Ein innovatives Produkt auf dem Markt ist das Schwalbe Clik Ventil. Dieses Ventil ermöglicht ein einfaches Aufstecken des Pumpenkopfes ohne Schrauben oder Hebel; ein leichtes "Klicken" signalisiert die korrekte Verbindung. Ein weiterer Vorteil des Clik Ventils ist der um 50 Prozent höhere Luftdurchfluss im Vergleich zu herkömmlichen Ventilen, was das Aufpumpen insbesondere bei Tubeless-Reifen erleichtert.

Das Schwalbe Clik Ventil kann unabhängig vom aktuell verwendeten Ventil- oder Pumpentyp nachgerüstet werden, da es passende Umrüstsets für alle gängigen Fahrradventile gibt. Der Wechsel ist unkompliziert: Bei Sclaverand-, Dunlop- und Tubeless-Ventilen muss lediglich der Ventileinsatz ausgetauscht werden, während für Autoventile (Schrader) ein Adapter zur Verfügung steht, der einfach aufgeschraubt und bei Bedarf wieder entfernt werden kann - beispielsweise, um weiterhin Tankstellenpumpen nutzen zu können.

Auch der Pumpenkopfadapter lässt sich flexibel in bestehende Pumpenköpfe integrieren, entweder durch Spannen oder Einschrauben, so dass sowohl Standpumpen als auch Handpumpen kompatibel bleiben.

Der optimale Reifendruck

Mit einer guten Pumpe benötigt man nur wenige Hübe und schon ist der Reifen ordnungsgemäß befüllt. Das Trekking-/Cityrad fährt man mit ca. 3 bis 4 Bar, das Mountainbike mit ca. 2,5 Bar und das Rennrad mit ca. 8 Bar. Die Information zum maximalen Druck findest du auf dem Reifen.

Wichtig ist hier auch ein gut ablesbares Manometer - denn wer mit Köpfchen fährt, achtet stets auf den vorgegebenen (und auf der Reifenflanke angegebenen) Druckbereich, der je nach Fahrradtyp stark variiert. So werden die Reifen bei einem Fatbike gerade mal auf 0,5 Bar Überdruck aufgepumpt, bei älteren, sehr schmalen Rennradreifen sind es dagegen bis zu elf Bar.

Einem gängigen Kompressor geht da schnell die Puste aus, die Geräte erzeugen maximal zwischen vier und sechs Bar Druck. Wer es genau wissen will, benutzt einen digitalen Reifendrucksensor wie den „Airspy SV“, ebenfalls von SKS Germany, der via Bluetooth auf dem Smartphone den Luftdruck anzeigt.

Problemlösung beim Aufpumpen

Einen Fahrradreifen aufzupumpen ist nicht schwer. Eigentlich. Doch dann kauft man ein neues Rad, wechselt den Schlauch oder will seinem Reifen nach längerer Zeit mal wieder etwas Luft gönnen - und es klappt nicht. Der pressedienst-fahrrad erklärt, woran das liegen könnte.

  • Pumpe prüfen: Zunächst prüft man die Bereitschaft der Pumpe. Dazu verschließt man die Auslassöffnung mit dem Daumen und versucht zu pumpen. So merkt man schnell, ob die Pumpe noch Druck aufbaut oder die Luft durch eine kaputte Stelle entweicht.
  • Ventileignung: Dass die Pumpe funktioniert, reicht allein noch nicht. Sie muss auch für das jeweilige Ventil geeignet sein. „Gute Pumpen haben in der Regel Ventilköpfe, mit denen sich die gängigen Ventiltypen aufpumpen lassen“, erklärt Beatrix Collins von SKS Germany.
  • Staubschutzkappen entfernen: Bei allen muss - sofern vorhanden - die Staubschutzkappe aus Plastik abgeschraubt werden.
  • Dunlop-Ventile: Sie fixiert einen kleinen Stift, der durch den erzeugten Druck der Pumpe heruntergedrückt wird und so das Ventil öffnet. „Eine weniger hochwertige Pumpe mit geringem Hub kann das schon mal überfordern, auch wenn die Ventileinsätze von Dunlop-Ventilen inzwischen leichtgängiger geworden sind“, erläutert Klytta.
  • Schrader-Ventile: „Für Schrader-Ventile geeignete Pumpen haben ein Gegenstück in der Kopföffnung, das den Stift des Ventils herunterdrückt, um es zu öffnen“, erläutert Collins. Bei Pumpen mit nur einer Öffnung im Kopf muss man für Schrader-Ventile meist einen Einsatz im Pumpenkopf umdrehen.

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