Die Hamburger Bikeschmiede Bergamont bietet eine breite Palette an Fahrrädern, von City-Bikes über Offroadtypen bis hin zu Pedelecs. Besonders hervorzuheben sind das E-Cargoville Bakery Elite als Vertreter der Lastenräder und das Kiez Flow im Bereich der Dirtbikes. Dieser Artikel beleuchtet die Eigenschaften, Ausstattung und Leistung dieser beiden Modelle.
Bergamont E-Cargoville Bakery Elite: Das robuste Lastenrad im Detail
Das Bakery Elite ergänzt Bergamonts Cargoville-Serie um ein weiteres Lastenrad im Bäckerrad-Stil. Im Unterschied zum Cargoville LT hat das Bakery einen tiefen Durchstieg und erweitert als Unisex-Variante das Einsatzspektrum der Cargoville-Serie. Auffälligstes Merkmal des E-Bikes ist die massive Rahmenkonstruktion. Bergamont verstärkt das voluminöse Zentralrohr beidseitig mit Alu-Kastenprofilrohren, die als Verlängerung der Kettenstreben vom Rahmenknoten zum Steuerrohr führen.
An den Kreuzungspunkten sind die Alu-Profile zusätzlich mit dem Zentralrohr verschweißt. Damit entschärft Bergamont einen konstruktiven Schwachpunkt von Wave-Rahmen: Das Zentralrohr wird wirksam stabilisiert, der Rahmen spürbar steifer. Eine verstärkte Starrgabel mit Steckachse, der massive Vorbau und eine vierfach gelagerte Vorderradnabe erhöhen die Stabilität zusätzlich.
Die materialintensive Konstruktion macht das Rad aber auch schwer. Das Bakery bringt knapp 37 Kilo auf die Waage. Dafür dürfen Rad plus Fahrer und Gepäck bis zu 180 Kilo wiegen; auf die Träger können insgesamt 42 Kilo geladen werden. Bergamont legt beim Bakery viel Wert auf Wartungsarmut und Langlebigkeit. Das zeigt sich neben dem üppigen Materialeinsatz am Rahmen auch bei der Wahl der Ausrüstungskomponenten.
Die per Drehgriff mechanisch schaltbare Fünfgang-Nabe ist annähernd wartungsfrei. Mit dem Antrieb ist sie per Gates-Riemen statt Kette verbunden. Der Carbonriemen benötigt nur sehr wenig Aufmerksamkeit und überträgt Bein- und Motorkraft quasi lautlos aufs Hinterrad. Zuverlässige, hydraulische Scheibenbremsen verstehen sich an schweren Cargo-Pedelecs von selbst. Beim MT-30-System von Magura drückt am Vorderrad ein Vierkolben-Sattel die Bremsbeläge gegen eine Bremsscheibe mit 203 Millimeter Durchmesser. Hinten verzögert ein Zweikolben-Sattel mit 180-Millimeter-Scheibe. Die Auslegung ist sinnvoll, sie minimiert ein Überbremsen des Hinterrads und stellt vorne ausreichend Bremskraft zur Verfügung.
Laufräder mit vorne 24 Zoll und hinten 26 Zoll Durchmesser sowie 60 Millimeter breiter Schwalbe-Bereifung rollen auch bei maximalem Systemgewicht sicher und spurtreu. Die Curana-Aluprofil-Schutzbleche sind in sich verwindungssteif, an Gabel und Rahmen vernünftig befestigt und klappern nicht. Auch am Front- und am Heckträger setzt sich der üppige Materialeinsatz fort. Für die Befestigung des Frontträgers hat Bergamont stabile Montagesockel ans Steuerrohr geschweißt.
Das Gegenstück am Träger, ein dickwandiges Stahlblech, ist kraftschlüssig und solide mit den Sockeln verschraubt. Am Heck ist der Träger mit vier üppig ausgelegten Schraublaschen an den Sitzstreben befestigt. Der Frontträger darf bis zu 15 Kilo Gewicht tragen, am Heck können 27 Kilo zugeladen werden. Verschiedene Trägeraufbauten wie beispielsweise eine Transportwanne für die Front gibt es als Zubehör. Am Heck lässt sich ein Thule-Yepp-Fahrrad-Kindersitz montieren.
Das Bakery lässt sich auch bei hoher Gepäckzuladung mit wenig Kraft vom zentralen Zweibeinständer nehmen. Das Ausklappen des Ständers funktioniert leider nur mit waagerecht stehenden Pedalen, in beinahe jeder anderen Stellung blockieren die Kurbeln einen der Ständerarme. Die Sitzposition ist aufrecht, der angenehm gekröpfte Lenker liegt bequem in der Hand. Ob mit oder ohne Gepäck, Fahrgefühl und Kontrolle unterscheiden sich nur marginal.
Wegen des 24 Zoll kleinen Vorderrads liegt der Schwerpunkt des Frontträgers etwas tiefer als gewöhnlich, das wirkt sich positiv auf Fahrstabilität und Handling aus. Das Bakery läuft stoisch geradeaus, auf Lenkerimpulse reagiert es minimal träge. Dafür könnte der Cane-Creek-Visco-Set-Steuersatz mitverantwortlich sein, er soll Lenkerflattern verhindern. Steuert man bewusst per Gewichtsverlagerung, reagiert das Bakery williger.
Weil Bergamont auf Federelemente verzichtet hat, dringen Fahrbahnstöße spürbar zum Fahrer durch, die mit 60 Millimeter recht voluminösen Reifen sorgen nur für ein Mindestmaß an Fahrkomfort. Mit Boschs stärkstem Antrieb ist das Bakery ausreichend gut motorisiert. Der 625-Wh-Akku dürfte für die meisten Einsatzbereiche ausreichen, für mehr Reichweite kann zusätzlich ein 500-Wh-Akku montiert werden. Die Nexus-Fünfgang-Getriebenabe wechselt ihre Gänge beim Hochschalten auch unter Last verzögerungsfrei. Dagegen gelingt exaktes und geräuscharmes Runterschalten am besten, wenn man die Pedale kurz entlastet.
Test-Fazit des E-Cargoville Bakery Elite von Bergamont
Das Bergamont E-Cargoville Bakery ist ein sehr robuster Transporter mit tiefem Durchstieg sowie sicherem und einfachem Fahrverhalten.
Bergamont Kiez Flow: Das Dirtbike für den breiten Einsatzbereich
Die Kiez Modelle der Hamburger Bikeschmiede Bergamont sprechen speziell Dirtbiker an. Charakteristisch für die Serie sind stabile Alu-Rahmen mit dirtspezifischer kompakter Geometrie sowie die Ausstattung mit praxisorientierten Parts. Das mit Schaltung ausgestattete Bergamont Kiez Flow, das wir im Test hatten, soll sowohl mit einem breiteren Einsatzbereich als auch einem niedrigen Preis punkten.
Das Bergamont Kiez Flow ist auf jeden Fall ein Hingucker! Der äußerst robust wirkende Rahmen kommt mit einer unübersehbaren neongelben Lackierung, die verbauten Parts fügen sich stimmig in das Gesamtbild ein. Bereits optisch lässt der Rahmen des Kiez Flow keine Zweifel an der Familienzugehörigkeit aufkommen. Tatsächlich orientiert sich die Geometrie des Kiez Flow an den anderen Kiez Modellen.
Der Lenkwinkel von 69° und der Sitzwinkel von 73,5° bei Größe M sind nahezu identisch mit den Werten der Modelle Pro, 040 und Dirt. Unterschiede zeigen sich bei der Kettenstrebe, dem Radstand und dem Sitzrohr, die beim Flow - auch optisch - etwas länger ausfallen. Der zweifach konifizierte, T4/T6 wärmebehandelte Aluminiumrahmen vermittelt einen sehr souveränen Eindruck. Kompromisse müssen bei der Leitungsverlegung gemacht werden: Sämtlich Züge und Leitungen sind außen verlegt. Sollte bei einem Sturz das Schaltauge zu Schaden kommen, lässt sich dieses unkompliziert austauschen.
Ausgeliefert wird das Bergamont Kiez Flow mit einer Suntour XCM 26“ Federgabel mit 100 mm Federweg, Stahlfeder und einstellbarer Federvorspannung. Ebenfalls von Suntour stammt die XCT Kurbel mit drei Kettenblättern. Auf eine hydraulische Scheibenbremse muss der Rider trotz des günstigen Preises nicht verzichten. Verbaut ist am Kiez Flow des Modelljahres 2017 laut Liste die Tektro Draco 2 mit 160 mm Bremsscheiben - unser Testbike kam allerdings mit der Tektro Auriga. Eindeutig in Richtung Urban und Dirt geht die Bereifung Maxxis DTH, die auf Laufräder aus eigenem Hause aufgezogen sind.
Besonders mit Blick auf Federgabel und Schaltung sicherlich keine High-End Ausstattung, was zu diesem Preis allerdings auch utopisch wäre. Die Ausstattung drückt den Preis ganz klar nach unten, leider aber auch das Gewicht nach oben: Mit den von uns gemessenen 15,1 Kilogramm ohne Pedale ist das Bergamont Kiez Flow sicherlich kein Leichtgewicht!
Kompakte Geometrie, kurze Kettenstrebe und 26 Zoll Laufräder - was sich in der Theorie nach Spaß anhört, bewahrheitet sich auch beim Riden. Das Bergamont Kiez Flow ist unglaublich handlich und agil, schon auf den ersten Metern auf Asphalt verleitet das Bike zum Spielen und zu Tricks. Da lässt der nächste Pumptrack nicht lange auf sich warten.
Wir mussten gar nicht erst auf den nächsten Singletrail abbiegen, um die größte Schwäche des preisgünstigen Dirt-Bikes auszumachen: Die Federgabel. Sicherlich tut sie das, was eine Federgabel tun sollte: Federn. Abträglich für den vollkommenen Fahrspaß ist allerdings das ungestüme Ausfedern. Die recht gut rollenden und zum Einsatzgebiet passenden Maxxis Reifen haben wir im Verlauf des Tests gegen All Mountain Reifen ausgetauscht. Gründe hierfür waren unsere recht raue BMX Piste und die Frage, ob das Kiez Flow auf dem Trail überzeugen kann.
Das agile Handling sorgt auch abseits von Spots für mächtig Fahrspaß, wobei das Bike allerdings Fehler nur wenig verzeihen mag. Nicht förderlich zeigt sich auch hier die Suntour Federgabel, die den Fahrer nur mäßig unterstützt. Die preisgünstige Shimano Acera Schaltung funktionierte recht zufriedenstellend und ohne größere Probleme. Überrascht waren wir tatsächlich von den Tektro Bremsen, die einen richtig guten Job machten - wie gesagt, man beachte die Preisklasse, in der sich das Bergamont Kiez Flow bewegt.
Trotz des Gewichts von über 15 Kilogramm animiert das Bergamont Kiez Flow zum Jumpen - und das erstaunlich leichtfüßig. Das Bike „segelt“ richtig gut, lässt sich schön in der Luft manövrieren und in die Landung pressen. Wer nach dem Spaß auf dem Spot noch nach Hause radeln muss, ist für die Schaltung auf jeden Fall sehr dankbar.
Der Preis ist heiß - und erfordert Kompromissbereitschaft. Das Herzstück des Bergamont Kiez Flow Hardtails ist der Rahmen, der eine sehr gute Basis zum Aufrüsten bietet. Die Ausstattung erlaubt mehr oder weniger ein Abschweifen in andere Bereiche, jedoch mit Einschränkungen. Die größte Schwäche am Bergamont Kiez Flow sehen wir bei der verbauten Gabel.
Weitere Bergamont Modelle im Überblick
Neben den bereits genannten Modellen bietet Bergamont eine Vielzahl weiterer Fahrräder an, darunter:
- Contrail MGN: Trail Tour 29'' Mountainbikes
- Helix: Cross- und Cyclocross-Räder
- Prime RSRace: Race-Bikes
- Sweep Via GT EQ: Alltagsräder
Kinderräder von Bergamont
Bergamont bietet auch eine breite Palette an Kinderrädern an, die sowohl für den Alltag als auch für sportliche Ausfahrten geeignet sind. Ein Beispiel ist das Revox ATB, ein Jugendfahrrad im Mountainbike-Look mit Federgabel und Achtgangschaltung.
E-Lastenräder von Bergamont
Unter dem Motto „Schwere Fracht, leicht gebracht“ bietet Bergamont verschiedene E-Lastenräder an. Die Modelle E-Cargoville LJ Elite, E-Cargoville LJ und E-Cargoville LJ Edition unterscheiden sich in Antriebseinheit und Schaltung. Bergamont setzt auf die Zusammenarbeit mit Bosch beim Antrieb, Magura bei den Bremsen und Shimano bei der Schaltung.
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die E-Lastenrad-Modelle von Bergamont und ihre Eigenschaften:
| Modell | Antriebseinheit | Schaltung | Bremsen |
|---|---|---|---|
| E-Cargoville LJ Elite | Bosch Gen. 4 | Stufenlose Nabenschaltung mit Automatik | Magura CMe5 Vierkolben-Scheibenbremse |
| E-Cargoville LJ | Bosch Gen. 4 | Manuelle Nabenschaltung | Magura CMe5 Vierkolben-Scheibenbremse |
| E-Cargoville LJ Edition | Bosch Gen. 4 | Shimano 11-Gang Kettenschaltung | Magura CMe5 Vierkolben-Scheibenbremse |
| E-Cargoville LT Edition | Bosch Gen. 3 Performance Line Cruise Drive Unit | - | - |
| E-Cargoville LT Expert | - | Shimano 5 Gang Nabenschaltung | hydraulische Scheibenbremsen |
Bergamont Revox 26 Lite dark blue (2024)
Das Modell "Revox 26 Lite dark blue" von Bergamont aus dem Jahr 2024 ist ein vielseitiges Fahrrad für junge Fahrer. Es bietet eine hochwertige Ausstattung und ein durchdachtes Design zu einem Preis von 599 EUR.
Technische Details:
- Rahmen: Leichter AL-6061 Rohrsatz, 26 Zoll
- Bremsen: Tektro HD-M276 hydraulische Scheibenbremsen (160 mm)
- Schaltung: Shimano RD-TX800 2x8-fach mit Rapidfire Plus-Schalthebel (Shimano SL-M315)
- Gabel: BGM Starrgabel aus Aluminium
- Reifen: Kenda Booster 26x2.40"
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