Neue bzw. richtig eingestellte Scheibenbremsen sind grundlegend für die Sicherheit Ihres Fahrrads. Denn: Auf die Bremsen muss Verlass sein - ob Sie lange Touren fahren oder nur kurz ums Eck wollen. Korrekt eigestellte Scheibenbremsen verleihen Sicherheit und Kontrolle über Bremsweg und Bremskraft.
Wann sollte man eine Bremsscheibe richten oder tauschen?
Bremsscheiben unterliegen gewissen Toleranzen, 100% gerade ist keine - auch im Neuzustand nicht. Im Betrieb kann die Bremsscheibe sich auch einen Seitenschlag zuziehen, durch den Transport im Auto, einen Sturz oder einfach nur unglücklichen Kontakt mit einem Stein, einer Wurzel o.Ä. Je nachdem wie groß die Abweichung / der Seitenschlag allerdings ist besteht ein Grund zum Richten oder Tauschen, oder eben nicht.
Vorbereitung zur Montage
Für die Montage von Bremsscheiben am Fahrrad brauchen Sie einen Torx-Schlüssel, einen Drehmomentschlüssel und eventuell einen Inbusschlüssel. Zur Reinigung der Scheibe empfiehlt sich Isopropanol oder Bremsenreiniger. Passende Ersatzteile finden Sie im Fachhandel oder aber online. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Bremsscheibe zu Ihrem Bremssystem - beispielsweise Shimano oder SRAM - und zur Größe Ihrer Laufräder passt. Viele Händler bieten auch Filterfunktionen, um die richtige Scheibe schnell zu finden. Lesen Sie außerdem die Angaben in der Bedienungsanleitung Ihres Fahrrads, um Fehler zu vermeiden.
Eine gute Vorbereitung ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Montage der Bremsscheibe am Fahrrad. Beginnen Sie, indem Sie das Fahrrad aufbocken, sodass das betroffene Rad frei dreht. Entfernen Sie dann das Laufrad, um ungehindert arbeiten zu können. Reinigen Sie nun die Kontaktflächen an der Nabe gründlich, um eine perfekte Auflage der Scheibe zu gewährleisten. Die Bremsscheibe selbst ist ein zentraler Bestandteil der Scheibenbremse. Sie wird mit dem Bremssattel und den Bremsbelägen zusammengepresst, um die Bewegung des Laufrads zu verlangsamen. Entsprechend ist es wichtig, dass Sie schon vor der Montage prüfen, ob alle Komponenten in gutem Zustand sind.
Demontage der alten Bremsscheibe
Nach der Vorbereitung ist die Demontage der alten Bremsscheibe am Fahrrad der erste Schritt beim Austausch. Hier kommt es ganz auf das jeweilige System an. Ist Ihre Bremsscheibe mit einem Centerlock-System befestigt, benötigen Sie einen passenden Werkzeugaufsatz und einen Drehmomentschüssel. Bei 6-Loch-Bremsscheiben verwenden Sie einen Torx-Schlüssel, um die Schrauben zu lösen. Arbeiten Sie diagonal, um Spannung zu vermeiden. Nach dem Entfernen der Schrauben oder der Mutter können Sie die alte Bremsscheibe abnehmen. Fällt das Abnehmen schwer, können Rostlöser, Kriechöl oder Erwärmung - beispielsweise durch einen Fön - helfen, Korrosion zu lösen. Reinigen Sie nun die Aufnahmefläche an der Nabe gründlich, bevor Sie die neue Bremsscheibe montieren. Tatsächlich kann das Weglassen dieses Schrittes einige Probleme zur Folge haben. Darunter ein unsauberer Sitz durch Schmutz, Korrosion oder alte Rückstände.
Montage der neuen Bremsscheibe
Nachdem die Aufnahmefläche sauber ist, können Sie die neue Bremsscheibe montieren. Dafür sollten Sie zuerst die Bremsscheibe gründlich auf Schäden überprüfen. Achten Sie auf Risse, Verformungen oder starke Kratzer, die die Funktion beeinträchtigen könnten. Jetzt können Sie die Scheibe auf die Nabe setzen. Bei einer 6-Loch-Bremsscheibe richten Sie die Löcher aus und schrauben die Scheibe mit den passenden Torx-Schrauben an. Bei einer Centerlock-Scheibe setzen Sie die Scheibe auf die Nabe und befestigen sie mit der Mutter. Auch hier sollten Sie die Mutter mit dem richtigen Drehmoment anziehen. Unser Tipp: Vermeiden Sie es, die Bremsscheibe direkt mit den Fingern zu berühren, da Fett von der Haut die Bremsleistung beeinträchtigen kann. Nach der Montage der Bremsscheibe setzen Sie die Bremsbeläge in den Bremssattel ein. Achten Sie darauf, dass sie richtig ausgerichtet sind und gleichmäßig in den dafür vorgesehenen Halterungen sitzen. Richten Sie den Sattel so aus, dass er perfekt über den Bremsbelägen und der Bremsscheibe sitzt. Ziehen Sie die Befestigungsschrauben des Bremssattels mit dem richtigen Drehmoment fest und achten Sie darauf, dass der Sattel nicht verrutscht.
Nacharbeiten und Überprüfungen
Nach der Montage der Bremsscheibe sollten Sie einige Nacharbeiten und Überprüfungen durchführen. Zuerst bringen Sie die Räder wieder an und ziehen die Radmuttern gleichmäßig und mit dem richtigen Drehmoment fest. Achten Sie darauf, dass keine Lecks an den Bremsleitungen auftreten. Anschließend führen Sie eine Funktionsprüfung durch.
- Werkzeug richtig wählen: Stellen Sie sicher, dass Sie das passende Werkzeug, wie einen Torx-Schlüssel und einen Drehmomentschlüssel verwenden.
- Bremsscheibe richtig reinigen: Reinigen Sie die Bremsscheibe vor der Montage gründlich mit Bremsenreiniger, um Öl oder Fett zu entfernen.
- Bremssattel richtig anbringen: Achten Sie darauf, dass der Bremssattel korrekt über den Bremsbelägen und der Bremsscheibe sitzt.
- Funktionstest durchführen: Betätigen Sie die Bremsen vor der ersten Fahrt, um sicherzugehen, dass sie gleichmäßig und ohne Vibrationen greifen.
Bremsscheibe Richten: Schritt für Schritt
Sollten die vorherigen Punkte nicht das nötige Mehr an Platz gebracht haben, kann man in den meisten Fällen die Scheibe auch relativ leicht selbst richten. Spezielles Richtwerkzeug für Bremsscheiben gibt es, schadet auch nicht es zu haben, da es die Aufgabe erleichtert, ist aber selten obligatorisch. Die Stelle des Seitenschlages kannst Du durch Drehen des Rades im eingebauten Zustand und Kontrolle des Lüftspiels ermitteln. So kannst Du Deinen Bremssattel sozusagen als "Zentrierständer" verwenden. Im Grunde "biegt man die Scheibe gerade". Das kann man zunächst der Hand versuchen, man muss aber die Scheibe dann direkt wieder mit Aceton reinigen oder gleich mit fettfreien Handschuhen arbeiten, oder man nimmt, sofern eben kein Richtwerkzeug vorhanden ist, einen großen Schraubenzieher oder Maulschlüssel (ebenfalls bitte fettfrei / mit Aceton gereinigt), setzt ihn im Bereich des Spiders oder des Naben Flansches an (Bild 1) und drückt damit gegen den Reibring, je nachdem ob der "Schlag" nach innen oder nach außen geht. Bei eher kurzen Schlägen ist es sinnvoll die Stellen vor und hinter dem Schlag, die ja nicht mitgebogen werden sollen, vom Schlag zu isolieren, bzw. gegenzuhalten, mit anderen Schlüsseln oder dem Bremssattel als Gegenhalter. Wieviel Kraft die Verformung braucht, ist bei Bremsscheiben unterschiedlich. Daher sollte man sich langsam an den richtigen Druck rantasten.
Weitere Ursachen für schleifende Bremsen
Wenn sich nach der Montage einer neuen Bremsscheibe ein zu geringes Lüftspiel zeigt, auch mit komplett zurückgedrückten Bremskolben, solltest Du auch die Dicke der zuvor eingebauten Scheibe mit der neuen Scheibe vergleichen. Die Dicke der alten Scheibe miss bitte an einer nicht abgebremsten Stelle. Die automatische Belagnachstellung Deiner Bremse sorgt dafür, dass die Kolben sich der Abnutzung der Bremsscheibe anpassen, aber die Endposition der Kolben ist von der Befüllung Deiner Bremse abhängig. Hattest Du z.B. zuvor eine Bremsscheibe mit 1,8 mm Dicke eingebaut und wechselst jetzt auf eine mit 2,0 mm (z.B. Magura), kann es sein, dass Deine Bremse für die neue Scheibe überfüllt ist. Du kannst versuchen, vorsichtig ein paar Tropfen am Bremshebel abzulassen. Wenn Du bei der letzten Entlüftung sauber mit dem Bleedblock gearbeitet hast, sollte eine Überfüllung nicht möglich sein.
Falsch eingestellter Bremssattel
Wenn Du permanent ein Schleifen an Deiner Bremse hast ist häufig die Ursache, dass Dein Bremssattel nicht korrekt eingestellt ist. Die Scheibe sollte mittig zwischen den Belägen und das Lüftspiel zwischen Belag und Scheibe sollte auf beiden Seiten gleich sein. Als Tipp zur Ermittlung des Lüftspiels empfehlen wir Dir das Rad in einen Montageständer zu spannen. Du schaust dann je nach Bauart des Bremssattels von vorne oder von oben zwischen Belag und Scheibe. Um einen besseren Kontrast zu erzeugen, hilft es, ein weißes Blatt Papier auf den Boden zu legen oder es hinter die Bremse zu halten. Falls der Belag nun auf einer der beiden Seiten an der Scheibe anliegt, musst Du eine Grundeinstellung vornehmen. (Sollten auf beiden Seiten die Beläge ohne Lüftspiel an der Scheibe anliegen, muss entlüftet werden.
Planfräsen der IS Aufnahme
Hier solltest Du zuerst kontrollieren ob die IS Aufnahme an der Gabel oder am Rahmen Plan gedreht wurde. Sollte sich Lack an der Aufnahme befinden ist dies ein sicheres Zeichen, dass die Aufnahme nicht Plan gedreht wurde. Hierfür wird ein recht teures Werkzeug benötigt und entsprechende Kenntnisse / Geschick. Wir raten davon ab, die Aufnahme selbst plan zu fräsen, wenn Du Dir nicht sicher bist, um Schäden an Gabel und Rahmen zu vermeiden. In dem Fall lässt Du lässt Du diese Aufgabe am besten in einer professionellen Fahrradwerkstatt durchführen. Sollten die Aufnahmen plan, wird das Lüftspiel mit Distanzscheiben eingestellt. Diese sind von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich.
Kolbenmobilisierung
Sollte sich bei der Montage neuer Bremsbeläge einer oder beide Kolben nicht mehr in die Endposition drücken lassen, empfehlen wir zuerst die Bremse zu entlüften, um auszuschließen dass sich Luft im System befindet. Sollte das Entlüften keine Abhilfe schaffen müssen die Kolben mobilisiert werden. Hierfür musst Du zuerst feststellen welches Bremsmedium sich in Deiner Bremse befindet (Mineralöl/DOT-Bremsflüßigkeit/Wasser mit Glykol). Das Laufrad und die Bremsbeläge müssen demontiert sein. Du solltest den Bremssattel gründlich reinigen am besten mit Isopropyl-Alkohol oder Spiritus - eine alte Zahnbürste ist ein hilfreiches Werkzeug hierfür. Achtung: Der Kolben sollte nur 1-2 mm aus dem Sattel schauen. Nun kannst Du die Seiten der Kolben reinigen und mit dem entsprechenden Bremsmedium Deiner Bremse ölen. Am besten geht dies mit einer Spritze. Ein paar Tropfen genügen. Nun versuchst Du die Kolben wieder in den Sattel zu drücken. Diesen Vorgang wiederholst Du so lange bis die Kolben sich gleichmäßig aus dem Bremssattel bewegen beim Ziehen der Bremse.
Verglaste Bremsbeläge richten
Bei den Bremsbelägen für Scheibenbremsen kann das Phänomen des sogenannten "Verglasens" auftreten. Verglaste Bremsbeläge kann man recht gut erkennen. Zum einen an einer deutlich verminderten Bremswirkung, zum anderen wenn es beim Bremsen quietscht. Ein Quietschen beim Bremsen mit dem Fahrrad ist immer ein Alarmsignal. Eine optimale und gut funktionierende Scheibenbremse sollte keine Geräusche von sich geben. Auch ein übermäßiges Vibrieren beim Bremsvorgang kann ein deutliches Signal sein. Bauen Sie die Bremsbeläge aus und betrachten Sie sie. Die Oberfläche eines verglasten Bremsbelages fühlt sich glatter an. Sie schimmert ein wenig, wenn Licht darauf fällt. Es gibt zwei Möglichkeiten wie es zum Verglasen der Oberfläche kommt. Die Bremsbeläge der Scheibenbremsen wurden anfangs nicht richtig eingebremst. Bindemittelreste und Harze auf den Bremsbelagoberflächen haben sich verhärtet und bilden eine glatte Oberfläche, die dann zu den genannten Problemen führt. Durch das Einbremsen werden die Beläge heiß gebremst, die Harze und Lösungsmittelreste verdampfen und werden somit entfernt. Wie Sie frische Scheibenbremsbeläge richtig einfahren, können Sie in unserer Anleitung Bremsbeläge bei Scheibenbremsen richtig einbremsen nachlesen.
Eine weitere Ursache für das Verglasen der Bremsbeläge ist, dass dauerhaft über einen längeren Zeitraum selten und mit nur wenig Druck gebremst wurde und mit der Fahrradbremse oft "schleifend" gebremst wurde, anstatt "stotternd" oder kraftvoll. Der Belag wird dann regelrecht von der Bremsscheibe poliert. Die Bremsbeläge erhitzen sich nicht ausreichend und die Oberfläche verhärtet und wird glatt.
Wie kann man verglaste Scheiben-Bremsbeläge wieder richten?
Die sicherste Möglichkeit ist ein Austausch der verglasten Disc-Beläge. Nur so sind Sie sicher, dass Ihre Bremsen künftig optimal und sicher greifen. Besonders bei älteren Bremsbelägen lohnt sich ein Austausch. Wollen Sie die Beläge allerdings (aus Zeit- und Kostengründen) nicht wechseln, besonders weil diese noch recht neu sind, dann können Sie sich mit etwas handwerklichem Geschick auch selbst behelfen und die Bremsbeläge wieder richten, also voll funktionstüchtig bekommen. Zuerst sollten Sie aber versuchen, die verglaste Schicht von den Belägen "abzubremsen". Dieses gelingt aber nur, wenn die Beläge nur leicht verglast sind. Hierbei empfiehlt es sich, 20-30 mal mit einer (moderaten) Vollbremsung, ohne Blockade der Laufräder, die Bremsbacken etwas "abzuschleifen".
Hilft das "Abbremsen" nicht, dann muss die verglaste Schicht manuell entfernt werden. Man kann nämlich die verglaste Oberfläche entfernen bzw. wieder aufrauen. In den meisten Fällen ist nur die oberste Schicht verhärtet, in einigen Fällen kann es aber auch schon so weit sein, dass der komplette Belag bis zur Trägerplatte verglast ist. In diesem Fall kommen Sie um einen Neukauf nicht umhin. Ist nur die oberste Schicht verglast, dann bauen Sie die Bremsbeläge aus den Bremssätteln aus. Legen Sie Schleifpapier mit der Körnung 100-150 auf eine glatte Oberfläche (Werkbank, Tisch etc.) und gehen Sie mit den Bremsbelägen vorsichtig einige Male kreuzweise darüber. Beim Abschleifen müssen die Beläge unbedingt plan aufliegen, ansonsten wird die Oberfläche ungleichmäßig abgetragen. Das kann zu einer schlechteren Bremswirkung und sogar Quietschen führen. Üben Sie nur mäßig Druck beim Schleifen aus, da Sie ansonsten tiefe Rillen bzw. Riefen in den Bremsbelag ziehen können. Tragen Sie so viel von der Oberfläche ab bis diese nicht mehr glänzend aussieht bzw. nicht mehr schimmert. Die Oberfläche sollte nun seidenmatt und ein wenig rau sein. Bauen Sie die Beläge wieder ein und führen Sie mit dem Fahrrad gut 20-30 (moderate) Vollbremsungen mit der Bremse durch, damit die Bremsbeläge sich wieder an die Bremsscheibe anpassen bzw. einschleifen. Stellen Sie fest, dass nach der Reparatur die Bremswirkung nicht optimal ist, sollten Sie unbedingt neue Beläge einbauen.
Wie Sie sehen, ist der Aufwand der "Reparatur" recht aufwendig und erfordert allerhand Fingerspitzengefühl. Von daher raten wir bei verglasten Bremsklötzen besser zu einem Neukauf.
Allgemeine Tipps zur Einstellung von Scheibenbremsen
- Regelmäßige Inspektionen: Eine regelmäßige Sichtprüfung auf Beschädigungen, Verschleiß und Undichtigkeiten deckt Probleme früh auf. Empfehlung: mindestens einmal im Monat oder vor längeren Fahrten; bei Industrieanlagen gemäß Wartungsplan, z.B. alle 500 Betriebsstunden.
- Originalersatzteile verwenden: Die Verwendung von Originalersatzteilen oder vom Hersteller freigegebenen Komponenten sichert optimale Abstimmung und Leistung. Besonders bei Hochleistungsbremsen oder sicherheitskritischen Anwendungen, wie bei ATEK Drive Solutions GmbH Produkten, ist die Kompatibilität entscheidend.
- Fachmann konsultieren: Bei komplexen Problemen (z.B. Entlüften, Richten von Bremsscheiben) oder Unsicherheit einen Fachmann konsultieren. Gerade wenn es um die Einstellung von Bremsen an spezialisierten Maschinen geht, wie bei einem Bremsmotor die Bremse einzustellen, ist Expertenwissen für die korrekte Justage und Kalibrierung gefragt. ATEK Drive Solutions GmbH unterstützt Sie.
Häufige Ursachen für Probleme und deren Behebung
Schleifgeräusche deuten oft auf einen falsch ausgerichteten Bremssattel - ein häufiger Grund für eine erneute Justierung der Scheibenbremse - oder eine verbogene Bremsscheibe hin. Weniger bekannt: feststeckende oder ungleichmäßig ausfahrende Bremskolben, die Reinigung benötigen.
Wandernder Druckpunkt
Ein wandernder Druckpunkt deutet meist auf Luft im Hydrauliksystem hin. Das Entlüften erfordert Spezialwerkzeug und Fachkenntnisse über das spezifische Bremssystem. Regelmäßige Inspektionen gemäß Wartungsplan, die Überprüfung der Belagstärke und des Zustands der Bremsscheiben, die Kontrolle auf Dichtheit bei Hydrauliksystemen sowie die Sicherstellung der korrekten Ausrichtung und Freigängigkeit der Kolben sind essenziell.
Schlechte Bremswirkung und Quietschen
Schlechte Bremswirkung und starkes Quietschen trotz guter Belagstärke können auf verglaste Beläge hindeuten (durch Überhitzung/ständiges leichtes Bremsen). Die oberste Schicht der Beläge vorsichtig mit feinem Schleifpapier (z.B. 120er Körnung) auf einer planen Oberfläche abschleifen. Ist die Verglasung zu stark, hilft nur ein Austausch.
Drehmomentwerte
Die Einhaltung der vom Hersteller, wie ATEK Drive Solutions GmbH, spezifizierten Drehmomente ist extrem kritisch. Ein Drehmomentschlüssel verhindert lockere Schrauben oder Materialschäden. Besonders bei Leichtbaukomponenten oder Carbonteilen sind falsche Drehmomente schädlich; die Herstellerangaben (z.B. 6 Nm) sind hier entscheidend.
Einbremsen neuer Bremsbeläge und -scheiben
Neue Bremsbeläge und -scheiben benötigen eine Einbremsphase für optimale Leistung. Empfehlung: etwa 20-30 kontrollierte Bremsungen aus mittlerer Geschwindigkeit (ca. 30 km/h) bis fast zum Stillstand, ohne Blockieren. Während der ersten 100-200 Kilometer Gewaltbremsungen meiden.
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