Das Interesse am klassischen Alu-Hardtail ist ungebrochen, ob für den Geländesport oder zur Alltagsnutzung. Vor allem stark motorisierte Modelle wie das Bulls Copperhead erfreuen sich großer Beliebtheit. Um zu prüfen, ob das auch dem Bulls Copperhead 3 29 gelingt, haben wir es durch den BIKE-Test geschleust. Die Hardtail-MTBs für diesen Test haben wir ausgesucht, weil sie günstig und vielseitig einsetzbar sind. Einsteigern sollen sie das Mountainbiken damit schmackhaft machen, aber auch Fortgeschrittene mit ihrem unkomplizierten, robusten Charakter reizen.
Um zu prüfen, für wen das Bulls Copperhead 3 29 eine Empfehlung wert ist, haben wir es mit sechs weiteren Hardtails durch den BIKE-Test geschleust. Egal, ob auf Schotterwegen oder zahmen Trails - bei den ersten Mountainbike-Versuchen ist man mit dem Bulls Copperhead 3 29 bestens gerüstet. Wer aber vorhat, seriösen Geländeradsport zu betreiben, kommt mit dieser klassischen Art von Hardtail schnell an seine Grenzen und sollte von Anfang an in ein geländegängiges Trailhardtail investieren.
Bulls Copperhead 3 29 - Fakencheck
Hier sind die wichtigsten Daten zum Bulls Copperhead 3 29 im Überblick:
- Gewicht: 13,48 kg ohne Pedale
- Federweg: 100 Millimeter
- Laufradgröße: 29 Zoll
- Preis: 1399 Euro
- Rahmenmaterial: Aluminium
- Federgabel: Rockshox Judy Gold RL
- Schaltung: Shimano Deore 1x12
- Übersetzung / Bandbreite: 32; 10-51 / 510 %
- Bremsen: Shimano BR-MT 200 180/180 mm
- Laufräder: DDM2-Felgen, Shimano-Naben
- Reifen: Schwalbe Racing Ralph Addix Performance 29 x 2,25
- Verfügbare Rahmengrößen: S, M, L, XL, XXL
Ausstattung und Fahrverhalten
Monkey-Link-Halterungen für Lichter oder das Smartphone, Montagepunkte für den Ständer und Reflektoren - mit diesem Ausstattungspaket ist das Bulls Copperhead 3 das Volks-MTB im Test und kann auch im Alltag überzeugen. In diesem Punkt ist der Kandidat der übrigen Konkurrenz voraus. Auf dem Trail hat das Bike jedoch das Nachsehen: Die Sitzposition fällt arg komfortabel und etwas zu kompakt aus. Durch den nach oben gerichteten Vorbau und den Riser-Lenker baut die Front hoch. Aufrecht und komfortabel meistern so auch untrainierte Piloten längere Touren.
Jedoch leidet das Handling unter der zurückverlagerten Fahrposition. Der Sattel passt mit seinem dicken Sitzpolster perfekt ins gemütliche Gesamtbild. Die Reifenkombi von Schwalbe rollt leicht. Von Spritzigkeit fehlt beim 13,5 Kilo schweren Bulls trotzdem jede Spur. In steilen Abfahrten vermittelt die hohe Steuerzentrale viel Sicherheit. Auf langen Abfahrten lässt sich der Sattel dank Schnellspanner leicht versenken. Mit steigender Geschwindigkeit wird das Copperhead mit der kurzen Geometrie aber schnell nervös.
Im Alltag und auf Touren abseits ernsthafter Trails macht das Bulls eine gute Figur und punktet mit Komfort. Auf dem Trail limitiert die konservative Geometrie den Einsatzbereich. Mit dem hervorragenden Motor, der betonenswert guten Geo und den guten Schaltungskomponenten hat Bulls ein stimmiges Gesamtpaket geschnürt. Tourenfahrer finden mit diesem Bike einen überdurchschnittlich guten Allrounder für Touren auf Waldwegen und leichten Trails.
Bulls Copperhead Evo AM 5: Ein E-MTB Fully im Detail
Auch E-MTB Fullys werden nicht selten im Alltag genutzt. Mit dem neuen Copperhead Evo AM 5 reagiert Bulls konsequent und verpasst dem Verkaufsschlager eine ganze Reihe praktischer Features: Integriertes Rück- und Kurvenlicht und eine neue Monkey-Link-Schnittstelle für Smartphone oder einen großen Scheinwerfer sind die Highlights. Aber auch abseits davon hat das neue Bulls mit seinem bescheidenen Vorgänger nicht mehr viel gemein. Der Hauptrahmen ist jetzt aus Carbon, der Hinterbau setzt statt klassischem Viergelenker auf eine einteilige Schwinge mit tief liegender Anlenkung.
Im Unterrohr steckt der neue Bosch CX samt dem Top-Akku Powertube 800. Die Ausstattung am Topmodell Copperhead Evo AM 5 lässt mit XT-Schaltung, einteiligem Carbon-Cockpit und Lyrik-Ultimate-Gabel kaum Wünsche offen. Bei den Softskills konnte Bosch aber nochmal deutlich nachlegen: Feineres Ansprechverhalten, weniger Tretwiderstand und weniger Motorgeräusch. Der neue 800er im Bulls ist hier besonders gut. Mehr geht kaum. Dank der neuen Monkey-Link-Schnittstelle kann man aber unkompliziert ein Handy vor den Lenker packen, induktiv laden und mit der Bosch-App als weiteren Screen nutzen.
Die Reichweite liegt mit dem großen Bosch-Akku klar über dem Durchschnitt. Nur echte Exoten können Boschs 800er Akku in unseren Reichweiten-Tests noch überbieten. Zugunsten von Alltags- und Tourentauglichkeit hat Bulls das Copperhead Fully wenig extrem gezeichnet. Der Lenkwinkel ist eher steil, der Sitzwinkel flach. Kurze Kettenstreben sollen ein agiles Handling bringen. Auffällig: Trotz hohem Stack sitzt man wegen des flachen Sitzwinkels und niedrigen Lenkers etwas sportlich-gestreckt auf dem Bulls. Ein anderer Lenker mit mehr Rise würde ein spürbares Plus beim Komfort bringen.
EMTB-Messwerte im Überblick (Rahmengröße L)
- Sitzrohrlänge: 463 mm
- Radstand: 1240 mm
- Reach: 472 mm
- Stack: 651 mm
- Lenkwinkel: 66 Grad
- Sitzwinkel: 75,3 Grad
- Kettenstrebenlänge: 442 mm
Ausstattung des Bulls Copperhead Evo AM 5
Rockshox’ Top-Gabel Lyrik Ultimate, Shimano XT-Schaltung, Lenker-Vorbau-Einheit aus Carbon: Auf den ersten Blick wirkt das Bulls wie ein echter High-End-Bolide. Der Blick ins Detail offenbart aber ein paar Sparmaßnahmen, vor allem beim Dämpfer, und den Laufrädern sowie der Tele-Stütze der Eigenmarke Rumble. Funktional sind die Teile aber top. Das einzige was wirklich stört ist günstige Schwalbe-Magic-Mary-Reifen. Die teureren Modelle bieten gerade bei Nässe spürbar mehr Grip und Fahrsicherheit.
- Gabel / Dämpfer: Rockshox Lyrik Ultimate / Deluxe Select
- Schaltung: Shimano XT (12-fach)
- Bremsen: TRP Slate Evo
- Laufräder: Rumble Impeller Pro
- Reifen: Schwalbe Magic Mary Performance 29 x 2,4
- Besonderheiten: Integriertes Rück- und Kurvenlicht, Monkey-Link-Schnittstelle, Laufräder mit eigenem Bremsscheiben-Standard
Klares Highlight: Die Top-Gabel Lyrik Ultimate gibt’s in Kombination mit einem Carbon-Rahmen oft erst deutlich jenseits von 8000 Euro.
Fahrverhalten und Praxistest
Auf dem Bulls sitzt man eher so, wie man es von klassischen Sport-Tourern kennt. Der flache Sitzwinkel lässt das Rad lang wirken und soll prinzipiell im Flachen die Handgelenke entlasten. In Kombination mit der Lenker-Vorbau-Einheit ist leider das Gegenteil der Fall. Das zu tiefe und nicht anpassbare Cockpit ist an einem Bike dieser Kategorie völlig fehl am Platz. Wer es komfortabel mag, sollte auf einen klassischen Lenker umrüsten.
Der Bosch-Motor bringt dem Bulls eine starke Dynamik und Modulation. Immerhin: Wird’s bergauf anspruchsvoll, bringt das Carbon-Cockpit viel Druck auf die Front. Die günstigen Schwalbe-Reifen mit harter Gummimischung geizen aber auffällig mit Grip. Wer ernsthaft ins Gelände will, sollte ein Upgrade einplanen. Punkte bringen dagegen der feinfühlige und reichweitenstarke Bosch-Motor und der gute Hinterbau.
Das Vorderrad steigt beim Bulls trotz moderater Kettenstreben kaum. Die Kassette mit etwas weniger Bandbreite als üblich fällt am Powerbike kaum ins Gewicht. Der Hinterbau spricht sehr feinfühlig an und liefert trotzdem guten Gegendruck. So fährt sich das Bulls auch mit über 25 Kilogramm alles andere als schwerfällig und lässt sich leicht an kleinen Kanten in die Luft drücken. Der moderate Lenkwinkel beschert dem Bike dabei ein sehr neutrales Handling.
So dürfte das Bulls gerade auf flacheren Trails und auf Hausrunden im Mittelgebirge in seinem Element sein. Mit seiner wenig extremen Geometrie und der tiefen Front kommt das Bulls in extremem Gelände aber an seine Grenzen. Mehr ein Tourer als ein Mini-Enduro. Auf steilen Pfaden bringt das Bike mit der tiefen Front und der moderaten Geometrie den Fahrer aber in eine etwas unangenehme Position, außerdem lässt sich die Sattelstütze nicht ganz im Rahmen versenken.
Die Gabel begeistert dafür mit viel Kontrolle und Sensibilität, die TRP-Bremse liefert eine gute Power und eine Ergonomie auf Top-Niveau. Bergab bleibt das Copperhead zudem extrem ruhig. Das ist für ein Full-Power-E-MTB richtig gelungen!
Stärken und Schwächen des Copperhead Evo AM 5
Stärken:- Gutes Fahrwerk
- Motor und Reichweite
- Viele praktische Alltagsfeatures
- Bergauf und bergab recht leise
- Fahrsicherheit in schwerem Gelände
- Teils unpassend gewählte Ausstattung
Bulls Sharptail 3 29: Ein Mountainbike für Jugendliche und Erwachsene
Das Mountainbike mit der charakteristischen Rahmenform ist für Jugendliche ebenso attraktiv wie für Erwachsene. Doch für junge Radler ist ein Mountainbike nach wie vor das Höchste. Denn mit welchem anderen Fahrradtyp kann man einfach drauflos pedalieren, fahren, wo man will, spielerisch seine Grenzen ausloten und auch mal etwas riskieren? Das Bulls Sharptail 3 29 ist freilich keineswegs ein Bike für komplette Neulinge - mit knapp 900 Euro ist es schon etwas hochpreisiger, dabei sehr solide ausgestattet.
Was zeichnet das Bulls Sharptail 3 aus?
Junge Biker werden erst einmal aufs verbaute Material schauen, und schon hier kann das Rad punkten: Mit einer blockierbaren 100-mm-Federgabel, einer extrem breit abgestuften Schaltung mit 3×9 Gängen sowie hydraulischen Scheibenbremsen bietet das Rad alles, was man im Gelände braucht. Als „Twentyniner“ basiert das Bulls außerdem auf 28-Zoll-Laufrädern mit besonders breiten Reifen, die besonders dynamisch über Hindernisse auf der Strecke hinwegrollen.
Dass der Rahmen von hochwertiger Machart ist, bezeugen Details wie das Oberrohr mit linsenförmigem Querschnitt, das bei harten seitlichen Stößen weniger leicht einbeult, sowie die „dreidimensionalen“ Ausfallenden, die eben nicht nur einfach aus flachgepresstem Aluminium bestehen. Auch die angeschweißten Führungen für die Schaltzüge tragen zum Eindruck hoher Qualität bei. Nicht zuletzt gefallen markentypische Ausstattungsdetails: An Sattelklemme und Vorbau lassen sich spezielle Akkuleuchten einklicken, mit denen das Sharptail deutlich alltagstauglicher wird.
In Hellgrau und mit Tanwall-Reifen ist das Rad schließlich auch optisch auf der Höhe, wobei das nicht allzu tiefe Profil der Bereifung ins Auge fällt. Damit rollen die 57 mm breiten Pneus auch auf Asphalt gut, ohne dass Kurvengrip und Traktion im Gelände zu kurz kommen. Der Zwei-Schrauben-Klemmkopf der Sattelstütze erlaubt eine millimetergenaue Justage der Sattelneigung, und durch den zeitgemäßen Riser-Lenker sind Griffe und Armaturen noch etwas näher am Fahrer. Und so ist es kein Wunder, dass das Bulls Sharptail 3 großen und etwas kleineren Mountainbike-Fans gut gefällt.
Eine Gabel mit sattem Federweg, ein großer Übersetzungsbereich dank 3x9-Schaltung und hydraulische Scheibenbremsen: Mit diesen Merkmalen ist das Bulls Sharptail 3 29 ein richtiges Mountainbike, das Jugendliche ebenso anspricht wie erwachsene Biker, die nicht ganz so viel ausgeben wollen.
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