Fahrrad Dreirad Selbstbau Anleitung

Dreiräder mit einer Ladefläche vorne gibt es bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts. Als fahrbare Kisten mit Pedalen einfach aufgebaut und wartungsarm, waren sie auf Werksgeländen und im Stadtbild variantenreich und für verschiedenste Zwecke weit verbreitet. Auch die Drehschemellenkung, bei der der Drehpunkt zwischen den beiden Vorderädern liegt, kommt aus dieser Zeit.

In den 80er Jahren hat Christiania-Bike diesen Fahrradtyp neu wiederbelebt und auf den Markt gebracht. Ein weit verbreitetes Transportrad, heute vor allem bei Eltern, auch als Christianiarad bekannt. Dieses Fahrrad, wie es hier dokumentiert ist, wurde von Andreas Triebenbacher entwickelt. Es besteht aus einem Altrahmen und aus Stahlhalbzeugen, die einfach zu bekommen sind.

Die Kiste umhüllt die beiden Vorderräder, womit die Flächen auch als Werbeträger nutzbar sind. Es können viele Teile von Altrahmen verwendet werden. Gute Bremsen sind das Wichtigste.

Rahmenbau und Geometrie

Das Unterrohr muss soweit unterhalb des Kistenbodens verlaufen, dass Lagersitz, Lagerschale und die Schweißnaht genügend Raum haben. Gleichzeitig sollte das Tretlager in einer vernünftigen Höhe sein, im Grunde so wie der ursprüngliche Rahmen ausgelegt war. Jetzt kann man die Länge des Unterrohrs an den Fahrer anpassen.

Das Steuerrohr ist 6° geneigt. Der Nachlauf bewirkt, dass das Fahrrad sich selbst in die Spur lenkt. Die Bohrungen für das Steuerohr mit der 6°-Neigung kann schräg mit einer Säulenbohrmaschine und einer Vorrichtung gebohrt werden. Alternativ kann auch senkrecht gebohrt werden, oben und unten mit dem Versatz. Wenn die Bohrungen für das Steuerrohr und das Tretlager gemacht sind, kann die Aussparung für die Sattelstütze gemacht werden.

Querstreben für Steuerrohrplatte sind 50mm nach vorne von der der Mittellinie versetzt. Längstreben an Stelle 1 und 2 passend biegen und an Stelle 3 und 4 passend zuschneiden.

Damit entspricht es den Kriterien der Open Source Hardware Association und ist Open Source Hardware.

Diskussionen und Ideen zum Dreiradbau

Viele Trikes sind auch nur einseitig bebaut um Kosten und Gewicht zu sparen. Sieht nur nicht so sportlich aus, wie das andere.

Bei einem normalen Zweirad wird ja auch nur ein Hinterrad beschleunigt und gebremst. Es wird ja keine unabhängige Kraft auf das dritte Rad übertragen und die Wirkung der Eigenrotation des Rades ist doch bei seinem geringen Gewicht eher marginal.

Das dritte Rad ist gebremst oder ungebremst auf jeden Fall sicherer als ein Zweirad, weil es ja zu keiner Schubwirkung durch Schrägneigung kommt. Man muss ja nicht das Gleichgewicht halten und deshalb hat man keinen Ausbruch zu einer Seite.

Bei einem Dreirad mit einseitigem Antrieb entsteht immer (auch bei trockener Fahrbahn) ein Drehimpuls, sobald beschleunigt oder verzögert wird. Beim Angasen wird das Gefährt nach rechts ziehen und beim Bremsen nach links.

Das Dreirad ist kein Einachser und hat ja wie ein normales Zweirad auch vorne noch eine zweite Bremse. Aber, du gehst davon aus, dass tendenziell das ungebremste Rad eine unabhängige Bewegungsenergie zur Seite aufbauen kann, weil es schneller läuft.

In Kurven hat man mit dem Dreirad allerdings tatsächlich einen Nachteil, weil man sich nicht in die Kurve legen kann...

Es gibt zwei Pressetexte auf der Seite. Kein Differential wenn ich das richtig verstehe sondern zwei Ketten, also so wie beim APAX. Oder ist das dann weiter vorne angebracht? Muss wohl...

Zumindest hat das Teil Bremsen auf beiden Seiten. Luther ist nicht der Erste, der Dreiräder baut. Seine Erfindung hebt sich dennoch von dem ab, was andere Monteure auf die Straße rollen: Er ist der Einzige, der nur vorhandene Zweiräder aufrüstet.

Luthers Dreiräder sind patentrechtlich geschützt (Gebrauchsmuster). Jedes Hinterrad wird mit einer eigenen Kette angetrieben, damit die Standfestigkeit auch in Kurven oder auf matschigem Untergrund gegeben ist. Je nach Bedarf ist zwischen den Rädern 50 bis 125 Zentimeter Platz: für einen großen Gepäckträger oder eine Ladefläche.

Auf dem Bild von der Seite von Luther und Luther sieht man das Differential, welches benötigt wird um die beiden Hinterräder, welche über jeweils eine eigene Kette angetrieben werden, in Kurven unabhängig voneinander laufen zu lassen bzw. die einwirkenden Kräfte gegeneinander auszugleichen.

Da bei dem PFAU-Tec Antrieb nur ein Rad angetrieben wird, braucht man auch kein Differential zum Ausgleich, weil das unabhängige Rad halt einfach immer mitläuft. Es hat keinen eigenen Antrieb, etwa über eine zweite Kette.

Das Getriebe von Hase bei tri-mobil Spezialräder hat zwar auch kein Differential, dafür sind aber an beiden Rädern Scheibenbremsen und deshalb sollte es nicht zu der Hebelwirkung kommen, dass scheint eben genau das Mittelding zu sein.

Besser wäre es, wenn die Bremse hinten beide Räder bremsen würde, dann hätte man auch tatsächlich eine bessere Bremsleistung gegenüber einem normalen 2-Rad. Die Scheibenbremse ist aber schon mal gut.

Diebstahlsicherung

Ein guter Fahrradsattel ist begehrt bei Fahrraddieben, da sich ein solcher ohne großen Aufwand entfernen lässt. Es gibt gute und weniger gute Möglichkeiten, wie Sie den Diebstahl Ihres Fahrradsattels verhindern.

Eine etwas kreativere Art wäre es, die Innenkantensechstschrauben mit dem Gaslötkolben aufzufüllen. In der Theorie würde das hierbei verwendete Lötzinn den Diebstahl verhindern.

Wenn Sie sich entschließen sollten, diese etwas kreativere Maßnahme gegen Diebstahl in die Tat umzusetzen, dann wird es sehr wahrscheinlich passieren, dass das Lötzinn beim Fahren von allein wieder rausfällt, da sich dieses nicht richtig mit dem Stahl verbindet. Ganz davon abgesehen wird der Lack bzw. die Pulverbeschichtung in diesem Bereich thermisch zerstört.

Eine sehr sinnvolle Alternative wäre die Verwendung eines Schnellspanners. Im Falle des Fahrradsattels könnte dieser mit dem Schnellspanner und einer leicht gefetteten Sattelstütze befestigt werden und es ist somit jederzeit möglich, den Sattel abzumontieren.

Wenn Sie Ihr Fahrrad in der Öffentlichkeit abstellen, sollten Sie es über das Hinterrad am Fahrradständer befestigen, so erschweren Sie potentiellen Dieben den Zugriff auf Ihr Fahrrad. Für den Gebrauch in der Stadt könnten Sie sich auch ein preisgünstiges Rad anschaffen, welches nicht so sehr ins Gewicht fällt, wenn es oder Teile davon verloren gehen.

Woodi - Das Lastenrad aus Holz zum Selbst Bauen

Das Interesse an Lastenrädern ist groß, die Absatzzahlen steigen. Gute Neuentwicklungen drängen auf den Markt - teilweise zu Preisen, die dem Wert eines Kleinwagens entsprechen. Die Idee zu dieser Lastenrad Bauanleitung entstand beim lustvollen Bauen & Radeln des massiv anmutenden und doch leicht zu fahrenden E-Cargo-Bike’s aus Holz.

Nach nicht nur aufmunternden sondern auch nachdenklich stimmenden Episoden mit kommerziell hergestellten Lastenfahrrädern, reifte in mir der Plan: Bau doch selbst ein kostengünstiges und im Rahmen des 250-Watt-Pedelec-Gesetzes gut bergtaugliches Cargo Bike! Vielleicht gelingt es, die Vorteile verschiedener Cargo-Bike Typen zu kombinieren und deren Nachteile etwas zu minimieren.

Man kann versuchen, so weit es geht, schon vorhandenes Material zu verwenden. Radteile aus einem Altfahrrad aufzuarbeiten, ist bei gut erhaltenen Qualitätsteilen durchaus denkbar. Im Anhang dieser Bauanleitung findet man Vorschläge und Anregungen zur Komponentenauswahl.

Man muss nicht Tischler oder Zweiradmechatroniker sein, um das Woodi verantwortungsbewusst nachbauen zu können, oder nach ganz eigenen Vorstellungen abzuwandeln und seinen individuellen Bedürfnissen anzupassen.

Technische Daten Lastenrad Woodi

  • Max. Systemgewicht: 230 kg
  • Eigenmasse: 40-48 kg (je nach Ausstattung und Komponenten)
  • Länge: 225 cm
  • Breite: 76 cm
  • Radstand: 156 cm
  • Steuerkopfwinkel: 66 Grad
  • Nachlauf: 115 mm

Die Lastenrad Bauanleitung beschreibt einen möglichen Weg zu Deinem Holz-Cargo-Bike. Eigene Ideen und Verbesserungen mit einzubringen, ist bei dieser Bauweise gut möglich, sofern man die Sicherheitsaspekte beachtet. Wer sich mit dem Bau eines Holz-Lastenrades beschäftigt, hat gewiss schon Erfahrungen mit Fahrradtechnik gesammelt. Kommen noch Heimwerker-Grundlagen der Holzbearbeitung und ein paar gängige Werkzeuge hinzu, steht Deinem Selbstbau-Lastenrad-Projekt nichts mehr im Weg.

Dreirad selber bauen - Schritt für Schritt

Wie Sie ein wirklich schönes und robustes Dreirad selber bauen, stellen wir Ihnen hier vor - aus Multiplex mit Hinterrad-Einzelaufhängung und zugekaufter Tretkurbel.

  1. Öffnungen mit einem Bohrer größer als der Fräserdurchmesser in die Gabelteile einbringen.
  2. Die Längsöffnungen in mehreren Schritten fräsen.
  3. Vor dem Ausschneiden der Außenkontur mit der Stichsäge ritzen Sie diese mit dem Cutter an, um das Ausreißen der Furnierschicht zu vermeiden.
  4. Den Stichsägenschnitt glätten Sie mit einer kleinen Schleifhülse an der Bohrmaschine im Bohrständer.
  5. Die Achse aus Aluminium-Rohr des Gabellagers verläuft in einem Kupferrohr. Längen Sie die beiden Stücke in Nutlänge mit der Metallsäge ab.
  6. Die Achse hält die Kupferrohrteile beim Einkleben in die Nut mit Powerknete in Flucht.
  7. Leim auf das Teil mit dem Kupferrohr geben. Die für zwei Würste benötigte Menge Powerknete mischen, formen, einlegen und alles verleimen.
  8. Wenn der Leim getrocknet ist, passen Sie das zweite, größer zugeschnittene Gabelteil mit dem Bündigfräser samt Anlaufring an.
  9. Bohren Sie das Achsloch mit Hilfe des Bohrständers. Legen Sie eine Zulage dazwischen, damit die Löcher fluchten. Von beiden Seiten bohren.
  10. Zum senkrechten Bohren der 40 mm tiefen Grifflöcher (Forstnerbohrer verwenden!) richten Sie die Gabel aus. Hinten unterfüttern und am Bohrständer fixieren.
  11. Das Gabellager aus verleimten und bündig geschliffenen Multiplex-Stücken erhält mit Hilfe des Bohrständers sein 12-mm-Achsloch.
  12. Um den Wendekreis des Gefährts zu verkleinern, runden Sie den Kopf des Gabellagers und die Seiten seiner Öffnung mit der Feile ab.
  13. Leimen Sie die Griffstangen aus 25-mm-Kiefer-Rundstab in die zuvor gebohrten Löcher. Pressen Sie das Ganze bis zum Abbinden des Leims.
  14. Das obere Sitzteil schneiden Sie genau zu, komplett mit schräger Vorderkante. Die Kanten glattfeilen. Zwinge in die passende Bohrung des Gabellagers. Praxistipp: Weichholzzulagen schützen Ihre Zwinge!
  15. In den Sitz hinten 10-mm-Sacklöcher 15 mm tief bohren. Diese mit dem 5-mm-Bohrer durchstoßen. Den Sitz vorn vorbohren und die Löcher ansenken.
  16. Nach dem Verschrauben und Verleimen des Achsträgers mit Markierungsspitzen die Dübelpositionen auf die Rückenlehne übertragen.
  17. Die Dübellöcher dort mit Hilfe des Tiefenanschlags einbringen. Bohren Sie die verleimte Rippe vor (Löcher ansenken!). Oberfräse auf die Zirkelplatte schrauben. Nagelloch ausrichten und verleimen. Durch die mittige Zulage erhält auch sie den nötigen Druck.
  18. Vordere Radlager auf eine Platte zeichnen, oben und unten je 5 mm abschneiden. Je ein 5-mm-Loch mittig senkrecht sowie die Achslöcher und die Löcher für die Verschraubung vorbohren.
  19. Rohrstück einpressen, durch das Loch mit dem 5,5er Metallbohrer durchstoßen.
  20. Das Ganze wird später mit einer Sechskantschraube M5 samt Scheibe und Mutter montiert. Doch zunächst bearbeiten Sie das Fertigpedal.
  21. Weiten Sie die Bohrungen der Kaufpedale im Maschinenschraubstock auf 5,5 mm auf.
  22. Dann kürzen Sie das eine Pedal mit der Metallsäge soweit, dass die erweiterten Bohrungen sich mit den Löchern der Radlager decken.
  23. Radlager mit je zwei Schrauben auf dem Rad montieren. Setzen Sie die Pedale zur Probe ein und prüfen Sie, ob Sie genug gekürzt haben.

Oberflächenbehandlung

Damit das Dreirad auch mal nass werden kann, sollten Sie unbedingt an den erforderlichen Holzschutz denken. Eine Dickschichtlasur (z.B. für maßhaltige Bauteile) bietet hier eine gute Kombination aus Oberflächenversiegelung und strapazierfähiger Lackschicht. Schleifen Sie die Flächen an und streichen Sie sie mindestens zweimal.

Schlussfolgerung

Das Selbstbauen eines Dreirads ist ein anspruchsvolles, aber lohnendes Projekt. Mit der richtigen Planung, den passenden Materialien und etwas handwerklichem Geschick kann man ein individuelles und robustes Fahrzeug erschaffen.

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