Radtouren fahren und dabei den Akku laden? Das geht mit einem USB-Ladegerät fürs Fahrrad mittlerweile recht problemlos. Wenn beim Radfahren doch mal der unvermeidliche Platten passiert und man weitab vom Schuss ist, hilft es, mal eben mit dem Smartphone Hilfe herbeizuholen. Aber was, wenn der Akku leer ist?
Smartphones und andere Geräte können beim Fahrradfahren mittlerweile mit der Hilfe von Fahrrad-USB-Ladegeräten geladen werden. Das Dynamo-Prinzip von früher sorgt dabei für den gewünschten Strom, leitet ihn aber in angeschlossene Akkus und Handys, statt nur in die Beleuchtung.
Fahrrad-USB-Ladegeräte im Vergleich
Wir stellen Ihnen zwei Fahrrad-USB-Ladegeräte vor, mit unterschiedlichen Lademethoden: Beim einen gelangt der Strom in einen Pufferakku, der als Zwischenspeicher fungiert.
Cycle2Charge V3 Plus
Das Cycle2Charge V3 Plus ist ein Fahrrad-USB-Ladegerät, das sich zum Aufladen der Akkus von Android-Geräten oder iPhones eignet. Auch Powerbanks und andere Energiespeicher mit USB Anschluss können aber aufgeladen werden. Das Ladegerät ist leicht zu installieren: Es werden keine Zusatzgeräte (kein Pufferakku) benötigt, der vom Nabendynamo erzeugte Strom gelangt direkt an das gewünschte Gerät.
Das Ladegerät kann auf jeden handelsüblichen Fahrrad-Steuersatz montiert werden.
Durch den fehlenden Pufferakku ist es aber keine Lösung, die in jedem Fall optimal funktioniert. Durch einen Algorithmus zur Neuaushandlung des Ladestroms werden Probleme zwar minimiert, aber nicht in jedem Fall klappt das optimal. Gegebenenfalls muss man das Cycle2Charge mit einer geeigneten Powerbank als Pufferakku verwenden. Hier muss man in jedem Fall selbst etwas probieren, was mit der eigenen Gerätekombination gut funktioniert.
Gute Ladeleistung für einen vergleichsweise moderaten Preis. Es kommt zwar nicht ganz an einige Top-Lader heran, kostet aber auch deutlich weniger.
Busch & Müller-Ladegerät
Das Busch & Müller-Ladegerät verfügt über einen Pufferakku. Damit wird der erzeugte Strom nicht direkt ans Gerät geleitet, sondern zuerst im Akku zwischengespeichert. So wird Ihr Gerät auch geladen, wenn man mit dem Fahrrad stehen bleibt oder langsamer fährt. Gehäuse und Steckverbindung sind regen- und spritzwasserdicht.
Das Ladegerät kommt mit einem Montage-Set mit Anschlussoption für Shimano- und SON-Nabendynamo, sowie Ausgangskabel mit USB-A-Buchse.
Weitere Dynamo Ladegeräte
Hier werden Laderegler vorgestellt, die den Strom des Dynamos über eine USB-Buchse zur Verfügung stellen und den Nabendynamo so zum Ladegerät machen.
- Hohe Leistung unter 20 km/h, bei höheren Geschwindigkeiten aber nur mittlere Ladeleistung. Sehr großer Pufferakku. Zusätzlich zum USB-Ausgang gibt es einen 7,2 V Ausgang, an den der Akkuscheinwerfer IQ-XM Speed angeschlossen werden kann.
- Eher geringe Ladeleistung. Für ein Produkt mit Pufferakku aber immerhin vergleichsweise günstig. Die Leistungsausbeute liegt im mittleren Bereich.
- Der Fahrradlader V3.1 ist ein sehr günstiger, funktionierender Dynamolader. Leistungsmäßig kann er bis 20 km/h mit anderen (teils deutlich teureren) Ladern gut mithalten. Bei höheren Geschwindigkeiten (> 25 km/h) bieten andere Lader aber deutlich mehr Leistung. Einen Lötkolben bedienen sollte man können, wenn man sich für diesen Lader entscheidet. Ein Anschlusskabel zum Dynamo ist nicht dabei und muss selbst angelötet werden.
- Der M172N hat eine eher schwache Ladeleistung, ist aber sehr günstig.
- Der Velotor SE2 Base überzeugt bei hohen Geschwindigkeiten mit viel Leistung. Auch bei weniger als 25 km/h ist die Ladeleistung durchaus in Ordnung, aber nicht rekordverdächtig. Die Nachteile eines Laders ohne Pufferakku werden durch einen Algorithmus zur Neuaushandlung des Ladestroms recht gut verringert. Erwähnenswert ist auch die gute Energieverteilung zwischen Scheinwerfer und USB-Ausgang. So kann man auch mit eingeschaltetem Licht noch etwas Ladeenergie gewinnen - zumindest wenn man zügig unterwegs ist. Die Funktion des Scheinwerfers (maximal moderater Helligkeitsverlust) ist trotzdem immer sichergestellt.
- Sehr hohe Leistung bei üblichen Geschwindigkeiten. Bei sehr hohen Geschwindigkeiten sind einige andere Lader leistungsfähiger. Zusätzlich zum 5 V USB-Ausgang hat der Forumslader einen 12 V Ausgang, an dem sich unter anderem E-Bike-Scheinwerfer betreiben lassen. Sehr hohe Ladeleistung und großer Pufferakku.
- Weiteres Dynamo-Ladegerät mit recht hoher Leistung.
Zu allen Ladern die ich teste, führe ich Messungen durch. Dabei wird ein motorgetriebener Nabendynamo (Shimano Nexus DH-C3000-3N) verwendet. Am Ausgang des Laders wird eine einstellbare elektronische Last angeschlossen. Hier die Messergebnisse meiner bisher getesteter Lader in einem Diagramm. Bei Ladern ohne Pufferakku gibt die Kurve jeweils den erreichbaren Maximalwert an. Bei Ladern mit Pufferakku messe ich auch den Strom in den Pufferakku. Die Kurven im Diagramm geben die dauerhaft entnehmbare Leistung an. Busch & Müller E-Werk: Bei Verwendung ohne Pufferakku. Wird der Pufferakku verwendet, wird die angegebene Leistung in den Pufferakku geladen.
Viele, aber nicht alle, Dynamolader haben einen Pufferakku. Dieser sorgt für eine konstante Leistungsabgabe am Ausgang. Viele Geräte kommen leider mit schwankender Ladeleistung, die bei schwankender Geschwindigkeit während der Fahrt zwangsläufig entsteht, nicht gut zurecht. Was dann oft passiert, ist Folgendes: Verringert man seine Geschwindigkeit, sinkt die potentielle Leistung des Dynamoladers. Die Spannung bricht ein und das zu ladende Gerät verringert den Ladestrom, um dem entgegenzuwirken. Fährt man nun wieder schneller, könnte der Dynamolader wieder mehr Leistung liefern. Viele Geräte erhöhen nun aber nicht wieder die Leistung, sondern die Ladeleistung verharrt auf niedrigem Niveau. Das ist nicht bei allen Geräten der Fall, manche verändern den Ladestrom auch dynamisch. Aber mit einem Pufferakku ist man auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Nimmt das zu ladende Gerät weniger Leistung ab, als der Dynamolader liefern kann, wird der Überschuss zwischengespeichert.
Ja, einen ganz einfachen „Trick“ gibt es tatsächlich. Wenn man das Ladekabel abzieht und wieder einsteckt, wird der Ladevorgang neu gestartet und der Ladestrom neu festgelegt. Diese Prozedur ist natürlich etwas nervig. Deshalb gibt es einige Dynamolader ohne Pufferakku, die das selbstständig machen. Sie unterbrechen kurz den Ladevorgang, um eine Neuaushandlung des Ladestroms anzustoßen. Das geschieht dann nach einem Algorithmus, je nachdem wie sich die Fahrgeschwindigkeit verändert hat. Beispielsweise das Cycle2Charge V3 und das Velotor SE2 haben solche Funktionen integriert.
Auch wenn Lader ohne Pufferakku viele Geräte nicht optimal laden können, gibt es aber auch Vorteile gegenüber Ladern mit integriertem Pufferakku. Zum einen der Preis. Aber auch die Haltbarkeit sollte man beachten. Die Lebensdauer von Akkus ist nicht unendlich. Auch besteht die Gefahr, dass der Pufferakku tiefentladen und irreparabel geschädigt wird, wenn der Lader längere Zeit nicht verwendet wird. Um das zu vermeiden, sollte man mit dem angeschlossenen Lader vor längerer Nichtbenutzung einige Zeit ohne angeschlossenes Gerät fahren, um den Pufferakku aufzuladen.
Harmoniert das zu ladende Gerät nicht gut mit dem gewünschten Lader ohne Pufferakku, kann man erst eine Powerbank (ein Akku in einem Gehäuse, der über USB geladen wird und über einen weiteren USB-Anschluss andere Geräte laden kann) laden und mit dieser dann das zu ladende Gerät. Bedenken muss man dabei allerdings, dass bei der nötigen Spannungswandlung und dem Laden in der Powerbank zusätzliche Verluste entstehen.
Will man die Powerbank als „richtigen“ Pufferakku verwenden, also diese gleichzeitig laden und damit andere Geräte laden, gibt es ein weiteres Problem. Nicht alle Powerbanks können das, teilweise wird am Ausgang keine Leistung zur Verfügung gestellt. Viele Powerbanks geben auch am Ausgang einfach nur die 3,7 V des internen Akkus aus (statt 5 V USB), solange geladen wird. Auch das ist wenig hilfreich. Mit der Anzeige: Powerbank von Sunnybag habe ich gute Erfahrungen gemacht. Diese ist als Pufferspeicher für kleine Solarpanels entwickelt worden - hier gibt es die gleiche Herausforderung wie bei Dynamoladern: eine schwankende Ausgangsleistung.
Plug5 Pure: Ein minimalistisches USB-Ladegerät
Das Plug5 Pure ist ein minimalistisches USB-Ladegerät und wird über den Nabendynamo des Fahrrads mit Strom versorgt. Laut dem Hersteller Cinq bzw. Tout Terrain ist es ein kompaktes Ladegerät, das über den Nabendynamo des Fahrrads mit Strom versorgt wird. Montiert wird es direkt über dem Steuerrohr anstelle der vorhandenen Endkappe. Es ersetzt dabei die vorhandene Steuersatzkappe und ist grundsätzlich für jedes Fahrrad mit einer 1-1/8“ Steuersatzschale und einer Gabel geeignet, die nach unten offen ist, weil das Stromkabel durch die Gabel nach unten zum Nabendynamo verlegt wird.
Die gesamte Elektronik im Gehäuse ist wasserdicht vergossen und sollte damit vor Korrosion geschützt sein. The Plug5 Pure liefert bereits ab einer Geschwindigkeit von 12 km/h 5 V und maximal 700 mA USB-Ladedestrom für alle Endgeräte. Wer einen integrierten Pufferakku will, der kann das Plug5 Plus verwenden. Damit kann das angesteckte Endgerät auch bei sehr langsamer Fahrt oder kurzen Stopps weiter laden. USB-Ladegerät zum Laden von Smartphone und Co bewährt?
Die Montage des Plug5 Pure ist im Grunde sehr simpel und wird in der Bedienungsanleitung auf der Homepage von Cinq gut erklärt. Bevor man den Plug5 Pure installieren kann, müssen zuerst die vorhandene Aheadkappe und die Ahead-Kralle aus dem Gabelschaft demontiert werden. Im Lieferumfang des Plug5 Pure ist eine neue Kralle dabei, der sogenannte Aheadset-Expander. Das Plug 5Pure ersetzt die vorhandene Endkappe über dem Vorbau und benötigt zwischen der Oberkante des Vorbaus und dem Gabelschaft ca. 5 mm Luft. Die Verkabelung sollte man sehr sorgfältig ausführen und sich vorher genau überlegen, wo man den Stecker einbaut.
Nachdem der Einbau doch etwas länger gedauert hat als anfangs gedacht, war ich natürlich umso gespannter auf den Praxistest. Mein erster Test bestand darin, ob sich mein Smartphone und die Powerbank mit den Kabeln laden lassen. Ergebnis: Das Laden funktionierte tadellos!
Gemessen wurde dort die USB-Ausgangsleistung des Plug5 Plus (also die Variante mit interner Powerbank) und nicht die des Plug5 Pure (ohne interne Powerbank). Da beide Geräte bis auf die interne Powerbank ansonsten baugleich sind, lassen sich die Ergebnisse trotzdem gut vergleichen. Plus ab 15 km/h etwa 3,4 W Ausgangsleistung am USB-Anschluss. Bereits ab 25 km/h ist mit 5,2 W nahezu die Maximalleistung erreicht. Zum Laden eines modernen Smartphones , das tagsüber mit maximal heller Beleuchtung als Navi dient, sind laut fahrradzukunft.de mehr als 2 W Dauerleistung nötig. Plug5 schon ab ca. 12 km/h erreicht und deckt sich exakt mit der Herstellerangabe. In den FAQs von Cinq steht: „Die bereitgestellte Leistung ist abhängig von der Geschwindigkeit. Cinq stellt maximal 700 mA ab ca. 12 km/h bereit.“ Erhöht sich die Geschwindigkeit bis 25 km/h, dann steigt auch die Leistung auf max.
Doch letztlich interessieren mich hier keine Laborwerte, sondern Ladeströme unter realistischen Bedingungen in der Praxis. Um auch ohne Messgeräte ein Gefühl für die Leistung des Plug5 Pure zu bekommen, habe ich die Ladegeschwindigkeit bei meinem Smartphone ermittelt. Der Test mit dem Smartphone hat den großen Vorteil, dass sich der aktuelle Ladestand des Smartphone-Akkus in % auf dem Display direkt ablesen lässt.
Die einzelnen Ladetests dauerten immer 10 Minuten (gestoppte Zeit) und wurden bei verschiedenen Lufttemperaturen und Geschwindigkeiten durchgeführt. Fahrgeschwindigkeit wurde dabei schrittweise von 15 auf 25 km/h erhöht. Zum Vergleich wurde das Smartphone danach an einer Steckdose bei der gleichen Temperatur im Freien geladen. Smartphone war dabei immer im Flugzeugmodus und alle Apps waren deaktiviert.
Beim ersten Test bei Temperaturen von 2-3 °C ist der Akkustand des Smartphones während der Fahrt trotz Ladens sogar leicht gesunken! Ergebnis: Offensichtlich beginnt der Ladevorgang des Smartphone-Akkus erst bei rund 6 °C. Unterschied bei der Ladeleistung. Die leichte Temperaturschwankung während der 30-minütigen Testfahrt könnte einen geringfügigen Einfluss auf die Ladeleistung gehabt haben.
Ergebnis: Sobald die Umgebungstemperatur auf ca. 11 °C steigt und die Geschwindigkeit mindestens 15 km/h beträgt, funktioniert das Laden des Smartphone-Akkus schon besser. Erhöht sich dann die Geschwindigkeit auf 25 km/h oder mehr, dann steigt auch der Ladestrom spürbar an. Bei angenehmen Temperaturen um 18 °C startete der 4. Test. Ergebnis: Bei annähernd Raumtemperatur lädt der Akku des Smartphones richtig gut.
Wie zu erwarten war, lädt das Smartphone an der Steckdose insgesamt deutlich schneller als mit dem USB-Ladegerät Plug5 Pure auf dem Fahrrad. Die unterschiedlichen Fahrgeschwindigkeiten von 15, 20 und 25 km/h spielen für die Ladegeschwindigkeit erst bei milden Lufttemperaturen von etwa 11 °C und wärmer eine Rolle. Zimmertemperatur (20°C) und wärmer spürt man deutliche Unterschiede in der Ladeleistung bei unterschiedlichen Fahrgeschwindigkeiten. Smartphone. Bei Temperaturen unter 5°C lädt der Akku gar nicht, erst bei milden Temperaturen um 20°C lädt der Akku gut.
Der Parallelbetrieb von Beleuchtung und Laden eines Akkus ist laut dem Hersteller Cinq grundsätzlich möglich. vermute, dass meine Beleuchtung zu viel Strom braucht, so dass an der USB-Buchse einfach zu wenig Leistung ankommt, um damit ein Smartphone sinnvoll laden zu können.
Für diesen Test habe ich nur das Ladeverhalten meines Smartphone-Akkus beobachtet, weil sich hier der Akkustand direkt ablesen lässt und ich mein Smartphone auch für die Navigation einsetze. Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt erzielt man keinen nennenswerten Ladeerfolg. Plug5 Pure eine unbegrenzte Akkulaufzeit erreichen.
Der Akkustand stieg bis zum Ende der Tour auf 82 %. für mich festzuhalten, dass das Laden meines Smartphones insgesamt sehr gut funktioniert hat. Auf einen Ladetest meines Smartphones oder der Powerbank im Regen habe ich verzichtet, da sonst Wasser auf die USB-C Buchse des Plug5 Pure gelangen würde. Wer viel Wert auf Laden im Regen legt, dem würde ich eher zu einem externen USB-Ladegerät raten, das gut verpackt z.B. angeschlossener Powerbank liegt. Zur Not klappt das auch mit dem Plug5 Pure, indem man irgendwie über den Vorbau samt Akku, Stecker und Ladekabel eine Plastiktüte stülpt.
Das Plug5 Pure ist ein sehr kompaktes und hochwertig verarbeitetes USB-Ladegerät zum Anschluss an den Fahrradynamo. gute Ladeleistungen erzielt es ab etwa 15 km/h. Mit höherer Geschwindigkeit steigt die Leistung noch weiter an und erreicht ab 25 km/h das Maximum. bzw. muss. individuellen Stromverbrauch der zu ladenden Endgeräte, den äußeren Bedingungen wie Wetter und Temperatur sowie der durchschnittlichen Fahrgeschwindigkeit ab. Nabendynamo. unauffälliges Design: Das Gerät ist super klein und sehr leicht. Der Ladevorgang des Plug5 Pure beginnt schon ab einer Fahrgeschwindigkeit von 12 km/h, was gerade bei Radtouren mit Gepäck wichtig ist.
Nach einigen Monaten im Einsatz bin ich von dem Plug5 Pure überzeugt. Optimierung über mehrere Jahre, sowie der Qualität der Verarbeitung relativiert sich der Preis wieder. USB-Ladegerät immer einsatzbereit ist. Nur Regnen darf es beim Laden nicht, weil sonst Wasser auf die Steckverbindung geraten kann.
Dynamo Ladeelektroniken im Test
Woher soll der Strom für Handy, GPS-Navigation und Action-Cam auf der langen Radreise kommen? Um Verbraucher während der Fahrt mit Strom vom Nabendynamo zu versorgen brauchst du eine Ladeelektronik. Diese baut den chaotischen Spannungsmix vom Nabendynamo in USB-taugliche 5V Gleichspannung um und stellt ihn über eine USB-Buchse zur Verfügung. Der empfehlenswerte Pufferakku gleicht Strommangel und Unterbrechungen (Ampelstopps, kurze Pausen) aus und sorgt für einen gleichbleibenden Ladestrom. Mit der passenden USB-Ladeelektronik machst du deinen Nabendynamo zum Ladegerät für unterwegs.
Die Spitzenmodelle unter den Dynamo Ladeelektroniken verfügen über einen eingebauten Pufferakku um einen konstanten Ladestrom an Smartphone, GPS & Co zu liefern. In ausführlichen Praxistests habe ich viele verschiedene Dynamo Ladeelektroniken am Fahrrad getestet. Hier die Modelle ohne Pufferakku. Günstiger und ausreichend, um unterwegs eine Powerbank zu laden.
Nach meinen Test-Erfahrungen sind da NC-17 AppCon und der Forumslader die Top-Ladeelektroniken. Beide liefern höchste Leistung und sind mit ausreichend dimensionierten Pufferakkus ausgestattet.
Nabendynamos und Leistung
Etwa 3W liefern aktuelle Standard-Nabendynamos. Damit ist der Betrieb einer Ladeelektronik problemlos möglich. Die modernen „Spar-Dynamos“ liefern lediglich 1,5 Watt - ausreichend für moderne LED Beleuchtung aber nicht für eine Ladeelektronik.
Moderne Smartphones benötigen viel Strom. Deshalb solltest du auf eine hochwertige Ladeelektronik Wert legen. Diese sollte ausreichend Ladestrom für das Handy liefern und über einen Pufferakku verfügen, um bei kurzen Stopps (Ampel) den kontinuierlichen Stromfluss zu garantieren.
Hochwertige Nabendynamos kommen von SON. Ich habe super Erfahrungen mit einem SON 28 gemacht. Aber auch Shimano Modelle wie DH-3N30 sind gut geeignet.
Im Prinzip schon. Nur reicht die Energie aus dem Nabendynamo nicht aus, um beide mit Strom zu versorgen. Also besser tagsüber das Licht ausschalten und Verbraucher und Akkus laden.
Kemo M172N Dynamo-Lader
Der Kemo M172N ist ein besonders günstiger Dynamo-Lader. Allerdings ist die Ladeleistung eher gering. Je nach zu ladendem Gerät können auch nochmals deutlich geringere Leistungen als das theoretische Maximum und/oder Probleme bei wechselnden Geschwindigkeiten zustandekommen. Wenn man nur geringe Ladeleistungen benötigt, ist der Kemo M172N eventuell trotzdem ausreichend. Bei höheren Anforderungen (z.B. Der Kemo M172N wird in einer Blisterverpackung geliefert. Der Kemo M172N besteht aus einem Plastikgehäuse.
Um den M172N am Dynamo anzuschließen, muss das Gehäuse geöffnet werden, was nach Entfernen von 4 Schrauben einfach geht. Im Inneren befinden sich 3 Anschlussklemmen. Außen am Gehäuse sind die einzelnen Anschlussklemmen mit Light (Licht), Dynamo und Frame (Rahmen) bezeichnet. Das bezieht sich auf eine elektrische Verkabelung, bei der ein Pol über den Rahmen geleitet wird, was heute eigentlich nicht mehr üblich ist. Natürlich kann man aber auch eine heute übliche Zweidrahtverkabelung verwenden.
Mit meinem Versuchsaufbau habe ich die Ladeleistung des Kemo M172N bestimmt. Dabei wurde ein Nabendynamo (Shimano Nexus DH-C3000-3N) von einem Motor angetrienen. Am Nabendynamo war der Kemo M172N angeschlossen. Am USB-Ausgang war eine elektronische Last angeschlossen, an der sich der Strom einstellen lässt. Außerdem wurde mit einigen realen Geräten (Smartphones und Powerbanks) am Ladeanschluss die Ladeleistung bestimmt. Das ist sinnvoll um zu überprüfen, ob die optimale Leistungsentnahme einer einstellbaren elektronischen Last auch von realen Geräten erreicht wird. Dabei wurde vor jeder Messung das Ladekabel neu eingesteckt, um eine Neuaushandlung des Ladestroms zu erreichen.
Betrachtet man zunächst einmal nur die blaue Kurve für die regelbare elektronische Last fällt auf, dass die Ladeleistung gerade im besonders relevanten Bereich zwischen 15 und 25 km/h vergleichsweise gering ist. Der Cycle2Charge V3 beispielsweise, auch ein Lader ohne Pufferakku, erreicht hier deutlich höhere Leistungen. Betrachtet man die Ladeleistungen an realen Geräten, sieht das Bild noch schlechter aus. Bei Geschwindigkeiten über 15 km/h blieb das Ladeergebnis bei allen Geräten die ich getestet habe deutlich unter dem theoretischen Maximum der elektronischen Last zurück. Einige Geräte zeigten auch ein merkwürdiges Verhalten, mit immer wieder schwankendem Ladestrom bei gleicher Geschwindigkeit.
Bei den oben vorgestellten Ergebnissen hatte ich erwähnt, dass an jedem Messpunkt das Ladekabel am zu ladenden Gerät neu eingesteckt wurde. Denn bei einem Dynamo-Laderegler ohne Pufferakku wie dem M172N ergibt sich folgendes Problem: der mögliche Ladestrom schwankt je nach Geschwindigkeit. Damit können leider nicht alle Geräte gut umgehen. Teilweise ist es so, dass der Ladestrom, wenn er einmal abgesunken ist, bei wieder steigender Geschwindigkeit nicht wieder ansteigt, sondern auf niedrigem Niveau verharrt. Bei meinen Versuchen zeigten insbesondere Smartphones hier Probleme.
Anders als einige andere Dynamo-Lader ohne Pufferakku (z.B. Cycle2Charge V3 und Velotor SE2) hat der Kemo M172N auch keinen Algorithmus integriert, welcher den Ladevorgang bei wechselnder Geschwindigkeit automatisch kurz unterbricht, um eine Neufestlegung des Ladestroms zu erreichen. Beim Kemo bleibt einem höchstens die Möglichkeit, das Ladekabel selbst nach Phasen mit sehr langsamer Geschwindigkeit kurz abzuziehen und wieder einzustecken - oder den Schalter kurz auf Licht und wieder zurück zu schalten.
Der Kemo M172N ist ein besonders günstiger Dynamo-Lader. Allerdings ist die Ladeleistung eher gering. Je nach zu ladendem Gerät können auch nochmals deutlich geringere Leistungen als das theoretische Maximum und/oder Probleme bei wechselnden Geschwindigkeiten zustandekommen. Wenn man nur geringe Ladeleistungen benötigt, ist der Kemo M172N eventuell trotzdem ausreichend. Bei höheren Anforderungen (z.B. Eine gute Alternative ist der Cycle2Charge V3. Er kostet zwar schon deutlich mehr, gehört aber immer noch zu den eher günstigen Dynamoladern.
Dynamo Ladegerät selber bauen
Wer kein fertiges Modell kaufen möchte, der kann sich ein Ladegerät auch selber bauen - Der Baumarkt OBI hat dafür eine tolle Anleitung am Start. Für das Selberbauen müssen Sie ein paar Schritte beachten.
- Sägen Sie zuerst eine kleine Holzplatte zurecht und übertragen Sie den Schaltplan auf die Holzplatte.
- Bohren Sie überall dort Löcher in die Platte, wo schwarze Kreise im Schaltplan verzeichnet sind.
- Befestige Sie die Dioden an der Stelle mit dem entsprechenden Symbol und stecken Sie zusätzlich vier Kabel durch die Bohrlöcher. Isolieren Sie diese aber zuvor und versiegeln Sie die Kontakte mit Heißkleber.
- Verbinden Sie die Kondensatoren mit den Kabeln und kleben Sie sie fest.
- Bringen sie anschließend das Step-Down-Modul an und passen Sie zwei neue Kabel auf eine entsprechende Länge an.
- Verbinden Sie das Step-Down-Modul mit den Kabeln und isolieren Sie freiliegenden Drahtteile.
- Damit das USB-Kabel auf dem Fahrrad transportiert werden kann, wird ein Gehäuse benötigt. Dafür kann eine kleine Box mit Deckel verwendet werden, in die Sie dann das Bauteil legen.
Sie können das USB-Kabel durchschneiden, da sie nur den Smartphone-Anschluss benötigen.
Tabelle 1: Vergleich von Dynamo-Ladegeräten
| Lfd. Bezeichnung | Preis (UVP) | Leistung | Pufferakku | Link |
|---|---|---|---|---|
| B&M E-Werk | 179,90 € | Ja |
Tabelle 2: Frontleuchte/Scheinwerfer (mit Dynamo Anschluss)
| Lfd. Bezeichnung | Preis (UVP) | Lichtleistung | Link |
|---|---|---|---|
| SON Edelux II |
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