Ein funktionierendes Fahrradlicht ist unerlässlich, um im Straßenverkehr sichtbar zu sein, besonders in der dunklen Jahreszeit. Die Vorschriften für eine ordnungsgemäße Fahrradbeleuchtung sind in der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) geregelt. Die wichtigste Änderung lautet, dass die Fahrradbeleuchtung nicht mehr zwingend durch einen Fahrraddynamo betrieben werden muss. Erlaubt sind auch batteriebetriebene Scheinwerfer und Rücklichter.
Im Handel sind verschiedene Sets von Scheinwerfern und Leuchten erhältlich. Vor allem LED-Licht ist sehr beliebt, da LED im Vergleich zu herkömmlichen Glühbirnen beim Energieverbrauch wesentlich besser abschneidet. LED benötigt deutlich weniger Strom und erzeugt dabei sogar mehr Lux. Zudem besitzen LED im Normalfall eine hohe Langlebigkeit.
Warum auf LED umrüsten?
Bereits auf den ersten Blick ist erkennbar, dass die Vorteile von Fahrradlampen mit LED deutlich überwiegen. Die zunächst hohen Kosten für die Investition in ein Set mit Rücklicht und Frontscheinwerfer gleichen sich durch Langlebigkeit, Ausfallsicherheit und Betrieb per Akku wieder aus.
- Energieeffizienz: LED benötigt deutlich weniger Strom als Glühbirnen.
- Langlebigkeit: LED haben eine hohe Lebensdauer.
- Helligkeit: LED erzeugen mehr Lux pro Watt.
- Ausfallsicherheit: LED sind weniger anfällig für Defekte.
Umrüstung auf LED - Was ist zu beachten?
Wer sein bisheriges Fahrradlicht auf LED umrüsten möchte, muss beim Tausch der alten Glühbirne gegen eine LED-Fahrradlampe allerdings einige Punkte beachten. Denn LED-Scheinwerfer haben einen anderen Abstrahlwinkel, auf den die Reflektoren im Innern einer Lampe nicht ausgerichtet sind. Der Fahrtweg wird dadurch nicht mehr optimal ausgeleuchtet.
LED-Fahrradbeleuchtung ist als abnehmbares Set sowohl für das Rücklicht als auch den Frontscheinwerfer erhältlich. Diese Variante läuft über einen wiederaufladbaren Akku, der per USB jederzeit einfach und schnell wieder mit Energie versorgt werden kann. Alternativ kann ein LED-Licht auch mit einem Dynamo-Antrieb am Fahrrad installiert werden. Diese Option funktioniert ohne Akku, der per USB aufgeladen werden muss. Welche Variante besser ist, hängt letztendlich vom eigenen Geschmack und den Vorlieben bei der Nutzung ab. Je höher übrigens die angegebene Lux Zahl ist, desto heller ist das Licht der Lampe.
Bei der Einstellung der Lampen sollte der Lichtstrahl am besten den Bereich vor dem Vorderrad recht breit beleuchten und gleichzeitig die Fahrbahn gleichmäßig und weit ausstrahlen. Ebenso ist das Rücklicht nicht zu verachten. Es macht den Radfahrer von hinten sichtbar.
Anleitung zur Umrüstung
Im Folgenden wird eine allgemeine Anleitung zur Umrüstung eines Fahrraddynamos auf LED-Beleuchtung gegeben. Beachten Sie, dass die genauen Schritte je nach verwendetem Dynamo und LED-Leuchten variieren können.
Benötigte Materialien
- LED-Frontlicht und Rücklicht
- Passende Kabel
- Kabelbinder oder Isolierband
- Steckverbinder (2,8 mm Flachstecker)
- Crimpzange
- Schrumpfschlauch
- Lötkolben und Lötzinn (optional)
Schritt-für-Schritt Anleitung
- Dynamo überprüfen: Stellen Sie sicher, dass Ihr Dynamo einwandfrei funktioniert.
- Alte Beleuchtung entfernen: Demontieren Sie die alten Glühbirnen und Kabel.
- Kabel verlegen:
- Verlegen Sie das Kabel vom Dynamo zum Frontscheinwerfer.
- Verlegen Sie ein weiteres Kabel vom Frontscheinwerfer zum Rücklicht (falls erforderlich).
- Befestigen Sie die Kabel mit Kabelbindern oder Isolierband am Rahmen.
- Anschlüsse herstellen:
- Verbinden Sie die Kabel mit den entsprechenden Anschlüssen am Dynamo, Frontscheinwerfer und Rücklicht.
- Verwenden Sie Steckverbinder (Flachstecker) und eine Crimpzange für eine sichere Verbindung.
- Isolieren Sie die Verbindungen mit Schrumpfschlauch.
- Polarität beachten: Achten Sie auf die richtige Polarität der Anschlüsse (Masse/Plus).
- Funktion testen: Überprüfen Sie, ob Frontlicht und Rücklicht einwandfrei funktionieren.
- Einstellungen anpassen: Richten Sie den Lichtstrahl des Frontscheinwerfers korrekt aus.
Hinweise zur Verkabelung
Generell gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder, man verlegt zwei Kabel (bzw. Bei der Eindrahtverkabelung spart man sich ein wenig Draht. Es wird also ein Doppelkabel vom Dynamo zum Scheinwerfer gelegt und ein weiteres Doppelkabel von zwei Anschlüssen des Scheinwerfers zum Rücklicht. Jeder Scheinwerfer der für Nabendynamos geeignet ist, besitzt diese zusätzlichen Anschlüsse für das Rücklicht.
Wichtig: Auch wenn ein Dynamo Wechselstrom liefert, sollte man die Polarität beachten. Denn teilweise ist sowohl die Masse des Nabendynamos als auch die Masse des Scheinwerfers mit dem Rahmen verbunden. Ein Doppelkabel besteht i.d.R. aus einem schwarzen und einem schwarz-weißen Kabel. An Dynamo, Scheinwerfer und Rücklicht muss man nun natürlich wissen, welcher Anschluss der Masseanschluss ist.
Nun wird das Kabel an der Gabel bis zum Nabendynamo verlegt. Damit das Kabel auch an der Gabel bleibt, wird es dort in regelmäßigen Abständen befestigt. Meistens werden dazu Kabelbinder verwendet. Wenn man das ganze nun noch etwas robuster machen möchte, kann man auch zusätzlich einen Isolierschlauch bzw. Bougierrohr (ca. 5-6 mm Durchmesser) verwenden. Durch dieses schiebt man das Scheinwerferkabel hindurch und befestigt es dann, ebenfalls mit Kabelbindern oder Isolierband, am Rahmen.
Am weitesten verbreitet dürften Nabendynamos von Shimano sein. Hier wird zum Dynamo ein kleiner Stecker mitgeliefert. Um diesen zu öffnen, drückt man die kleine Lasche mit einem Schraubenzieher herein und zieht das Innenteil heraus. Die beiden Kontakte des Anschlusskabels werden dann ca. 1,5 cm abisoliert und von oben durch das Innenteil geführt (Polung beachten, Massesymbol ist auf dem Innenteil aufgeprägt). Die Kontakte dann nach oben biegen und das Außenteil wieder auf den Stecker schieben.
Standlichtfunktion
Schon seit meinen ersten Versuchen mit Dynamo-LED-Treibern war das Standlicht ein Thema. Der Grundgedanke der meisten Standlichtschaltungen ist die Verwendung hochkapazitiver Gold-Kondensatoren (bzw.
Trotz relativ hoher Kapazität dieser Kondensatoren reicht die gespeicherte Energie dennoch nur für eine kurze Standlichtzeit, die man aber ggf. über den Standlicht-LED-Strom einstellen kann.
Schutzbeschaltung
Bei seriell geschalteten LEDs kann es bei einer Unterbrechung (z.B. Kabelbruch) bei Dynamos ohne Spannungsbegrenzung zu einer Überladung der Elkos kommen. Deshalb unbedingt die Elkos vorher entladen, falls kein Überspannungsschutz vorhanden ist.
Rücklicht-Optionen
Betreibt man z.B. drei rote ultrahelle LEDs jeweils mit ca. 10mA, sind diese immer noch ganz schön hell und für das Frontlicht bleiben dennoch ca. Da die Flussspannung einer roten LED geringer ist (im vorliegenden Fall ca. 2,6V), tut sich unsere Treiberschaltung nicht ganz so schwer wie mit drei weißen LEDs und liefert prompt einen etwas größeren Maximalstrom von ca. Das heißt, nun hat man ca. 260mA "roten LED-Strom" (übrigens etwa dieselbe elektrische Leistung wie bei einer Rücklicht-Glühbirne, bei nunmehr weitaus kräftigerem rotem Licht!) - also mehr als das Doppelte im Vergleich zu den parallel geschalteten LED-Diodensträngen!
Wichtige Hinweise
- Achten Sie auf die Einhaltung der StVZO-Vorschriften.
- Verwenden Sie nur geeignete LED-Leuchten und Komponenten.
- Achten Sie auf eine korrekte Verkabelung und Polarität.
- Testen Sie die Beleuchtung vor jeder Fahrt.
Verwandte Beiträge:
- Triumph Mountainbike Test & Kaufberatung: Modelle, Preise & Erfahrungen
- Decathlon Mountainbike 26 Zoll: Test & Kaufberatung
- Ist Fahrradfahren Sport? Kalorienverbrauch & gesundheitliche Aspekte
- E-Dreirad mit Akku: Test & Vergleich der besten Modelle für Senioren & Erwachsene
- Motorradunfall Kaiserslautern: Hilfe & Beratung nach einem Unfall
- Shimano Nabenschaltung mit Rücktrittfunktion: Alles, was Sie wissen müssen!
Kommentar schreiben