Fahrrad Federgabel Reparaturanleitung

Das Fahrradrahmenset, bestehend aus Rahmen und Gabel, erfordert eine regelmäßige Wartung. Sollte einmal eine Reparatur anfallen, kommst Du um eine Auseinandersetzung mit der Materie nicht drum herum.

Wir geben Dir deshalb Tipps für die korrekte Wartung und Reparatur des Rahmensets. Wenn Du diese beachtest, steht sicherem und langanhaltendem Fahrvergnügen mit Deinem Diamant-Fahrrad nichts im Wege.

Definition Fahrradrahmen und Fahrradgabel

Der Rahmen bildet das Rückgrat des Fahrrads - es ist das Teil, an dem andere Komponenten wie die Gabel befestigt werden. Diese wiederum hält das Vorderrad und wird mit dem Lenker gesteuert. Rahmen und Gabel können aus unterschiedlichsten Materialien - Stahllegierung, Aluminiumlegierung oder Carbonfaser Verbundstoff bestehen. Darüber hinaus können Rahmen oder Gabel Federungskomponenten enthalten.

Wartung des Fahrradrahmensets

Prüfe das Rahmenset (Rahmen und Gabel) vor jeder Fahrt auf Anzeichen von Materialermüdung: Kratzer, Risse, Einkerbungen, Verformungen und Verfärbungen sind Anzeichen einer hohen Belastung. Wenn ein Teil sichtbare Beschädigungen aufweist oder Anzeichen einer Überlastung oder Ermüdung zu erkennen sind, musst Du das betreffende Teil vor der Fahrt mit Deinem Fahrrad ersetzen.

Überprüfe einmal im Monat den Kettenstrebenschutz auf dem Rahmen. Vergewissere Dich, dass der Kettenstrebenschutz korrekt montiert und sicher befestigt ist. Wenn er sich gelöst hat oder beschädigt wurde, lasse ihn von Deinem Fachhändler austauschen.

Unterziehe die Gabel einmal im Jahr einer umfassenden Inspektion. Nimm die Gabel aus dem Fahrrad und untersuche den Gabelschaft und die Gabelkrone. Diese Teile befinden sich im montierten Zustand teilweise innerhalb des Rahmens. Diese Inspektion kann bei der Wartung der Steuersatzlager durchgeführt werden.

Da die Steuersatzlager dabei auseinandergebaut werden müssen, sind spezielle Werkzeuge und Kenntnisse erforderlich. Wenn Du nicht über das notwendige Fachwissen verfügst, bring das Fahrrad zur Inspektion zu Deinem Fachhändler.

Du hast Fragen zum Ein- oder Ausbau von verschiedenen Bauteilen an Deinem Fahrrad? Du möchtest wissen, was Du vor dem Radfahren im Winter beachten musst? Wir haben wichtige Informationen für Dich gesammelt: Auf unserer Übersichtsseite Fahrradreparatur & Fahrradwartung mit Diamantrad findest Du detaillierte Anleitungen, Tipps und Checklisten, die Dir helfen.

Unterschiede der Fahrradrahmensets

Bontrager-Gabeln sind nicht mit Vorrichtungen kompatibel, die auf die Gabelscheide geklemmt werden. Eine Ausnahme bilden die Sensoren von Fahrradcomputern. Wenn nicht klar ist, welche Teile an der Gabel Deines Fahrrades befestigt werden dürfen, wende Dich an Deinen Fachhändler.

Rennradrahmen aus Carbonfaser Verbundstoff müssen immer mit einem Kettenstrebenschutz ausgestattet werden, um Beschädigungen durch Kettenklemmer oder unsaubere Schaltvorgänge zu verhindern. Übermäßige Hitze, wie sie beispielsweise beim Pulverbeschichten entsteht, oder offenes Feuer beschädigt den Kleber, der bei einigen Rahmensets die einzelnen Rahmenkomponenten verbindet. Setze Deinen Carbonfaser Rahmen daher keinen Temperaturen über 82 °C aus.

Rahmensets mit runder oder zylindrische Sattelstütze sind mit einer Sitzkopfmuffe in einer von drei gängigen Größen für Sattelstützen mit einem Außendurchmesser von 27.12-27.20 mm, 29.12-29.20 mm oder 31.45-31.60 mm ausgestattet.

Die Sattelstütze sollte vor dem Einbau ausgemessen werden, um die Konformität im Rahmen dieser Toleranz sicherzustellen. Achte auf die richtige Schmierung, um zu verhindern, dass die Sattelstütze sich an Sitzkopfmuffe oder Sitzrohr festfrisst.

Verwende zur Reinigung keine Lösemittel oder aggressive Chemikalien. Entferne Straßenschmutz mit einem weichen Tuch und einer milden Lösung aus Reiniger und Wasser. Bei Verwendung von industriellen Lösemitteln zur Reinigung oder zur Lackentfernung können sowohl der Lack als auch der Kleber, der die Rahmenteile verbindet, beschädigt werden.

Die Toleranzen für Presspassungen und Gewindepassungen sind unbedingt zu beachten. Das Einpressen eines zu großen oder falsch ausgerichteten Teils kann zum Bruch des Rahmens bzw. des Teils führen. Durch Überdrehen eines Verbindungselements mit Gewinde kann das Gewinde unbrauchbar werden oder das Teil brechen.

Vergewissere Dich vor dem Einsetzen, dass das Gewinde von Tretlager und hinterem Umwerfer sauber und gut gefettet ist. Drehe Gewinde zunächst nur mit der Hand ein, nicht mit einem Schlüssel.

Das Entfernen von Lack am Rahmen ist technisch sehr anspruchsvoll und sollte daher nur werkseitig durchgeführt werden. Wende Dich an Deinen Fachhändler, um weitere Informationen zu erhalten.

Der Fahrradrahmen - besondere Merkmale

Einige Fahrräder verfügen über einen oder mehrere einzigartige Befestigungspunkt(e) für kundenspezifisches Zubehör. So gibt es beispielsweise Rahmen bzw. Gabeln, die über eine spezielle Aussparung für den Sensor eines Fahrradcomputers verfügen. Ein anderes Beispiel sind die „Speed Concept“-Rahmen, die am Oberrohr über Befestigungspunkte für eine „Speed Box“ verfügen.

Fahrradgabel inspizieren

Für eine Prüfung der Federgabel gehst Du am besten folgendermaßen vor:

  • Nimm die Gabel vom Fahrrad ab.
  • Reinige gründlich den Bereich um den Gabelschaft und die Gabelkrone. Nutze dafür lauwarmes Wasser und ein weiches und fusselfreies Tuch.
  • Achte auf Anzeichen von Materialermüdung und Stoßschäden.

Einstellung von Rahmen oder Gabel beim Fahrrad

Rahmen und Gabeln aus Aluminium oder Carbonfaser-Verbundstoff sowie deren Aluminiumteile sind nicht so elastisch wie Stahl. Versuche niemals, ein Teil durch Biegen oder Drehen zu formen. Es ist nicht möglich, Aluminium oder Verbundwerkstoffe neu zu formen.

Wenn der Rahmen beschädigt wurde, lasse das Fahrrad von Deinem Fachhändler begutachten. Dieser kann dann bei Bedarf Reparatur- oder Austauscharbeiten durchführen.

Fahrradrahmen oder Fahrradgabel reparieren

Bestimmte Beschädigungen am Rahmenset lassen sich im Werk reparieren. Dazu musst Du den Rahmen bzw. die Gabel über einen autorisierten Fachhändler an das Werk zurücksenden.

Reparatur eines Fahrradrahmens oder einer Gabel aus Carbon

Fahrradteile aus Carbon sind sehr empfindlich und können leicht beschädigt werden - etwa durch Stürze mit dem Rad oder aber auch beim Transport des Fahrrads auf dem Auto sowie bei der Unterstellung in der Garage. Beschädigte Carbon-Teile auszutauschen, ist eine sehr kostspielige Angelegenheit.

Um diese Kosten so niedrig wie möglich zu halten, rät Diamant davon ab, ein beschädigtes Carbon-Rohr oder -Teil zu reparieren bzw. zu flicken.

Zum besseren Verständnis: Ein moderner Diamant Carbon-Fahrradrahmen ist nicht nur eine Ansammlung von Rohren und Anschlussstücken, sondern wurde entwickelt, um als ganzheitliche Einheit zu funktionieren. Durch diese Verflechtung kann die Kraft, die auf das Unterrohr wirkt, verteilt werden, so dass alle Rohre die Möglichkeit haben, diese Kräfte zu absorbieren und die auf das Unterrohr wirkende Kraft erheblich reduziert wird.

Dies ist der Schlüssel für die Fertigung von leichten Rahmen, die trotzdem ausreichend steif und stabil für den Wettbewerb auf höchstem Niveau sind. Wird jedoch ein Carbon-„Flicken“ auf ein Carbon-Rohr geklebt, verändern sich die Steifigkeit sowie die stoßdämpfenden Eigenschaften des Rohrs.

Diese Veränderungen hinsichtlich der Steifigkeit können die Eigenschaften des Rohrs in Sachen Aufnahme von Stoßenergie beeinträchtigen. Bei einem Stoß kann ein zu steifes, „geflicktes“ Rohr abrupt alle Kräfte auf einen anderen Teil des Rahmens übertragen. Die dadurch entstehende Überlastung kann zum Bruch des zweiten Teils führen.

Diamant empfiehlt Dir zu Deiner eigenen Sicherheit daher, dass Rahmen und Gabel aus Kohlefaser NICHT repariert werden, von niemandem.

Beachte auch, dass eine Reparatur eine Modifikation ist und dadurch die Garantie erlischt.

Aufkleber am Fahrradrahmen

Der Rahmen Deines Diamant Fahrrads verfügt über einen Aufkleber. Entferne diesen Aufkleber nicht. Auf ihm stehen wichtige Informationen zur Sicherheit, die Du lesen musst.

Federung am Fahrrad einstellen: Was beachten?

Du kannst die Federung Deines Fahrrads Deinem Gewicht, Fahrstil und Deinen persönlichen Vorstellungen anpassen.

Die Federung sollte allerdings nicht über den maximalen Federweg hinaus gestaucht werden können. Auf diese Weise wird ihre Bewegung abrupt unterbrochen, was zu verminderter Kontrolle führen kann.

Wenn Du die Federungseinstellungen änderst, wirkt sich dies auch auf das Wende- und Bremsverhalten des Fahrrads aus. Mache daher im Anschluss eine Probefahrt im verkehrsarmen Gelände, bis du mit den Fahreigenschaften vertraut bist.

Überprüfe weiterhin einmal im Monat die Schrauben (Befestigungsschrauben und Drehachsenbolzen) aller Federungsteile.

Schmierung der Federgabeln am Fahrrad

Schmiere einmal im Monat die Federgabel. Exakte Anweisungen dafür erteilt Dir Dein Fachhändler. Wechsel das Öl in der Federgabel einmal jährlich aus. Der Ölwechsel erfordert Spezialwerkzeug sowie entsprechendes Fachwissen und sollte daher nur von Deinem Fachhändler durchgeführt werden.

Achtung: Bringe kein Schmiermittel an der Federung oder den Gelenkpunkten eines voll gefederten Fahrrads an. Wenn an der Federung oder den Gelenkpunkten ein ungewöhnliches Geräusch auftritt oder die Funktion der Teile beeinträchtigt ist, bringe das Fahrrad zum Kundendienst Deines Fachhändlers.

Hinweis: Die Wartung der Lager erfordert Spezialwerkzeug sowie entsprechendes Fachwissen und sollte daher nur von Deinem Fachhändler durchgeführt werden. Einige Lager sind fest gekapselt; diese müssen nicht jedes Jahr geschmiert werden.

Fahrradrahmen und Gabel aus Carbonfaser-Verbundstoff

Carbonfaser hat eine höhere Festigkeit als Stahl oder Aluminium. Diese Eigenschaft hat sie unter Radfahrern sehr beliebt gemacht.

Trotz seiner hohen Festigkeit kann Carbonfaser durch einen Schlag, einen Sturz oder durch falsche Handhabung beschädigt werden. Während sich Metallteile verbiegen oder verformen, bevor sie brechen, sieht ein beschädigtes Carbonfaserteil weiterhin unverändert aus. Ist die Belastung für die Festigungsgrenze für das Carbonfaserteil schließlich zu stark, bricht es ohne zuvor sichtbar erkennbare Schäden.

Wenn die Carbonfaser bei einem Unfall oder einem Schlag nicht bricht, können im Materialinneren dennoch unsichtbare Schäden vorhanden sein. Lies dir in diesem Fall im Anschluss die Anleitung sorgfältig durch und überprüfe die Carbonfaser.

Diese Tests liefern jedoch keine eindeutigen Ergebnisse: Wenn Du Dir nicht klar bist, ob ein Teil sicher ist, musst Du es ersetzen.

Hinweis: Wir bieten Dir ein großzügiges Austauschprogramm. Wenn Du ein Carbonfaserteil deines Fahrrads versehentlich beschädigt hast, such Deinen Fachhändler auf, um mehr über dieses Programm zu erfahren.

MTB-Federgabel warten: Anleitung

Staub und Schmutz von den Trails kommt leicht in das Innere des Gabel-Castings. Anders herum kann auch etwas Schmieröl über die Staubabstreifer aus dem Inneren der Federgabel entweichen. So oder so: Die Funktion der Gabel nimmt von Fahrt zu Fahrt ab.

Ein Service der kompletten Gabel ist deshalb aber noch nicht gleich nötig. Denn die modernen Dämpfungskartuschen haben kaum mehr Abrieb und damit auch nur einen sehr geringen Verschleiß. Außerdem ist der Ölkreislauf der Dämpfungskartusche vom zunehmend verschmutzten Schmieröl im Casting komplett getrennt. Das Dämpfungsöl hält also deutlich länger als das Schmieröl.

Die Praxis hat gezeigt: Eine Mountainbike-Gabel alle 50 Betriebsstunden einem großen Service zu unterziehen, wäre übertrieben. Wer dagegen das Schmieröl regelmäßig erneuert, kann sich länger über eine geschmeidig ansprechende Federgabel freuen. Der kleine Gabel-Service dauert für geübte Schrauber nur etwa 20 Minuten und lässt sich ohne Spezialwerkzeuge durchführen.

Vorbereitungen: Für den kleinen Service muss die Gabel aus dem Rahmen ausgebaut werden. Dazu Laufrad und Bremse demontieren und die Vorbau- und Steuersatzschrauben lösen. Anschließend am besten das Rad aus dem Montageständer nehmen und ablegen. Für die Arbeiten wird die Gabel mit dem Gabelschaft in den Montageständer geklemmt. Zur Sicherheit die Luft aus der Gabel lassen.

Zugstufenknopf entfernen: Bei Rockshox-Gabeln steckt das rote Zugstufenstellrad unten im rechten Gabelholm (aus Fahrersicht). Kräftig am Stellrad ziehen und das Bauteil auf der Werkbank ablegen.

Bei Fox-Gabeln oder älteren Rockshox-Modellen ist das Stellrad der Zugstufe zusätzlich zur Steckverbindung mit einer kleinen Schraube seitlich oder mittig am Zugstufenknopf gesichert.

Schrauben lockern: Anschließend lockern Sie die Schrauben an der Unterseite der beiden Gabelholme um drei bis vier Umdrehungen. Bei unserer Rockshox Sid benötigen Sie dazu einen 5er-Inbus. Bei Fox-Gabeln oder älteren Rockshox-Modellen braucht man dafür eine 10er-Nuss und eine kleine Ratsche. ACHTUNG: Die Schrauben nur wenige Umdrehungen lockern, nicht komplett herausdrehen.

Verpressung lösen: Die Kolbenstange der Kartusche und der Luftschaft sind mit dem Casting verpresst. Um die Gabel zu zerlegen, müssen Sie die Verpressung lösen. Dazu das Werkzeug, mit dem Sie eben die Schrauben am unteren Gabelende gelockert haben, in die Schraube stecken und leicht mit dem Gummihammer auf das Werkzeug schlagen. Am besten dabei am Gabel-Casting gegenhalten.

Casting abziehen: Die Verpressung muss auf beiden Seiten der Federgabel, wie oben beschrieben, aufgeklopft werden. Danach die Schrauben am unteren Ende der Federgabel komplett herausdrehen und beiseite legen. Die Federgabel waagerecht stellen und das Casting vorsichtig abziehen. Wenn dazu viel Kraft nötig ist, ist die Verpressung noch nicht vollständig gelöst.

Öl auslaufen lassen: Stellen Sie das Gabel-Casting senkrecht über einen Behälter und lassen Sie das Öl aus den Öffnungen der Gabel laufen. Achtung: Altöl muss separat entsorgt werden! Am oberen Ende des Gabel-Castings liegen hinter den Staubabstreifern in Öl getränkte Schaumstoffringe. Diese vorsichtig mit der Hand oder einem kleinen, spitzen Werkzeug aus der Vertiefung entnehmen.

Optional - Abstreifer entnehmen: Wer will, kann auch die Gummiabstreifer mit einem Reifenheber oder Maulschlüssel vorsichtig aus dem Casting hebeln. In den meisten Fällen ist das aber überflüssig, weil die Abstreifer oft nicht verschlissen sind. Zudem brauchen Sie zum Einbau neuer Abstreifer ein Spezialwerkzeug. Allein mit Hammer und Nuss lassen sich die Abstreifer meist nicht gerade einklopfen.

Casting reinigen: Ist das Öl komplett abgelaufen, können Sie das Casting mit Isopropyl-Alkohol reinigen. ACHTUNG: keinen Bremsenreiniger verwenden. Dieser hinterlässt Rückstände, die schädlich für die Beschichtungen der Gabel sind. Das Innere des Castings und die beschichteten Standrohre zusätzlich vorsichtig mit einem Tuch auswischen und vor dem nächsten Arbeitsschritt trocknen.

Neue Schaumstoffringe tränken: Die entnommenen Schaumstoffringe können nach einer Reinigung mit einem Tuch wiederverwendet werden. Bei starker Verformung empfehlen wir neue Schaumstoffringe im Schmieröl der Gabel zu tränken. Anschließend die getränkten Schaumstoffringe wieder unterhalb des Gummiabstreifers in die vorgesehene Aussparung im Casting einlegen.

Staubabstreifer fetten: Sind die Staubabstreifer gereinigt, werden die Flächen, die mit den Standrohren in Kontakt kommen, mit Spezialfett eingefettet. Rockshox verwendet hierfür Sram-Butter, Fox empfiehlt das RSP-Slick-Kick-Gabelfett. VORSICHT: Unbedingt eines der Spezialfette verwenden und NICHT auf herkömmliches Fett, das für Steuersatz oder Tretlager verwendet wird, zurückgreifen.

Tauch- und Standrohre zusammenführen: Schieben Sie das Casting mit den getränkten Schaumstoffringen wieder über die Standrohre. Achten Sie darauf, dass beide Staubabstreifer beim Zusammenstecken der Bauteile nicht einklappen. Die Gabel noch nicht ganz zusammenschieben. Vergessen Sie nicht, den Gummiring für die Sag-Anzeige aufzusetzen, und schieben Sie das Casting richtig herum auf die Standrohre.

Öl abmessen: Fox und Rockshox bieten spezielle Schmieröle für ihre MTB-Federgabeln an. Sie können aber auch auf Anbieter wie Motorex zurückgreifen. Wichtig ist, dass das Öl die richtige Viskosität hat. Rockshox-Gabeln benötigen 0W30-Öl. Fox-Gabeln sollten mit dem hauseigenen 20WT-Gold-Öl befüllt werden. Die genauen Füllmengen für das Schmieröl finden Sie in der jeweiligen Bedienungsanleitung.

Schmieröl ins Unterteil drücken: Unsere Rockshox SID-Gabel braucht sowohl im linken, als auch im rechten Gabelbein nur fünf Milliliter 0W30-Schmieröl. Die richtige Menge mit einer Spritze abmessen und in die geöffneten Löcher des Gabel-Castings einfüllen. Drehen Sie hierfür den Gabelschaft schräg nach unten, damit das Schmieröl nicht mehr auslaufen kann. Danach die Gabel komplett zusammenschieben.

Stand- und Tauchrohre verschrauben: Ist die Gabel komplett zusammengeschoben, sind die Gewinde von Luftschaft und Kolbenstange in den Öffnungen des Gabel-Castings sichtbar. Dann die entnommenen Inbus-Schrauben wieder verbauen. ACHTUNG: Die rote Schraube muss auf der Dämpfungsseite (aus Fahrerperspektive rechts) verbaut werden. Rockshox gibt ein Anzugsmoment von lediglich 6,8 Nm vor.

Zugstufenknopf aufstecken: Jetzt das Zugstufenstellrad wieder verbauen. Dazu einfach das entnommene Bauteil fest in die dafür vorgesehene Öffnung pressen. Bei Fox-Federgabeln oder älteren Rockshox-Gabeln das Stellrad mit der kleinen Madenschraube wieder auf dem entsprechenden Metallstift klemmen. Wer aus Sicherheitsgründen Luft abgelassen hat, kann die Gabel jetzt wieder aufpumpen.

Gabel einbauen: Damit keine Ölrückstände auf die Bremse gelangen, reinigen Sie die Gabel mit einem Tuch. Dann können Sie sie wieder im Rahmen verbauen.

Passende Ersatzteile für den Federgabel-Service

Jeder Federgabel-Hersteller wie Rockshox, Fox oder Manitou bietet für seine Gabeln entsprechende Service-Kits an. Darin sind alle benötig­ten Dichtungen, die Schaumstoffringe und die passenden Staubabstreifer enthalten.

Federgabel am Fahrrad richtig einstellen

Beim Federgabel-Setup kommt es auf den passenden Luftdruck und die richtige Einstellung der Ausfedergeschwindigkeit (auch Zugstufe oder Rebound) an.

  1. Zugstufe rausdrehen: Um die Federhärte unbeeinflusst einzustellen, müssen alle Dämpfungseinstellungen rausgedreht werden. Beginne mit der Zugstufe: Drehe den meist roten Knopf, der sich auf der Unterseite der Federgabel befindet, bis zum Anschlag gegen den Uhrzeigersinn.
  2. Druckstufe rausdrehen: Auch die Druckstufe muss auf die niedrigstmögliche Stufe. Drehe dafür den Hebel auf der Oberseite der Gabel gegen den Uhrzeigersinn. Manchmal besitzen Gabeln einen gerasterten blauen Drehknopf.
  3. Luft ablassen: Ermittle nun den maximalen Hub. Löse dafür die Kappe auf der Oberseite der Gabel und drücke mit einem spitzen Gegenstand vorsichtig auf das Ventil, bis die Luft komplett entwichen ist.
  4. Gummi-O-Ring nach unten drücken: Drücke im nächsten Schritt den kleinen Gummi-O-Ring am Standrohr nach unten bis an die Dichtungen. Fehlt der Ring, befestige locker einen Kabelbinder oder ein Stück Schnur.
  5. Gabel komprimieren: Mit Kraft von oben auf die Federgabel drücken. Diese sollte komplett, also bis zu einem spürbaren Anschlag, einfedern. Wenn sich der Anschlag schwammig anfühlt, ist eventuell noch etwas Luft in der Kammer.
  6. Gabel leicht aufpumpen: Damit sich die Gabel wieder auseinanderzieht, etwas Luft in die Kammer pumpen. Circa 30-40 PSI. Nutze dafür unbedingt eine spezielle Dämpferpumpe.
  7. Maximalen Hub abmessen: Im nun ausgefahrenen Zustand hat sich der O-Ring nach oben bewegt. Die Distanz zwischen den Dichtringen an der Gabelbrücke bis zum Gummi-O-Ring ist der maximale Hub.
  8. Federgabel aufpumpen: Nun ist das Ziel, den richtigen Luftdruck für dein Fahrergewicht einzustellen. Achte dabei auf die PSI-Empfehlungen des Herstellers. Falls diesbezüglich keine Angaben gemacht werden, nehme dein Körpergewicht als ungefähren PSI-Richtwert.
  9. Bike in Fahrposition belasten: Steige nun auf dein Bike, lehne dich gegen eine Wand und belaste es in der Fahrposition (CC/Tour/AM: im Sitzen; Enduro: im Stehen). Schiebe nun den Gummi-O-Ring nach unten und ziehe die Bremsen nicht an.
  10. “Sag” ermitteln: Messe jetzt die Distanz von der Dichtung zum Gummi-O-Ring. Hierbei spricht man vom sogenannten “Sag”. Dieser sollte bei CC-/Marathon-Bikes ca. 20 % des Maximalhubs betragen, bei Touren-/AM-Bikes 25 %, bei Enduros 30 %. Pumpe Luft nach oder lasse Luft ab, bis es passt.
  11. Durchschlagschutz prüfen: Steige anschließend auf dein Bike und komprimiere die Gabel kräftig. Die Distanz des Gummi-O-Rings bis zum Maximalhub ist der Restfederweg. Er sollte noch circa 1 cm betragen. Wenn die Gabel durchschlägt, solltest du nachpumpen.
  12. Zugstufe prüfen: Stelle dich hinter den Lenker und komprimiere die Gabel kräftig, dann den Lenker blitzartig loslassen. Die Federgabel schnellt nach oben. Sie sollte das so schnell wie möglich machen, ohne dass der Reifen vom Boden abhebt.
  13. Zugstufe einstellen: Stelle über das Drehrad auf der Unterseite der Gabel die Ausfederungsgeschwindigkeit (Zugstufe) ein. Am Besten Klick für Klick herantasten, bis der Speed passt.
  14. Druckstufe einstellen: Auch der Einfederungswiderstand kannst du oft einstellen. Je höher die Druckstufe, desto weniger wippt die Federgabel. Die meisten Gabeln bieten die Fahrmodi offen, gedämpft und gesperrt an.

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