Fahrrad für 10-Jährige kaufen: Tipps und Hinweise

Die Welt entdecken - und zwar auf zwei Rädern: Für Kinder beginnt dieses Abenteuer mit dem ersten eigenen Fahrrad. Mit dem Rad verändert sich etwas: Kinder fühlen sich größer, mutiger, unabhängiger. Bevor es losgeht, braucht es allerdings das richtige Bike. Und das will gut gewählt sein. Denn Sicherheit, Handling und Verarbeitung spielen eine große Rolle - vor allem, wenn die kleinen Abenteurer nicht nur langsam durch die Gegend rollen, sondern richtig Gas geben wollen.

Jugendfahrräder: Die Brücke zwischen Kindheit und Erwachsensein

Jugendfahrräder schließen die Lücke zwischen Kinderfahrrädern und Erwachsenenmodellen. Ab einer Laufradgröße von 24 Zoll spricht man meistens von einem Jugendfahrrad und nicht mehr von einem Kinderfahrrad. Fahrräder aus der Bikes.de Kategorie Jugendfahrräder eignen sich für eine Körpergröße ab ungefähr 134 - 140 Zentimentern.

Trotzdem gibt es bei Jugendfahrrädern, egal ob das Bike neutral, ein Jungenfahrrad oder ein Mädchenfahrrad sein soll, unzählige Designs und Farben, sodass jedes Kind und jeder Jugendliche etwas findet, was ihm gefällt. Von Retro bis modern, von klassisch bis ausgefallen, hier ist für jeden was dabei.

Die richtige Größe finden

Hierbei ist die Körpergröße allerdings lediglich eine Orientierung, welche Laufradgröße in Frage kommt. Entscheidend ist auch hier die tatsächliche Schrittlänge. Das Kind sollte mit den Fußspitzen den Boden berühren können, wenn der Sattel auf minimale Höhe eingestellt ist. Da sich jedes Kind individuell entwickelt, sollte man sich hierbei nicht nur nach Tabellen richten, sondern genügend Zeit dafür aufbringen, das wirklich passende Fahrrad zu finden. Eventuell macht es Sinn, die Schrittlänge einfach einmal selbst auszumessen.

Denn im Gegensatz zu Kleidung, in die Kinder ja noch hineinwachsen sollen, ist ein zu großes Fahrrad nicht nur unpraktisch, sondern auch gefährlich. Das Kind kann schnell die Kontrolle über sein unpassendes Fahrrad verlieren und dabei in brenzlige Situationen geraten.

Größentabelle als Orientierung

Welche Größe aktuell zu deinem Kind passt, richtet sich eher nach der Körpergröße als nach dem Alter des Kindes, die Altersangaben sind daher nur als grobe Richtlinie gedacht. Welche Größe passt kannst du dieser Übersicht entnehmen.

  • Körpergröße bis 100 cm: 12-14 Zoll
  • Körpergröße 110-120 cm: 16 Zoll
  • Körpergröße 120-135 cm: 20 Zoll
  • Körpergröße 135-145 cm: 24 Zoll
  • Körpergröße ab 145 cm: 26 Zoll

Einige Hersteller geben auch die Schrittlänge an um die Größe zu ermitteln. Das ist nicht ganz abwegig, schließlich sind bei jedem Menschen die Körperproportionen etwas anders und ein Fahrrad, vor allem ein Kinderfahrrad, muss zur Länge der Beine passen.

Generell fährt ein Kind leichter auf einem Fahrrad das etwas zu klein ist. Ein zu großes Fahrrad kann deinem Kind für alle Zeiten die Freude am Fahrradfahren verderben! Kleine Fahrräder sind leichter, mit weniger Gewicht kommt ein Kind besser zurecht. Je größer das Fahrrad ist, desto höher liegt auch der Schwerpunkt, damit wird es schwieriger das Fahrrad auszubalancieren. Nicht zuletzt ist der Fallweg von einem kleinen Fahrrad bis zum Boden geringer, Stürze haben seltener schwere Folgen.

Gewicht und Handling

Neben der Größe des neuen Fahrrads ist auch das Gewicht nicht unwichtig. Denn je leichter das Bike ist, desto einfacher ist es zu handeln. Mit einem leichten Kinderfahrrad kann ein Kind leicht Radfahren und mit einem schweren nur schwer.

Last but not least erfüllt es Kinder immer mit großem Stolz, wenn sie ihr Rad selber eine Treppe hochtragen können. Geringes Gewicht ist eines der Hauptkriterien in Bezug auf die Frage, welche Fahrräder Aufnahme im Kinderfahrradfinder finden.

Auch das zulässige Gesamtgewicht (Eigengewicht Fahrrad und Gewicht des Kindes) für ein Kinderfahrrad ist wichtig und muss altersgerecht sein. Ein 16-Zoll-Kinderfahrrad sollte deshalb mindestes 30 Kilo Gesamtgewicht oder mehr zulassen.

Sicherheit geht vor

Im Vergleich zu Kinderfahrrädern müssen Jugendfahrräder etwas mehr Anforderungen erfüllen, denn sie werden vollwertig im Straßenverkehr genutzt. So sollte neben einem möglichst geringen Gewicht, der passenden Rad-Größe und einer guten Sitzhaltung die Verkehrssicherheit oberste Priorität haben.

Laut der Straßenverkehrsordnung (StVO) sollte ein Jugendrad mit einer korrekten Beleuchtung bzw. Da Kinder bereits ab 8 Jahren am Straßenverkehr teilnehmen dürfen, es ab 10 Jahren sogar müssen, sollte jedes Jugendfahrrad mit einer verkehrssicheren Lichtanlage ausgestattet sein. Hierzu gehören ein weißer Frontstrahler, ein rot leuchtender Rückstrahler und Reflektoren vorne, hinten, in den Speichen und an den Pedalen.

LED-Systeme sind besonders ausfallsicher und bieten somit mehr Sicherheit. Straßentaugliche Fahrräder müssen zwingend mit zwei voneinander unabhängigen Bremssystemen ausgestattet sein.

Bremsen und Schaltung

Als zweites System gibt es oftmals eine weitere Handbremse, unabhängig bedienbar für das zweite Rad oder aber eine Rücktrittbremse. Diese hat den Vorteil, dass sie sich weniger abnutzt und wartungsärmer ist, als eine Felgenbremse und auch weniger Krafteinsatz benötigt. Beim Bremsen bleiben beide Hände vollkommen sicher am Lenker. Auch ist die Sturzgefahr durch ein abrupt blockiertes Vorderrad geringer.

Einsteiger-Gangschaltungen mit 3 oder 7 Gängen können den Fahrspaß mit einem Jugendfahrrad deutlich erhöhen. So kann der jugendliche Fahrer besser auf unterschiedliche Höhenbedingungen reagieren und ist flexibler in der Streckenauswahl. Eine gut hörbare Klingel ist ebenfalls Pflicht.

Fahrräder bis 20“ haben meist einen universellen Gang, mit dem Kinder wunderbar fahren können, Gänge auszuwählen würde sie nur überfordern. Einfache Fahrräder ab 24“ haben eine 3 Gang-Nabenschaltung oder eine Kettenschaltung mit Drehgriff. Sie bietet sieben oder acht Gänge, das hängt von der Anzahl der Zahnräder am hinteren Laufrad ab. Diese Schaltungen haben einen Drehschalter der am Lenker an einen Griff anschließt. Diese Schaltungen sind perfekt um den Einsatz verschiedener Gänge zu üben.

Fahrradtypen für junge Radfahrer

Jugendfahrräder sind für kleine Radfans der perfekte Einstieg. Insbesondere Räder der Kategorie „All-Terrain-Bikes“ eignen sich hervorragend für jeglichen Einsatz. Damit kommt man morgens sicher zur Schule, nachmittags mit Freunden ins Freibad, abends zum Sport Training und am Wochenende mit der Familie zu einem Ausflug.

Neben den Allroundtalenten ATBs können natürlich auch weitere Fahrradtypen, je nach Bedürfnis und Anforderung, Sinn machen. So gibt es bei den Jugendfahrrädern eigentlich fast dieselben Kategorien, wie bei den Modellen für Erwachsene. Soll das neue Fahrrad täglich und für kürzere Strecken innerhalb von Ortschaften genutzt werden, so ist vielleicht ein Stadtfahrrad genau das richtige. Mountainbikes gibt es natürlich auch in der 26 Zoll Größe. Sie eignen sich perfekt für jugendliche Sportfans, die gerne off-Road und im Gelände unterwegs sind.

Weitere Tipps für den Kauf

  • Probefahrt: Vor dem Kauf eines Kinderfahrrads ist es immer von Vorteil, die Kleinen beim Fachhändler Probe sitzen zu lassen und das Rad zuvor richtig einzustellen.
  • Regelmäßige Überprüfung: Damit das Jugendfahrrad auch dauerhaft alle Sicherheitsvorschriften erfüllt, ist eine regelmäßige Überprüfung sinnvoll. Die Bremsen sollten sofort greifen und das Rad zum Stillstand kommen. Sämtliche Komponenten sollten fest verbaut sein. Die Fahrradkette freut sich ebenfalls über etwas Aufmerksamkeit.
  • Zubehör: Um die Kleidung der jungen Fahrer vor Dreckspritzern zu schützen, können Schutzbleche an den Rädern montiert werden. Ein Gepäckträger bzw.
  • Helm: Niemals ohne!

Was kostet ein gutes Fahrrad?

Wer ein qualitativ hochwertiges Kinderfahrrad sucht, muss mit einem Preis von 300 bis über 400 Euro rechnen. Doch Qualität zahlt sich in dem Fall aus: Die Eigenschaften eines guten Fahrrads erleichtern es den Kindern extrem, das Radfahren zu lernen.

Schaut man sich aber den Wiederverkaufswert hochwertiger Kinderfahrräder an, so kostet auch ein 500.- Euro 20 Zoll Rad am Ende nur ca. EUR 75.-/Jahr - also EUR 6,25/Monat. Soviel etwa - bzw. Diese Rechnung geht allerdings nur auf, wenn man sich das Rad nicht klauen lässt - bzw. man für diesen Fall eine Versicherung hat.

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