Können Sie sich noch an Ihr erstes Fahrrad erinnern? Und an die ersten Versuche, das Fahrradfahren zu lernen? Die Fahrräder waren fast so schwer wie man selbst, zu Beginn versuchte man mit Hilfe von Stützrädern nicht umzukippen. Da die Bremsen unmöglich von einer kleinen Kinderhand zu bedienen war, nutzte man den Rücktritt.
Das „Laufrad“ war noch nicht erfunden und es dauerte mehrere Monate, bis man endlich die ersten Meter am Fahrrad ohne Stützräder und ohne Sturz zurücklegen konnte. Doch dann endlich: die ersten Ausflüge auf zwei Rädern zu den Nachbarskindern - jeden Tag ein neues Abenteuer - das Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit.
Und heute? Der Umweltschutz ist wichtiger denn je. Man merkt auch immer mehr wie wichtig Bewegung für unseren Körper ist. Wir wissen schon lange, dass Fahrradfahren nicht nur gesund ist, sondern zugleich die Umwelt schont. Es ist daher sehr wünschenswert, wenn Kinder schon so früh wie möglich eine große Begeisterung für Fahrräder entwickeln können.
Welche Kinderfahrräder gibt es?
Sie können natürlich einfach mit Ihrem Kind in ein Fachgeschäft gehen und ein Fahrrad aussuchen, das dem Kind gefällt. Leider ist das oft nicht so einfach, weil Farbe, Design und Zubehör das Kind oft sehr beeinflussen. Sieht Ihre Tochter einen Puppensitz am Fahrrad oder glitzert das Fahrrad gar in Pink, könnte es sein, dass sich Ihr Kind in das „falsche“ Fahrrad verliebt. Daher ist es oft besser, sich schon vorab über die unterschiedlichen Marken und Typen zu informieren.
Die gängigsten hochwertigen Kinderfahrräder am Markt sind derzeit von Puky (Deutschland), Woom (Österreich), KUbike (Deutschland) und Islabike (England). Mittlerweile verkaufen diese Hersteller Ihre Fahrräder hauptsächlich online und liefern Europaweit.
Lauflernrad
Ein Rutschfahrzeuge oder ein Lauflernrad hat in der Regel 4 Räder und fördert schon sehr früh die Motorik und das Gleichgewicht der Kleinsten. Wir selbst starteten mit dem „My first PUKY„. Die ersten Bewegungen machen damit nicht nur Spaß, sie stärken auch die Sinne des Kindes. Nicht nur das Auf- und Absteigen, sondern auch das Abstoßen und Lenken können erlernt werden. Rutschfahrzeuge und Lauflernräder eignen sich bereits für Kinder ab einem Jahr.
Das Laufrad
Der nächste Schritt ist das erste Laufrad. Sobald Ihr Kind sicher stehen und laufen kann und es auch in der Lage ist das Laufrad selbständig zu halten, können Sie den ersten Versuch wagen.
Achten Sie bei der Wahl des Laufrades bitte auf folgende Punkte:
- rutschfeste Griffe für den Lenker
- höhenverstellbarer Sattel
- Luftbereifung für eine gute Federung für draußen oder Vollgummireifen für drinnen
- eine Bremse um früh genug den Umgang zu lernen
Laufräder gibt es aus folgenden Materialien:
- Holz
- Metall
- oder Kunststoff
Laufrad Vergleich
Hier ist ein Vergleich einiger beliebter Laufräder:
| Modell | Gewicht | Alter | Körpergröße | Preis |
|---|---|---|---|---|
| Woom 1 | 3 kg | 1,5 - 3,5 Jahre | 82-100 cm | 179 € |
| KUbikes 12 Tour | ab 3,73 kg | ab 2 Jahre | ab 88 cm | 149 € |
| Islabike Rothan | ab 3,2 kg | ab 2 Jahre | ab 88 cm | 199 € |
| Puky 4090 - LR Light | ab 3,65 kg | ab 2 Jahre | ab 88 cm | 159 € |
| Frog TADPOLE | ab 4,17 kg | ab 2 Jahre | ab 88 cm | 265 € |
Das erste Kinderfahrrad
Wenn Ihr Kind schon sicher mit dem Laufrad unterwegs ist, hat es seinen Gleichgewichtssinn und seine Koordinationsfähigkeiten schon optimal für das Fahrrad fahren vorbereitet. Nun ist es so weit, ein passendes Fahrrad für Ihren Schatz auszusuchen.
Folgende Kriterien sollten Sie bei der Auswahl des richtige Fahrrades beachten:
- die richtige Größe
- eine aufrechte Sitzposition
- ein tiefer Einstieg damit das Kind leicht auf- und absteigen kann
- das Gewicht - je leichter das Fahrrad desto besser
- das passende Zubehör (Helm, Licht, Schloss, etc.)
Die richtige Größe des Fahrrades
Ausschlaggebend für die Auswahl der richtigen Fahrradgröße ist nicht das Alter, sondern die Körpergröße bzw. vor allem die Innenbeinlänge/Schrittlänge.
So messen Sie die Schrittlänge:
- stellen Sie Ihr Kind ohne Schuhe mit dem Rücken an die Wand
- Schieben Sie z.B. ein Buch zwischen die Beine Ihres Kindes, als ob es darauf sitzen würde.
- Markieren Sie die Stelle an der Wand an der das Buch anliegt.
- Messen Sie von der Markierung bis zum Boden.
Hier ist eine Tabelle, die ungefähre Schrittlängen zu Körpergröße und Alter angibt:
| Alter | Körpergröße | Schrittlänge |
|---|---|---|
| 2 - 3 Jahre | 98 cm | 400 mm |
| 3 - 4 Jahre | 104 cm | 440 mm |
| 4 - 5 Jahre | 110 cm | 480 mm |
| 5 - 6 Jahre | 116 cm | 510 mm |
| 6 - 7 Jahre | 122 cm | 550 mm |
| 7 - 8 Jahre | 128 cm | 590 mm |
| 8 - 9 Jahre | 134 cm | 620 mm |
| 9 - 10 Jahre | 140 cm | 660 mm |
Stützräder
Stützräder sind kontraproduktiv und erschweren das Lernen unnötig! Mehr darüber können Sie in unserem Artikel über Kinderfahrräder mit Stützrädern lesen.
Rücktritt
Auch der Rücktritt gilt heute als veraltet. Der ADAC hat 2024 insgesamt 14 Kinderfahrräder mit 16-Zoll-Reifen auf Handhabung, Fahreigenschaften, Eignung für das Kind, Sicherheit und Schadstoffe geprüft. Viele der getesteten Fahrräder haben einen stolzen Preis. Doch muss das sein?
Mit acht der getesteten Kinderfahrräder für den Einstieg ins Radfahren erhält über die Hälfte das ADAC Urteil "gut". Vier Räder bekommen das Urteil "befriedigend", eines das Urteil "ausreichend" und eines fällt mit "mangelhaft" durch. Mit dem Testsieger Woom und dem zweitplatzierten Puky erzielen zwei namhafte Hersteller das beste Ergebnis.
Wer ein qualitativ hochwertiges Kinderfahrrad sucht, muss mit einem Preis von 300 bis über 400 Euro rechnen. Doch Qualität zahlt sich in dem Fall aus: Die Eigenschaften eines guten Fahrrads erleichtern es den Kindern extrem, das Radfahren zu lernen. Positiv fiel auf, dass der Bremshebel und die Sattelhöhe ohne Werkzeug einstellbar sind.
Die leichtgängigen Bremsen funktionieren fast zu gut, denn sie mussten mit etwas Vorsicht eingebremst werden. Hilfreich in der Bedienung der Bremsen ist in jedem Fall, dass der hintere Bremshebel farblich markiert ist. So können Kinder beim Fahrradfahren den vorderen und hinteren Bremshebel nicht verwechseln.
Der positive Effekt eines möglichst geringen Gewichts hatte sich auch bereits im ADAC Test von Kinderfahrrädern mit 20 Zoll gezeigt.
Die Anforderung der geltenden Norm DIN 8089 schreibt eine Pedal-Neigung von mindestens 23 Grad vor, die beim Kurvenfahren mit diesem Modell aber nicht möglich war. Das Pyro Sixteen lässt nicht einmal 18 Grad zu, dann berührt das Pedal den Boden. Beim Kurvenfahren wird das gefährlich, wie der Praxistest eindeutig gezeigt hat.
Denn die Kinder berührten mit den Pedalen teilweise die Fahrbahn und wurden dadurch regelrecht mit dem Fahrrad zur Seite versetzt. Das hatte das ADAC Urteil "mangelhaft" zur Folge.
Ergebnisse im Überblick
Die 14 Kinderfahrräder mit 16-Zoll-Reifen für Kinder ab drei Jahren wurden mit unterschiedlicher Gewichtung in den fünf Kategorien Fahreigenschaften, Eignung für das Kind, Handhabung, Sicherheit und Haltbarkeit sowie Schadstoffe getestet (siehe Einzelbewertungen in der Tabelle). Die Fahreigenschaften der Räder wurden in einem Praxistest mit neun Kindern überprüft.
Das Kinderfahrrad Sixteen vom Hersteller Pyro musste deswegen, wie oben beschrieben, sogar auf das ADAC Urteil "mangelhaft" abgewertet werden. Fünf Hersteller hatten nicht die vorgegebene Anzahl an Reflektoren für ein verkehrssicheres Fahrrad angebracht, bei acht Modellen gab es keinen vollständigen Schutz der Kette.
Beim Kinderfahrrad von Bikestar waren die Lenkerenden nicht geschützt, und beim Modell von Cube ließen sich die Griffe abziehen.
Technische Schwächen zeigte besonders das Fahrrad Royal Baby Freestyle mit den schlechtesten Bremsen im ADAC Test, die sich negativ sowohl auf das Bremsverhalten als auch die Einstellung der Bremsen auswirkten. Das führte letztendlich zum vorletzten Platz im Test mit dem ADAC Urteil der Note "ausreichend".
Überraschend ist, dass nur die zwei preisgünstigsten Modelle im Test (Royal Baby Freestyle und B'Twin 500 Robot) frei von Schadstoffen sind. Bei allen anderen Kinderfahrrädern wurden Schadstoffe in den Griffen und auch im Sattel gefunden.
Das Kinderrad MX 16 2023 von Orbea, das immerhin rund 360 Euro kostet, hatte mit dem Weichmacher DPHP Schadstoffe in den Griffen und musste dadurch auch abgewertet werden. Ein Verbot dieses Weichmachers gibt es bisher nicht, das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt aber, ihn nicht einzusetzen.
Deshalb wurde das Kinderfahrrad 16 Zoll von Orbea im ADAC Test abgewertet und erhielt in der Kategorie Schadstoffe die Note "ausreichend".
Generell ist es von Vorteil, wenn das erste Kinderfahrrad ein geringes Eigengewicht hat. Denn: Je leichter ein Kinderfahrrad ist, desto leichter ist das Üben für das Kind und desto besser auch das Fahrverhalten. Auch das zulässige Gesamtgewicht (Eigengewicht Fahrrad und Gewicht des Kindes) für ein Kinderfahrrad ist wichtig und muss altersgerecht sein.
Ein 16-Zoll-Kinderfahrrad sollte deshalb mindestes 30 Kilo Gesamtgewicht oder mehr zulassen. Das getestete Kinderfahrrad 16 Zoll von Pyro (Testverlierer) lässt jedoch nur 25 Kilo Gesamtgewicht zu. Bei dem Eigengewicht des Rads von 6,4 Kilo darf das Kind inklusive Kleidung nur noch 18,6 Kilo wiegen. Das ist sehr grenzwertig, da das durchschnittliche Gewicht in der Altersgruppe (4 bis 5 Jahre) bei 18 bis 21 Kilo liegt.
Positiv fallen dagegen die Hersteller Woom (Testgewinner) und Puky auf. Denn sie geben ein zulässiges Gesamtgewicht von 60 Kilo an, was sehr gut ist. Das Kinderfahrrad von Woom ist mit 5,9 Kilo Eigengewicht zudem das leichteste Fahrrad im ADAC Test.
Vor dem Kauf eines Kinderfahrrads ist es immer von Vorteil, die Kleinen beim Fachhändler Probe sitzen zu lassen und das Rad zuvor richtig einzustellen. Dabei sollten Sattelhöhe, Lenkerposition und die Erreichbarkeit der Bremshebel so eingestellt sein, dass diese vom Kind einfach bedient werden können.
Radfahren bedeutet auch, den ein oder anderen Sturz zu erleben. Deshalb ist das Tragen eines gut sitzenden Fahrradhelms immer unerlässlich.
Sollten Bedenken wegen möglicher Schadstoffe in den Lenkergriffen bestehen, können diese immer im Fachhandel getauscht werden.
Welches 12 Zoll-Fahrrad zum Radfahren lernen geeignet ist, worauf man achten sollte: Hier wichtige Infos sowie unsere Favoriten für Kinderfahrräder ab 2 Jahre.
Wir haben recherchiert, worauf man bei einem Kinderfahrrad achten muss, das für Kinder ab etwa 2 Jahre passt. Auch unsere eigenen Erfahrung sowie zahlreiche Tipps und Empfehlungen aus der WUNSCHKIND-Community haben wir bei der Fahrrad-Auswahl einfließen lassen. Wir haben geprüft, welche Modelle ergonomisch, gut anpassbar und ideal für den Einstieg ins Radfahren geeignet sind.
Die 10- oder 12-Zoll-Reifen sollten genug Profil für guten Grip haben.
Die Handbremse sollte nah am Griff liegen, damit Kinder sie leicht erreichen.
Die Bremse am Laufrad sollte einen geringen Hebelweg für eine schnelle Reaktion haben.
Einige Laufräder haben verstellbare Lenker, um mit dem Kind mitzuwachsen.
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