Das erste Fahrrad für den heranwachsenden Nachwuchs ist wahrlich ein Erlebnis für Klein und Groß - aber je nach Modell auch eine saftige Investition. Egal, ob du für dein eigenes Kind oder den Enkel ein geeignetes Zweirad suchst, wir stellen dir in diesem Artikel grob in die Altersklassen aufgedröselt die besten Fahrräder für drei bis etwa 12-Jährige vor.
Die richtige Größe finden
Welche Größe muss das Kinderfahrrad haben? Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Sie spielen und haben einen ganz anderen Lebensraum als wir großen Menschen. Die Vielfalt der Kinderfahrräder geht auf ihre Bedürfnisse ein. Je kleiner ein Kind ist, desto spielerischer wird es mit dem Zweirad umgehen. Über die Jahre hinweg haben sich in der Fahrradbranche Richtwerte herauskristallisiert, mit denen du die für dein Kind geeignete Fahrradgröße bestimmen kannst. Entscheidend ist hierfür insbesondere die Körpergröße deines Nachwuchses. Diese kann naturgemäß je nach Entwicklungsstand des Kindes variieren und dient daher lediglich als erste grobe Orientierung.
Es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen der Sattelhöhe des Fahrrads und der Schrittlänge des Kindes. Die Körpergröße hat einen Einfluss auf die Schrittlänge, aber da gibt es große Unterschiede. Das Alter ist viel zu ungenau.
Am besten nimmst du die Schrittlänge um passende Fahrräder zu finden, zur Not tut es auch die Körpergröße. Auf die Altersangabe solltest du dich nicht verlassen, da sind die Unterschiede zwischen den Kindern am größten.
So ermitteln Sie die Schrittlänge Ihres Kindes:
- Mit dem Rücken an die Wand, aufrecht stehen, beide Füße am Boden und Beine durchgestreckt.
- Mit einem Buch oder Lineal zwischen den Beinen waagrecht den höchsten Punkt suchen.
- Miss den Abstand der Oberkante des Lineals bis zum Boden.
Mit der so gemessenen Schrittlänge findest du in unserer Tabelle die passende Kategorie.
Fahrräder bis 20“ haben meist einen universellen Gang, mit dem Kinder wunderbar fahren können, Gänge auszuwählen würde sie nur überfordern. Einfache Fahrräder ab 24“ haben eine 3 Gang-Nabenschaltung oder eine Kettenschaltung mit Drehgriff. Sie bietet sieben oder acht Gänge, das hängt von der Anzahl der Zahnräder am hinteren Laufrad ab. Diese Schaltungen haben einen Drehschalter der am Lenker an einen Griff anschließt. Diese Schaltungen sind perfekt um den Einsatz verschiedener Gänge zu üben. Dann fällt später der Umstieg auf ein Fahrrad mit einer Kettenschaltung die über zwei Hebel bedient wird und viele Gänge bietet nicht schwer.
Größentabelle für Kinderfahrräder
Hier eine Übersicht zur Orientierung:
| Alter | Körpergröße | Beinlänge | Sattelhöhe | Typische Fahrradgröße |
|---|---|---|---|---|
| ab 3 Jahre | 95 - 103 cm | 38 - 44 cm | 40 - 46 cm | 12 Zoll und 14 Zoll |
| ab 4 Jahre | 103 - 115 cm | 44 - 50 cm | 46 - 53 cm | 16 Zoll |
| ab 6 Jahre | 115 - 127 cm | 50 - 57 cm | 53 - 61 cm | 18 Zoll und 20 Zoll |
| ab 8 Jahre | 127 - 138 cm | 57 - 65 cm | 61 - 70 cm | 24 Zoll |
| ab 10 Jahre | ab 138 cm | ab 65 cm | ab 70 cm | 26 Zoll |
Für 7-Jährige bedeutet das: Für Kinder mit einer Körpergröße ab ca. 120 cm und einer Schrittlänge von 55 cm eignen sich Fahrräder mit 20 Zoll Laufrädern. Das betrifft hauptsächlich die Altersgruppe zwischen 7 und 10 Jahren.
Sicherheitsaspekte
Ein zu großer Rahmen ist ein Sicherheitsrisiko - vor allem, wenn Dein Kind nicht schnell genug mit den Füßen auf den Boden kommt. Gleichzeitig sollte der kleine Radler auf beiden Füßen über dem Rahmen (also vor dem Sattel) stehen können, ohne dabei auf dem Oberrohr aufzusitzen. Auch das wäre ein Zeichen für einen zu großen bzw. hohen Rahmen.
Für die Sicherheit des Kindes ist es besser wenn es im Sattel sitzend mit beiden Beinen den Boden erreichen kann.
Wichtige Sicherheitsmerkmale:
- Helm: Niemals ohne!
- Bremsen: Der Hebelweg darf nicht zu groß sein, schließlich sind die Hände klein und die Finger kurz. Der Bremshebel muss leicht zu ziehen sein, denn allzu viel Kraft haben die Kinder noch nicht. Allerdings dürfen die Bremsen nicht zu stramm eingestellt werden, denn die Kinder müssen erst lernen, diese zu dosieren.
- Rahmen: Besonders wichtig ist ein möglichst tiefer Einstieg. Der tiefe Einstig verhindert außerdem so manchen schweren Unfall, denn die Kids können schnell abspringen wenn sie die Balance verlieren und sie fallen nicht auf das Oberrohr.
Empfehlungen für Kinderfahrräder
Hier eine Auswahl an empfohlenen Fahrrädern für Kinder:
Kinderfahrräder in 18 Zoll und 20 Zoll
18" ist eine relativ seltene Zwischengröße, die nicht alle Hersteller bieten. Wie bei allen Fahrrädern ist das Draufsitzen und Probefahren der beste Größenindikator!
- S´cool XX Lite Evo: Das S´cool XX Lite Evo ist ein sportliches 18" Kinderfahrrad mit einer Durchstiegshöhe von 23 cm. Die 3-Gang Nabenschaltung lässt sich per Drehgriff bedienen, gebremst wird hinten mit Rücktrittbremse.
- Kania Twenty City: Mit dem Twenty City setzt Kania Bikes auf eine bewährte Geometrie mit extra tiefem Einstieg und leichte Komponenten wie Felgen, Naben, Tretlager und Gabel. Verzichtet wird bei diesem Modell auf eine Gangschaltung.
- Puky LS Pro 20- SL: Generell nicht unbedingt für Leichtbau bekannt, bringt Puky mit dem LS 20 ein echtes Leichtgewicht! Basierend auf einem Alu-Rahmen sind auch Gabel und Kurbeln aus Aluminium. Verbaut ist eine kindgerechte V-Brake, geschaltet wird per Drehgriff mit Shimanos Tourney 7-Gang Schaltung - das sorgt für einfaches Bergauf- und abfahren.
ADAC Test Kinderfahrräder 16 Zoll 2024
Der ADAC hat 2024 insgesamt 14 Kinderfahrräder mit 16-Zoll-Reifen auf Handhabung, Fahreigenschaften, Eignung für das Kind, Sicherheit und Schadstoffe geprüft. Mit acht der getesteten Kinderfahrräder für den Einstieg ins Radfahren erhält über die Hälfte das ADAC Urteil "gut". Vier Räder bekommen das Urteil "befriedigend", eines das Urteil "ausreichend" und eines fällt mit "mangelhaft" durch.
Testsieger: Mit dem Testsieger Woom und dem zweitplatzierten Puky erzielen zwei namhafte Hersteller das beste Ergebnis. Wer ein qualitativ hochwertiges Kinderfahrrad sucht, muss mit einem Preis von 300 bis über 400 Euro rechnen.
Ergebnisse im Überblick
Die 14 Kinderfahrräder mit 16-Zoll-Reifen für Kinder ab drei Jahren wurden mit unterschiedlicher Gewichtung in den fünf Kategorien Fahreigenschaften, Eignung für das Kind, Handhabung, Sicherheit und Haltbarkeit sowie Schadstoffe getestet.
Schadstoffe: Überraschend ist, dass nur die zwei preisgünstigsten Modelle im Test (Royal Baby Freestyle und B'Twin 500 Robot) frei von Schadstoffen sind. Bei allen anderen Kinderfahrrädern wurden Schadstoffe in den Griffen und auch im Sattel gefunden.
Praxis-Tipps für Eltern
- Vor dem Kauf eines Kinderfahrrads ist es immer von Vorteil, die Kleinen beim Fachhändler Probe sitzen zu lassen und das Rad zuvor richtig einzustellen.
- Dabei sollten Sattelhöhe, Lenkerposition und die Erreichbarkeit der Bremshebel so eingestellt sein, dass diese vom Kind einfach bedient werden können.
- Radfahren bedeutet auch, den ein oder anderen Sturz zu erleben. Deshalb ist das Tragen eines gut sitzenden Fahrradhelms immer unerlässlich.
- Sollten Bedenken wegen möglicher Schadstoffe in den Lenkergriffen bestehen, können diese immer im Fachhandel getauscht werden.
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