Fahrrad für 9-Jährige im Test: Was ist wichtig?

Für Kinder im Grundschulalter spielt das Fahrrad eine wichtige Rolle, mit dem sie endlich selbst zum Sportplatz oder zur Schule fahren können. Bei der Wahl des richtigen Fahrrads gibt es jedoch einiges zu beachten. Die Stiftung Warentest hat diejenigen engagiert, die es am besten wissen müssen: raderprobte Grundschulkinder. Sie waren unsere Tester im Praxistest.

Worauf Sie beim Fahrradkauf achten sollten

Ein Kinderfahrrad sollte leicht, sicher zu bedienen und günstig sein. Im Praxisteil der Tests zeigte sich schnell, dass die Kinder mit den leichteren 20-Zoll-Fahrrädern im Vergleich besser zurechtkamen. Viele Modelle sind dagegen 13 bis 15 Kilogramm schwer - und das kann für weniger kräftige Kinder schon zu viel sein. Bei den Fahrten und vor allem beim Aufheben eines Rads zeigt sich schnell, ob sich das Kind mit dem Fahrradgewicht arrangieren kann.

Die Größe von Kinderfahrrädern wird meist in Zoll angegeben. Bei den Testkandidaten handelt es sich um 20-Zoll-Kinderfahrräder - in der Regel eignen sie sich für Grundschulkinder. Ob ein Rad tatsächlich passt oder nicht, hängt aber vor allem von der niedrigsten einstellbaren Sattelhöhe ab. Und damit auch davon, ob ein Kind eher groß oder klein ist.

Tipp: Die Kinderfahrräder kosten bis zu 575 Euro.

Sicherheit und Handhabung

Dabei sollten Bremsgriffe, Position und Erreichbarkeit der Klingel so eingestellt werden, dass sie vom Kind möglichst einfach bedient werden können. Eine richtige Einstellung des Rads sowie eine Probefahrt beim Fachhändler sind von Vorteil. Erste Übungsfahrten mit Kindern sollten bestenfalls auf einem abgesperrten Gelände durchgeführt werden. Ein Fahrradhelm sollte jederzeit getragen werden, auch hier gelten die Eltern als Vorbilder.

Es gibt zwar vereinzelt Hersteller, die diese Anfänger-Modelle auch mit Gangschaltung anbieten. Da wir uns in unserem Test jedoch speziell auf Modelle für Fahranfänger beschränken, finden sich in der Auswahl der getesteten Produkte keine Fahrräder mit Schaltung. Allerdings ist es für Kinder, die mit dem Radfahren gerade beginnen, sehr wichtig, zunächst die Basics zu lernen - wie Balance, Treten und Lenken.

Technische Aspekte

  • Die geprüften Fahrräder sind mit Ketten- oder Nabenschaltung, mit zwei Handbremsen oder Vorder- und Rücktrittbremse ausgestattet.
  • Mit bis zu 15 Kilogramm wiegen die Kinderfahrräder im Test so viel wie manches Fahrrad für Erwachsene.
  • Zarten Kindern kann es schwerfallen, dieses Gewicht anzuheben und mit den Rädern anzufahren, selbst Erwachsene können beim Schleppen ins Schwitzen kommen.
  • Nur ein teures Rad ist wirklich leicht und sehr kindgerecht gebaut.

Ergebnisse im Überblick

Gemeinsam mit der Stiftung Warentest hat der ADAC zwölf Kinderfahrräder in den Kategorien Handhabung, Fahren, Eignung für das Kind, Sicherheit und Haltbarkeit sowie Schadstoffe getestet. Mit acht der getesteten Kinderfahrräder für den Einstieg ins Radfahren erhält über die Hälfte das ADAC Urteil "gut". Vier Räder bekommen das Urteil "befriedigend", eines das Urteil "ausreichend" und eines fällt mit "mangelhaft" durch.

Testsieger und Preis-Leistungs-Sieger

  • Mit dem Testsieger Woom und dem zweitplatzierten Puky erzielen zwei namhafte Hersteller das beste Ergebnis.
  • Das City Bike 20 Zoll D4 Rock von Decathlon wurde mit 270 Euro als Preisbrecher aufgenommen. Umso erfreulicher, dass damit auch das günstigste Kinderrad im Test das ADAC Urteil "gut" erreichte.
  • Neben seinen guten Fahreigenschaften überzeugte das Decathlon mit dem besten Licht inklusive Standlicht vorn und hinten.

Wer ein qualitativ hochwertiges Kinderfahrrad sucht, muss mit einem Preis von 300 bis über 400 Euro rechnen. Doch Qualität zahlt sich in dem Fall aus: Die Eigenschaften eines guten Fahrrads erleichtern es den Kindern extrem, das Radfahren zu lernen.

Schadstoffe im Test

Bei sieben Fahrrädern wurden auch Schadstoffe im Sattel festgestellt. Im Test wurde der Weichmacher DPHP in den Sätteln von Raymon, S‘cool, Victoria, Bulls, KTM und Woom nachgewiesen. Im Sattel des Puky Cyke wurden sogenannte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (kurz PAK) gefunden.

Tabelle: Ergebnisse der Schadstoffprüfung

Fahrradmarke Gefundene Schadstoffe
Raymon DPHP
S‘cool DPHP
Victoria DPHP
Bulls DPHP
KTM DPHP
Woom DPHP
Puky Cyke PAK

Weitere Aspekte

Beim im Mittelfeld platzierten Avanti 7 20 von Pegasus fällt sein zulässiges Gesamtgewicht von 115 Kilogramm auf - ein Wert, der bei einem Kinderfahrrad nicht wirklich notwendig erscheint. Zudem ist das Avanti 7 20 mit über 15 Kilogramm das schwerste Kinderfahrrad im Test und damit fast doppelt so schwer wie das Modell von Woom.

Achten Sie auf das zulässige Gesamtgewicht: Ein 16-Zoll-Kinderfahrrad sollte deshalb mindestes 30 Kilo Gesamtgewicht oder mehr zulassen. Das getestete Kinderfahrrad 16 Zoll von Pyro (Testverlierer) lässt jedoch nur 25 Kilo Gesamtgewicht zu.

Praxis-Tipps für Eltern: Vor dem Kauf eines Kinderfahrrads ist es immer von Vorteil, die Kleinen beim Fachhändler Probe sitzen zu lassen und das Rad zuvor richtig einzustellen. Radfahren bedeutet auch, den ein oder anderen Sturz zu erleben. Deshalb ist das Tragen eines gut sitzenden Fahrradhelms immer unerlässlich. Sollten Bedenken wegen möglicher Schadstoffe in den Lenkergriffen bestehen, können diese immer im Fachhandel getauscht werden.

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