Wir brauchen frische Luft und den Blick in die sattgrüne Weite für unser seelisches und körperliches Wohlbefinden. Je öfter wir uns dies gönnen, umso besser mag es uns gehen.
Vielleicht erinnerst du dich gerade in diesem Moment an jene unbeschwerte, vergangene Zeit, in der du spontan kleine Ausflüge unternehmen und dich kurzerhand in den Sattel schwingen konntest. Das Alter, Krankheiten, ein schwerer Unfall, genetische Dispositionen … die Liste der Gründe für mögliche Einschränkungen lässt bereits vermuten, was uns am Ausüben unseres geliebten Hobbys in die Quere kommen könnte. Vermutlich bist du von einem dieser Handycaps betroffen.
Deshalb bist du hier genau richtig: Tolle Möglichkeiten auch für knifflige Situationen sind für dich, wie auch für unsere Verwandten und Freunde, zu Hauf vorhanden. Es sind schließlich weit mehr Personen von kleinen und großen Einschränkungen betroffen, als man erahnen mag. Wir zeigen dir gerne, wie grandios und vor allem vielfältig sich die Fahrradindustrie auf Menschen mit Behinderungen eingestellt hat.
Fahrradfahren mit Beeinträchtigung - Die Natur und unsere Städte bieten schier unendliche Möglichkeiten neues zu entdecken. Auf dem Fahrrad macht das Erkunden noch mehr Spaß und auch menschen mit einer Behinderung möchten dies gerne wahrnehmen und erleben. Fahrradfahren ist Lebensqualität.
E-Bikes und Reha-Fahrräder
Geht dir schnell die Puste aus? Hast du Probleme mit deiner Lunge, deinem Herzen oder deinem Kreislauf? Sofern aus ärztlicher Sicht keine Bedenken bestehen, sind E-Bikes oder Reha-Fahrräder die perfekte Wahl schlechthin. Sie unterstützen dich, genau wie du es brauchst. Ihre leistungsstarken Akkus gibt es in etlichen Variationen, damit du auf jeden Fall jede Steigung bezwingen und bei jeder Tour mit deinen Freunden mithalten kannst.
Mit einem E-Bike Antrieb versehen, kann auch das Elektro Dreirad durchaus ein gutes Therapierad für Senioren sein. Sind die körperliche Schwächen oder Muskelprobleme vorhanden, kann der E-Bike Antrieb fehlende Kraft ausgleichen.
Tandems
Einige Möglichkeiten hat man womöglich zunächst einmal gar nicht auf dem Schirm. Das Tandem beispielsweise ist dir evtl. in einer eher lustigen Erinnerung geblieben. Man kennt Bilderwitze, auf denen einer strampelt und sich der Mitfahrer auf dem hinteren Platz cocktail-schlürfend durch die Gegend kutschieren lässt.
Wenn die Augen nicht mehr so mitmachen, dann schwinge dich mit deinem Radelkumpanen oder deiner Bike-Freundin auf ein Tandem. So lässt es sich wunderbar unterhalten, während einem der Wind durch die Haare streicht und man die Sonne auf deiner Haut spürt. So eine gemeinsame Tour macht auch mit Sehproblemen viel Freude und lässt Handicaps ein ganzes Stück schrumpfen. Ein Tandem eignet sich immer dann, wenn der hintere Fahrer körperlich gar nicht bis kaum eingeschränkt ist, aber bei der Orientierung und Koordinierung Probleme hat. Der Vordermann kann als Steuermann den Kurs angeben und beide haben ein tolles Pedal-Erlebnis.
Ein Tandem kommt auch für all jene infrage, die sich unsicher auf dem Fahrrad fühlen oder aufgrund von Störungen des Bewegungszentrums eingeschränkt sind. Die Vorteile beim Tandem liegen auf der Hand. Zum Beispiel kannst du dich über eine niedrige Einstiegshöhe und hohe Leichtläufigkeit beim Treten freuen. Du hast die Möglichkeit, selbst einzustellen, auf welche Weise du oder dein Beifahrer mitfährt. Mittels der Leerlaufnabe kann über den Hauptlenker das Mittreten des Beifahrers beeinflusst werden. Dabei kann generell auch eingestellt werden, ob ein Mittreten überhaupt möglich ist bzw. es unabhängig von den Tretbewegungen des Vordermannes vonstatten gehen soll.
Der Clou: Dir stehen selbst Modelle zur Verfügung, wobei zwei Personen nebeneinander sitzen und in ihre Tandem-Pedale treten können.
Dreiräder
Wer wegen Gleichgewichtsstörungen, Multipler Sklerose, Spastiken, Muskelerkrankungen, fehlenden oder verkürzten Gliedmaßen et cetera eingeschränkt ist, mag gerne auf ein Dreirad zurückgreifen. Frisch-Operierte sollten es dabei unbedingt langsam angehen lassen. Die allseits beliebten Trikes mit Motor-Unterstützung sind ideal, um wieder fit zu werden. Unterschieden wird neben der Standartvariante zwischen diversen Sitzpositionen und Einstiegen sowie verschiedenen Schwerpunkten. Die Doppelbereifung gibt es - wie beim Standardmodell - hinten, aber auch vorne.
Das Dreirad eignet sich für Menschen mit einer Einschränkung im Bereich Gleichgewicht. Dies kann durch eine Behinderung oder einer Erkrankung bedingt sein. Zum Beispiel Schlaganfall-Patienten können nach einem solchen Ereignis das Gleichgewicht nicht mehr so gut oder gar nicht mehr halten. Hier entsteht auf dem normalen Fahrrad oder E-Bike eine hohe Unsicherheit, dass dies aus Angst lieber nicht mehr genutzt wird oder werden kann.
Diese Art der Fortbewegung bietet ungemein viele Vorteile, insbesondere, wenn du Gleichgewichtsprobleme oder anderweitige Schwierigkeiten hast.
Vierräder
Das Vierrad basiert auf vier Reifen die alle den Boden berühren und so einen noch sicheren Stand geben. Das Fahrverhalten vom Vierrad ist noch stabiler als vom Dreirad für Erwachsene. Die ganz Kleinen unter uns kennen ein Vierrad zum Beispiel aus dem Laufrad-Bereich, wenn Kinder noch dabei sind das Gleichgewicht zu halten.
Liegeräder
Wie die Überschrift bereits erkennen lässt, entlasten Liegeräder die Wirbelsäule, sowie die Nacken- und Schulterpartie. Auch deine Bandscheiben werden es dir danken. Achte hier insbesondere auf einen ergonomisch geformten Sitz mit Vollfederung, guter Belüftung und einer komfortablen Kopfstütze, die deine Halswirbel schont. So schaust du selbst nach Stunden noch entspannt auf die Straße. Diese kippsichere Fahrrad-Variante ermöglicht dir auch langsames Treten und ein entspanntes Anhalten und Losfahren.
Handbikes
Quält dich eine starke Arthrose, bist du kleinwüchsig oder möchtest du trotz Amputation oder Querschnittslähmung Fahrradfahren? Oder möchtest du einer drohenden Behinderung vorbeugen? Bei Handbikes kurbelst du mit den Händen statt in die Pedale zu treten. Die Vorteile der Sitzposition sind mit jenen der typischen Dreirädern vergleichbar. Ein Nachteil ist der mangelnde Überblick über die Verkehrssituation, weshalb mit diesen Fahrrädern hochfrequentierte Verkehrssituationen zu umgehend sind.
Rollstuhlfahrräder
Hierbei handelt es sich um ein Fahrrad, auf dem vorne entweder ein Stuhl bzw. ein Sitz montiert ist, der dem eines Rollstuhls gleicht kommt oder um ein Fahrrad, dass eine Fläche hat, auf dem ein normaler Rollstuhl abgestellt werden kann. Die zweite Variante ist multifunktionaler, hier wird der vorhandene Rollstuhl auf das Rollstuhlrad gefahren und mit Gurten befestigt.
Anpassungen und Zubehör
Es muss nicht immer ein extrem aufwändiges Fahrrad sein. Je nach Einschränkung reicht es aus, wenn zum Beispiel der Rahmen eine andere Geometrie hat oder der Lenker anders aufgebaut ist. Gerade bei Einschränkungen in der Körpergröße können Anpassungen bereits helfen. Es gibt auch spezielle Fahrräder und E-Bikes für kleinwüchsige Menschen. Aktuell leben in Deutschland rund 100.000 Menschen die von Kleinwuchs betroffen sind (bkmf.de).
Wenn du noch nicht zu hundert Prozent überzeugt bist, dass es für deine individuellen Herausforderungen eine Lösung gibt, dann vergiss bitte nicht die Kleinigkeiten. Denn jedes Fahrrad oder Dreirad kann umgerüstet werden, und gerade bei erschwertem Beugen und Strecken der Beine können Spezialisten schnell Abhilfe schaffen. In etlichen Fällen bieten sich Kurbelarmverkürzer und/oder Pedalpendel an. Das funktioniert selbst bei sehr ausgeprägten körperlichen Gegebenheiten, und sogar eine Kombination der Modifikationen ist möglich.
Fußfixierungen, die in verschiedenen Größen erhältlich sind, bieten einen sicheren Halt und verhindern das Abrutschen von den Pedalen, wodurch ein gleichmäßiges und effizientes Pedalieren gewährleistet wird. Oftmals sind Pedalverbreiterungen erforderlich, die in denselben Größen wie die Fußfixierungen angeboten werden, um eine optimale Anpassung zu gewährleisten. Balance-Pedale mit Riemen erleichtern das Einsteigen, da die Pedale stets waagrecht ausgerichtet sind und der Riemen zusätzlichen Halt bietet, was einen sicheren Ein- und Ausstieg ermöglicht, ohne Einschränkungen. Für die Gangwahl sorgt ein spezieller Schaltknüppel, der auch bei eingeschränkter Hand- und Armgelenkfunktion eine mühelose Bedienung ermöglicht, unterstützt durch kurze Schaltwege und eine besonders leichte Gängigkeit.
Sicherheit im Straßenverkehr
Im Straßenverkehr sind behinderte Menschen oftmals mehr gefährdet. Als Radfahrer mit Behinderung kommen weitere potentielle Gefahren dazu. Einige können mit besonderen Zubehörteilen minimiert oder verhindert werden. Das fixieren der Füße mittels Klettverschluss an der Fahrradpedale (bei Dreirädern) oder der Fahrradhelm können zusätzlichen Schutz bieten. Das Einschätzen anderer Verkehrsteilnehmer oder von Bremswegen können falsch vorgenommen werden. Andere Verkehrsteilnehmer sollten in jedem Fall besondere Aufmerksamkeit walten lassen, wenn ein Radfahrer mit Behinderung bzw. Einschränkungen wahrgenommen wird.
Ein zentraler Punkt ist das Tragen der richtigen Schutzausrüstung. Hierzu gehört nicht nur ein Helm, der im Falle eines Sturzes den Kopf schützt, sondern auch geeignete Kleidung, die Verletzungen minimiert und den Fahrenden bei schlechten Witterungsbedingungen schützt. Weiterhin wird auf die Bedeutung einer guten Beleuchtung des Fahrzeugs hingewiesen. Die richtige Beleuchtung ist nicht nur gesetzlich vorgeschrieben, sondern auch entscheidend für die Sichtbarkeit im Straßenverkehr, vor allem bei Dämmerung oder Dunkelheit. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die regelmäßige Wartung und Pflege des Dreirads. Nur durch eine sorgfältige Kontrolle von Bremsen, Reifen und dem Elektromotor kann die Sicherheit während der Fahrt gewährleistet werden.
Kosten und Finanzierung
Besorgt bist du eventuell über die Kosten eines Spezial-Fahrrads. Setze dich dazu mit deiner Krankenkasse in Verbindung und kümmere dich um eine Verordnung durch den entsprechenden Vertragsarzt. Zusätzlich kann dir ein Blick in die Liste der Therapiedreiräder vom GKV Spitzenverband sowie jene bezüglich der Hilfsmittelverordnung und Kostenübernahme weiterhelfen. Außerdem ist eventuell ein gebrauchtes Bike eine gute Idee, da neue Spezialanfertigungen bis zu 10 000 Euro kosten können.
Fahrräder und Fahrzeuge für Beeinträchtige bekommt man nicht bei jedem Fahrradhändler an der Ecke. Die Bauweisen aber auch die therapeutischen Wirkungsweisen lassen sich die Hersteller gut bezahlen. Grundsätzlich kann man bei der Krankenkasse anfragen, ob diese einen Zuschuss bei der Anschaffung eines Dreirads oder Elektro Dreirad beisteuern. Dabei kommt es ganz auf die jeweilige Situation des eingeschränkten Menschen an. Dennoch bleibt es oftmals eine Einzelfallentscheidung. Wie die Höhe der aktuellen Zuzahlungen für Therapiedreirad bzw. Behindertendreirad ist, erfragen Sie bei ihrer Krankenkassen. Wer sich ein gebrauchtes Dreirad kaufen möchte, der kann auch in bekannten Kleinanzeiger-Portalen suchen und durchaus fündig werden.
Wie bei einem normalen Fahrrad auch, es muss nicht immer ein neues Fahrrad gekauft werden. Neufahrzeuge kosten durchaus bis zu 10 000 Euro.
Um eine Förderung zu beantragen, bedarf es eines Rezepts. Das stellt der behandelnde Arzt aus. Auch eine Stellungnahme des Arztes und des Therapeuten könne hilfreich sein. Dieses Maß zu finden, ist gar nicht so leicht. Daher empfiehlt Van Raam, einen Förderantrag für Spezialräder akribisch vorzubereiten. Beim Händler der Wahl sollte frühzeitig eine Beratung erfolgen, welches Rad überhaupt in Frage kommt.
Wichtig hierbei: Viele Therapieräder haben eine Hilfsmittelnummer. Ebenso können auch die Kosten von Rädern übernommen werden, die keine Hilfsmittelnummer haben. Auch auf dem Rezept sollte möglichst genau vermerkt sein, wofür das Rad benötigt wird und welchen medizinischen und therapeutischen Zweck es erfüllt. Fotos und Videos mit und ohne Therapierad helfen ebenso, den tatsächlichen Bedarf zu belegen. Denn auch wenn die Beratung bei einem Händler für Spezialräder oft der erste Schritt ist, sollte das Rezept für ein solches Fahrzeug immer das älteste der eingereichten Dokumente sein.
Hersteller
Hersteller sind im Netz rasch ausfindig zu machen, die sich genau für dich und deine Wünsche stark machen werden. Die Firma pfautec aus Deutschland ist einer der Marktführer im Bereich (Elektro-)Dreirad, Reha Dreirad für Erwachsene, Senioren und behinderte Menschen. Jeder Mensch ist verschieden - genau das - darum haben wir uns für die Elektro-Dreiräder von pfautec entschieden. Genauso individuell wie du sind auch die Dreiräder des Quakenbrücker Unternehmens.
Der Spezialradhersteller Van Raam gilt seit Jahrzehnten als Experte für angepasste Dreiräder. Dabei stetig weiterentwickelt haben die Niederländer ihren Easy Rider.
Wichtige Hinweise
Wer frisch operiert wurde, aus der Reha kommt und angeschlagen ist, sollte vor Entscheidungen zum Thema Sport immer mit seinem Arzt absprechen, was für seinen individuellen Fall am besten ist, beziehungsweise ob seine Pläne und eventuelle ehrgeizigen Ideen umsetzbar sind. Erst mit dem grünen Licht deines Arztes befindest du dich auf sicherem Terrain und kannst dir eines guten Ergebnisses sicher sein. Beachte die Trainingspause!
Bei frisch eingesetzten Prothesen ist zu beachten, dass es einer gewissen Zeit bedarf, ehe man sportlich wieder aktiv werden kann. Über den Daumen gepeilt kann man grob sagen, dass etwa sechs Wochen nötig sind, ehe die Prothese voll belastet werden kann. Während deiner Sportpause solltest du nur leichte Bewegungen ausführen. Versuche möglichst regelmäßig, dafür jedoch nur kleine Trainingseinheiten zu realisieren. Überfordere dich dabei nie und nimm Rücksicht auf Anzeichen deines Körpers. Wenn etwas schmerzt oder du dich unwohl fühlst, halte inne und überprüfe die Ursache. Breche lieber zu früh als zu spät ab. Halte dich stets an den Rat des Arztes.
Wenn er dir empfiehlt, 30 Minuten dreimal die Woche zu trainieren, mache nicht mehr draus und beobachte die Entwicklung deiner Konstitution. Mach dir gegebenenfalls Notizen. Sollten in Ruhe oder während der Bewegung Schmerzen auftreten, sei den Signalen deines Körpers gegenüber nicht ignorant, sondern kontaktiere deinen Arzt. Nach der Sportpause sind keinesfalls wilde Touren querfeldein zu empfehlen. Die richtige Sitzposition ist bei sämtlichen Fahrradtypen maßgeblich für das Wohlfühlen und einen zufriedenstellenden Trainingserfolg.
Stelle sicher, dass du immer mit beiden Füßen den Boden beim Anhalten erreichen kannst. Nutze den Motor, sollte der Kraftaufwand bei Anstiegen zu groß werden. Ganz gleich, für welchen Fahrradtyp du dich entscheidest: Jedes Fahrrad benötigt regelmäßige Wartungen und eine gute Pflege. Hältst du dich an alle gut gemeinten Ratschläge, wirst du deine Unabhängigkeit und Mobilität dauerhaft genießen können. Du erhältst mit dem Realisieren deiner Wünsche Lebensqualität dazu, kannst vermehrt soziale Kontakte pflegen und dein Selbstbewusstsein stärken.
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