Fahrrad-Handyhalterungen im Test: Klickfix und Co. unter der Lupe

Es gibt viele Fahrrad-Handyhalterungen - von einfachen Gummischlingen bis zu Klick-Haltern für holpriges Gelände oder welche mit Ladefunktion. Wir haben etliche Modelle getestet.

Gute Handyhalterungen fürs Fahrrad sollten schick aussehen, einfach zu bedienen sein, wenig kosten und vor allem das Smartphone sicher an der Lenkstange halten. Nichts wäre schlimmer, als das Handy bei voller Fahrt auf harten Asphalt klatschen zu hören.

Im Detail sind die Unterschiede aber groß. Möchte man während der Fahrt zwischen Hoch- und Querformat wechseln? Benötigt man kabelloses Laden? Darf es eine spezielle Handyhülle geben, nutzt man immer das gleiche Mobilgerät - oder muss es eine Universalhalterung sein? Welche die beste Handyhalterung ist, zeigen wir in dieser Bestenliste.

Bei unserem Ranking haben wir das Augenmerk vorwiegend auf festen Halt und praktische und komfortable Nutzung im Alltag gelegt.

Die Top-Modelle im Überblick

Hier eine Übersicht der getesteten Modelle mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen:

Modell Vorteile Nachteile
Fidlock Vacuum Hält sehr fest mit Magnet und Vakuum, Smartphone ist schnell befestigt Für Smartphone passende Schutzhülle notwendig, Einschränkung bei kabellosem Laden
SKS Compit Plus Ausgezeichnete Verarbeitung, einfache Montage, auch für E-Bikes geeignet, integrierte Powerbank Teuer, zusätzliches Smartphone-Cover zwingend erforderlich, für Schutz des Handys vor Regen und Schmutz extra Hülle erforderlich
Glangeh Handyhalterung Günstig, einfache Montage, Smartphone schnell eingelegt Weniger für Fahrten durchs Gelände geeignet, einfache Verarbeitung aus Kunststoff

Testsieger: Fidlock Vacuum

Die Fidlock-Halterung fürs Fahrrad bietet ein innovatives Konzept, das Magnetkraft und Vakuumtechnik kombiniert. In Verbindung mit einer speziell angepassten Smartphone-Hülle aus robustem Kunststoff verspricht sie eine sichere und zugleich komfortable Befestigung. Für die Montage am Lenker stehen verschiedene Halterungstypen zur Auswahl - je nach Vorliebe und verfügbarem Platz. Wie sich das Modell in der Praxis bewährt, zeigt der Testbericht.

Das Besondere an der Fidlock-Halterung ist ihr magnetisch-mechanisches System: Ein starker Magnet sorgt dafür, dass sich das Smartphone automatisch in die korrekte Position zieht, während ein integrierter Saugnapf zusätzlich ein Vakuum erzeugt. Das Resultat ist ein nahezu lautloses, kraftvolles Einrasten - ganz ohne Drehen oder Drücken.

Einmal befestigt, lässt sich das Smartphone frei drehen, was besonders praktisch ist, wenn man zwischen Hoch- und Querformat wechseln möchte - etwa beim Umschalten der Navigations-App. Zum Abnehmen zieht man einfach am kleinen Ring an der Halterung, der das Vakuum löst. Ebenso unkompliziert wie das Anbringen ist also auch das Entfernen.

Im Härtetest überstand die Halterung sogar einen Sturz bei einer Mountainbike-Abfahrt. Zwar löste sich das Smartphone beim Aufprall vom Lenker - Hülle und Halterung blieben jedoch unversehrt.

Ein Nachteil ist jedoch die fehlende Kompatibilität mit kabellosem Laden: Da sich der Magnet in der Hülle befindet, blockiert dieser die Qi-Ladefunktion. Wer auf induktives Laden angewiesen ist, muss das Smartphone aus der Hülle nehmen oder alternativ auf eine kabelgebundene Lösung zurückgreifen.

Die Fidlock-Halterung setzt zwingend eine spezielle Smartphone-Hülle voraus, was zusätzliche Kosten verursacht. Dafür bekommt man allerdings ein hochwertiges, durchdachtes System, das extrem fest sitzt und so das Smartphone schützt. Die Auswahl an Hüllen deckt viele gängige Modelle ab, sollte aber vor dem Kauf geprüft werden.

Mit Powerbank: SKS Compit Plus

Das Smartphone bequem am Fahrradlenker befestigen und nebenbei aufladen - das bietet die Handyhalterung SKS Compit Plus. Unkompliziert und für alle Fahrräder und E-Bikes geeignet - so bewirbt Hersteller SKS die Handyhalterung Compit Plus. Die Halterung besteht aus einer Befestigung für das Smartphone sowie einer integrierten Powerbank, mit der sich das Handy per Induktion aufladen lässt.

Optisch macht die Compit Plus einen eher unauffälligen Eindruck. Die gesamte Halterung besteht aus schwarzen Kunststoffteilen, die miteinander verbunden an der Lenkstange befestigt werden. Stauraum für zusätzliche Gegenstände wie Schlüsselbund oder Scheckkarten gibt es nicht, darauf ist die Halterung aber auch nicht ausgelegt. Im Lieferumfang enthalten sind neben der Powerbank inklusive NFC-Chip für die induktive Ladefunktion verschiedene Schrauben und Klemmen für unterschiedliche Lenkergrößen.

Die Powerbank funktioniert dank des mitgelieferten USB-Kabels auch ohne Induktion, sodass wir auch andere Smartphones oder Geräte mit USB-Port, aber ohne Induktions-Support aufladen können. Dazu stehen uns insgesamt 5.000 mAh-Stunden zur Verfügung, was je nach Größe des Akkus mindestens zum einmaligen vollständigen Aufladen eines Smartphone-Akkus ausreichen sollte.

Die SKS Compit Plus wird mit allem nötigen Montagewerkzeug und Zubehör für eine einfache Befestigung am Fahrradlenker ausgeliefert. Wir wählen einfach den passenden Gummiadapter für unseren Fahrradlenker und setzen diesen in die Klemmarme der Halterung ein.

Das Smartphone selbst können wir nur mit einer zugehörigen Handyhülle oder einer Tasche von SKS an der Halterung befestigen. Diese Hülle muss separat erworben werden. Alternativ gibt es einen Cover-Universal-Adapter, den man auf eine eigene Handyhülle befestigt.

Wer sich aber die passende Tasche kauft, kann vom zusätzlichen Stauraum der Tasche Gebrauch machen. Wir befestigen das Smartphone in der Tasche selbst mit Klettband, sodass es direkt am Klarsichtfenster der Front anliegt. Dadurch lässt sich das Smartphone während der Fahrt problemlos über den Touchscreen bedienen.

Die Tasche ist obendrein wasserabweisend und kommt dementsprechend mit leichtem Regen und Spritzwasser zurecht. Ein separater Kabelkanal sorgt dafür, dass wir das Smartphone in der Tasche auch per Kabel mit der Powerbank auf der Halterung verbinden können.

Preis-Leistungs-Sieger: Glangeh Handyhalterung

Die Glangeh-Handyhalterung fürs Fahrrad sichert Smartphones bis 6,8 Zoll stabil am Lenker. Dank schnellem und einfachem Einlegen, ist es eine gute Option für den Stadtverkehr.

Wer sein Smartphone sicher am Fahrradlenker befestigen möchte, findet mit der Halterung von Glangeh eine bewährte Konstruktion mit einfacher Bedienung und solider Fixierung.

Auch hier ist das Einsetzen des Smartphones recht komfortabel, man muss nur den oberen Teil nach oben schieben und das Smartphone einlegen. Verglichen mit anderen Lösungen mit x-förmigen Flügeln ist das eine Wohltat. Das Handy sitzt schnell in der Halterung und hält sehr fest. Auf Wunsch kann man auch die Halterung mit einem Kipphebel auf der Rückseite arretieren. Geeignet ist der Halter von Glangeh für Smartphone-Modelle von 4,7 bis 6,8 Zoll.

Die Montage erfolgt mit einer Rundschelle, der mehrere Gummischeiben beiliegen. Je nach Dicke der Lenkstange findet man so einfach das passende Setup. Ein Kugelgelenk auf der Rückseite erlaubt die Ausrichtung des Smartphones. Ist die gewünschte Position gefunden, fixiert man diese mit einer Schraube. Während der Fahrt hält alles sehr fest, auch die Ausrichtung verändert sich nicht. Für eine Downhill-Fahrt eignet sich das natürlich nicht, aber im Stadtverkehr oder auf Waldwegen ist es eine gute und günstige Lösung, die wir empfehlen können.

Klickfix Phonebag Comfort M & Tour M

Wasserfest und praktisch, leichter Wechsel zwischen Hoch- und Querformat - das verspricht Hersteller Rixen & Kaul für seine Klickfix-Lenkertaschen.

Sowohl die Phonebag Comfort M als auch die Phonebag Tour M kommen in einem schlichten schwarzen Design daher und hinterlassen einen soliden Eindruck. Die Taschen bieten Platz für ein Smartphone, das direkt hinter das Klarsichtfenster gesteckt wird, sowie für zusätzliches Zubehör. Das Smartphone selbst ist durch eine dicke Abtrennung zum hinteren Bereich der Taschen geschützt, sodass wir auch problemlos einen Schlüsselbund oder ähnliche Gegenstände verstauen können, ohne dass das Smartphone dadurch in Mitleidenschaft gezogen wird. Auch eine Powerbank passt in die Taschen - ein nützlicher Pluspunkt für längere Radtouren.

Während die Phonebag Comfort M sich an den Seiten mit einem Reißverschluss öffnen lässt, erinnert die Phonebag Tour M eher an einen Drybag, der sich nur an der Oberseite öffnen oder zum Verschließen einrollen lässt. Das hat allerdings einen triftigen Grund: Im Gegensatz zur Phonebag Comfort M bewirbt Rixen & Kaul die Phonebag Tour M als wasserdicht und damit explizit für den Outdoor- und Mountainbike-Gebrauch geeignet.

Wie bereits erwähnt, liegen alle benötigten Werkzeuge und Utensilien für die Montage beiden Taschen bei. Die eigentliche Klickfix-Halterung wird mit einem Edelstahlband an der Lenkstange des Fahrrads befestigt. Wer den Lenker vor Kratzern schützen möchte, kann den mitgelieferten schwarzen Gummischlauch über das Band ziehen. Letzteres wird dann mithilfe eines Inbusschlüssels festgespannt. Anschließend brauchen wir nur noch die Tasche in die Halterung zu schieben. Das alles funktioniert mit ein paar kleinen Handgriffen innerhalb weniger Minuten und ist dank der beiliegenden Anleitung auch für Ungeübte kein Problem.

Sowohl die Phonebag Comfort M als auch die Phonebag Tour M eignen sich für Smartphones von einer Größe bis maximal 8,5 × 16,5 cm. Dementsprechend passen sowohl aktuelle iPhone-Modelle (Ratgeber) als auch ein Samsung Galaxy S10, Galaxy S22 (Testbericht) oder sogar ein Galaxy S22 Ultra (Testbericht) in die Taschen.

Die Phonebag Comfort M verfügt abgesehen von der Aufteilung in zwei Taschen und der Möglichkeit, den Touchscreen des Smartphones über das Klarsichtfenster zu bedienen, über keine nennenswerten Zusatz-Features. Die Bedienung funktionierte in unserem Test aber ohne Probleme, auch wenn teilweise etwas festere Berührungen an den Stellen erforderlich waren, wo sich das Klarsichtfenster leicht nach oben wölbte.

Bei der Phonebag Tour M ergab sich dasselbe Bild, mit dem Unterschied, dass diese Tasche zusätzlich wasserdicht ist. Dazu ist die Tasche besonders verschweißt und wird an der Oberseite aufgerollt und mit einem Klettband verschlossen. Dadurch übersteht das Smartphone dann auch längere Touren bei schlechtem Wetter oder einen Sturz in eine Pfütze.

Weitere Getestete Modelle

Neben den bereits genannten Modellen wurden auch weitere Handyhalterungen getestet, darunter:

  • SP Connect Moto Bundle
  • Omeril Universal-Halterung
  • Wicked Chili TourCase
  • hr-imotion Splashbox
  • Lemego wasserdichte Handytasche
  • Icefox PD-03 A

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Bevor Sie sich für eine Handyhalterung entscheiden, sollten Sie folgende Punkte beachten:

  1. Lenkerdurchmesser: Passt die Halterung auf den Lenker Ihres E-Bikes?
  2. Kompatibilität: Braucht man ein Extra-Cover oder kann man das eigene Cover benutzen? Ist die Halterung für jede Displaygröße geeignet?
  3. Bedienung: Wie schnell können die Smartphones an der Halterung befestigt und wieder entfernt werden?
  4. Montageposition: Wie ist der Blickwinkel auf das Handy? Kann man von Hochformat auf Querformat wechseln?
  5. Stabilität: Klappert und wackelt es während der Fahrt auf verschiedenen Untergründen?
  6. Wetterfestigkeit: Ist mein Smartphone wasserdicht oder benötige ich ein zusätzliches Regen-Cover?

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