Das Jabra Storm ist ein Bluetooth-Headset für iPhones, Android-Smartphones und andere Handys, das Telefonieren auch bei starkem Wind und sogar Sturm verspricht. Gerade auf einem E-Bike oder Fahrrad ist diese Eigenschaft während der Fahrt enorm wichtig. Wir haben es getestet - auf Funktionalität und vor allem Sprachqualität. Jabra ist neben Plantronics einer der Platzhirschen bei den Bluetooth-Headsets.
Jabra Storm im Detail
Das Jabra Storm verspricht erstens eine gute Verständigung bei starken Windgeräuschen am Ohr. In der durchsichtigen Verpackung des Jabra Storm befindet sich als Zubehör ein Micro-USB-Kabel zum Laden des Headsets. Außerdem liefert der Hersteller einen zweiten Aufsatz für den Tongeber mit, der besonders komfortabel im Ohr sitzen soll. Besonders wichtig ist jedoch der Windschutz. Dabei handelt es sich um eine kleine Schaumstoff-Hülle, die sich über den Mikrofonteil des Headsets schieben lässt.
Das Headset selbst ist sehr leicht. Es wiegt gerade einmal 7,9 Gramm und soll bis zehn Stunden für Telefonie zu nutzen sein. Für den Standby-Modus gibt der Hersteller bis zu zehn Tage an. Ein NFC-Tag soll das schnelle Koppeln mit einem entsprechenden Telefon durch simples Berühren der beiden Geräte gewährleisten. An der Außenseite befindet sich ein Ein- und Ausschalter zum Schieben. Er ist sehr wertig ausgeführt und rastet gut ein.
Interessant gemacht ist die Taste für die Rufannahme und das Beenden von Telefonaten. Sie fällt auf den ersten Blick kaum auf, da sie am Ende des Mikrofonarms sitzt. Durch einfaches Zusammendrücken tritt das Jabra Storm Headset in Bereitschaft. Der Micro-USB-Ladeanschluss ist unter einer Plastikklappe verborgen. Sie zu öffnen erfordert etwas Übung und gute Fingernägel.
Hinter dem Ohr trägt sich das Jabra Strom sehr gut, wobei der Ohrhörer leicht in die Ohrmuschel gedrückt werden muss. Nach ein paar Mal aufsetzen und wieder abnehmen, sitzt dieser Vorgang. Allerdings sind dazu meist beide Hände notwendig. Mit einer Hand gelingt es zwar irgendwie auch, doch wegen des sicheren Festklemmens hinter dem Ohr nicht ganz so routiniert. Gerade wenn ein wichtiger Anruf eingeht, sind meist beide Hände die bessere Alternative.
Für den ersten Betrieb ist das Headset mit einem Handy zu koppeln, entweder per Bluetooth oder noch einfacher per NFC. Bis zu acht Telefone lassen sich mit dem leichten Gerät verbinden, wobei zwei ständig gekoppelt sein können. Das ist praktisch, falls jemand beispielsweise zwei Smartphones gleichzeitig betreibt.
Die Redaktion hat das Headset über mehrere Wochen getestet und ist vom Tragekomfort und dem Handling überzeugt. Es schmiegt sich um das Ohr und ist wegen seines niedrigen Gewichts kaum spürbar. Nach wenigen Minuten ist es vergessen. Allerdings haben wir mehrmals den Ohrhöreraufsatz sowie den Windschutz verloren. Das Headset verbindet sich sofort mit dem Handy, sobald es eingeschaltet wird und Bluetooth beim Telefon aktiviert ist.
Funktionen und Spracherkennung
Die wohl wichtigste Funktion ist die Spracherkennung bei einem eingehenden Anruf. Einfach „Yes“ oder „No“ sagen und der Anruf wird angenommen oder abgewiesen. So bleiben theoretisch die Hände am Lenker ohne das Handy aus der Tasche holen zu müssen. Wer auf dem E-Bike oder Fahrrad fährt, möchte nicht unbedingt jedes Gespräch, welches eingeht, annehmen. Ist es ein wichtiger Anruf des Chefs, der Kontrollanruf der Mutter oder eine unbekannte Nummer? Das alles ist nur direkt am Handy ablesbar, was den grundsätzlichen Ansatz alles am Headset steuern zu können konterkariert. Immerhin nutzt das Jabra Storm die Spracherkennung des Smartphones.
Bei iPhones ist das „Siri“ und bei Android-Telefonen „Google now“. Nach einem Druck von einer Sekunde auf den Mikrofonarm aktiviert sie sich. Natürlich sind einige Funktionen per Bedienelemente am Headset zu steuern. Neben der Lautstärkeregelung am Wippschalter lässt sich mit der Taste am Mikrofon ein Anruf annehmen, ablehnen oder beenden.
Der Hersteller bietet für Android-Geräte und iPhones die Jabra Assist-App kostenlos an. Sie bietet Zusatzfunktionen - so das Auffinden des Headsets. Radio hören über eine App wie Tunin oder auch Sprachanweisungen dezent von Navigationssoftware wie Google Maps, Navigon oder BikeCityGuide erhalten, funktioniert zuverlässig und gut. Zwar ist die Tonqualität kaum mit einem Stereokopfhörer vergleichbar, aber für ein Fahrrad oder ein E-Bike ist das Monoerlebnis ausreichend. Schließlich soll das Headset nicht vom Straßenverkehr ablenken.
Sprachqualität und Geräuschunterdrückung
Die Königsdisziplin eines Bluetooth-Headsets ist jedoch das Telefonieren und die Güte der Geräuschunterdrückung. Alle Gesprächspartner, die unterschiedliche Handys benutzt haben, konnten wir sehr gut verstehen. Unsere Gesprächspartner wiederum merkten zwar, dass wir mit einem Headset telefonieren, allerdings waren sie über die hohe Sprachqualität erstaunt. Als wir dann noch enthüllten auf einem schnellen E-Bike zu sitzen, konnten das die wenigsten glauben. Während der Wind für die Fahrer deutlich hörbar war, wurde er vom Gesprächspartner in dieser Intensität nicht wahrgenommen. Diese Bluetooth Headset Jabra Storm ist erstaunlich. Es ist leicht, angenehm zu tragen und unkompliziert in der Bedienung. Nicht nur durch den mechanischen Windfilter ist es auch bei Sturm und schnellen Fahrten auf Fahrrad und E-Bike geeignet.
Offensichtlich schafft es die Elektronik und Software in dem nicht mal 8 Gramm wiegendem Jabra Storm fast alle störenden Umgebungsgeräusche herauszufiltern. Schade nur, dass der Anrufer nicht angesagt wird. So muss das Handy doch noch manches Mal aus der Tasche geholt werden.
Sena pi: Gegensprechanlage zum Nachrüsten
Auf einer gemütlichen Radtour etwas mit den Kumpels oder der Frau quatschen. Auch wenn ihr nicht nebeneinander fahrt geht das mit einer Gegensprechanlage im Helm. Im Motorrad Bereich ist das seit Jahren üblich. Und nachdem Sena schon stark im Motorrad Markt vertreten ist, haben sie die smarte Technik im Helm auch ans Fahrrad gebracht. Schau dazu mal auf meine Sena Themenseite mit den Helm Tests. Jetzt gibt es mit dem pi ein System zum Nachrüsten für jeden Fahrrad Helm. Im Handel kostet es 109 Euro. In diesem Review zeige ich dir, was es kann, wie es montiert wird und wie gut es in der Praxis funktioniert.
Das Sena pi System besteht aus zwei kleinen Kästchen mit den Lautsprechern, Mikrofon und dem Akku. Rechte und linke Seite sind mit einem Kabel verbunden. Das komplette Set wiegt (nachgewogene) 37 Gramm. Bei der Stromversorgung ist Sena auf der Höhe der Zeit und nutzt eine moderne USB-C Buchse zum laden des internen Akkus. Im Lieferumfang ist das passende USB-C-Ladekabel enthalten. Ein normales USB-Netzteil musst du selbst bereitstellen. Eine Akkuladung reicht für einen Tag. Wobei dauerndes Gegensprechen mehr Strom braucht als Musik oder Navi Ansagen. Über die USB Schnittstelle erfolgt auch das Firmware Update per PC.
Installation und Kopplung
Bevor es los geht, empfehle ich dir ein Firmware Update. Dabei kannst du gleich die Sprache der Ansage auf Deutsch umstellen. Lade dir das Sena Tool herunter. Nach der Installation einfach den eingeschalteten pi mit dem PC verbinden. Die aktuellste Firmware kannst du direkt aus der Anwendung heraus runterladen und auf dem Headset installieren. Im nächsten Schritt hast du die Möglichkeit, die Ansagesprache auf Deutsch umstellen. Das war’s schon.
Da es sich beim pi System ja um ein Nachrüst-Headset handelt, musst du das jetzt an deinem vorhanden Helm befestigen. Hänge die Module mit den Riemenhaken am Kinnriemen deines Helms ein. Achte dabei auf Rechte und linke Seite. Die Kabel müssen nach oben in Richtung Helm zeigen, sonst wird das Verbindungskabel zu kurz. Die Lautsprecher sollten mit den Gummilippen in Richtung Ohr zeigen. Das heißt du solltest das Headset an den vorderen Riemen vom Helm befestigen.
Im Prinzip gibt es zwei Funk-Verbindungen, die du herstellen solltest. Die Verbindung zum Handy stellst du wie bei jedem Standard Bluetooth Lautsprecher oder Headset über die Bluetooth Einstellungen in deinem Smartphone her. Da gibt es die Profile HFP und Audio. Für das koppeln mit anderen Sena Headsets rate ich dir zur Variante mit Tasten laut Sena pi Handbuch. Es gibt von Sena zwar auch eine App. Die App brauchst du aber nicht unbedingt und ich rate dir davon ab.
Im Test habe ich die Intercom Funktion vom pi Headset in Verbindung mit einem Sena R1 Helm getestet. Wichtig dabei: mit dem Sena pi Headset kannst du KEINE Sena EVO Helme koppeln. Die nutzen ein anderes Übertragungsprotokoll. Beim koppeln hast du zwei Möglichkeiten: Entweder über die Sena Utility App das Smart Intercom Pairing mit QR-Codes nutzen. Finde ich aber etwas aufwändig. So mit zwei Smartphones um dann gegenseitig QR Codes zu scannen. Alternativ nutzt du die klassische Variante mit Tasten gedrückt halten. Ich habe die klassische Variante gewählt. Dazu am Helm die mittlere Taste fünf Sekunden lang gedrückt halten, bis die Sprachansage „Gegensprechanlage koppeln“ ausgegeben wird. Am pi Headset drückst du 5 Sekunden lang die (-)-Taste bis auch hier die Sprachansage kommt. Wenige Sekunden später sind die beiden Headsets als Gegensprechanlage gekoppelt.
Praxistest und Komfort
Während meiner Testfahrten haben sich beide Fahrer gut verstanden. Die Reichweite kam zwar nicht an die vom Hersteller versprochenen 400 Meter heran. Aber in der Praxis reichen mir die stabil funktionierenden Entfernung der Sprachverbindung von 250 Meter. Das Sena pi verhält sich wie ein Bluetooth Lautsprecher. Alle Sound Ausgaben erfolgen auf die Lautsprecher im Helm. Praktisch für Navi Ansagen und Musik hören während der Fahrt. Die Lautstärke steuerst du über die Tasten am pi. Auch eine Basis Steuerung vom Musik Player ist möglich. Kommt während der Fahrt ein Anruf rein, kannst du den über den Helm annehmen.
Die Qualität der Unterhaltung hängt dabei stark von Geschwindigkeit, Wind und Umgebungsgeräuschen ab. Nachdem die Kästchen mit den Lautsprechern ja möglichst nahe am Ohr sitzen sollen, befinden sie sich in der Nähe der Brille. Bei mir lief der Bügel meiner Radbrille unter den Sena Modulen hindurch. Das erhöhte den Druck auf die Bügel etwas. Noch nicht unangenehm aber merklich. Es gibt kein Auto-Off. Geht ja auch schlecht, da er ja nie weiß, ob sich ein gekoppeltes Gerät zum Gegensprechen verbinden möchte. So ist es mir ab und zu passiert, dass ich vergessen habe den pi auszuschalten und er so bei der nächsten Fahrt leer war.
Wenn du einen absoluten Lieblingshelm hast und den in keinem Fall tauschen möchtest, dann kannst du mit dem Sena pi System eine Gegensprechanlage nachrüsten. Ansonsten rate ich dir eher zu zwei Sena Helmen mit integriertem Headset und Intercom. Preislich attraktiver und bequemer. Sound vom Telefon wird gut ausgegeben. Gespräche mit Mitfahrern sind top. Der Komfort leidet in Verbindung mit einer Fahrrad-Brille etwas. Insgesamt gute Möglichkeit, den eigenen Lieblingshelm mit einer Gegensprechanlage auszustatten.
Open-Ear Kopfhörer für Navigation
Sprachansagen der Fahrrad Navigation wie im Auto bekommen. Das ist der Wunsch vieler Nutzer einer Fahrrad Navigation. Zahlreiche Navi-Apps (komoot, Google Maps, OsmAnd) und einige Fahrrad GPS Geräte (Karoo, Garmin EDGE) können Abbiegehinweise während der Navigation ausgeben. Über den internen Smartphone Lautsprecher versteht man das teilweise nicht sonderlich gut. Außerdem finde ich es nicht so passend, den ganzen Radwege mit den Ansagen zu beschallen. Also muss ein externer Lautsprecher her.
Kabel-Kopfhörer sind auf dem Rad natürlich maximal unkomfortabel, wenn es am Smartphone überhaupt noch eine 3,5 mm Klinkenbuchse gibt. Auch gute HiFi-Bluetooth Kopfhörer extra dafür anschaffen ist rein für Sprahansagen teurer Overkill. Auch solltest du darauf achten, dass du noch etwas von der Umgebung mitbekommst. Gerade im Straßenverkehr. Also Open-Ear statt In-Ear!
EUQQ Q28 Open-Ear Kopfhörer im Detail
Die EUQQ Q28 Kopfhörer sind günstige Open-Ear Kopfhörer die per Bluetooth gekoppelt werden und Musik sowie Sprachansagen ausgeben können. Zum telefonieren per Freisprecheinrichtung sind sie ebenfalls geeignet. Die kompakten Open Ear Bluetooth Kopfhörer sitzen locker auf dem Ohr. So kommen Geräusche des Straßenverkehrs noch durch. Es handelt sich dabei um einen Bluetooth Lautsprecher mit Mikrofon für Telefongespräche. Er wird auch nicht via HFP (Hands-Free-Profile) sondern per BTAudio gekoppelt. Ein einzelner Kopfhörer wiegt nur (nachgewogene) 9 Gramm. Alles zusammen in der Box wiegt 92 Gramm. Geladen werden die internen Akkus über Kontakte in der Transportbox. Diese wiederum über ein klassisches USB-C Kabel. Der kleine Akku reicht sicher für eine lange Tagestour. Innerhalb von 1 Stunde brauchte er rund 10% Akkuladung. Praktisch ist die Akkustandsanzeige in der Box.
Kopplung und Anwendung
Um das Open-Ear Bluetooth Headset mit deinem Handy oder der GPS Navigation zu koppeln musst du es nicht unbedingt in den Pairing-Modus bringen. Fabrikneu, ohne koppelung geht er nach dem entnehmen aus der Transportbox direkt in den Pairing-Mode. Jetzt kannst du in den Bluetooth Einstellungen nach neuen Geräten suchen. Die Open-Ears melden sich als YYK-Q28. Die Kopplung funktioniert ohne Eingabe von einem Code. Das war es auch schon. Ab sofort sollten sich die beiden Geräte automatisch verbinden, wenn sie eingeschaltet und in Reichweite sind. Leider kannst du sie nicht mit zwei Geräten koppeln. Also nicht abwechelnd am Handy und GPS-Radcomputer.
Gerade für Sprachansagen vom Navigationsgerät ist dieser kompakte Ohrhörer sehr gut geeignet. Die Lautstärke wird über das sendende Bluetooth Gerät gesteuert. Beim Smartphone ist das kein Problem. Einige GPS Geräte verfügen nicht über eine Lautstärkeregelung. Dann muss die Standard-Lautstärke reichen.
Bei den am weitesten verbreiteten Garmins der Edge Serien x30 und x40 bist du auf den Lautsprecher vom Handy oder einen Bluetooth Kopfhörer angewiesen. Erst der Garmin Edge 1050 verfügt über einen eingebauten Lautsprecher. Im EDGE Sprachansage Ratgeber zeige ich dir, wie du deinen Edge zum sprechen bringst. Außer beim EDGE 1050 musst du dazu die Kopfhörer mit deinem Smartphone verbinden. Bei den Hammerhead Karoo 2 und Karoo 3 GPS-Radcomputern kannst du Sprachansagen per Bluetooth ausgeben lassen. In den Einstellungen verbindest du das Bluetooth Headset. Dann erfolgt die Sprachausgabe direkt über den Bluetooth Kopfhörer.
Ein kleiner, günstiger Helfer, wenn du auf Sprachansagen während der Fahrt Wert legst. Passt gut aufs Ohr und liefert zuverlässig die Sprachansagen der Navigation. Leicht und bequem zu tragen, gibt der Bluetooth Kopfhörer Sprachansagen, Musik oder Podcasts während der Fahrt ausreichend laut wieder. Dabei kann ein Ohr komplett frei bleiben und das andere wird durch den Open-Ear Lautsprecher kaum beeinträchtigt, wenn es darum geht, Geräusche aus der Umgebung noch wahrzunehmen. Was hältst du von so einem günstigen Bluetooth Headset für die Sprachansagen deiner GPS Fahrrad Navigation? Kannst du über Erfahrungen berichten? Schreib mir deine Meinung oder deine Erfahrungen dazu gerne in die Kommentare.
Motorrad-Headsets im Test (2024): Vergleich und Empfehlungen
Klarer Sound auf zwei Rädern: Mit dem richtigen Bluetooth-Headset bleiben Biker in Verbindung - ob mit den Begleitern, dem Navi oder dem Lieblingssong. AUTO BILD hat beliebte Modelle in verschiedenen Preislagen getestet.
Funktionen und Nutzung
Motorrad-Headsets machen das Fahrerlebnis nicht nur komfortabler, sondern auch kommunikativer. Je nach Modell ermöglichen sie Gespräche mit dem Sozius oder mit mehreren Bikern in der Gruppe - praktisch für den Austausch zu Route und Pausen oder zum Warnen vor Gefahren - das alles, ohne anzuhalten. Doch die kleinen Geräte können noch mehr: Musik hören, Anrufe entgegennehmen oder Navigationsansagen folgen - alles direkt im Helm und während der Fahrt. Die Bedienung erfolgt meist per Knopfdruck oder Sprachbefehl, die Verbindung läuft über Bluetooth.
Die Nutzung von Headsets beim Motorradfahren ist grundsätzlich gestattet, solange Umgebungsgeräusche weiterhin gut wahrnehmbar bleiben. Deshalb sind handelsübliche Motorrad-Headsets mit integrierten Lautsprechern ausgestattet, die im Helm verbaut werden - statt mit abschirmenden In-Ear-Kopfhörern.
AUTO BILD hat fünf aktuelle Modelle aus verschiedenen Preisklassen getestet. Alle Geräte lassen sich problemlos mit dem Smartphone koppeln - auch für Technik-Laien kein Problem. Im Alltagstest funktionierten alle Modelle zuverlässig, Navigation, Musik und Anrufe liefen reibungslos.
Reichweite und Akkulaufzeit
Die vom Hersteller angegebenen Distanzen von 1,2 bis 2 Kilometern für Intercom-Verbindungen erwiesen sich als überambitioniert. In der Praxis lag die stabile Reichweite meist nur bei 200 bis 600 Metern - abhängig vom Gelände, Helmtyp und anderen Störfaktoren. Besonders bei Carbonhelmen sinkt die Reichweite.
Je nach Modell halten die Headsets zwischen 10 und 20 Stunden durch - genug für einen ausgedehnten Tag auf zwei Rädern.
Testsieger: Sena 50R
Bereits beim Design macht das 50R deutlich, dass es zu den Topmodellen zählt. Doch dient die schicke Formgestaltung nicht dem Selbstzweck, sondern unterstützt eine einfache Handhabung über drei große, leicht zu ertastende Schalter. Ein Knopfdruck auf den mittleren Taster "Hey Sena" - und schon ist das Gerät per Sprachsteuerung bedienbar. Die Harmann-Kardon-Lautsprecher begeistern auch bei hoher Lautstärke mit einem ausgewogenen Verhältnis von Höhen und Tiefen. Besonders wirkungsvoll reduziert die Advanced Noise Control sämtliche Hintergrundgeräusche während der Intercom-Kommunikation.
Beim Laden mit dem beigelegten Wifi-Kabel werden automatische Updates aufgespielt. Dem 50R liegt lediglich eine unverständliche Quick-Start-Anleitung bei. Ein Benutzerhandbuch muss aus dem Netz heruntergeladen werden. Unterm Strich ist das Sena 50R ein tolles Gerät mit einem stattlichen Anschaffungspreis - unser Testsieger.
Preis-Leistungs-Sieger: Albrecht BPA 600
Das BPA 600 des deutschen Herstellers Albrecht sieht schick aus, bietet alle wesentlichen Funktionen - und es ist günstig. Das Gerät verfügt über ein integriertes, zentral zu steuerndes FM-Radio, es unterstützt Smartphones mit Sprachsteuerung (Siri/Ok Google) und baut bis zu zwei parallele Verbindungen gleichzeitig auf, etwa Navi und Telefon. Die vier kleinen Taster lassen sich erst nach einiger Gewöhnung zuverlässig bedienen und wirken wackelig, die Lautsprecher sind scharfkantig, die Kabel dünner als bei den Konkurrenten. Zudem erfolgt die Lautstärkeregelung in zu großen Schritten. Auch ist das von ausgeprägten Höhen dominierte Klangerlebnis eingeschränkt. Dagegen ist die Geräuschunterdrückung am Mikrofon sehr effizient, und bei Ausführung und Umfang der Bedienungsanleitung kann das Albrecht punkten. Unterm Strich kann das Gerät alles, was man von ihm erwartet und wird zu Recht Preis-Leistungs-Sieger des Tests.
Testverfahren
Begonnen haben wir mit dem Einbau der jeweiligen Geräte in unseren Testhelm. Eklatante Unterschiede der einzelnen Modelle ließen sich hierbei nicht feststellen. In den meisten Fällen kann das Bedienteil mit zwei unterschiedlichen Befestigungsmöglichkeiten am Helm fixiert werden, entweder per Klett- oder Magnethalter oder per Steck- bzw. Schiebesockel. Innerhalb von maximal 30 Minuten waren die Headsets jeweils startklar, weitere fünf Minuten später konfiguriert und mit unserem Smartphone verbunden.
Dabei bewerteten wir Bedienbarkeit mit (Leder-)Handschuhen, Bedienkomfort allgemein (z. B. den Sprachassistenten), Klangempfinden bei wechselnden Geschwindigkeiten bis hin zu Autobahntempo 130 km/h, Stabilität der Bluetooth-Verbindung sowie Reichweite und vieles mehr.
Helmgebundene Systeme
Parallel zu den fünf universell verwendbaren Headsets haben wir zwei helmgebundene Systeme außerhalb der Wertung mitgetestet. Wir wollten wissen, welchen Unterschied es macht, wenn ein für ein bestimmtes Helmmodell passendes System statt eines Allround-Sets verwendet wird. Sowohl das System Schuberth SC2 für die Schuberth-Helme C5, E2 und S3 als auch das Nolan N-Com B902L R Series für Nolan N-Com-Helme funktionieren ähnlich wie die hochwertigen Modelle von Sena oder Cardo - was nicht weiter verwundert, werden doch sowohl das Nolan-System als auch das Schuberth SC2 bei Sena gefertigt. Erwartungsgemäß passt die Remote Control perfekt zu den jeweiligen Helmen. Lautsprecher und Mikrofon etwa sind beim Schuberth S3 bereits eingebaut und bedürfen keiner Installation.
Der wohl augenscheinlichste Unterschied liegt in der kompakteren Unterbringung der Bedieneinheit links am Helm. So steht etwa das konventionelle Cardo Packtalk Edge 28 Millimeter und das FOD Sports FX8 Pro satte 32 mm vom Helm ab, während das helmgebundene Schuberth SC2 C5 den passenden Schuberth-Helm nur um elf mm überragt. Das Nolan-System liegt ebenfalls homogen am Nolan N-Com-Helm an und kommt zusätzlich mit einem integrierten Sicherheitsfeature, einem zweiten Zusatz-Bremslicht. Die Leuchte zeigt Not- und Gefahrenbremsen, Standlicht und Warnblinkanlage an, hat aber keinerlei Einfluss auf das tadellos funktionierende Headset.
Testergebnisse im Überblick
Der Testsieger Sena 50R überzeugt mit einfacher Bedienung und exzellentem Klang durch Harmann-Kardon-Lautsprecher. Die Geräuschunterdrückung ist effektiv, jedoch ist die mitgelieferte Quick-Start-Anleitung wenig hilfreich. Das Albrecht BPA 600 ist unser Preis-Leistungs-Sieger. Es bietet nützliche Funktionen wie Sprachsteuerung sowie die Möglichkeit, mehrere Geräte gleichzeitig zu verbinden. Die Verarbeitungsqualität ist eher einfach; die Taster und Lautsprecher wirken etwas billig, und die Lautstärkeregelung ist unpräzise. Das Headset Packtalk Edge von Cardo fällt besonders durch seine einfache Montage mittels Magnetverbindung auf. Die intuitive Bedienung und gute Geräuschunterdrückung sind weitere Pluspunkte, doch der Klang ist zu höhenlastig und die Bedienungsanleitung nicht zufriedenstellend.
Hersteller Cardo punktet in diesem Test gleich zweimal: Das Freecom 4x besticht mit einfacher Bedienbarkeit auch mit Handschuhen und zuverlässiger Sprachsteuerung. Wie auch beim Packtalk Edge bleibt einzig der Klang - besonders im Bassbereich - etwas unter den Erwartungen, und die Bedienungsanleitung ist unzureichend. Fodsports bietet mit seinem FX8 Pro einen guten Klang und nützliche Extras wie ein integriertes FM-Radio. Trotzdem wird die Bedienung durch unklar gestaltete Taster erschwert, und die Bedienungsanleitung ist kaum hilfreich. Insgesamt zeigen die getesteten Geräte durchweg gute Leistungen, wobei jedes Modell spezifische Stärken und Schwächen in Bedienung, Klangqualität und Benutzerführung aufweist.
Testergebnisse im Überblick:
| Modell | Stärken | Schwächen |
|---|---|---|
| Sena 50R | Einfache Bedienung, exzellenter Klang | Unverständliche Quick-Start-Anleitung |
| Albrecht BPA 600 | Günstiger Preis, Sprachsteuerung | Einfache Verarbeitungsqualität, unpräzise Lautstärkeregelung |
| Cardo Packtalk Edge | Einfache Montage, intuitive Bedienung | Höhenlastiger Klang, unzureichende Bedienungsanleitung |
Konversation, Musik hören oder telefonieren ist mit allen fünf Geräten sowie den helmgebundenen Systemen problemlos möglich. Wer jedoch höhere Ansprüche an Materialqualität, Bedienbarkeit oder Umfang der Funktionen hat, der muss eines der hochwertigeren Modelle wählen und etwas tiefer in die Tasche greifen.
Ob das Headset wirklich fest sitzt, prüfen wir im Praxistest.
Top 7 Fahrrad Headsets im Test bzw. Ratgeberübersicht
- Sena Kommunikationssystem Test & Vergleich
- Beste Sena Kommunikationssysteme im Ranking: Ihr persönlicher Spitzenreiter in unserer Rangliste.
- Einkaufshilfe für den Sena Kommunikationssysteme-Test oder Vergleich: Unser Wegweiser für Ihren persönlichen Testsieger!
Häufig gestellte Fragen zu 30K von Sena
- Ist das Kommunikationssystem der Marke Sena mit einem HD-Lautsprecher versehen? Nicht nur das Sena 30K, sondern auch eine Vielzahl ähnlicher Exemplare unseres Vergleichs bieten einen HD-Lautsprecher.
- Ist das Sena 30K wasserfest? Ja, das Sena 30K ist nach IP67-Standard wasserfest. Dies bedeutet, dass es gegen Staub und zeitweiliges Untertauchen in Wasser geschützt ist. Dennoch sollte es vor extremen Wetterbedingungen oder längerem Kontakt mit Wasser geschützt werden.
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