Immer mehr E-Bikes erobern unsere Straßen und Radwege - doch eine neue Erfindung sind sie nicht. Fahrradfahren ist schön - aber oft anstrengend. Da liegt es doch nah, den Drahtesel mit einem Hilfsmotor auszustatten. Wer jetzt denkt, dass E-Bikes eine Erfindung der Neuzeit sind, irrt.
Denn schon vor über 100 Jahren gab es findige Schrauber, die die Zweiräder mit der Kraft eines kleinen Motors schneller machten - und die Fahrer entlasteten. Schon vor über 100 Jahren gab’s Fahrräder mit Hilfsmotor. Ein Hersteller war das Rex Motoren Werk in München und Possenhofen, wie Walter Zeichner im Ratsch mit Hermine Kaiser zeigt.
Vor allem nach den beiden Weltkriegen waren diese Gefährte gefragt. Aus der Not heraus entstand ein Boom für Fahrrad-Hilfsmotoren. Der Autor Walter Zeichner erzählt in "Vom Radfix zum Rex" die Geschichte des Rex-Motoren-Werks in München und Possenhofen, das sich nach dem Zweiten Weltkrieg zum Marktführer für Hilfsmotoren und später für Mopeds in Deutschland entwickelte.
In "Habe die Ehre!" ist Walter Zeichner bei Hermine Kaiser zu Gast. Er gibt uns einen Einblick in die Firmengeschichte der Rex-Motoren-Werke, zeichnet den Aufstieg nach und zeigt auch, warum es 1963 dann vorbei war.
Der Hilfsmotor als günstige Alternative
Der Hilfsmotor, auch als Fahrradeinbaumotor bezeichnet, war eine günstige Alternative motorisiert unterwegs zu sein. Nach dem ersten Weltkrieg gab es einen regelrechten "Hilfsmotorenboom" und diverse Hersteller bauten Fahrradeinbaumotore in verschiedenster Ausführung.
Diese Hubraumriesen brachten allerdings viele Fahrradrahmen an ihre Belastungsgrenze. Darauf reagierten andere Hersteller und boten passendes Zubehör an, wie z.B. Federgabeln, breite Lenker usw., wodurch auch der Fahrkomfort verbessert wurde.
Als weitere Entwicklung entstanden die Leichtmotorräder, wo die Hilfsmotore nun in verstärkte Rahmen eingebaut und als komplettes Fahrzeug angeboten wurden. Im Gegensatz zu den großen Motorrädern war das Leichtmotorrad immer noch eine günstigere Variante.
Viele Marken gab es aber nur kurze Zeit, die Weltwirtschaftskrise 1929 sorgte dafür, dass viele weitere Hersteller ihre Tore schließen mussten.
Anfang der 30iger Jahre brachte dann die Firma Fichtel & Sachs einen Fahrradeinbaumotor mit 74ccm auf den Markt, dieser Motor wurde kontinuierlich weiterentwickelt und es entstand der 98er Sachs Motor. Viele Hersteller erkannten das große Potential und bauten entsprechende Fahrzeuge.
Die Standard Herrenmodelle, aber auch Damenmodelle, wurden als Motorfährräder bezeichnet und fanden großen Absatz bis in die 50er Jahre.
Nach dem zweiten Weltkrieg, gab es wieder einen "Hilfsmotorenboom". Ab 1948 starteten die ersten Hersteller wieder mit der Produktion. Durch die weitere technische Entwicklung wurden die Motoren im Gegensatz zu den Motoren aus den 20er Jahren wesentlich kompakter.
Die Vielfältigkeit der Anbaumöglichkeiten blieb. So gab es Motoren zum Anbau über dem Vorderrad, über dem Hinterrad, in der Rahmenmitte und unter dem Tretlager.
Marken wie Rex, Lutz, Lohmann, Victoria, Flink (aus Varel), Zündapp und viele weitere boten die passende Motorisierung für das Fahrrad an.
Ab ca.1953 war dann die Zeit der Fahrradhilfsmotore schon wieder vorbei, die Hilfsmotoren Hersteller bauten nun ihre Motore in verstärkte Fahrgestelle ein, das Moped entstand.
Nsu brachte z.b. die Nsu Quickly raus mit dem Werbespruch „Nicht mehr laufen - Quickly kaufen“ und landete damit einen großen Verkaufserfolg.
Diese Entwicklung der Motorisierung der 20er Jahre bis hin zum Moped wird in unserem Museum dargestellt. Wer glaubt, dass ein Fahrrad mit Hilfsmotor, heute als E-Bike bekannt, eine moderne Erfindung ist, der ist auf dem Holzweg!
Schon vor über 100 Jahren gab es fleißige Schrauber, die Zweiräder durch die Kraft eines kleinen Motors aufwerteten und dadurch den Fahrer schneller und weniger schweißtreibend ans Ziel brachten. Nach den beiden Weltkriegen setzte - jeweils aus der Not geboren - ein Boom solcher Fahrrad-Hilfsmotoren ein.
Der Aufstieg von Rex
Nachdem die Firma „Rex-Motoren-Werk München GmbH“ bereits mit ihren Hilfsmotoren für Fahrräder große Erfolge feiern durfte, arbeitete man zu Beginn der 1950er Jahre mit Elan an der Serienreife des von Max Seyffer, dem Gründer des Unternehmens, projektierten Motor-Fahrrads, dem späteren Moped.
Das neue Rex-Motoren-Werk in München war zwar nunmehr mit hohem Aufwand in eine moderne Produktionsstätte für die Massenherstellung kleiner Zweitaktmotoren verwandelt worden, jedoch konnte es für den geplanten Einstieg in die Fertigung kompletter Fahrzeuge nicht weiter ausgebaut werden.
Kurt Bagusat, der inzwischen gemeinsam mit seinem Bruder Erich die Leitung des Rex-Motoren-Werks übernommen hatte, hatte seine Leidenschaft für den Pferdesport entdeckt und wurde im Zuge seiner Mitgliedschaft im Reitsportclub Possenhofen auf eine ganz besondere Immobilie aufmerksam: das Schloss Possenhofen, das noch heute vor allem mit Kaiserin Elisabeth von Österreich in Verbindung gebracht wird.
Neben dem kleinen Schloss und der zugehörigen Kapelle gab es hier einen großen Wirtschaftsbau, zwar in schlechtem Zustand und teilweise schon genutzt, aber mit viel Platz und Potenzial. Seit Kriegsende beherbergte die Anlage ein staatliches Versehrtenkrankenhaus und bot darüber hinaus Flüchtlingsfamilien Obdach.
Am 3. November 1950 gingen das Schloss und die zugehörigen Ländereien für einen relativ geringen Betrag an die Brüder Bagusat. Unter ihrer Regie wurde nun ein großer Teil des Erdgeschosses des „Hufeisenbaus“ in eine Produktionsstätte für Mopeds umgebaut, der Innenhof wurde als Lager- und Montagehalle überdacht und in einem Flachbau oberhalb der Versehrtenbaracken wurde die Lackiererei und die Galvanisierung eingerichtet.
Am 30. Januar 1952 erfolgte dann die Gewerbeanmeldung und die Inbetriebnahme der Fahrzeug-Montage und -Fertigung. Bald schon verließen die ersten Mopeds, damals noch „Motor-Fahrräder“ oder „Mofas“ genannt - die Bezeichnung „Moped“ wurde erst Anfang 1953 eingeführt -, das Werk Possenhofen.
Rex FM 34: Ein persönliches Projekt
Einige Enthusiasten widmen sich heute der Restaurierung und dem Wiederaufbau alter Rex-Motoren. So auch Rudi, der einen Rex FM 34 in die Hände bekommen hat, der in den 50ern von seinem Onkel gefahren wurde.
Den Rex wieder auf die Straße zu bringen wird eine etwas größere Aktion als zuerst angenommen, aber ich hab ja keine Eile. Zerlegt ist er mittlerweile komplett, einige Teile auch schon gereinigt bzw. sandgestrahlt. Ausgerissene Gewinde dank ENSAT Einsätzen repariert usw. Als nächstes kommen die Lager neu und die Zündung wird überholt. Und irgenwann wird noch der Zylinder gehont und der Rex bekommt einen Übermasskolben. Ich werde immer mal wieder berichten.
In Kürze werde ich ein paar Bilder posten und so wies momentan aussieht, sollte das gute Stück in etwa 2 Monaten wieder fahren. Neben Kessram ist auch Gerit Voet (beide ggf. googeln) eine sehr gute Adresse. Mit dem Ersatzteilfundus der beiden, sollte das Unternehmen REX erfolgreich zum Abschluss kommen.
So wie ich mal gehört habe brauchte man nur für den Motor eine ABE, was wohl anfang der 70er geändert wurde. Das würde für dich bedeuten, das du den Motor in ein Fahrzeug das vor 1970 gebaut worden ist einsetzen musst und du kannst eine solche Blanko ABE halblegal nutzen.
Auch jemand hat noch ein Rex Fahrrad mit Hilfsmotor und Riemenantrieb im Angebot. Als Begründung, warum ich das Teil UNBEDINGT brauche und zahlen muss, kam nur "Habe Hunger ". Also am nächsten Tag hin mit dem Klapprad und 25 weniger in der Tasche, als er eigentlich wollte.
Nach meinen Forschungen wurde dieses Modell so auch nur 1953 und 1954 gebaut, was die Ersatzteilversorgung natürlich völlig Problemlos macht. Was es nicht gibt, muss man nämlich nicht suchen.
Der Motor ist ein Monster mit 50 Kubik und 1,1PS, hat zwar sowas wie ein Getriebe, wobei da eher von einer Untersetzung zu sprechen ist. Die Kupplung kann auch nur Kraftschluss oder kein Kraftschluss, also Anfahren geht nur per Pedal.
Kraftübertragung erfolgt mittels Keilriemen auf eine in die Speichen geschraubte Riemenscheibe. Wenn eine Speiche bricht, braucht man übrigens nur eine Halbe erneuern.. Bis auf Keilriemenabdeckung und Mechanik am Dekompressionsventil sind scheinbar alle wichtigen Teile da.
Fahrradmuseum Pflugsmühle
Im Fahrradmuseum Pflugsmühle werden über zweihundert Jahre Fahrradgeschichte lebendig. Anno 1817 erfand Freiherr Carl von Drais die erste lenkbare Laufmaschine: die „Draisine“. Ab 1870 rollten Hochräder über meist unbefestigte Straßen, die gefährlichen „Knochenschüttler“ wurden um 1890 von den Niederrädern abgelöst.
Phantasievolle Entwicklungen prägten den Fahrradbau. Technische Zeitzeugen wie die Karbidlampe, der Gesundheitslenker, Schutzblechfiguren oder das Rocknetz erinnern an eine Zeit, als das Fahrrad noch ein wertvoller Gebrauchsgegenstand war.
Lastenräder, angebaute Hilfsmotoren, sportliche Touren, Renn,- und Klappräder, alle Epochen sind vertreten. Selbst ein Seitenwagen, Bonanzaräder und die legendären Reiträder von Hercules - die „Cavallos“.
Die Idee, dem Fahrrad einen Motor anzuschrauben, ist nicht neu. Nach dem Krieg kam der erste Boom der Einfach-Motorisierung. über Anschraubmotoren an die schon vorhandenen Fahrwerke zu gehen.
bekanntesten Firmen sind DKW, NSU und Opel, um nur einige zu nennen. billige und sparsame Transportmittel gebraucht wurden. Und natürlich gab es auch Motoren mit Reibrollen-Antrieb wie z. B. über eine enorm hohe Verdichtung den Kraftstoff zum Explodieren.
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