Wer mit der Bahn unterwegs ist, möchte manchmal gern das Fahrrad mitnehmen - beim Ausflug, im Urlaub oder beim Pendeln. Mit dem Zug in eine malerisch schöne Naturlandschaft zu fahren und diese am Ort mit dem Zweirad zu erkunden, ist für viele Bahn-Fans eine echte Freude. Der Anbieter Deutsche Bahn steht der Option, mit dem Zweirad und der Bahn zu fahren, aufgeschlossen gegenüber.
Fahrradmitnahme im Fernverkehr (ICE, IC, EC)
Im Folgenden erfahren Sie, in welchen Zügen / Zug-Gattungen des Anbieters Deutsche Bahn Sie Ihr Fahrrad mitnehmen dürfen. Im Fernverkehr dürfen Sie Ihr Rad in Intercity- und Eurocity-Zügen auf allen Fahrten mitnehmen. Für die ICEs gibt es ausgewählte Strecken, auf denen dies möglich ist. Aber in welchem Zug kann ich mein Rad überhaupt mitnehmen, geht das auch im ICE? In den ersten Modellreihen des ICE gab es keine Fahrradstellplätze. Für den ICE-4 wurden ganze 8 Stellplätze angekündigt, ein Redesign des ICE 3 sollte wieder ohne zusätzliche Fahrradstellplätze auskommen, dafür ist der ICE-3neo mit ebenfalls acht Plätzen für Räder vorgestellt worden. Dann stellte die Deutsche Bahn mit dem ECx eine neue Fernzug-Gattung vor, mittlerweile heißt der Zug ICE L, wobei das L für Niederflureinstieg steht (aus dem Englischen für „Low Floor“). Im Einsatz ist der Fernzug weiterhin nicht, soll aber demnächst kommen.
Voraussetzungen für die Fahrradmitnahme im Fernverkehr
- Sie brauchen eine gültige Fahrradkarte.
- Sie brauchen eine Stellplatzreservierung für Ihr Bike.
Die Reservierungspflicht ist notwendig, weil es nur begrenzt Fahrradstellplätze gibt. Buchen Sie gleichzeitig eine Fahrradkarte, ist die Reservierung kostenlos. Es darf nur ein Rad pro Fahrgast mitgenommen werden.
Welche Fahrräder dürfen mitgenommen werden?
Als Fahrrad gelten zweirädrige, einsitzige Räder und zusammengeklappte Fahrradanhänger. Nicht alle Fernzüge lassen spezielle Fahrräder wie Tandems oder Liegeräder zu. Wollen Sie ein solches Rad mit der Bahn mitnehmen, kontaktieren Sie am besten Ihre Bahn-Verkaufsstelle.
- Ein handelsübliches, einsitziges Fahrrad mit zwei Rädern. Das Fahrrad muss in die vorhandenen Fahrradständer gestellt werden.
- Ein Fahrrad mit Tretunterstützung durch Elektromotor bis 25 km/h (sog. Pedelec).
- Ein Fatbike, wenn dieses in die Fahrradhalterung (in der Regel eine Breite für Reifen von 40 bis 60 mm) passt. Lassen Sie ggf. die Luft aus dem Reifen ab.
- Ein zusammengeklapptes Faltrad oder Kinderräder mit einem Raddurchmesser bis 16 Zoll können im Zug wie Gepäck untergebracht werden.
Ein Tandem, Liegerad oder Dreirad kann nur in Zügen mit größerer Stellplatzkapazität mitgenommen werden. Alle nicht genannten Modelle können Sie nicht mitnehmen. Dazu zählen auch Fahrräder, die aufgrund ihrer Maße oder Bauweise nicht sicher verstaut werden können.
Zusammengeklappte (Kinder- oder Lasten-)Fahrradanhänger können Sie im Zug wie Gepäck mitnehmen. Dafür gibt es z. B. Gepäckregale und Mehrzweckbereiche.
Buchung und Reservierung
Wer ein Fahrrad im Fernverkehrszug mitnehmen will, muss den Stellplatz einen Tag vor Fahrtbeginn vorher reservieren. Am besten kauft man das Ticket fürs Rad direkt beim Kauf der normalen (Personen-) Fahrkarte und macht dann auch die Reservierung fürs Fahrrad. Damit es zu keinem Durcheinander kommt: Direkt bei der Buchung im Internet oder via App dieses Feld anklicken: „Nur Verbindungen zur Fahrradmitnahme anzeigen“. Dann sieht man direkt, in welchen Zügen das Rad mitgenommen werden kann. Wer am Schalter bucht, kann die Mitarbeiter vor Ort danach fragen.
Sie können beim Kauf Ihrer Fahrkarte ein Fahrradticket und einen Stellplatz direkt hinzubuchen. Das geht im DB Reisezentrum, am Automaten, auf der Webseite der Bahn oder per App. In der Online-Reiseauskunft können Sie schon auf der Startseite in der Suchmaske die Fahrradmitnahme anwählen, sodass Ihnen nur Verbindungen angezeigt werden, bei denen eine Mitnahme generell möglich ist. Sie können dann auch sehen, ob noch freie Stellplätze in Ihrem Wunschzug verfügbar sind.
Mit dem Fahrplanwechsel der Bahn können Fahrradtickets im Fernverkehr bis zu 12 Monate im Voraus gebucht werden. Der ADFC rät Radreisenden, die schon feste Pläne für 2025 haben, so früh wie möglich Stellplätze zu buchen - und erklärt, was man bei der Radmitnahme in der Bahn noch wissen muss.
Preise für die Fahrradmitnahme im Fernverkehr
Die Fahrradmitnahme im Fernverkehr kostet - je nach Entfernung - zwischen 7,50€ und 12,90€. Wer sein Fahrrad im Fernverkehr der Deutschen Bahn innerhalb Deutschlands mitnimmt, muss bei Reisen innerhalb von Deutschland je nach Entfernung, Buchungstag und Auslastung der Züge zwischen 7,99 Euro und 14,99 Euro ausgeben. Bei internationalen Reisen sind es ab 7,99 Euro. Inhaber einer Bahncard 100 können ihr Fahrrad kostenlos mitnehmen, müssen den Stellplatz im Reisezentrum oder telefonisch buchen.
Fahrradkarten kann man zusammen mit dem Ticket online buchen. Wollen Sie nur ein Fahrradticket kaufen (weil Sie z. B. ein Monatsticket für die Fahrt besitzen), gehen Sie zum Automaten oder Reisezentrum.
Tipps für die Fahrradmitnahme im Fernverkehr
- Packtaschen sollten bereits vor der Fahrt abgenommen werden und dürfen nicht am Rad verbleiben.
- Achten Sie darauf, dass Gänge, Türen und Sicherheitseinrichtungen, wie z.B. Feuerlöscher frei bleiben.
- Prüfen Sie die Angaben auf der Reservierungsbestätigung! Eine Fahrradkarte (inkl. Stellplatzreservierung, einfache Fahrt) kostet im Fernverkehr regulär 7,50 Euro, dieser Betrag wird auch für internationale Fahrradkarten bei Reisen ins Ausland fällig.
- Nehmen Sie bitte die Gepäckstücke rechtzeitig vor Einfahrt des Zuges von Ihrem Fahrrad ab. So laden Sie schneller ein und aus.
Fahrradmitnahme im Regionalverkehr
Auch im Regionalverkehr lässt sich prima ein Bike mitführen. Dies ist besonders günstig, weil es häufig der Nahverkehr ist, der uns in die Nähe von naturbelassenen Radwanderregionen bringt. Die meisten Nahverkehrszüge besitzen bereits Mehrzweckabteile, in denen auch Räder Platz haben. Im Einstiegsbereich ist dann ein Fahrradsymbol zu finden. Meist sind diese Abteile am Ende ober am Beginn des Zuges. Auch viele Einstiegsbereiche der Nahverkehrszüge bieten Platz für Bikes.
Regelungen im Regionalverkehr
Kompliziert wird die Sache leider dadurch, dass jeder Tarifverbund in Deutschland individuelle Regelungen für sein Angebot hat. In manchen Verkehrsverbünden wird man mit Sperrzeiten konfrontiert, die die Mitnahme eines Rades ausschließen. Dies ist vor allem im Berufsverkehr der Fall, wenn die übrigen Reisenden gerade genug Platz haben. Zu den einzelnen Regelungen gehören auch Ticketpreise, die von denen der Bahn abweichen können. Grundsätzlich gilt: Das Mitführen von Rädern hängt von den räumlichen Kapazitäten ab. Wenn der Zug zu voll ist, hat der Radler das Nachsehen.
Fahrradkarten und Preise im Regionalverkehr
Die Fahrradkarten kosten in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich viel; die Konditionen unterscheiden sich stark. Während die Fahrradmitnahme z.B. in Sachsen-Anhalt kostenlos ist, kostet die Fahrradmitnahme in Niedersachen 5,50€ und in Bayern 6,50€. Inzwischen gibt es aber mit der Fahrradtageskarte Nahverkehr ein deutschlandweit gültiges Angebot: Diese Fahrradtageskarte kostet 7 € und ist gültig in allen Zügen des Nahverkehrs (RE, RB und S-Bahn).
Ein deutschlandweit gültiges Fahrradticket für den Nahverkehr kostet am Automaten oder in der App 6,50 Euro. Jeder Verkehrsverbund hat aber eigene Regeln und eigene Tarife zur Fahrradmitnahme, in manchen Regionen ist sie kostenlos.
Spezielle Regelungen
Fahrradanhänger müssen zusammengeklappt werden und brauchen ein Extra-Ticket. Für spezielle Fahrräder, etwa Tandems oder Liegeräder, gibt es Ausnahmeregeln, der Kundenservice gibt Auskunft. Lastenräder müssen aufgrund ihrer Größe draußen bleiben; kompakte Modelle, bei denen man etwa den Lastenkorb zusammenklappen kann, werden oft geduldet. Übrigens: Zusammengeklappte Falträder fahren als Gepäckstück kostenlos mit.
Übersicht der Fahrradtickets im Nah- und Fernverkehr
Die Bahn bietet online eine Übersicht der Fahrradtickets im DB-Nah- und Fernverkehr. Hier ist eine Zusammenfassung der Kosten:
| Verkehr | Preis | Anmerkungen |
|---|---|---|
| Fernverkehr | 7,50€ - 12,90€ | Je nach Entfernung, inkl. Stellplatzreservierung |
| Nahverkehr | 7 € | Deutschlandweit gültige Fahrrad-Tageskarte |
| Baden-Württemberg (bwtarif) | 6 € | Pro Rad und Tag, soweit die kostenlose Mitnahme nicht gilt |
| Niedersachsen | 6,50 € | Pro Rad und Tag |
| Nordrhein-Westfalen (NRW) | 5,90 € | Pro Rad für 24 Stunden |
Weitere Informationen und Services
Fahrradmitnahme bei anderen Anbietern
- Flixtrain: Verfügt in jedem Zug über Fahrradstellplätze, die allerdings reservierungspflichtig sind.
- Abellio: Das Mitführen eines Fahrrades ist erlaubt und kostenlos.
- Transdev: Das Mitführen eines Fahrrades und E-Bikes ist möglich, es besteht aber kein Rechtsanspruch darauf.
Alternativen zur Fahrradmitnahme im Zug
Wer das eigene Fahrrad nicht in der Bahn mitnehmen will oder kann, kann es bei der Bahn auch als Gepäckstück aufgeben, dafür muss das Rad aber in der Regel teilweise auseinandergebaut werden. Eine andere Option ist, am Urlaubsort ein Fahrrad auszuleihen. In den meisten Regionen, die auf Touristen eingestellt sind, gibt es Leihradanbieter.
Wer auf das lästige Schleppen des Fahrrads verzichten möchte, kann sich bei der Bahn auch ein Fahrrad für den Zielort mieten. Dabei muss man zwei Varianten unterscheiden. In wenigen Metropolen ist das Bike überall in der Stadt erhältlich (Köln, Berlin, Düsseldorf, München, Frankfurt am Main, Hamburg, Stuttgart etc.). Wesentlich mehr Städte bieten das Bike nur am ICE-Bahnhof an.
Den Service von der eigenen Haustür zur Haustür im Ferienort bietet der DB Gepäckservice mit dem langjährigen Partner Hermes Germany. So wird die Bahnreise noch komfortabler und das Rad sorgt für Mobilität vor Ort. Viele wissen nicht, dass es auch die Möglichkeit gibt, sich das Fahrrad von der Deutschen Bahn direkt ans Reiseziel bringen zu lassen. Dies kostet innerhalb Deutschlands 55,90 Euro pro Rad (eine Richtung) von Haus zu Haus, vorzeigen muss man hierfür eine gültige Fahrkarte für sich selbst. Für Pedelecs ist der Service derzeit noch nicht verfügbar.
Call a Bike
Call a Bike ist der Fahrradverleih der Bahn. Das Flex-Programm von Call a Bike gibt es in der Hauptstadt und in München. Hier kann man überall im Stadtkern Fahrräder mit Spezialschloss finden, die man an jeder Kreuzung wieder abstellen kann.
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