Fahrradsicherung im Keller: Schutz vor Diebstahl

Ein Fahrrad im Keller abzustellen scheint sicher, ist es aber oft nicht. Es ist wichtig, ein teures Fahrrad auch im Keller ausreichend zu sichern und fest anzuschließen. Hier sind einige Überlegungen und Maßnahmen, die helfen können, Ihr Fahrrad im Keller vor Diebstahl zu schützen.

Diebstahlschutz im Keller

Es wird viel über Diebstahlschutz von Fahrrädern gesprochen, aber meistens geht es um das Abstellen außerhalb des eigenen Hauses oder Kellers. Was aber, wenn sich im Keller etwas tut? Viele bekommen es nicht mit, wenn sie auf dem Sofa sitzen. Daher ist es wichtig, dass das Fahrrad auch im dunklen Keller vernünftig gesichert ist.

Eine Möglichkeit ist, das Fahrrad mit zwei Schlössern zu sichern:

  • Ein stabiles Bügelschloss sichert es an einer Wandverankerung.
  • Ein zweites Kettenschloss verbindet das neue Fahrrad mit einem alten.

Zusätzlich können Aufkleber auf dem Fahrradrahmen angebracht werden, die darauf hinweisen, dass die Räder bei der Polizei registriert sind. Ein solcher Registrierungs-Aufkleber soll in erster Linie abschrecken. Die Rahmennummer des Fahrrads befindet sich eingestanzt am Steuerohr, an der hinteren Radhalterung oder unter dem Tretlager.

Wandanker: Eine Sicherungsbefestigung an der Kellerwand

Kern der Sicherungskonstruktion kann eine große Rohrschelle sein, die an die Kellerwand geschraubt wird. Hier wird das Bügelschloss eingehängt. Ohne solch eine Sicherungsbefestigung könnte man das Rad einfach wegtragen. Im Handel gibt es hierfür auch spezielle Wandanker bzw. Bodenanker. Diese werden mit Schrauben mit Kügelchen genutzt, die man nicht mehr herausdrehen kann.

Es ist ratsam, die Police der Diebstahlversicherung zu überprüfen, ob es dort eine Prämisse gibt, die vorschreibt, dass das Rad auch im Keller mittels eines solchen Befestigungsankers gesichert sein muss. Wenn ja, machen Sie ein Foto davon, wie Ihr Fahrrad an der Sicherheitskonstruktion befestigt ist.

Schrauben mit Klebstoff einschrauben

Um zu verhindern, dass die Befestigung einfach abgeschraubt werden kann, können die Schrauben mit Klebstoff eingeschmiert und danach fest eingedreht werden. Festgeklebte Schrauben dürften sehr viel schwerer herausschraubbar sein.

Schraubköpfe ausbohren

Eine weitere Maßnahme ist, die Schraubköpfe der Kreuzschrauben mit einer Bohrmaschine und einem größeren Metallbohrer rund zu bohren. Hierdurch erhofft man sich eine zusätzliche Sicherheit, da ein Schraubenschlüssel hier nicht mehr gescheit greifen kann. Alternativ gibt es auch Spezialschrauben mit Kügelchen, die man, sind sie einmal eingeschraubt, nie wieder herausschrauben kann. Mit einer Heißklebepistole kann man die rund gebohrten Schraubköpfe ausfüllen.

Meine Lösung mit den eingeklebten Schrauben, mit den aufgebohrten Schraubköpfen ist natürlich eher provisorisch - Aber besser als eine normale Montage!

Nicht am Boden sondern besser an der Wand sichern

Es empfiehlt sich, eine solche Halterung weniger am Boden zu befestigen, sondern besser etwas höher an der Wand. Ein am Boden liegendes Schloss kann viel einfacher geknackt werden, da man den einen Griff eines großen Bolzenschneiders auf den Boden stellen und mit dem gesamten Körpergewicht Druck auf den anderen ausüben kann. Befindet sich die Halterung bzw. das Schloss jedoch ungefähr auf Hüfthöhe, muss man hierzu beide Arme nutzen, wodurch viel weniger Kraft ausgeübt werden kann.

An zweites Rad anketten

Wenn möglich, schließen Sie beide Fahrräder mit einem Kettenschloss zusammen. Sollte die Wandbefestigung gelöst werden können, so wird somit wenigstens ein Hinaustragen erschwert. Alternativ kann man das Fahrrad natürlich auch an ein gefülltes Regal oder ähnliches im Keller anschließen. Die Gurkengläser wollen dann erst einmal aussortiert werden.

Das Zusammenschließen beider Fahrräder sollte dann so gehandhabt werden, dass sie hintereinander angeschlossen werden: Das Rohr vorne des ersten Fahrrads (wo der Lenker sitzt) muss mit dem hinteren Sitzrohr des zweiten verbunden werden. Dadurch können beide Räder nicht mehr parallel nebeneinander gestellt- bzw. so nicht mehr von einer einzigen Person und vor allem nicht mehr unauffällig heraus getragen werden.

Kellertür sichern

Besonders in Altbauten mit typischen Kellerboxen mit Türen aus alten Holzbrettern ist es wichtig, die Kellertür zu sichern. Alte Schlitzschrauben sollten entfernt und durch Schrauben mit abgerundeten Köpfen ersetzt werden. Die Muttern (innen) fest drehen und die Schrauben innen mit einer Zange umbiegen, sodass man die Muttern nicht mehr lösen kann, indem man einfach einen Maulschlüssel durch das Gatter schiebt. Eine gute Sicherung ist immer auch die, wo die Schrauben nicht mehr mit konventionellem Werkzeug gelöst werden können.

Die Beschläge wie auch der Bügel für das Vorhängeschloss müssen aus festem Stahl sein. Es gibt sie auch aus weichem Metall, welches man aber einfach mit einer Wasserpumpenzange verbiegen bzw. durch mehrmaliges Hin- und Herbiegen zerstören kann.

Kellertür mit Tuch abhängen?

Ob man die Kellertür mit einem Tuch abhängen sollte, hängt davon ab, ob sich wertvolle Gegenstände im Keller befinden. Wenn sich keine wertvollen Gegenstände im Keller befinden, kann ein solcher Sichtschutz bestehen bleiben. Befindet sich aber ein gut gesichertes und teures Fahrrad im Keller, sollte man auf einen solchen Sichtschutz verzichten, denn ein Dieb soll ja sofort sehen, dass sich eine Tat hier schwierig gestalten wird. Die Tür wird idealerweise erst gar nicht aufgebrochen. Das dicke Rahmenschloss soll sofort ins Auge fallen und abschrecken. Die Tat der Beschaffungskriminalität geht in der Regel immer sehr schnell vonstatten. Man sollte hier gleich für eine ordentliche Abschreckung sorgen und nicht mittels verdeckender Tücher Hoffnung auf leichte, hochwertige Beute machen. Beim Schutz von z. B. eines Fahrrads geht es in erster Linie immer um Abschreckung: Es soll sofort offensichtlich sein (z. B. durch ein dickes Rahmenschloss) dass sich ein Diebstahl hier schwierig gestalten wird.

Kein Aufbruch-Werkzeug gleichzeitig im Keller lagern

Eine Rohrschelle an der Wand, an welcher man im Keller das Fahrrad mittels Bügelschloss sichert, ließe sich sicherlich durch Zuhilfenahme eines langen Hebels mit Gewalt von der Wand lösen. Es ist ratsam, dass man nicht gleich daneben eine lange Eisenstange stehen hat bzw. kein ähnliches Werkzeug, mittels dem man solche Sicherungen einfach aufbrechen- bzw. lösen kann.

Weitere Tipps und Empfehlungen zur Fahrradsicherung

  • Überwachungskamera installieren: Eine smarte Kamera, die bei ungewöhnlichen Geschehnissen Alarm schlägt, kann helfen, Fremde unbemerkt vom Grundstück fernzuhalten.
  • Boden- und Wandanker nutzen: Hochwertige Modelle aus gehärtetem Spezialstahl bieten zusätzlichen Schutz.
  • Mobile Schlösser im Keller einsetzen: Falt- oder Kettenschlösser sind flexibel einsetzbar und können auch unterwegs genutzt werden.
  • Alarmbox sorgt für zusätzliche Sicherheit: Eine akustische Sicherung, die bei Erschütterungen einen lauten Alarm auslöst, kann Diebe abschrecken.

Versicherungsschutz bei Fahrraddiebstahl

Es ist wichtig zu wissen, wie Ihre Hausratversicherung im Falle eines Fahrraddiebstahls greift. Die Hausratversicherung zahlt in der Regel bei Einbruchdiebstahl oder Feuer, wenn das Fahrrad aus der Wohnung, einem abgeschlossenen Keller oder einer abgesperrten Garage gestohlen wird. Einige Versicherungsanbieter zahlen auch, wenn das Fahrrad aus dem eigenen, umzäunten Garten oder einem Abstellraum für Räder gestohlen wird. Mit einem Zusatzbaustein kann die Hausratversicherung auch bei Fahrraddiebstahl im Freien zahlen. Überprüfen Sie, ob es eine Nachtzeitklausel in Ihrer Hausratversicherung gibt, die den Schutz zwischen 22 und 6 Uhr einschränkt.

Eine spezielle Fahrradversicherung ist sinnvoll, wenn Sie ein teures Fahrrad besitzen und sich mehr Leistungen über einen Fahrraddiebstahl hinaus wünschen. Diese sichert Sie nicht nur gegen Diebstahl ab, sondern auch gegen Reparaturen am Fahrrad, Sturz- und Unfallschäden. Die Kosten und Leistungen einer Fahrradversicherung variieren je nach Anbieter und Tarif.

ADFC-Checkliste zur Diebstahlvermeidung

  • Anschließen statt nur Abschließen: Schließen Sie Rahmen sowie Vorder- und Hinterrad des Fahrrads mit sicheren Schlössern an fest verankerten Fahrradständern oder Gegenständen an - auch wenn es nur für kurze Zeit ist.
  • Öffentlichkeit: Fahrräder nicht an einsamen, schlecht einzusehenden Plätzen oder Straßen abstellen.
  • Geschlossene Räume: Zuhause steht das Fahrrad am besten angeschlossen im eigenen Keller oder in speziellen, abschließbaren Fahrradboxen.
  • Einzigartigkeit: Individuelle Merkmale machen das Fahrrad unverwechselbar und schützen es vor Diebstahl.
  • Codierung: Lassen Sie Ihr Fahrrad codieren. Auch die Codierung kann Diebstähle verhindern.
  • Unberechenbarkeit: Wechseln Sie öfter mal den Abstellort, um Dieben keine Hinweise auf günstige Zeitfenster zu geben.

Verschiedene Typen von Fahrradschlössern

Entscheidend ist die Qualität des Schlosses. Schlösser mit Spiralkabeln, dünnen Drähten oder Ketten lassen sich schnell aufsägen oder mit dem Seitenschneider aufknipsen. Mehr Schutz bieten Bügel-, Falt- oder Kettenschlösser.

Die beste Stahlqualität nutzt aber wenig, wenn sich der Schließzylinder leicht überwinden lässt. Drehscheibenzylinder bieten einen recht hohen Schutz, da der Schlüssel die Scheiben im Schlosszylinder in die richtige Stellung bringen muss. Auch wenn Picking in der Praxis kaum eine Rolle spielt, ist ein hochwertiger Schlosszylinder dennoch wichtig. Mit sogenannten Schlagschlüsseln oder anderen Werkzeugen lassen sich einfache Stiftzylinderschlösser schnell öffnen. Je tiefer der Schlosszylinder im Schlosskörper sitzt, umso schwieriger wird das Einführen von Werkzeugen.

Tabelle: Fahrradschloss-Typen im Vergleich

Schloss-Typ Vorteile Nachteile
Bügelschloss Hohe Sicherheit, robust Unflexibel, sperrig
Faltschloss Flexibel, kompakt Geringere Sicherheit als Bügelschloss
Kettenschloss Hohe Flexibilität, robust Hohes Gewicht
Kabelschloss Leicht, günstig Geringe Sicherheit

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0