Fahrradaufbewahrung in der Wohnung: Ideen und Lösungen

Gerade in urbanen Gegenden, wo Fahrräder das schnellste, praktischste und günstigste Verkehrsmittel sind, wird es durch fehlende Fahrradkeller oder die Angst vor Diebstahl schnell zum Risiko, das Bike draußen abzustellen. Wer dennoch nicht auf den geliebten Drahtesel verzichten möchte, greift zu einer anderen Lösung: die Fahrradaufhängung! Damit lässt sich das Fahrrad ganz easy auf dem Balkon oder im Flur an der Wand verstauen und bleibt schnell einsatzbereit. Ein weiterer Vorteil: Das Fahrrad wird zwar drinnen untergebracht, steht aber nicht im Weg herum. Und das Ganze sieht sogar richtig cool aus!

Fahrradaufbewahrung: Platzsparende Ideen für Ihr Zuhause

Fahrräder sind die neuen Schuhe, zumindest, wenn es darum geht, was man im Flur stehen lässt. Manche schleppen ihr Zweirad sogar bis in den vierten Stock hinauf, aus Angst, unten vor der Tür würde das gute Stück geklaut. Oder auch, weil es neu ist, und man ein wenig angeben will. Dank ausgetüftelter Aufhängelösungen und Wandhalterungen kann der Drahtesel in den vier Wänden wie eine Trophäe präsentiert werden. Fahrräder sind nicht zuletzt dank des immer günstigeren und effektiveren E-Antriebs beliebt wie lange nicht und oft bleibt es auch nicht bei nur einem Bike pro Person. Neben dem Drahtesel für den Alltag gibt es dann etwa noch ein Rennrad oder Mountainbike für die sportliche Betätigung - und das am besten für jedes Familienmitglied. Da wird der Platz schnell eng in Einfahrt, Carport und Garage.

Wohin also mit dem Fahrrad? Halterungen und Aufhängungen für Fahrräder sind letztlich immer dann sinnvoll, wenn das Rad nicht täglich benötigt wird oder es aus Platzgründen schlicht nicht anders geht. Die Optimierung der Fahrradaufbewahrung kann eine Herausforderung sein, besonders in kleinen Wohnungen, wo jeder Zentimeter zählt. Ein Fahrrad im Flur abzustellen oder an die Wand zu lehnen, kann es beschädigen, die Umgebung verschmutzen oder unnötige Unannehmlichkeiten verursachen. Zum Glück gibt es Lösungen wie Fahrräder an der Wand aufzuhängen, Bodenständer zu verwenden oder sogar den Deckenbereich zu nutzen, um sie organisiert und geschützt zu halten.

Der Trend zum Fahrrad im Wohnraum

Dieser Trend ist keiner, über den man sich wundern müsste: Fahrräder sind längst zu Statusobjekten avanciert, kosten nicht selten 4.000 Euro und mehr. Vielleicht besitzt man eine limitierte Edition eines Rennrades oder hat die passende Zusatzausstattung (wie etwa einen Vintage-Ledersattel) mühsam im Internet ersteigert - solche Wertanlagen will man im Zweifel nicht nur sicher verwahren, sondern herzeigen. Derzeit entwerfen Designer spezielle Rad-Regale, unter Nerds „Bicycle Furniture“ genannt. Ästhetisch entsprechen solche Halterungen jenem Design-Anspruch, den die Käufer auch an ihr Rad stellen. Schließlich soll das schicke Gefährt nicht in einem weniger hübschen Regal verankert sein.

Frisch geputzt (und ja, genau das ist vielleicht der Haken am System!) macht das Rennrad dann zwischen Bildern an der Wand, über dem Schreibtisch oder selbst im Schlafzimmer eine gute Figur. Die Interior Designerin AnneLiWest schuf für das WG-Zimmer eines Studenten eine Low-Budget-Aufhängung aus einer simplen Holzkiste. Statt Blümchen können darin auch Rad-Utensilien oder Fanliteratur, wie etwa „Bikepacking - Mit dem Fahrrad das Land entdecken“ (Gestalten Verlag), verstaut werden. Aber den meisten geht es ja gar nicht ums Verstecken, sondern um die Inszenierung: Brüning Interiors gestalteten ein Multifunktionsmöbel für einen Eingangsbereich. Ein Fahrrad ist für Liebhaber eben mehr als die Summe seiner verchromten Bauteile.

Oder wie plauderte schon Fahrradfahrer und Musiker John Lennon einst aus dem Nähkästchen: „Die meisten Kids ließen ihr Rad nachts im Hof. Ich nicht. Ich nahm meins mit rein."

Verschiedene Arten von Fahrradaufhängungen

Von den vielen Möglichkeiten der Fahrradaufhängung ist der Lift der beliebteste. Nicht nur in der Wohnung, auch in der Garage oder dem Schuppen passt er sich perfekt seiner Umgebung an. Und was zur Aufbewahrung praktisch ist, lohnt sich auch für Bastler! Neben dem Fahrradlift ist auch die Fahrradhalterung eine weitere tolle Idee dem geliebten Fahrrad einen Ehrenplatz in der eigenen Wohnung zu verschaffen. Für das klassische Damen- oder Hollandrad empfiehlt sich ein Wandhalter, der das Rad vertikal an der Wand befestigt.

1. Fahrradlift

Und so geht’s: Der Fahrradlift besteht aus zwei Haken, die am Lenker und unter dem Sattel befestigt werden. Diese Haken sind mit einem Flaschenzug verbunden. So lässt sich das Fahrrad schnell und unkompliziert zur Decke hochziehen und bei Bedarf wieder herunterlassen. Am meisten freien Platz schafft ein Fahrradlift, der deshalb auf Platz Eins landet. Wer ausreichend Raumhöhe im Carport oder Garage zur Verfügung hat, sollte seine Drahtesel direkt unters Dach hängen. Die dafür nötigen Deckenlifte für Fahrräder gibt es bereits ab 12 Euro. Sie funktionieren mit einem Seilzug und einer Kombination aus mehreren Flaschenzügen und erlauben eine platzsparende Aufbewahrung in mehreren Metern Höhe.

Auch hier gilt: Wer ein schweres E-Bike aufhängen will, sollte auf die Spezifikationen achten. Budget-Deckenlifte sind häufig nur bis maximal 20 kg Gewicht ausgelegt. Marken-Modelle schaffen bis zu 57 kg und kosten etwa 40 bis 50 Euro. Die besser ausgestattete Variante mit elektrischem Motor ist da schon deutlich teurer. Der elektrische Fahrradlift ist dann aber auch bis zu einem Maximalgewicht von 100 kg geeignet. Etwas teurer, aber noch platzsparender sind Lifte, die das Bike flach unter die Decke hängen. Auch hier gilt es, die Spezifikationen im Auge zu behalten, denn der Lift schafft maximal 25 kg. Die Deluxe-Variante zur Deckenmontage ist der hydropneumatische Flat-Bike-Lift für satte 389 Euro. Hier wird das Rad bequem auf der Halterung abgestellt und mit einer Klammer fixiert. Anschließend wird es mit geringem Kraftaufwand an die Decke hochgeklappt.

Abgesehen vom hohen Preis gibt es hier allerdings noch einen Nachteil: Der Standard-Flat-Bike-Lift ist nur für Fahrräder mit maximal 21 kg geeignet. Wie uns der Hersteller mitgeteilt hat, gibt es allerdings unter der Teilenummer S24 eine stärkere Gasdruckfeder, dann stemmt der Flat-Bike-Lift bis zu 28 kg. Das ist dann auch für viele E-Bikes ausreichend. Bei Carports mit schrägem Dach muss außerdem eine Hilfskonstruktion angebracht werden - hier ist dann handwerkliches Geschick gefragt.

2. Fahrradhalterung

Mithilfe von kleinen Holzblöcken, die an der Wand angebracht werden, lässt sich das Bike cool in Szene setzen. Allerdings ist diese Methode nur für „Herrenfahrräder“ oder Mountainbikes geeignet, da eine Querstange benötigt wird, um das Rad auf dem Holzblock der Fahrradaufhängung abzulegen. Die Fahrradhalterung ist durch seine simple Konstruktion perfekt zum selber machen geeignet und kann so auf die eigenen Bedürfnisse kreativ und individuell angepasst werden.

3. Wandhalter

Diese Art der Fahrradaufhängung ist auch dann empfehlenswert, wenn in der Garage kein Platz ist, um mehrere Räder nebeneinanderzustellen. Dadurch, dass das Vorderrad in den Haken eingehängt wird, erinnert der Wandhalter an eine Garderobe für Fahrräder. Alle Räder hängen so übersichtlich aufgereiht an der Wand und können sich zudem nicht ineinander verkeilen oder beschädigen.

Wandhalterungen im Flur lassen sich logischerweise nicht nur einzeln verwenden, sondern können auch beliebig kombiniert werden. Einfach einen Profi fragen, wie sich Beispiele wie oben realisieren lassen.

Weitere Optionen zur Fahrradaufbewahrung

  • Wandhaken schwenkbar: Wer das Bike mit einem Haken am Vorderrad aufhängt, verliert allerdings trotzdem Raumtiefe. Hier kommen klappbare Wandhaken ins Spiel. Diese funktionieren grundsätzlich wie klassische Fahrradwandhalterungen, können nach dem Einhängen des Bikes aber an seitlich weggeklappt werden. Der Raumgewinn im Vergleich zur klassischen Wandhalterung ist zwar nicht riesig, aber spürbar.
  • Rahmen- & Pedalhalterung: Nicht nur für Garage und Carport, sondern auch für Innenräume geeignet sind Fahrradwandhalterungen für die Aufnahme von Rahmen oder den Pedalen. Hier hängt das Bike dann nicht vertikal am Vorderrad, sondern horizontal am Rahmen oder einem Pedal an der Wand. Das geht zwar zugunsten der Raumtiefe, das Aufhängen kostet aber Kraft.
  • Wandhaken starr: Wer kein Problem damit hat, dass Fahrrad und E-Bike recht weit in den Raum hineinragen, sollte sich für eine klassische starre Wandhalterung entscheiden. Die Aufhängungen für das Vorderrad sind in zig Varianten erhältlich und im Vergleich meist günstiger.
  • Fahrradständer vertikal: Soll der Platz in der Garage oder im Carport flexibel genutzt werden, bieten sich vertikale Fahrradständer an. Hier wird das Bike hochkant geparkt - anders als bei der Wandhalterung ist hier aber kein fester Platz nötig. Die Ständer können gänzlich frei im Raum positioniert werden. Bei Bedarf lassen sich die Ständer dann einfach verschieben - oft sogar bequem auf Rollen.

Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten

Was immer beachtet werden muss: Die Fahrradaufhängung darf nicht überlastet werden! Die meisten Fahrräder wiegen zwischen 10 und 15 Kilogramm, E-Bikes hingegen deutlich mehr. Das Hauptproblem etwa den klassischen Wandhalterungen: So stehen die Bikes zwar nicht am Boden herum, wirklich platzsparend sind viele der simplen Halterungen aber nicht.

Wichtig bei der Lagerung an der Wand: Wer keine Reifenspuren an den Wänden möchte, sollte darauf achten, dass die Halterung einen Schutz für das Hinterrad mitbringt. Falls das nicht der Fall ist, lohnt sich die Anbringung einer selbstklebenden Wandschutzmatte ab 15 Euro. Überhaupt muss man bei diesen Halterungen besonders auf die Spezifikationen achten - für schwere E-Bikes ist nur ein Teil der Halterungen geeignet. Wer keine Reifenspuren an den Wänden möchte, sollte auch hier darauf achten, Wandschoner zum Lieferumfang gehören. Falls nicht, tut es auch eine Wandschutzmatte ab 15 Euro. Zudem muss man beim Kauf der Halterung genau dessen Spezifikation bezüglich des zulässigen Gewichts beachten. Wer ein schweres E-Bike regelmäßig an der Wand parken will, sollte sich die Fahrradhalter mit pneumatischer Hebefunktion wie den Fahrradlift von Velowup ansehen - der ist aktuell allerdings nur im Fachhandel erhältlich. Die integrierte Gasdruckfeder des Velowup nimmt einem einen Teil der Arbeit ab.

Neben dem Design und dem Preis sollte man unbedingt das zulässige Maximalgewicht beachten. Normale Fahrräder sind zwar kein Problem, für schwere E-Bikes kommen viele der günstigen Halterungen aber nicht infrage.

Weitere kreative Ideen zur Fahrradaufbewahrung

Manche hängen das Fahrrad hinter der Eingangstür unprätentiös an einen Fleischerhaken. Andere bauen sich auch aufwendige Konstruktionen, um ihr Fahrrad in der Wohnung ganz nah bei sich zu haben. Wer Platz sparen will, versteckt sein Fahrrad unter der Treppe. Vergessener Stauraum, der viel zu selten genutzt wird. So ist das Gefährt sicher in der Wohnung untergebracht, macht sich aber unauffällig schlank. Außerdem stört hier eventueller Schmutz, den man zwangsläufig an den Reifen hat, nicht so sehr.

Mit einer Fahrradhalterung lässt sich das Rad in die aktuelle Lebenssituation einpassen - und nicht andersherum! Wenn dir sehr wenig Platz in der Wohnung zur Verfügung steht, dann kannst du in Erwägung ziehen, dein Rad als Designobjekt in Szene zu setzen und es direkt an der Wand aufzuhängen. Wenn du etwas mehr Geld ausgeben willst, dann greif zurück auf ein Designerstück. Regale wie diese sind eine tolle Ergänzung für die Einrichtung. Sehr stylische Fahrradgarderoben haben wir auf www.thegardengirls.de gefunden: Die recycelten Fahrradlenker und Sättel sehen aus wie Jagdtrophäen. Noch aufgeräumter sieht das Rad in der Wohnung aus, wenn ein ganzes Schrankelement ihm zur Verfügung gestellt wird. Natürlich kann das ganze auch in der Waagerechten stattfinden. Es gibt sie, die “Bike-Nerds”, bei denen mehr Fahrräder und Bauteile in der Wohnung zu finden sind als kleine Löffel für die Kaffeetasse.

Und auch für sie gibt es Lösungen, die Räder in der Vertikale übereinander zu lagern. Zugegeben - man braucht etwas Kraft, um ein Rad so weit nach oben zu hieven. Wenn du ganz zufällig eine Treppe in der Wohnung hast, dann kannst du die Halterung auch unter den Stufen anbringen. So nutzt du den ansonsten toten Raum ideal aus. Alle guten Ideen darf man auch kopieren 🙂 Mit ein wenig Elan und handwerklichem Geschick baust du dir ein ganz individuelles “Fahrradregal”. Dass alte Europaletten sowieso in der Deko-Landschaft Wohnraum angekommen sind, wissen wir ja schon lange.

Rechtliche Aspekte

Gut zu wissen: Laut einem Urteil des Landgerichts München (Aktenzeichen 36 S 3100/17 WEG) können Vermieter oder die Eigentümergemeinschaft das Parken des Rads in der Wohnung verbieten.

Tabellarische Übersicht der Fahrradaufbewahrungslösungen

Halterungstyp Vorteile Am besten geeignet für
Vertikale Wandhalterung Spart Platz, einfache Installation Enge Räume, häufige Nutzung
Horizontale Wandhalterung Ästhetisch, kann mehrere Fahrräder lagern Dekoration, Mehrfachlagerung
Deckenhalterung Maximale Platzeinsparung, ideal für Garagen Schwere Fahrräder, langfristige Lagerung
Bodenständer Schneller Zugang, keine Installation erforderlich Tägliche Nutzung, begrenzter Platz

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