Fahrrad Lackschaden Ausbessern: So geht's

Während einige ihr Fahrrad „nur“ als ein Fortbewegungsmittel sehen, legen andere großen Wert darauf, ihr Fahrrad zu hegen und pflegen. Für Kratzer und Lackschäden am Fahrrad gibt es kein Verständnis. Vermeiden lassen sie sich zwar nicht immer, aber ausbessern schon.

Warum Lackschäden ausbessern?

Genauso wie beim Auto kann ein Lackschaden am Bike sehr ärgerlich sein. Nicht nur, wenn das Fahrrad besonders teuer war oder hochwertig ist. Unabhängig von Rostbildung und Alu-Korrosion möchten die meisten Fahrradbesitzer dennoch Lackschäden am Fahrrad reparieren, um das Bike optisch in gepflegtem Zustand zu halten. Außerdem kann sich aus dem Kratzer allmählich eine Roststelle entwickeln, abhängig vom Rahmenmaterial.

Es bietet sich an, einen Steinschlagschutz oder Kettenstrebenschutz zu nutzen, um Beschädigungen vorzubeugen. Diese sind für viele Hersteller und Modelle individuell. Bei Transport eines Bikes sollte es außerdem zusätzlich verpackt oder einzelne Komponenten geschützt werden. Entweder mit einer Decke, Karton oder speziellen Bikecovern.

Ursachen für Lackschäden

Kratzer und Lackschäden können so gut wie überall passieren: Vom groben Umgang mit dem Werkzeug bei der letzten Reparatur, über einen Sturz bis hin zu Steinschlägen während der letzten Tour. Sie können noch so vorsichtig mit Ihrem Vehikel umgehen: Lackschäden lassen sich nie ganz verhindern. Ein kleiner Sturz, eine kleine Unaufmerksamkeit und zack ist es passiert. Insbesondere wenn Sie Ihr Bike öfter an öffentlichen Orten abstellen, ist ein Lackschaden oder Kratzer aber leider nicht so selten. Ein häufiges Anlehnen an einer immer gleichen Kontaktstelle kann bereits für kleinere Blessuren sorgen.

Materialien und Vorbereitung

Bevor die Ausbesserung losgehen kann, sollten Sie die Unterschiede im Material berücksichtigen. Denn Rahmen aus Stahl und Aluminium lassen sich recht unkompliziert bearbeiten. Bei Carbon auf der anderen Seite gilt es Vorsicht walten zu lassen. Hier passiert es durch die Leichtbauweise nämlich schnell, dass man ins Material schmirgelt. In Eigenregie funktioniert das Ganze aber auch.

Benötigte Materialien:

  • Schleifpapier verschiedener Körnungen (400, 600, 1200)
  • Rostwandler (falls Rost vorhanden)
  • Fettlöser oder Reiniger
  • Grundierlack
  • Füllspachtel (falls die betroffene Stelle zu tief ist)
  • Sprühlack oder Lackstift bzw. Autolack, Sprühlack, Lackstift oder Universallack
  • Klarlack und ggf. Lackpolitur

Welcher Lack eignet sich für die Fahrradreparatur?

Grundsätzlich können Sie Autolack, Sprühlack, Lackstift oder einen Universallack zum Aufpinseln für das Ausbessern von Lackschäden verwenden; Farblack aus der Spraydose ist am einfachsten aufzutragen. Das größere Problem liegt darin, den passenden Farbton zu finden.

Wasserfeste Lacke aus der Autoindustrie können auch am Fahrrad eingesetzt werden. Beim Kauf ist es nur wichtig den richtigen Farbcode zu wissen oder herauszufinden.

Den richtigen Farbton ermitteln

Aufgrund der zahlreichen Fahrradhersteller und noch mehr Fahrradmodelle gibt es keinen speziellen Fahrradlack, der sich ähnlich wie beim Autolack anhand eines Farbcodes kaufen lässt. Bevor Sie Lackschäden am Fahrrad reparieren wollen, müssen Sie sich vor dem Ausbessern auf die Suche nach einem Lack im passenden Farbton machen.

Um den exakten Farbton zu bekommen, besorgen Sie sich eine RAL-Tabelle oder eine Farb-Tabelle aus dem Baumarkt und vergleichen Sie. Du kannst so ziemlich jeden Farbton mischen lassen. Insofern Sie den Reparaturlack online kaufen wollen, können Sie z. B. bei Wikipedia die RAL Farbtöne ansehen und überprüfen, ob Ihr Fahrrad in einer der normierten Farben lackiert ist.

Haben Sie die Möglichkeit, in einem Fachmarkt für Autozubehör oder in einem Baumarkt nach Lack zu schauen, können Sie am Fahrrad in direkter Nähe des auszubessernden Lackschadens etwas Farbe abkratzen und mit durchsichtigem Klebestreifen auf ein weißes Blatt Papier kleben. Diesen Abrieb nehmen Sie zum Farbenkauf mit und können so einen möglichst identischen Farbton für die Fahrradreparatur mitbringen.

Anleitung: Lackschaden am Fahrrad ausbessern

Mit unserer Anleitung können Sie kleinere Lackschäden am Rahmen Ihres Fahrrads ausbessern, sodass er (fast) wie neu aussieht.

Schritt 1: Anschleifen

Zuerst nehmen Sie das 400er Schleifpapier und arbeiten ganz einfach in vorsichtigen, kreisenden Bewegungen um die betroffene Stelle, um sie aufzurauen und für die folgende Behandlung vorzubereiten. Den Lack mit Schleifpapier aufrauen. Achte darauf nicht zu großflächig, sondern nur die Stelle, die wirklich lackiert werden soll, aufzurauen.

VORSICHT BEI CARBON: Sollte das Schleifpapier erst schwarze Stellen haben, sofort aufhören.

Schritt 2: Reinigung

Im Anschluss gilt es die Stelle gründlich zu reinigen, von Fett und Staub zu befreien. Denn nur dann haftet der Lack gut. Dafür verwenden Sie einen sauberen Lappen und Entfetter. Es ist äußerst wichtig, dass die betroffene Stelle gründlich gereinigt wird, denn nur auf einem fett- und staubfreien Untergrund kann Lack gut haften.

Schritt 3 (optional): Füllspachtel auftragen

Ist die Stelle sehr tief, können Sie Unebenheiten mit Füllspachtel ausgleichen. Diesen tragen Sie nach der Packungsanleitung vorsichtig auf und ziehen ihn glatt, bevor er trocknet. Falls die betroffene Stelle, zu tief ist, kommt der Füllspachtel zum Einsatz. Die Spachtelmasse vorsichtig auftragen und glattziehen.

Sollte Füllspachtel zum Einsatz kommen, dann ist jetzt sein Moment gekommen. Er wird anhand der Packungsanleitung aufgetragen und dann werden die Schritte 1 und 2 wiederholt.

Schritt 4: Abkleben und Grundieren

Kleben Sie nun die betroffene Stelle ab und behandeln Sie sie mit einer Grundierung, während sie den Rest des Gefährts mit Zeitungspapier abdecken. Die Grundierung sorgt dafür, dass der Lack später besser hält. Die betroffene Stelle abkleben und mit Zeitungspapier, den Rest des Bikes abdecken und mit einer Grundierung behandeln.

Wie wir sehen ist Vorbereitung das A und O.

Schritt 5: Lackieren

Doch jetzt geht das Lackieren tatsächlich los. Das können Sie ganz einfach mit einem Pinsel, einem Lackstift oder einem Lackspray erledigen. Nachdem die Grundierung getrocknet ist, nun mit dem gewünschten Lack besprühen. Am besten 1. Schicht trocken lassen und nochmals besprühen.

Relativ einfach ist es mit Pinsel bzw. Lackstift. Einfach 1-2 dünne Schichten Lack auftragen und fertig. Beim Spray muss man etwas mehr aufpassen. Am besten du legst alles gut mit Zeitungspapier aus und deckst die nähere Umgebung ab. Auch hier solltest du vor allem auf die Anweisung auf der Verpackung achten und unbedingt den Abstand einhalten. Wenn alles klappt, hast du aber mit dem Spray das gleichmäßigste Ergebnis. Tragen Sie eine dünne Schicht auf, lassen Sie sie trocknen und begradigen bei Bedarf das Ergebnis mit einem 600er oder 1200er Schleifpapier.

Schritt 6: Feinschliff und Versiegelung

Zu guter Letzt tragen Sie ebenfalls zwei Schichten Klarlack auf, um die Lackierung zu schützen. Ist dieser getrocknet, beseitigen Sie mit der finalen Politur auch die letzten kleinen Unebenheiten und schon sieht das Rad wie neu aus.

Ist der Lack ausreichend getrocknet - am besten solltest du 24 Stunden warten - kommen zunächst das 600er, danach das 1200er Schleifpapier zum Einsatz, mit denen du den aufgetragenen Lack nochmals begradigst und das Ergebnis optimierst. Beim finalen Schritt wird nun zunächst der Klarlack aufgetragen, um die Lackierung zu schützen. Nachdem der Klarlack trocken ist, kommt die finale Politur zum Einsatz - am besten auf Wachsbasis.

Weitere Tipps zur Vermeidung von Lackschäden

Wer von vornherein solche Schäden vermeiden oder zumindest das Risiko minimieren möchte, der ist mit einem Steinschlagschutz oder Kettenstrebenschutz gut bedient. Letzterer verhindert, insbesondere bei Geländefahrten, dass die Fahrradkette auf den Rahmen schlägt. Ein weiterer Tipp, um Lackschäden zu vermeiden: Achten Sie beim Transport darauf, dass der Rahmen geschützt ist.

Wann zum Fachmann?

Wem das nach zu viel Aufwand erscheint, der kann sich überlegen, einen Fachmann aufzusuchen. Dieser übernimmt die Ausbesserung kleiner Kratzer und größerer Unebenheiten im Gegenzug für einen bestimmten Preis. Dieser liegt meist zwischen 30 und 50 Euro.

Anzumerken ist aber, dass nicht jeder kleinste Schaden unbedingt ausgebessert werden muss. Fabrikneu wird das Fahrrad danach nicht wieder aussehen, die ausgebesserte Stelle wird sichtbar sein und bleiben. Wer eine unsichtbare Ausbesserung möchte, der sollte sich bei einem Maler und Lackierer ein Angebot einholen. Schäden am Fahrrad übernimmt. Ähnlich wie beim PKW, werden hier Reparaturen unter bestimmten Umständen von der Versicherung übernommen.

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