Fahrradlampe vorne Test: Die besten Modelle im Überblick

Dieser Artikel wurde erstmalig am 6.11.2023 veröffentlicht und nun für gut befunden. Spätestens jetzt ist es draußen dunkel, wenn wir uns auf den Weg von der Arbeit nach Hause machen. Wer dann noch eine Feierabendrunde anschließen möchte, kommt um eine passende Lampe nicht herum.

Seit das Pendeln mit dem Fahrrad - auch dank der Leasing-Angebote von Jobrad und Co - immer beliebter wird, konstruieren die Hersteller zunehmend besonders helle Scheinwerfer, die dennoch die Vorgaben der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) erfüllen. Einige verfügen zusätzlich über ein Fernlicht, das auch das Fahren abseits befestigter Wege ermöglichen soll. Wir haben sechs helle Straßenleuchten auf ihre Offroad-Tauglichkeit überprüft. Zudem geben wir die wichtigsten Infos rund um das Thema Beleuchtung und stellen ergänzend drei leichte Helmlampen sowie drei StVZO-Rücklichter vor.

Fahrradlampen mit Akku oder Batterie sollen im Dunkeln für mehr Sicherheit sorgen - durch eine bessere Ausleuchtung der Strecke und höhere Sichtbarkeit im Straßenverkehr. Doch wie gut funktioniert das im Alltag wirklich? Wir haben im Fahrradlicht-Test zehn aktuelle Modelle für die Frontbeleuchtung unter realistischen Bedingungen geprüft: Wie stark ist die tatsächliche Leuchtkraft? Wie unkompliziert ist die Handhabung?

Wir zeigen, welche Modelle den Weg zuverlässig ausleuchten - und welche durch schwache Lichtverteilung oder umständliche Bedienung auffallen. Die Büchel BLC 820 geht im Praxistest als klarer Sieger hervor. Sie liefert ein gleichmäßiges, ausgewogenes Lichtbild mit solider Reichweite und gut sichtbarer seitlicher Ausleuchtung - ideal für Stadt- und Landfahrten. Die Montage gelingt unkompliziert, die Halterung sitzt stabil und lässt sich auch mit Handschuhen gut bedienen. Positiv fällt zudem die hochwertige Verarbeitung auf: Der Akkustand ist klar ablesbar, die Laufzeit überzeugt im Alltagsbetrieb. Die Büchel BLC 820 sichert sich im Test mit deutlichem Abstand den ersten Platz.

StVZO-konform - was heißt das?

Auch wenn die StVZO seit Jahren immer mehr in EU-Regeln überführt wird, wer aktuell auf deutschen Straßen unterwegs ist, braucht eine StVZO-konforme Beleuchtung. Maßgeblich sind für Fahrradfahrer §64, §65 und §67. Dank einiger Anpassungen sind die Vorschriften inzwischen praxistauglicher geworden. So darf die Beleuchtung auch abnehmbar sein und per Akku betrieben werden. Eine StVZO- Beleuchtung muss einen blendfreien Lichtkegel − ähnlich wie das Abblendlicht am Auto - aufweisen und mindestens 10 Lux generieren. Zusätzlich kann die Fahrradbeleuchtung auch über ein Fernlicht verfügen. Blinkende Front- oder Rücklichter sind nicht zugelassen. Ein bestimmter Winkel ist bei der Montage nicht mehr vorgeschrieben. Allerdings darf das Licht entgegenkommende Fahrer nicht irritieren. Ob eine Lampe der StVZO entspricht, erkennt man an der K-Nummer des Kraftfahrt-Bundesamts. Übrigens: Wer ohne entsprechende Beleuchtung angehalten wird, muss mit 20 Euro Bußgeld rechnen. Im Falle eines Unfalls kann man auf Schadensersatz und/oder Schmerzensgeld verklagt werden.

Die getesteten Fahrradlichter

Hier finden Sie eine Übersicht der getesteten Fahrradlichter, inklusive Details zu Preis, Gewicht, Akkulaufzeit, Leuchtstärke und Trail-Eignung.

Busch & Müller IQ-XM Speed

Preis: 299,90 Euro

Gewicht: Lampe / Akku / fahrfertig 117 g / 252 g / 396 g

Akku-Laufzeit / Ladezeit: 1:14 h / 4:45 h

Lux / Fernlicht / Akku-Leistung: 178 Lux / ja / 4600 mAh

Fazit: Verglichen mit den teils deutlich günstigeren Lampen enttäuscht die maximale Lichtausbeute der IQ-XM etwas. Sie leuchtet zwar weit, ausreichend breit und öffnet den Lichtkegel im Fernlicht auch leicht nach oben. Für echte Trail-Fahrten ist sie aber gerade im Nahbereich zu dunkel. Zudem ist das Leuchtbild wenig homogen. Die Fernbedienung arbeitet nur kabelgebunden, die Lenkerhalterung wirkt altbacken. Optional gibt es aber eine schicke Alu-Schelle. Sehr filigrane Steckverbindung. Gut fürs Pendeln auf Forstwegen, aber weniger für Trails gemacht.

Bewertung:

  • Lichtleistung: 7 von 10 Punkten
  • Ausleuchtung: 6 von 10 Punkten
  • Akku-Leistung: 5 von 10 Punkten
  • Trail-Eignung: 6 von 10 Punkten

Cateye GVolt 100

Preis: 129,95 Euro

Gewicht: Lampe / Akku / fahrfertig 78 g / 99 g / 195 g

Akku-Laufzeit / Ladezeit: 1:38 h / 3:00 h

Lux / Fernlicht / Akku-Leistung: 128 Lux / nein / 3400 mAh

Fazit: Der halbkreisförmige Lichtkegel der Cateye geht wenig in die Breite und lässt vor allem den Nahbereich sehr dunkel erscheinen. Dafür reicht ihr Licht auch in 25 Metern Entfernung noch aus, um Hindernisse deutlich sichtbar zu machen. Der Akku ist rückseitig an den Lampenkopf angedockt und lässt sich einfach wechseln. Per Zusatz-Akku (69,95 Euro) ließe sich so die Laufzeit verdoppeln. Clever: Die Cateye lässt sich auch kopfüber am Lenker montieren, wenn man den Lampenkopf um 180 Grad dreht oder per Adapter zum E-Bike-Licht umfunktioniert. Insgesamt kurze Laufzeit und wenig trail-geeignet.

Bewertung:

  • Lichtleistung: 5 von 10 Punkten
  • Ausleuchtung: 4 von 10 Punkten
  • Akku-Leistung: 6 von 10 Punkten
  • Trail-Eignung: 4 von 10 Punkten

Lezyne Super StVZO 600+

Preis: 109,95 Euro

Gewicht fahrfertig: 203 g

Akku-Laufzeit / Ladezeit: 4:06 h / 6:20 h

Lux / Fernlicht / Akku-Leistung: 117 Lux / nein / 6600 mAh

Fazit: Lezynes neue Super 600+ verfügt über vier sinnvoll abgestufte Leuchtmodi. Im maximalen Modus leuchtet sie den Weg breit und homogen aus, selbst in 25 Metern Entfernung. Leider fehlt ein echtes Fernlicht, das auch den Über-Kopf-Bereich sichtbar machen würde. So bleibt die Lezyne eine ausdauernde Lenkerlampe für Offroad-Pendler oder dient als Ergänzung zu einer - dann aber helleren - Helmleuchte. Die Montage am Lenker mit ihrem knubbeligen Gummiband ist fummelig. Die Restlaufzeit lässt sich anhand der Farbanzeige nicht optimal abschätzen. Top: der sehr große 6600-mAh-Akku.

Bewertung:

  • Lichtleistung: 5 von 10 Punkten
  • Ausleuchtung: 7 von 10 Punkten
  • Akku-Leistung: 10 von 10 Punkten
  • Trail-Eignung: 6 von 10 Punkten

Lupine SL MiniMax AF

Preis: 530 Euro

Gewicht: Lampe / Akku / fahrfertig 89 g / 195 g / 317 g

Akku-Laufzeit / Ladezeit: 1:27 h / 2:34 h

Lux / Fernlicht / Akku-Leistung: 290 Lux / ja / 5000 mAh

Fazit: Die Verarbeitung der Lupine ist ein Highlight. Per schicker Alu-Schelle lässt sie sich mittig am Lenker platzieren. Bedient wird die MiniMax über eine Bluetooth-Fernbedienung. In der Dämmerung wechselt die Lampe dank Helligkeitssensor vom Tagfahr- ins Abblendlicht. Schon dieses lässt kaum Details im Dunkeln. Aktiviert man das Fernlicht, wird der Weg auf über 50 Meter absolut homogen ausgeleuchtet. Der Lichtkegel reicht bis weit über den Kopf. Durch den breiten Kegel leuchtet die MiniMax auch leicht in die Kurve hinein. Mit etwas Gewöhnung gelingen auch Trail-Fahrten sicher.

Bewertung:

  • Lichtleistung: 9 von 10 Punkten
  • Ausleuchtung: 9 von 10 Punkten
  • Akku-Leistung: 6 von 10 Punkten
  • Trail-Eignung: 10 von 10 Punkten

Sigma Aura 100

Preis: 109,95 Euro

Gewicht: Lampe / fahrfertig 97 g / 112 g

Akku-Laufzeit / Ladezeit: 3:12 min / 4:18 h

Lux / Fernlicht / Akku-Leistung: 135 Lux / nein / 2000 mAh

Fazit: Sigmas Aura ist aktuell nur im Set mit dem Blaze-Rücklicht zu haben. Clever: An der Lampe wird auch der Akku-Stand des Rücklichts angezeigt, die Steuerung ist ebenfalls gekoppelt. Per Automatikfunktion passt sich die Aura an das Umgebungslicht an und spart so Akku. In der hellsten Stufe leuchtet die Sigma Nah- und Fernbereich sauber aus. Die Breite des Lichtpegels ist aber stark begrenzt. Fahrten auf Waldwegen sind dennoch gut möglich. Ihr kleiner Akku ist überraschend ausdauernd. Für Trails ist die Lampe aber nicht gemacht. Preiswertes Set für Pendler, die auch mal durch den Wald müssen.

Bewertung:

  • Lichtleistung: 6 von 10 Punkten
  • Ausleuchtung: 5 von 10 Punkten
  • Akku-Leistung: 8 von 10 Punkten
  • Trail-Eignung: 4 von 10 Punkten

Supernova M99 B54 Max

Preis: 899 Euro

Gewicht: Lampe / Akku / fahrfertig 197 g / 300 g / 539 g

Akku-Laufzeit / Ladezeit: 1:15 h / 5:20 h

Lux / Fernlicht / Akku-Leistung: 462 Lux / ja / 4500 mAh

Fazit: Hier ist der Name Programm: Wechselt man an der Lenkerfernbedienung zum Fernlicht, explodiert gefühlt ein Stern auf dem Trail. Selbst in über 50 Metern erscheint der Weg taghell. Breite und Höhe des Leuchtkegels reichen locker für Fahrten auf nächtlichen Trails. Lampe und Akku sind aber richtige Klopper und bringen zusammen über ein halbes Kilo auf die Waage - trotz Carbon-Gehäuse am Akku. Die Alu-Schelle positioniert die M99 mittig vor dem Vorbau. Ein Tagfahrlicht sorgt für Sicherheit in der Stadt. Die Leuchtstufen lassen sich frei programmieren.

Bewertung:

  • Lichtleistung: 10 von 10 Punkten
  • Ausleuchtung: 10 von 10 Punkten
  • Akku-Leistung: 5 von 10 Punkten
  • Trail-Eignung: 10 von 10 Punkten

Weitere getestete Modelle

Neben den oben genannten Modellen wurden auch folgende Fahrradlampen getestet:

  • Sigma Aura 60
  • Sigma Aura 80 USB
  • Trelock LS 480 Lighthammer
  • AXA Dwn 100
  • Lezyne Hecto Drive STVZO 40
  • Ixon Rock von Busch & Müller

Die besten Fahrradlichter 2025

Dieser Fahrradbeleuchtung-Test hilft dir, die ideale Beleuchtung für dein Fahrrad zu finden.

Die Top-Modelle im Überblick

Produkt Lumen Lichtmodi Akku-Laufzeit Wasserdicht Wiederaufladbar
Kryptonite Avenue R-75 Rücklicht 75 6 2-10 Std. Ja USB
Topeak CubiCubi 500 USB Frontlicht 500 6 1,5-20 Std. IPX6 USB
Knog Mid Cobber (Front) 320 11 2-8 Std. IPX5 USB
Bookman Curve LED 37 4 3-32 Std. IPX4 USB
Knog Mid Cobber (hinten) 170 8 2-8 Std. IP67 USB
Sigma Nugget II USB 50 3 2-8 Std. IPX4 USB
Knog Blinder Mini Dot 20 5 2.5-11.5 Std. Ja USB
Sigma Blaze Flash 50 3 11-50 Std. IPX4 USB
Knog Plus Licht-Set 40 (vorn) / 20 (hinten) 5 4 Std. IP67 USB

Wichtige Aspekte bei der Wahl der Fahrradbeleuchtung

Die Wahl der besten Fahrradlichter ist entscheidend, um in schlechten Lichtverhältnissen sicher unterwegs zu sein - sowohl um gesehen zu werden als auch um die Straße klar zu erkennen.

Lumen, Candela und Lux

Der Lichtstrom bzw. die Lichtleistung wird in Lumen [lm] angegeben. Dieser Wert gibt Auskunft über die Helligkeit eines Leuchtmittels, genauer gesagt wie viel Licht einer Lampe zu allen Seiten hin ausgestrahlt wird und somit generell zur Verfügung steht. Candela [cd] beschreibt den Lichtstrom, der in eine bestimmte Richtung abgestrahlt wird. Die Beleuchtungsstärke wird in Lux [lx] angegeben und gibt Auskunft über den Lichtstrom, der auf eine beleuchtete Fläche fällt.

Dynamo vs. Akku

Der traditionelle Dynamo läuft angeklemmt am Reifen und wirft eine Spannung von ca. 6 Volt ab. Ihm gegenüber steht der Nabendynamo, welcher innerhalb der Radnabe sitzt und keine mechanische Reibung verursacht. Er kann bis zu über 40 Volt abwerfen und sollte daher nur mit den richtigen Fahrradlampen genutzt werden.

Gesetzliche Vorschriften

In Deutschland müssen Fahrräder mit einem oder zwei nach vorn wirkenden Scheinwerfern für weißes Abblendlicht ausgerüstet sein. Ein rotes Rücklicht ist vorgeschrieben. Die Fahrradscheinwerfer müssen nach gesetzlichen Vorgaben mit mindestens 10 Lux ausgestattet sein. Blinkende Front- oder Rücklichter sind nicht zugelassen.

Helmlampen

Im Vergleich zu den StVZO zugelassenen Fahrradlichtern haben alle Helmleuchten keine Zulassung und sind somit nicht im Straßenverkehr zugelassen. Zudem verfügen diese Lampen über enorm hohe Lichtleistungen, nicht selten weit über 2000 Lumen, um so gut wie möglich den Trail sichtbar zu machen.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0