Die sinnvolle Alternative zum teuren und oft schwer zu steuernden Lastenrad sind Fahrradlastenanhänger. Die schaffen ordentlich was weg und das Fahrrad kann auch weiterhin normal genutzt werden. Sei es in der Stadt, um zur Arbeit zu fahren oder Erledigungen zu machen oder im Urlaub als alternative Form der Reise. Wer regelmäßig Einkäufe oder sein Gepäck auf Reisen transportieren möchte, merkt schnell, dass er mit Rucksack oder Satteltaschen an Limits stößt. Wer volle und schwere Einkaufstüten am Lenker transportiert, muss feststellen, dass das die Fahrsicherheit stark einschränkt.
Warum ein Fahrradlastenanhänger?
Ein Lastenrad ist groß, sperrig, nicht immer einfach zu lenken und zudem sehr teuer. Und es lohnt sich nicht, wenn man nur ab und an etwas transportieren möchte. Denn wer möchte schon mit dem Lastenrad jeden Tag zur Arbeit fahren, obwohl er nur einen Rucksack dabei hat? Nur um einmal alle zwei Wochen für den Großeinkauf ein passendes Vehikel zu haben oder einmal im Jahr in den Urlaub zu fahren. Ein Anhänger für das Fahrrad, das man jeden Tag nutzt, ist da eine gute Alternative. So kann man beide Situationen bequem verbinden.
Die CHIP-Redaktion hat für Sie recherchiert und die besten Fahrradlastenanhänger in einem Produktvergleich herausgesucht. Die Daten basieren auf Herstellerangaben.
Verschiedene Modelle im Überblick
Es gibt unterschiedliche Modelle, die sich teils deutlich in Einsatzzweck und Konstruktion unterscheiden. Die Lastenanhänger unterscheiden sich teils deutlich in Einsatzzweck und Konstruktion.
- Ein- oder zweirädrige Anhänger
- Ein- oder Zweisitzer
- Multifunktionale Systeme als Kinderwagenersatz oder als Skitrailer
- Anhänger mit gedämpften oder ungedämpften Radaufhängungen
- Unterschiedliche Befestigungsarten am Fahrrad: Rahmen-, Achs- oder Sattelstützenkupplung
Empfehlenswerte Modelle
Burley Nomad
Der Burley Nomad ist ein leichter, zuammenklappbarer Fahrradlastenanhänger, der sich besonders gut für Fahrradreisen eignet. Der Burley Nomad eignet sich aufgrund seines geringen Gewichts und der großen Ladefläche ideal für Radreisen. Der Nomad kann auf Höhe der Hinterradnabe mit dem Fahrrad per Anhängerkupplung verbunden werden. Besonders praktisch: Dank sogenanntem "Flex-Stecker" bleibt der Burley aufrecht stehen, auch wenn das Fahrrad flach auf dem Boden liegt. Laut Hersteller ist dieser Fahrradlastenanhänger mit seinen zwei 16-Zoll-Rädern für Touren auf allen Straßenbelägen geeignet. Dank zusammenklappbarem Raumteiler, Innenklammern und großen Netztaschen sollen große und kleinerer Gegenstände sicher verstaut werden können. Die Abdeckung aus festem Kunststoff ist wasserabweisend. Deichsel und Kupplung gehören zum Lieferumfang dazu. Zusätzlich kann für den Nomad auch ein stabiler, aber leichter Gepäckträger (Amazon) gekauft werden, der für zusätzlichen Stauraum sorgt.
Tiggo Fahrradlastenanhänger
Der Tiggo Fahrradlastenanhänger ist eine preisgünstige Alternative. Besonders geeignet ist er für den Einkauf in der Stadt. Der Lastenanhänger von Tiggo bietet viel Stauraum zum günstigen Preis. Die Transportbox fasst 75 Liter - das reicht für zwei Bierkästen nebeneinander. Bei schlechtem Wetter schützt eine wasserabweisende Schutzplane das Transportgut. Der Tiggo kann unterhalb des Sattels mit dem Fahrrad per Anhängerkupplung verbunden werden. Die passende Stange und Universalkupplung gehören zum Lieferumfang dazu. Da die Transportbox aus stabilem Kunststoff ist, soll sie sich leicht reinigen lassen und der Tiggo kann auch zum Transport von Laub- oder Gartenabfällen genutzt werden. Wird er abmontiert, sorgt ein zusätzliches klappbares Stützbein dafür, dass er in waagerechter Position bleibt. Die Deichsel ist höhenverstellbar und für Fahrräder von 26 - 28 Zoll geeignet.
Tiggo Cargo II
Der Tiggo Cargo II ist ein zusammenklappbarer Fahrradlastenanhänger mit 130 Litern Ladevolumen beziehungsweise 40 Kilogramm Gewichtszuladung. Dank stabiler Schutzhülle ist das Gepäck auch bei Regen geschützt. Der Tiggo Cargo II verfügt über ein großes Ladevolumen von 130 Litern. Auf die Ladefläche mit den Maßen 130 x 75 x 55 Zentimeter passt viel drauf. 40 Kilogramm dürfen es gesamt sein. Bei schlechtem Wetter ist das Gepäck durch eine Plane geschützt. Dank Universalkupplung lässt sich der Anhänger an den meisten Fahrrädern problemlos befestigen. Für Räder mit Steckachsen ist er allerdings nicht geeignet. Im Lieferumfang ist auch eine Sicherheitsfahne, die den recht flachen Anhänger auch für andere Verkehrsteilnehmende besser sichtbar macht. Zudem sind am Tiggo Cargo II Reflektoren an allen Seiten angebracht.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Wenn Sie von Zeit zu Zeit größere Lasten mit dem Fahrrad transportieren wollen oder regelmäßig mit dem Fahrrad Reisen unternehmen, ist die Anschaffung eines Fahrradlastenanhängers eine gute Idee. Für all diejenigen, die ihr Kind oder ihr Haustier mitnehmen wollen, gibt es spezielle Modelle (Test). Für Urlaubsreisen empfiehlt sich ein leichtes und eher schmales Modell wie der Burley Nomad. Jedes Kilogramm Gewicht, das man bei langen Touren nicht ziehen muss, zählt. Zudem ist es praktisch, wenn Zubehör wie ein Gepäckträger den Anhänger noch flexibler machen. Allerdings sind leichtgewichtige Modelle recht teuer.
Für den Gebrauch in der Stadt, um beispielsweise Einkäufe nach Hause zu fahren, sind schlichtere Modelle in der Regel ausreichend. Der praktische Ansatz, wie viel Stauraum und die Möglichkeit einer leichten Reinigung sollten hier den Kaufausschlag geben.
Wichtige Kriterien
Grundsätzlich sollten Sie beim Kauf eines Fahrradlastenanhängers auch auf folgende Punkte achten:
- Sicherheit: Ist das Modell in Deutschland für die Nutzung von der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) zugelassen? Verfügt es über Reflektoren für bessere Sicherheit? Für Fahrten in der Nacht oder Dämmerung sollte es möglich sein, zusätzlich ein Rückfahrlicht anzubringen. Ein Wimpel sorgt für zusätzliche Sichtbarkeit.
- Bereifung: Der Fahrradlastenanhänger sollte die gleiche Bereifungsart haben wie ihr Fahrrad, damit Sie kein zusätzliches Werkzeug im Falle eines Platten mitnehmen müssen. In der Regel läuft das auf Luftbereifung und stabile Felgen hinaus.
Weitere wichtige Aspekte
Anhängerarten und -hersteller
Wer sich für einen Fahrradanhänger entscheidet, hat es vor dem Kauf schwer, sich einen Überblick über alle erhältlichen Modelle zu verschaffen. Denn die Auswahl an Fahrradanhängern ist umfangreich, und laufend kommen neue Modelle auf den Markt. Generell unterscheiden sich die Systeme in Anhänger für Kinder, Transportanhänger oder Anhänger speziell für Hunde. Einige Hersteller geben ihren Produkten sogar entsprechende Namen wie zum Beispiel "Croozer Kid", "Cargo" oder "Dog".
Die gängigsten Herstellermarken sind: Burley, Bobtrailers, Croozer, Hamax, Hinterher, Leggero, Kolofogo, Kindercar, Point Bike, Prophete, Qeridoo, Roland-Werk, Tout Terrain, Thule und XLC-Parts.
Ausstattung und Komfort
Zur Basisausstattung gehören in der Regel ein robuster Rahmen, ein 5-Punkt-Gurtsystem und ein Wetterschutz. Wer mehr Komfort für das Kind und mehr Flexibilität im Alltag wünscht, sollte auf zusätzliche Merkmale achten: Dazu zählen eine verstellbare Federung, ein durchdachtes Belüftungssystem, hochwertige Stoffe mit UV-Schutz, ein stabiler Klappmechanismus sowie Zubehör wie Regenschutz, Insektenschutz oder Stauraumfächer.
Ein- oder Zweisitzer
Auch die Entscheidung zwischen Ein- oder Zweisitzer beeinflusst Alltagstauglichkeit, Platzbedarf und Flexibilität. Ein Zweisitzer bietet auf den ersten Blick mehr Flexibilität - neben zwei Kindern kann auch mal ein Einkauf, eine Tasche oder Spielzeug mittransportiert werden. Allerdings bringt diese Variante auch klare Nachteile mit sich: Zweisitzer sind in der Regel über 80 Zentimeter breit, was in engen Situationen - etwa auf schmalen Gehwegen, in Haustüren oder Fahrstühlen - schnell unpraktisch werden kann. Zudem sind sie schwerer und benötigen mehr Stauraum, was sich beim Transport im Auto oder beim Verstauen in der Wohnung bemerkbar macht.
Weitere Aspekte
Das Gelände, in dem der Anhänger genutzt werden soll, spielt eine Rolle: In bergigen Regionen oder bei sportlicher Nutzung sind eine gute Federung und eine zuverlässige Handbremse besonders wichtig.
Sicherheitsstandards
Generell sollte man nur auf DIN-Norm EN 15918 geprüfte Anhänger kaufen, denn dann sind alle sicherheitsrelevanten Prüfungen bestanden. Es ist gewährleistet, dass das Fahrverhalten stabil und bei Anhängern für Kinder ein Speichenschutz vorhanden ist.
Befestigung und Zuladung
Die Verbindung zwischen Rad und Anhänger erfolgt mithilfe einer Kupplung. Deshalb ist es wichtig, zunächst zu prüfen, ob der Fahrradanhänger überhaupt am Rad angebracht werden kann. Die Verbindungsstellen gibt es je nach Anhängermodell als Hinterradachs-, Sattelstütz- oder Rahmenklemmung.
Denn nicht jedes Fahrrad eignet sich zum Ziehen von Radanhängern. Das Eigengewicht des Anhängers und eine hohe Zuladung machen den Radanhänger schnell zum "Schwerlasttransport". Rund 15 Prozent aller Räder wie zum Beispiel vollgefederte Räder (Fullys), Fahrräder mit Rahmen aus Carbon oder mit Nabenschaltungen bzw. Riemenschaltungen sind oft nicht zum Ziehen von Anhängern geeignet.
Federung und Ausstattung
Wird hauptsächlich auf ebenen und geteerten Radwegen gefahren, so reicht ein ungefederter Radanhänger. Für Schotterwege eignen sich eher Anhänger mit Dämpfung. Diese sind auch für ein Kind im Anhänger komfortabler und besser. Eine eingebaute Federung sollte auch auf das zu transportierende Gewicht eingestellt werden können.
Fahrradanhänger sollten eine Feststellbremse haben, die beide Räder bremst. Außerdem gilt: Je größer die Räder sind, desto höher der Fahrkomfort. Sicherheitsgurte und Überrollbügel gehören bei Kinder-Fahrradanhängern mittlerweile zur Serienausstattung. Auch eine Frontabdeckung am Anhänger als Schutz vor Sonne und Regen sollte nicht fehlen.
Handbremse und Pedelec-Nutzung
Darüber hinaus ist eine Handbremse empfehlenswert, wenn der Anhänger als Jogger oder beim Wandern und Inlineskaten verwendet wird. Sie ermöglicht eine bessere Kontrolle, vor allem in unebenem oder abschüssigem Gelände. Wichtig zu wissen: Beim Radfahren selbst wirkt die Handbremse des Anhängers nicht - hier erfolgt die Verzögerung ausschließlich über die Bremsen des ziehenden Fahrrads.
Wer mit dem Pedelec unterwegs ist und einen Kinder-Fahrradanhänger anbringen möchte, sollte sich immer im Fachhandel erkundigen, ob das beim jeweiligen Modell überhaupt möglich ist. Generell gilt: Erst das Radfahren mit Anhänger im Fachhandel testen - dann kaufen.
Gebrauchtkauf
Ähnlich wie beim Kinderwagen braucht es Fahrradanhänger meist nur für eine begrenzte Zeit. Deswegen gibt es einen entsprechend großen Gebrauchtmarkt und reichlich Auswahl zu fairen Preisen. Gerade bei gebrauchten Anhängern ist der technische Zustand umso wichtiger. Vor dem Kauf sollten Sie auf diese Dinge achten:
- Kupplungssystem: Die Verbindung zum Fahrrad muss spielfrei sitzen, das Gummi darf keine Risse aufweisen und der Sicherheitsriemen sollte vorhanden und intakt sein.
- Reifen und Laufräder: Achten Sie auf Risse im Gummi, abgefahrenes Profil oder beschädigte Felgen, etwa durch "Achter" oder verbogene Speichen. Außerdem sollten die Lager leichtgängig und geräuschlos laufen.
- Fahrgastzelle: Gurte müssen vollständig, verstellbar und frei von Ausfransungen sein. Auch alle anderen Stoffteile wie Regen-, Wind- und Insektenschutz sollten keine Risse aufweisen, Reißverschlüsse und Druckknöpfe sollten einwandfrei funktionieren. Auch der Durchgreifschutz sollte vorhanden und intakt sein.
- Belüftung: Gerade im Sommer ist eine gute Luftzirkulation entscheidend. Achten Sie also auf ausreichend Lüftungsschlitze und Mesh-Flächen (dabei handelt es sich um luftdurchlässige Flächen).
- Federung: Höherwertige Modelle haben oft eine Federung verbaut. Prüfen Sie vor dem Kauf die Funktion und achten Sie darauf, dass der Anhänger sauber ein- und ausfedert.
- Bremse: Der Zustand der Bremsmechanik - etwa Hebel, Züge und Bremsbeläge - sollte beim Gebrauchtkauf geprüft werden, um die Sicherheit im Alltag zu gewährleisten.
Beleuchtung und Sicherheit
Damit Radfahrende mit Anhänger im Straßenverkehr sicher unterwegs und gut sichtbar sind, ist neben der richtigen Beleuchtung am Fahrrad selbst auch die am Fahrradanhänger wichtig. Die Fahrradanhänger selbst müssen generell an der Front und am Heck mit Rückstrahlern beleuchtet sein. Ist der Anhänger breiter als einen Meter, benötigt man zusätzlich links eine weiße Frontleuchte.
Generell sollte vor einer längeren Radtour stets gecheckt werden, ob das Fahrrad fahrtauglich ist. Mit einem entsprechenden Sicherungsseil ist das problemlos möglich. Das Seil zwischen Anhänger und Fahrrad stellt einen doppelten Schutz dar. Vor allem bei möglichen Fehlbedienungen oder auch Materialversagen können Unfälle damit abgemildert werden. Deshalb empfiehlt der ADAC ein Sicherungsseil - besonders wenn Kinder im Fahrradanhänger mitfahren.
Weitere Sicherheitstipps
- Eine signalfarbene Fahne am Anhänger ist immer sinnvoll.
- Ein Rückspiegel am Lenker des Fahrrads erleichtert das Fahren mit Anhänger besonders in scharfen Kurven und auf engen Wegen.
- Um das Rad und den Anhänger vor Diebstahl zu schützen, sollte man ein extralanges Schloss in Drahtseilausführung zum Sichern benutzen.
Lastenanhänger Vergleich 2025: Die besten Modelle im Überblick
Hier ist eine Zusammenfassung einiger der besten Lastenanhänger, basierend auf einem Vergleich vom August 2025:
| Modell | Max. Tragkraft | Max. Transportvolumen | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|---|
| Veelar Cargo II | 40 kg | 130 l | Großes Transportvolumen, geringes Gewicht | Wacklige Räder |
| Cxwxc Fahrradanhänger | 40 kg | 120 l | Wasserdicht, leicht zu montieren, faltbar | Räder nicht zentriert |
| Qeedo F2172 | 26.5 kg | 120 l | Stabil, faltbar | Geringe Tragkraft, ohne Warnwimpel |
| Bike Original Lastenanhänger | 30 kg | 62 l | Einfach zu montieren, hohe Kapazität | Geringe Tragkraft, hohes Eigengewicht |
| Trutzholm 41282 | 40 kg | 90 l | Abnehmbarer Deckel, großes Kunststofftablett | Durchschnittliche Kunststoffverarbeitung, geringe Tragkraft |
| Tiggo 20315 | 60 kg | 70 l | Auch als Handwagen verwendbar, schneller Aufbau | Ohne Warnwimpel |
| M-Wave Stalwart Carry Fold | 40 kg | 90 l | Auch als Handwagen verwendbar, stabil | Kurze Handdeichsel |
| Tiggo Veelar Plus 20317 | 60 kg | 70 l | Langlebig, höhenverstellbare Anhängekupplung | Ohne Warnwimpel |
| Kesser 2in1 Fahrradanhänger | 60 kg | 70 l | Auch als Handwagen verwendbar, viel Stauraum, geringes Gewicht | Ohne Warnwimpel |
Fazit
Lastenanhänger sind eine tolle Ergänzung zum Fahrrad. Ist die entsprechende Kupplung einmal montiert, dauert es meist nur Sekunden, bis der Anhänger einsatzbereit ist. Wird er nicht gebraucht, fährt man sein Alltagsrad ohne Zusatzbelastung. Viele Anhänger lassen sich zudem einfach verstauen, zusammenklappen oder aufstellen - sie benötigen wenig Platz. Damit ist der Nutzen noch vielseitiger als bei einem Lastenrad - oder der Stauraum des Lastenrades wird noch erweitert.
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