Ohren schützen beim Radfahren: Tipps für sicheres Fahren

Was musst du tun, um mit deinem Fahrrad sicher unterwegs zu sein? Zunächst einmal: Ein Straßenfahrrad muss eine ganz bestimmte Sicherheitsausrüstung haben. Als Besitzer bist du dafür verantwortlich, dass alles stimmt! Am besten machst du gleich den Fahrrad-Check. Eine sichere Ausrüstung ist das eine, das andere ist natürlich das sichere Fahren selbst. Das Wichtigste ist, dass du immer aufmerksam bist und beim Fahren auf andere Rücksicht nimmst. Und natürlich musst du auch die Verkehrsschilder für Fahrradfahrer gut kennen. Achte bei Jacken oder Anoraks darauf, dass dort schon reflektierendes Material eingearbeitet ist.

Der Fahrradhelm: Mehr als nur ein Sicherheitsaspekt

Der Fahrradhelm ist für jeden Fahrradfahrer sehr wichtig, denn der Kopf ist weicher, als du glaubst. Denk an deine Sicherheit - schließlich hast du nur einen Kopf! Wenngleich das Tragen eines Fahrradhelms hierzulande keine Pflicht ist und man keinerlei Bußgelder befürchten muss, wenn dieser fehlt, so trägt er doch erheblich zur eigenen Sicherheit bei.

Wie man einen Fahrradhelm richtig trägt

  1. Aufsetzen: Der Helm soll zwei Finger breit über deinen Augenbrauen sitzen.
  2. Ohren: Schließe den Kinnriemen - der Trageriemen soll ein „V“ um die Ohren bilden. Der Clip sitzt direkt unter dem Ohr.
  3. Schließen: Wenn ein Finger zwischen Kinn und Riemen passt, hat das Verschlussband die richtige Länge.
  4. Drehen: Drehe den Drehverschluss enger, bis der Helm gut an deinem Kopf anliegt.
  5. Wackeln: Wackel mit dem Kopf ein paarmal hin und her. Der Helm darf nicht verrutschen, selbst wenn die Seitenriemen offen sind.

Extrem wichtig ist, dass du deinen Helm auch richtig trägst. Aufsetzen: Schließe den Kinnriemen - der Trageriemen soll ein „V“ um die Ohren bilden. Der Clip sitzt direkt unter dem Ohr. Drehen: Drehe den Drehverschluss enger, bis der Helm gut an deinem Kopf anliegt. Wackeln: Wackel mit dem Kopf ein paarmal hin und her.

Schutz vor Kälte und Wind: Mützen und Stirnbänder

Gerade im Winter kann ein Helm allerdings stören, wenn die Entscheidung zwischen wärmender Mütze und der Sicherheit gefällt werden muss. Dank zahlreicher Lösungen an Mützen, Stirnbändern oder Sturmhauben braucht dein Kopf auch im Winter nicht frieren. Bei der Wahl der Mütze sollte stets der feste Sitz des Helms an erster Stelle stehen. Die Bauweise von Fahrradhelmen ist zunächst darauf ausgelegt, den Kopf zu kühlen und Stauhitze durch die Luftschlitze abzuleiten. Das führt im Winter zu einem unerwünschten Effekt, schließlich fängt der Kopf beim kalten Fahrtwind dann erst recht an, schnell auszukühlen.

  • Trag eine dünne Mütze unter dem Helm, um deine Ohren zu schützen.
  • Es gibt auch spezielle Stirnbänder oder Ohrwärmer aus Fleece, die die Ohren warm halten.
  • Im Idealfall trägt man beim Radfahren einen Helm. Unter dem Helm sollte für den optimalen Sitz des Helms möglichst keine dicke Mütze getragen werden.
  • Von verschiedenen Herstellern gibt es auch spezielle Helm-Mützen, sprich dünne Mützen, die man unter dem Helm tragen kann und trotzdem nicht den korrekten Sitz des Helms stören.
  • Manche schwören auch auf Ski-Helme, wo die Ohren ja auch abgedeckt sind.
  • Wer ohne Helm fährt, kann einfach Mütze oder Stirnband tragen.

Spezielle Winterausrüstung für Fahrradhelme

Für das Radfahren gibt es im Handel spezielle Unterziehmützen, die atmungsaktiv sind, gleichzeitig aber vor Wind und Kälte schützen. Daneben gibt es sogenannte Hot Ears, die sich einfach am Helmgurt befestigen lassen und die Ohren warm halten, ohne dass du eine komplette Mütze unter dem Helm benötigst. Eine Alternative sind auch Stirnbänder oder besonders dünne Mützen, z. B. Manche Hersteller für Fahrradhelme bieten ein gesondertes Winter Kit an. Die Firma Abus ist hier ein gutes Beispiel. Der Vorteil: Die Mützen sind speziell auf die Formen der Helme angepasst. Sie bestehen aus einem komfortablen Flies und sind mit Ohrenschützern ausgestattet- Stoßnähte sorgen für einen angenehmen Tragekomfort. Wichtig: Das Winter Kit wird meist gegen ein vorhandenes Polster im Helm getauscht. Das ist auch bei Kindern der Fall und erleichtert damit das Aufsetzen. So brauchen Mütze und Helm nicht getrennt voneinander aufgesetzt werden.

Eine Thermo-Sturmhaube schützt gleichzeitig auch das Gesicht. Selbiges gilt für einen Schlauchschal, den du dir bis über die Nase ziehen kannst. Auch Fahrradhelme mit Visier verhindern, dass dir der kalte Fahrtwind in die Augen zieht und die Sicht einschränkt. Bewährt haben sich hier z. B. die Helme von Uvex, Abus oder Casco. Gerade Kinder frieren im Winter schnell. Auch hier kannst du eine Mütze nutzen, um Kopf und Ohren beim Radfahren zu schützen. Besonders praktisch sind dabei Fahrradhelme, deren Weite sich verstellen lässt, damit der Helm auch über der Mütze noch sicher und fest sitzt.

Fahrradhelm-Mützen: Stil und Sicherheit vereint

Das sportliche, bisweilen langweilige Design von Fahrradhelmen hält so manch modisch bewusste RadfahrerInnen davon ab, einen Helm zu tragen. Hier bieten Fahrradhelm-Mützen eine tolle Alternative. Der eigentliche Helm versteckt sich unter einer stylischen Mütze. Gerade für den Winter bieten sich dabei schicke Wollmützen an, die gleichzeitig wärmen. In puncto Sicherheit stehen die Mützen den klassischen Helmen in nichts nach. Optisch erkennt man sie jedoch nicht als Helm.

Nein - zumindest dann nicht, wenn du einen Fahrradhelm nutzt, der sich in der Größe verstellen lässt. Der feste Sitz ist ohnehin entscheidend für die Sicherheit, damit dir der Helm bei einem Aufprall nicht vom Kopf rutscht. Liegt dein Kopfumfang zwischen zwei Größen, wähle den etwas größeren Helm. Dann passt auch die Mütze noch locker darunter.

Gehörschutz beim Radfahren: Warum er wichtig ist

Nicht nur der Helm ist wichtig. Gehörschutz beim Radfahren?! - Ja, das klingt erst mal albern. Doch wer schon einmal auf einer abschüssigen Strecke mit höherer Geschwindigkeit Richtung Tal geradelt ist und diesen ohrenbetäubenden Fahrtwind über sich ergehen lassen musste, der weiß sehr wohl, um was es hier geht. Es geht um nichts Geringeres als den Erhalt unserer Hörfähigkeit, den Schutz unserer Ohren vor irreparablen Schäden. Denn wer oft schnell per Fahrrad oder E-Bike unterwegs ist, setzt seine Ohren einer gefährlich lauten Geräuschkulisse aus: den Windgeräuschen.

Wie entstehen Windgeräusche und warum sind sie gefährlich?

Wenn Fahrtwind an unseren Ohren vorbeistreift, entstehen Umströmungsgeräusche, verursacht durch den Volumenstrom der Luft und die Turbulenzen hinter dem umströmten Objekt, in diesem Fall dem Tragus, einer Knorpelerhebung vor dem Gehörgang. Der daraus resultierende Schalldruckpegel wächst dabei proportional zur 6. Potenz! der Strömungsgeschwindigkeit (*). Daran lässt sich leicht ablesen, dass der akustische Leidensdruck für Radfahrer und E-Bike-Fahrer mit zunehmender Geschwindigkeit extrem ansteigt.

(*) Berechnung der Schallintensität für eine Dipol-Schallquelle (Strömungsakustik)

Beim Auto schützen uns Fensterscheiben oder Windabweiser vor diesem Lärm, doch auf Fahrrad und E-Bike sind wir den Windgeräuschen schutzlos ausgeliefert. Es kann sogar noch schlimmer kommen: Das Hörloch in unserer Unterziehhaube, der Helmriemen, unser Brillenbügel oder ein anderer Ohr-naher Gegenstand kann die Geräuschkulisse noch verstärken. Denn jedes Objekt erzeugt seinen eigenen Radau und die Geräusche überlagern sich.

Schutzmaßnahmen gegen Windgeräusche

Unsere Augen können wir verschließen, unsere Ohren dagegen nicht. Die Evolution hat es so eingerichtet und sicher ist das auch gut so. Denn so bleiben wir wachsam, sogar in der Schlafphase. Eine Fähigkeit, die uns über Millionen Jahre das Überleben gesichert hat. Zum Schutz vor Lärm und Gehörschäden müssen wir also bewusst nachhelfen: Entweder durch eine mechanische Barriere vor dem Gehörgang (Ohrstöpsel) oder durch Ablenkung der Luftströmung (Windabweiser).

Wenn es lediglich um den Schutz vor Windgeräuschen geht, ist der Windabweiser sicher die komfortablere Lösung. Zudem nehmen wir den normalen Verkehr um uns herum dann auch noch ungehindert wahr. Das wäre bei der Verwendung von Ohrstöpseln nicht selbstverständlich. Doch wie genau muss so ein Windabweiser aussehen? Um das herauszufinden, kannst du während der Fahrt mit deiner Hand experimentieren: Positioniere ein oder zwei Finger dicht vor dem Ohr quasi als Windabweiser und achte auf die daraus resultierende Dämpfung der Windgeräusche. Du wirst überrascht sein, wie effizient das funktioniert. Jetzt musst du lediglich versuchen, anstelle deiner Finger etwas anderes als Windabweiser dicht vor deinem Ohr zu positionieren. Zur Fixierung bietet sich da vor allem der vordere Riemen von deinem Fahrradhelm an (schon wieder ein Grund mehr, einen Helm zu tragen :) ). Entweder bastelst du dir nun deinen eigenen Windabweiser, oder wählst aus den käuflichen Produkten das passende heraus:

  • Cat-Ears Airstreamz: Windabweiser, die an den vorderen Helmriemen fixiert werden. Sie unterdrücken die Windgeräusche sehr effektiv, sind aber nicht gerade preiswert.
  • Windfree: Sehen aus wie Kopfhörer mit Kopfbügel und bieten guten Gehörschutz, wenngleich auch nicht jeder Käufer begeistert ist. Sie sind relativ teuer.
  • Earbags: Sehen aus wie die Windfree Ohrschützer, sind aber eher Ohrwärmer als Gehörschutz. Wir führen sie hier dennoch auf, weil manch ein Radfahrer damit auch im Hinblick auf Windgeräusche zufrieden ist.
  • Buff oder Stirnband: Positionierst du Buff oder Stirnband derart auf dem Kopf, dass dabei die Ohren vollständig bedeckt werden, wirkt der dichte Stoff als Windabweiser. Für den Sommer allerdings keine angenehme Lösung.
  • Unterziehhaube: Sie wird im Winter als Kälteschutz unter dem Fahrradhelm getragen und wirkt in gewissem Rahmen ebenfalls als Windabweiser. Die kleinen Löcher im Bereich der Ohren sind gut gemeint, aber im Hinblick auf die Geräuschreduzierung kontraproduktiv. Verschließe diese Löcher mit Kleber. Und auch diese Unterziehhaube ist nur für die kalte Jahreszeit eine brauchbare Lösung.
  • Eigenbau: Beschaffe dir dick gefütterten Stoff (gerne mit Fell, siehe Foto) oder etwas Ähnliches und fixiere davon einen Streifen am vorderen Helmriemen. Je dicker das Material, desto effektiver der Gehörschutz.

Andere Geräusche beim Radfahren

Neben den Windgeräuschen können natürlich auch andere Schallquellen einen Gehörschutz beim Radfahren notwendig machen:

  • Hohes Verkehrsaufkommen
  • Laute Hupen
  • Laute Reifen- und Fahrbahngeräusche
  • Fahrzeuge mit hoher Geschwindigkeit
  • Viele LKWs mit lauten Motoren
  • Viele Autos mit defektem Schalldämpfer
  • Nässe auf der Fahrbahn usw.

Hier nützt uns der Windabweiser nicht mehr viel. Hier ist tatsächlich eine mehr oder weniger effektive Abdichtung unserer Gehörgänge nötig. Das muss nicht schlecht sein, denn in der Industrie gibt es ja auch eine ganze Reihe von Gewerken, die Gehörschutz nötig machen und wo ein passender Gehörschutz sogar vorgeschrieben ist (siehe oben). Im Idealfall blockiert der Gehörschutz dann lediglich die störenden bzw. schädlichen Geräusche, nicht aber unsere vollständige Hörwahrnehmung. So können wir beispielsweise noch Unterhaltungen führen, wenn auch mit stark gedämpftem Schalldruckpegel.

Grob lassen sich die infrage kommenden Produkte dabei in zwei Gruppen unterteilen: Ohrstöpsel und Lamellenstöpsel.

Ohrstöpsel

Sie werden in gequetschtem Zustand ins Ohr einführt und passen sich dem Gehörgang dann durch Ausdehnung perfekt an. Sie sind mehrmals verwendbar, wenngleich auch etwas unhygienisch, weil nicht selten Ohrschmalz und Schmutz anhaftet. Hier läuft es beim Kauf also auf größere Gebinde hinaus.

Lamellenstöpsel

Diese Stopfen sind in der Regel bis zu 100 x wiederverwendbar, erfordern aber ab und zu eine Reinigung. Wer auch einen Gehörschutz für Musik-Veranstaltungen sucht, findet unter diesen Lamellenstöpseln sehr fein differenzierte Lösungen für jeden Geschmack (Bass, Höhen, Sprache, usw.).

  • Alpine PartyPlug: Sind vor allem für Musik-Veranstaltungen ausgelegt, eignen sich aber als Gehörschutz auf der Straße ebenso.
  • Alpine MotoSafe Race: Sind als Gehörschutz für Motorradfahrer gedacht.

Hörgeräte beim Radfahren: Eine Option?

Beim Fahrradfahren kann ich nicht empfehlen, die Hörgeräte zu tragen. Diese können schnell verloren gehen und waren sehr teuer. Schließlich rutschen die, meiner Erfahrung nach, öfter raus und hängen dann seitlich raus. Dabei können sie rausfallen. Wenn die rausrutschen passen sie nicht richtig, - tät ich so als Laiin jetzt mal sagen. Dann ist die Otoplastik nicht gut gemacht. Hörgeräte sollten m.E. schon im Ohr halten. Gerade beim Radfahren! Wenn man auf dem Rad nicht richtig hört, ist das doch auch gefährlich. Manche gefährlichen Situationen kann man ja auch hörend schon etwas entschärfen. Und auch draußen in der Natur ist doch gerade das das schöne, die ganzen stillen Naturgeräusche (Vogelgezwitscher, Kuckucksrufe, Froschgequake, Grillenziroen wieder hören zu können. Wenn man Hörgeräte nur in sicheren Räumen tragen kann, weil sie sonst verloren gehen könnten?

Bei der Ursprungsfrage ging es ja um IdO-Geräte. Dazu kann ich nur sagen, dass meine IdO-Hörgeräte so fest und sicher im Ohr sitzen, dass ich noch nie daran gedacht habe, diese verlieren zu können. Dies trifft auf alle meine Aktivitäten zu: Rennradfahren, Mountainbiken, Bergwandern und Joggen. Bei diesen sportlichen Aktivitäten möchte ich meine Hörgeräte nicht missen, auch wenn es schweißtreibend wird.

Ich trage HdO-Geräte, und zwar - shocking! - mit domes. Die sitzen bombenfest, und ich fahre natürlich damit auch Fahrrad. (Und ich fahre nicht nur mal gemächlich 10 min. Blümle hat recht mit dem Hinweis auf die Gefährlichkeit; das kann ich wirklich nur unterstützen. Man muss im Verkehr und unterwegs hören können. Es kommt natürlich auf den Grad des Hörverlusts an, aber ich finde es ziemlich gewagt, gerade beim Radfahren die Hörgeräte zuhause zu lassen.

Das einzige was im Verkehr ohne Höris gefährlich ist, ist die Situation mit Rettungsfahrzeugen + Martinshorn. Mit Hörgeräte wird man zumindest frühzeitig genug auf die Situation aufmerksam. Ansonsten verlasse ich mich nicht auf mein Gehör. Ich fahre mit den Höris sogar Achterbahn mit Loopings und Schrauben. Wenn die IdO-Geräte aufgrund der anatomischen Gegebenheiten des Gehörgangs rausrutschen.

Ich trage auch IdO-Geräte bei allen sportlichen Aktivitäten, sogar im Kletterwald. Beim Radfahren nutze ich meist ein dünnes Stirnband.

Ich kann nur dazu raten, auch und gerade beim Fahrradfahren alle Sinne zu nutzen, die man noch verfügbar hat (gilt eigentlich für ausnahmslos alle Verkehrsteilnehmer). Wenn man mit den Augen allein den ausgeschalteten Hörsinn vollständig ersetzen will, ist das ständige Abscannen der Umgebung nach potentiellen Gefahren auf Dauer anstrengend und macht keinen Spaß. Mit der Folge, dass man bequem wird und das Kompensieren sein lässt und damit unnötig einer höheren Gefahr ausgesetzt ist.

Das sehe ich genauso. Natürlich "kann" man alles machen - jeder entscheidet selbst, welchen Risiken er sich aussetzt; man kann auch aufs Anschnallen verzichten oder angetrunken fahren oder oder -, aber nicht gut hören zu können ist im Straßenverkehr genauso wenig zu empfehlen wie nicht gut sehen zu können. Ich erlebe "Nichthörende" öfter, und zwar weil viele mit Musik in den Ohren per Rad oder (letztens gerade erlebt) Roller unterwegs sind. Da kann ich klingeln und rufen wie verrückt, wenn ich von hinten ankomme, und da geschicht NICHTS. Man kann nicht immer darauf setzen, dass "der Andere" sich dann schon vernünftig verhält und für einen mitdenkt.

Gehörgangsentzündung vermeiden

Eine Gehörgangsentzündung (Otitis externa) ist eine Entzündung der Haut im äußeren Gehörgang (zwischen Trommelfell und Ohrmuschel) und wird auch gerne Bade- oder Schwimmbad-Otitis genannt. In der Badesaison steigt nämlich die Häufigkeit einer Gehörgangsentzündung deutlich.

Symptome

  • Juckreiz und (starke) Ohrenschmerzen im betroffenen Ohr (meist einseitig).
  • Beim Kauen oder durch Druck auf den Gehörgangseingang verstärken sich die Schmerzen.
  • In der Regel ist der Gehörgang gerötet und geschwollen, manchmal auch schuppig.
  • Das Ohr kann so stark anschwellen, dass der Patient auf dem betroffenen Ohr schlechter hört.
  • Zusätzlich kann Sekret aus dem Ohr fließen.
  • Bei weiterem Fortschreiten schwellen Ohrmuschel und Lymphknoten im oberen Halsbereich an.

Ursachen

  • Häufige Schwimmbadbesuche und Tauchgänge.
  • Kleine Verletzungen im Gehörgang, die beispielsweise durch Manipulation der Ohren mit Wattestäbchen verursacht wurden.
  • Häufiges Tragen von Ohrstöpseln, Kopfhörern, die tief im Ohr platziert sind, oder von geschlossenen Hörgeräten.
  • Gelangt Shampoo in die Ohren, wird der pH-Wert im Gehörgang erhöht. Dadurch ist die Haut anfälliger für Krankheitserreger.
  • Grunderkrankungen wie Neurodermitis, Diabetes oder Immunschwäche erhöhen ebenfalls das Risiko für eine Gehörgangsentzündung.

Was tun?

Je früher Sie einen HNO-Arzt aufsuchen, desto besser, denn mit Behandlung sollte sich die Infektion nicht weiter ausbreiten. Der Arzt reinigt zunächst den Gehörgang gründlich, damit die lokal verabreichten Medikamente gut wirken. In der Regel wird eine Gehörgangsentzündung anschließend mit entzündungshemmenden und/oder antibiotischen Ohrentropfen oder Salben behandelt. Sind die Schmerzen erstmal da, meist nachts am stärksten, hilft ein Schmerzmittel wie Ibuprofen über die Zeit bis zum Arztbesuch hinweg.

Vorbeugung

  • Trocknen Sie Ihre Ohren nach dem Baden gut ab oder föhnen Sie sie sanft.
  • Angepasste Ohrstöpsel oder gutsitzende Bademützen, die über die Ohren gehen, schützen vor dem Eindringen von Wasser und Keimen.
  • Hantieren Sie nicht mit Wattestäbchen oder ähnlichem im Ohr herum.
  • Setzen Sie bei kühlem Wind ein Stirnband oder eine leichte Mütze, die über die Ohren geht, auf.
  • Haben Sie "empfindliche Ohren", sollten Sie diese vor dem Urlaubsantritt untersuchen und gegebenenfalls reinigen lassen.
  • Außerdem können Sie Ohrtropfen zur Entzündungsprophylaxe mitnehmen, beispielsweise ölhaltige Ohrtropfen oder Eisessig-Lösungen, die eine vorbeugende Wirkung hinsichtlich einer Entzündungsentwicklung haben.

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