Fahrrad LED Licht Akku Test: Sicher durch die Nacht

Spätestens jetzt, wo die Uhren zurückgestellt wurden, ist es draußen dunkel, wenn wir uns auf den Weg von der Arbeit nach Hause machen. Wer dann noch eine Feierabendrunde anschließen möchte, kommt um eine passende Lampe nicht herum. Der folgende Artikel bietet Ihnen einen umfassenden Test von Fahrrad-LED-Leuchten mit Akku.

Immer hellere StVZO-Lampen

Seit das Pendeln mit dem Fahrrad - auch dank der Leasing-Angebote von Jobrad und Co - immer beliebter wird, konstruieren die Hersteller zunehmend besonders helle Scheinwerfer, die dennoch die Vorgaben der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) erfüllen. Einige verfügen zusätzlich über ein Fernlicht, das auch das Fahren abseits befestigter Wege ermöglichen soll. Wir haben sechs helle Straßenleuchten auf ihre Offroad-Tauglichkeit überprüft. Zudem geben wir die wichtigsten Infos rund um das Thema Beleuchtung und stellen ergänzend drei leichte Helmlampen sowie drei StVZO-Rücklichter vor.

Dass die reine Lichtausbeute von StVZO-Beleuchtung auch auf dem Trail kein Problem mehr darstellt, machen Lupine und Supernova eindrucksvoll klar. Mit 2400, beziehungsweise 3000 Lumen leuchten die Strahler im maximalen Modus heller als so manches Pkw-Licht. Zudem verfügen beide Lampen über ein „echtes“ Fernlicht, das den Lichtpegel nach oben erweitert und auch tief hängende Äste sichtbar macht.

Helm oder Lenker?

Für den Straßenverkehr muss die Lampe am Lenker angebracht sein. Weil der Blick des Fahrers der Lenkbewegung aber immer ein Stück voraus ist, steuert man in engen Kurven quasi ständig ins Dunkel - das ist nicht nur unangenehm, sondern auch gefährlich. Selbst die breiten Leuchtkegel von Lupine und Supernova können das Problem nicht gänzlich lösen. Auf breiten Forstwegen ist das kein Problem. Hier reicht sogar die Leuchtkraft einer Sigma Aura 100, um sicher in die Zivilisation zurückzufinden.

Wer aber wirklich im Dunkeln über die Trails räubern will, kommt um Helmlampen, die wir in einem anderen Artikel getestet haben, nach wie vor nicht herum. Als Zusatzleuchte zur StVZO-Lampe am Lenker reichen dann aber kompakte Modelle wie die Cube Acid oder Lupines Piko völlig aus. Achtung beim Einbiegen in den Straßenverkehr: Spätestens dann muss die Helmbeleuchtung ausgeschaltet werden.

Vergleich Fahrradbeleuchtung: Aussagekräftige Leuchtbilder

Für eine bessere Vergleichbarkeit der Lampen haben wir uns natürlich wieder auf eine nächtliche Foto-Session begeben und von allen Lampen im Test Leuchtbilder fotografiert. Welche Wirkung dabei ein echtes Fernlicht hat, zeigen eindrucksvoll die beiden Leuchten von Lupine und Supernova. Die Aufnahmen wurden mit einer Nikon Z6 II mit Nikkor Z 28-75mm f/2.8 und Blende f/22 sowie Belichtungszeit 30 geschossen.

StVZO-konform - was heißt das?

Auch wenn die StVZO seit Jahren immer mehr in EU-Regeln überführt wird, wer aktuell auf deutschen Straßen unterwegs ist, braucht eine StVZO-konforme Beleuchtung. Maßgeblich sind für Fahrradfahrer §64, §65 und §67. Dank einiger Anpassungen sind die Vorschriften inzwischen praxistauglicher geworden. So darf die Beleuchtung auch abnehmbar sein und per Akku betrieben werden. Eine StVZO- Beleuchtung muss einen blendfreien Lichtkegel − ähnlich wie das Abblendlicht am Auto - aufweisen und mindestens 10 Lux generieren. Zusätzlich kann die Fahrradbeleuchtung auch über ein Fernlicht verfügen.

Blinkende Front- oder Rücklichter sind nicht zugelassen. Ein bestimmter Winkel ist bei der Montage nicht mehr vorgeschrieben. Allerdings darf das Licht entgegenkommende Fahrer nicht irritieren. Ob eine Lampe der StVZO entspricht, erkennt man an der K-Nummer des Kraftfahrt-Bundesamts. Übrigens: Wer ohne entsprechende Beleuchtung angehalten wird, muss mit 20 Euro Bußgeld rechnen. Im Falle eines Unfalls kann man auf Schadensersatz und/oder Schmerzensgeld verklagt werden.

5 Fahrradlichter im Test, die der StVZO entsprechen

Busch & Müller IQ-XM Speed

Preis: 299,90 Euro

Gewicht* Lampe / Akku / fahrfertig 117 g / 252 g / 396 g

Akku-Laufzeit / Ladezeit* 1:14 h / 4:45 h

Lux* / Fernlicht / Akku-Leistung 178 Lux / ja / 4600 mAh

Zubehör Ladegerät; Fernbedienung (kabelgebunden); Lenkerhalter

Verglichen mit den teils deutlich günstigeren Lampen enttäuscht die maximale Lichtausbeute der IQ-XM etwas. Sie leuchtet zwar weit, ausreichend breit und öffnet den Lichtkegel im Fernlicht auch leicht nach oben. Für echte Trail-Fahrten ist sie aber gerade im Nahbereich zu dunkel. Zudem ist das Leuchtbild wenig homogen. Die Fernbedienung arbeitet nur kabelgebunden, die Lenkerhalterung wirkt altbacken. Optional gibt es aber eine schicke Alu-Schelle. Sehr filigrane Steckverbindung. Gut fürs Pendeln auf Forstwegen, aber weniger für Trails gemacht.

Bewertung:

  • Lichtleistung: 7 von 10 Punkten
  • Ausleuchtung: 6 von 10 Punkten
  • Akku-Leistung: 5 von 10 Punkten
  • Trail-Eignung: 6 von 10 Punkten

Cateye GVolt 100

Preis: 129,95 Euro

Gewicht* Lampe / Akku / fahrfertig 78 g / 99 g / 195 g

Akku-Laufzeit / Ladezeit* 1:38 h / 3:00 h

Lux* / Fernlicht / Akku-Leistung 128 Lux / nein / 3400 mAh

Zubehör Lampe; Halterung; USB-Kabel

Der halbkreisförmige Lichtkegel der Cateye geht wenig in die Breite und lässt vor allem den Nahbereich sehr dunkel erscheinen. Dafür reicht ihr Licht auch in 25 Metern Entfernung noch aus, um Hindernisse deutlich sichtbar zu machen. Der Akku ist rückseitig an den Lampenkopf angedockt und lässt sich einfach wechseln. Per Zusatz-Akku (69,95 Euro) ließe sich so die Laufzeit verdoppeln. Clever: Die Cateye lässt sich auch kopfüber am Lenker montieren, wenn man den Lampenkopf um 180 Grad dreht oder per Adapter zum E-Bike-Licht umfunktioniert. Insgesamt kurze Laufzeit und wenig trail-geeignet.

Bewertung:

  • Lichtleistung: 5 von 10 Punkten
  • Ausleuchtung: 4 von 10 Punkten
  • Akku-Leistung: 6 von 10 Punkten
  • Trail-Eignung: 4 von 10 Punkten

Lezyne Super StVZO 600+

Preis: 109,95 Euro

Gewicht fahrfertig 203 g

Akku-Laufzeit / Ladezeit* 4:06 h / 6:20 h

Lux* / Fernlicht / Akku-Leistung 117 Lux / nein / 6600 mAh

Zubehör keins; USB-C-Ladekabel separat erhältlich

Lezynes neue Super 600+ verfügt über vier sinnvoll abgestufte Leuchtmodi. Im maximalen Modus leuchtet sie den Weg breit und homogen aus, selbst in 25 Metern Entfernung. Leider fehlt ein echtes Fernlicht, das auch den Über-Kopf-Bereich sichtbar machen würde. So bleibt die Lezyne eine ausdauernde Lenkerlampe für Offroad-Pendler oder dient als Ergänzung zu einer - dann aber helleren - Helmleuchte. Die Montage am Lenker mit ihrem knubbeligen Gummiband ist fummelig. Die Restlaufzeit lässt sich anhand der Farbanzeige nicht optimal abschätzen. Top: der sehr große 6600-mAh-Akku.

Bewertung:

  • Lichtleistung: 5 von 10 Punkten
  • Ausleuchtung: 7 von 10 Punkten
  • Akku-Leistung: 10 von 10 Punkten
  • Trail-Eignung: 6 von 10 Punkten

Lupine SL MiniMax AF

Preis: 530 Euro

Gewicht* Lampe / Akku / fahrfertig 89 g / 195 g / 317 g

Akku-Laufzeit / Ladezeit*1:27 h / 2:34 h

Lux* / Fernlicht / Akku-Leistung 290 Lux / ja / 5000 mAh

Zubehör Alu-Lenkerhalter; App; Bluetooth-Fernbedienung; Klettbänder in zwei Längen

Die Verarbeitung der Lupine ist ein Highlight. Per schicker Alu-Schelle lässt sie sich mittig am Lenker platzieren. Bedient wird die MiniMax über eine Bluetooth-Fernbedienung. In der Dämmerung wechselt die Lampe dank Helligkeitssensor vom Tagfahr- ins Abblendlicht. Schon dieses lässt kaum Details im Dunkeln. Aktiviert man das Fernlicht, wird der Weg auf über 50 Meter absolut homogen ausgeleuchtet. Der Lichtkegel reicht bis weit über den Kopf. Durch den breiten Kegel leuchtet die MiniMax auch leicht in die Kurve hinein. Mit etwas Gewöhnung gelingen auch Trail-Fahrten sicher.

Bewertung:

  • Lichtleistung: 9 von 10 Punkten
  • Ausleuchtung: 9 von 10 Punkten
  • Akku-Leistung: 6 von 10 Punkten
  • Trail-Eignung: 10 von 10 Punkten

Sigma Aura 100

Preis: 109,95 Euro

Gewicht* Lampe / fahrfertig 97 g / 112 g

Akku-Laufzeit / Ladezeit* 3:12 min / 4:18 h

Lux* / Fernlicht / Akku-Leistung 135 Lux / nein / 2000 mAh

Zubehör Rücklicht Blaze Link; USB-Kabel

Sigmas Aura ist aktuell nur im Set mit dem Blaze-Rücklicht zu haben. Clever: An der Lampe wird auch der Akku-Stand des Rücklichts angezeigt, die Steuerung ist ebenfalls gekoppelt. Per Automatikfunktion passt sich die Aura an das Umgebungslicht an und spart so Akku. In der hellsten Stufe leuchtet die Sigma Nah- und Fernbereich sauber aus. Die Breite des Lichtpegels ist aber stark begrenzt. Fahrten auf Waldwegen sind dennoch gut möglich. Ihr kleiner Akku ist überraschend ausdauernd. Für Trails ist die Lampe aber nicht gemacht. Preiswertes Set für Pendler, die auch mal durch den Wald müssen.

Bewertung:

  • Lichtleistung: 6 von 10 Punkten
  • Ausleuchtung: 5 von 10 Punkten
  • Akku-Leistung: 8 von 10 Punkten
  • Trail-Eignung: 4 von 10 Punkten

Supernova M99 B54 Max

Preis: 899 Euro

Gewicht* Lampe / Akku / fahrfertig 197 g / 300 g / 539 g

Akku-Laufzeit / Ladezeit* 1:15 h / 5:20 h

Lux* / Fernlicht / Akku-Leistung 462 Lux / ja / 4500 mAh

Zubehör Fernbedienung (kabelgebunden); Ladegerät; Alu-Lenkerhalter; App

Hier ist der Name Programm: Wechselt man an der Lenkerfernbedienung zum Fernlicht, explodiert gefühlt ein Stern auf dem Trail. Selbst in über 50 Metern erscheint der Weg taghell. Breite und Höhe des Leuchtkegels reichen locker für Fahrten auf nächtlichen Trails. Lampe und Akku sind aber richtige Klopper und bringen zusammen über ein halbes Kilo auf die Waage - trotz Carbon-Gehäuse am Akku. Die Alu-Schelle positioniert die M99 mittig vor dem Vorbau. Ein Tagfahrlicht sorgt für Sicherheit in der Stadt. Die Leuchtstufen lassen sich frei programmieren.

Bewertung:

  • Lichtleistung: 10 von 10 Punkten
  • Ausleuchtung: 10 von 10 Punkten
  • Akku-Leistung: 5 von 10 Punkten
  • Trail-Eignung: 10 von 10 Punkten

Weitere wichtige Aspekte

Die LED-Technik basiert auf einem Halbleiter-Bauteil. Wenn Strom in Durchlassrichtung fließt, wird Licht emittiert. Daher stammt der Name LED (light-emitting-diode). Im Test finden sich bis zu 30 LEDs in einem Lampenkopf (Supernova B54 Max). Bei sieben Modellen strahlt die LED direkt nach vorne. Das Licht wird dann durch eine Linse verteilt (Acid, Cateye, Knog, 2x Light­Skin, Lupine SL Mono, Sigma). Bei den Akkus verbauen alle Hersteller Lithium-Ionen- und Lithium-Polymerakkus.

Mit Lux wird der hellste Punkt des gesamten Lichtfeldes, mit Lumen der gesamte Lichtstrom einer Lampe angegeben. Weil sich die Zulassung am Lux-Wert orientiert, geben die meisten Hersteller auch diesen an. Durch den gebündelten Lichtstrahl sind heutige LED-Lampen so hell, dass sie bei falscher Einstellung den Gegenverkehr stark blenden.

Nachhaltigkeit

So fällt auf, dass es bei den Verpackungen die letzten Jahre deutliche Fortschritte gibt, weil fast ausschließlich Kartonagen und deutlich weniger Plastikverpackungen zum Einsatz kommen. Einzig viele USB-Ladekabel werden noch oft in separate Folien verpackt.

Ein wichtiger Punkt ist die Lebensdauer von Akkus: Laut einer neuen EU-Verordnung müssen diese an Geräten ab 2027 vom Endnutzer ersetzt werden können. Im Test ist dies bei integrierten Modellen nur bei Lupine SL Monno (27 Euro) perfekt möglich. Bei Cat­eye kann das hintere Bauteil getauscht werden (70 Euro) und beim LightSkin-Lenker (10 Euro) muss der Händler ran. Bei den externen Akkus der teuren Power-Lampen mit Fernlicht ist dies aktuell immer möglich.

Einen echten Mehrwert bietet Supernova: Hier gibt es für die Sommermonate einen Schlaf- und die generelle Nutzung einen LongLife-Modus. Letzterer setzt die Spitzenbelastung durch eine komplette Voll- oder Entladung herab, was nach aktuellem wissenschaftlichem Stand nachweislich zu einer deutlich längeren Lebensdauer führt. Nutzt man diese Funktion, gewährt Supernova sogar fünf Jahre Garantie auf den Akku.

Die Qual der Wahl: Welches Fahrradlicht ist das Richtige?

Die aktuelle Lampengeneration mit Akku ist besser denn je. Helles Licht und flächige Ausleuchtung machen das Radfahren bei Dunkelheit sicher und angenehm. Dabei gibt es im Detail große Unterschiede.

Im Preisbereich bis 50 Euro zeigt Büchel, dass günstig auch gut kann. XLC sorgt mit guter Gesamtleistung für den Testsieg in dieser Klasse. Bis 100 Euro heimst Trelock eine Empfehlung dank tollem Preis-Leistungs-Verhältnis ein. Der Testsieg geht an Busch + Müller, weil sich der Ixon Rock keine Schwäche erlaubt und mit technischen Finessen punktet. Bis 150 Euro holt sich Lezyne dank tollem Lichtbild den Sieg. Bei den High-End-Lampen bis 300 Euro punktet Busch + Müller mit echtem Fernlicht und ist somit auch für das MTB eine Alternative. In der Luxusklasse zeigen Lupine und Supernova, was technisch möglich ist. Dabei bietet Lupine das beste und homogenste Abblendlicht.

Eine Lampe mit 150 Lux kann in der Praxis komplett enttäuschen, während ein anderes Modell mit 50 Lux überzeugt. Der Grund ist, dass der Lux-Wert nur an einem einzigen Punkt gemessen wird. Die vor einem liegende, gesamte Lichtfläche wird ausgespart. Ein Laserpointer schneidet hier ideal ab, nur sieht man damit nichts. Der reine Lux-Wert taugt also für den Vergleich von Scheinwerfern nicht. Bei einem Vergleich sollten also immer beide Werte betrachtet werden.

Weitere getestete Modelle und Sets

Viele Hersteller bieten praktische Sets aus Vorder- und Rücklicht an. Hier eine Auswahl getesteter Sets:

  • Sigma Aura 80 USB-Front- und der Blaze-Rücklampe
  • Cateye GVolt-70-Front- und der Rapid Micro-G-Rücklampe
  • Büchel BLC 820
  • Trelock LS950 Control mit der LS 720 REEGO Rücklampe
  • Sigma Aura 60-Front- sowie die Nugget-II-Rückleuchte

Tabelle: Fahrradlicht-Vergleich (Auswahl)

Modell Preis (ca.) Lumen (max) Akku-Laufzeit (max) StVZO-konform Besonderheiten
Busch & Müller IQ-XM Speed 299,90 € - 1:14 h Ja Fernbedienung, filigrane Steckverbindung
Cateye GVolt 100 129,95 € - 1:38 h Ja Wechselbarer Akku, Montage kopfüber möglich
Lezyne Super StVZO 600+ 109,95 € - 4:06 h Ja Großer Akku (6600 mAh)
Lupine SL MiniMax AF 530 € - 1:27 h Ja Bluetooth-Fernbedienung, App-Steuerung
Sigma Aura 100 109,95 € - 3:12 h Ja Set mit Rücklicht, Automatikfunktion
Supernova M99 B54 Max 899 € - 1:15 h Ja Extrem hell, Fernbedienung, App-Steuerung

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