Auf ebenen Strecken kann Fahrradfahren geradezu entspannend sein. Und wenn es bergab geht, müssen Sie nicht einmal in die Pedale treten, um voranzukommen. Es wäre zu schön, wenn Sie in solchen Situationen ein wenig „schummeln“ könnten, indem Sie einen Hilfsmotor für Ihr Fahrrad verwenden.
Was gilt als Fahrrad mit Hilfsmotor?
Unter diesen Oberbegriff fallen insbesondere Mofas, Leichtmofas, S-Pedelecs und E-Bikes.
Wenn Sie den Begriff Fahrrad mit Hilfsmotor hören oder lesen, denken Sie vielleicht an sogenannte Pedelecs (Abkürzung für: „Pedal Electrical Cycle“), bei denen sich der Motor nur anschaltet, während Sie in die Pedale treten. Allerdings gelten Pedelecs rechtlich in den meisten Fällen nicht als Krafträder und damit auch nicht als Fahrrad mit Hilfsmotor. Ferner muss sich die Laufleistung des Motors bei zunehmender Geschwindigkeit verringern.
Ein Fahrrad mit Hilfsmotor kann durch Benzin aber auch elektrischen Strom angetrieben werden, welcher in einem aufladbaren Speicher mitgeführt wird. Das S-Pedelec erreicht Geschwindigkeiten von 20 km/h ohne Treten und maximal 45 km/h mit Pedalunterstützung. Der Begriff E-Bike wird häufig als Synonym für schnelle Pedelecs verwendet.
Arten von Fahrrädern mit Hilfsmotor
Wenn ein Fahrrad mit einem Benzinmotor oder einem Elektromotor ausgestattet ist, aber die maximale Geschwindigkeit des Rades auf ebener Bahn nicht mehr als 25 km/h beträgt, gilt es rechtlich gesehen (§ 4 FeV) als Mofa. Ein Leichtmofa zeichnet sich dadurch aus, dass sein Verbrennungsmotor nicht mehr als 30 cm³ Hubraum und 0,5 Kilowatt Leistung hat. Außerdem darf dessen durch die Bauart bestimmte Höchstgeschwindigkeit nicht mehr als 20 km/h betragen und das Leergewicht darf nicht mehr als 30 Kilogramm betragen. Dies geht aus der „Leichtmofa-Ausnahmeverordnung“ vom 26. März 1993 (BGBl. I S.
Geschichte und Entwicklung
Sie können auch nachträglich Ihr Fahrrad mit einem Motor nachrüsten. Der erste Benzinmotor für ein Fahrrad wurde 1897 von den Gebrüdern Werner in Paris entwickelt. In der Weltwirtschaftskrise ab 1929 erlebten diese Fahrzeuge einen Boom, weil sich viele Kunden teurere Motorräder zu dieser Zeit nicht leisten konnten. Die erste Saxonette wurde 1937 produziert.
Rechtliche Aspekte
Versicherungspflicht
Müssen Fahrräder mit Hilfsmotor separat versichert werden? Ja, der Gesetzgeber schreibt für diese eine Kfz-Haftpflichtversicherung samt Versicherungskennzeichen vor.Jedes Fahrrad mit Hilfsmotor gilt als Kraftfahrzeug und muss nach dem „Gesetz über die Pflichtversicherung für Kraftfahrzeughalter“ § 1 eine eigene Haftpflichtversicherung aufweisen. Ein Fahrrad mit Hilfsmotor muss nicht bei einer entsprechenden Zulassungsbehörde angemeldet werden.
Führerscheinpflicht
Welche Führerscheinklasse ist notwendig? Möchten Sie ein Fahrrad mit Hilfsmotor führen, benötigen Sie dafür die Führerscheinklasse AM. Nach § 6 Absatz 1 FeV benötigen Sie normalerweise eine Fahrerlaubnis der Klasse AM, um ein Fahrrad mit Hilfsmotor zu fahren. Dieser Führerschein wurde am 19. Einen AM-Führerschein benötigen Sie auch für Kleinkrafträder wie Roller oder Mopeds. Sie dürfen ein Fahrrad mit Hilfsmotor sowie andere Fahrzeuge der Fahrerlaubnisklasse AM auch mit folgenden Führerscheinen fahren: A, A2, A1, B und T (§ 6 Abs.
Ein Sonderfall liegt bei langsameren Fahrrädern mit Hilfsmotor vor, zu denen auch Mofas gezählt werden. Das herausragende Merkmal von Mofas, was sie von anderen Fahrrädern mit Hilfsmotor abgrenzt, ist also die relativ niedrige Geschwindigkeitsbegrenzung. Um diese Fahrzeuge zu fahren, benötigen Sie keine Fahrerlaubnis der Klasse AM, sondern lediglich eine Prüfbescheinigung, welche Sie ab dem 15. Allerdings spielt hierbei auch das Geburtsjahr des Fahrers eine Rolle. Wenn Sie ein Fahrrad mit einem Motor, welcher durch Benzin oder Strom angetrieben wird und nicht schneller als 25 km/h fährt, fahren möchten und vor dem 1.
Schutzausrüstung und Verkehrsregeln
Die entsprechenden Regeln zu Schutzeinrichtungen im Straßenverkehr finden Sie in der Straßenverkehrs-Ordnung in § 21a Absatz 2. Demnach müssen Sie einen Schutzhelm tragen, wenn Sie mit einem offenen Fahrzeug unterwegs sind, welches keine Sicherheitsgurte hat und eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von mehr als 20 km/h erreicht. Mit einem Mofa dürfen Sie nach § 2 Absatz 4 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) Radwege nur außerhalb geschlossener Ortschaften benutzen. Fahrräder mit Hilfsmotor, die eine höhere Geschwindigkeit erreichen als Mofas, gehören auch außerhalb von Ortschaften auf die Straße.
Benzin- vs. Elektroantrieb
Dies sind die zwei gängigen und von der Industrie erschlossenen Antriebsmethoden für Zweiräder.
- Benzinantrieb: Der Benzin-Anbaumotor arbeitet üblicherweise nach dem Zweitaktprinzip. Vielen Leuten sind das "Räm-pläm-pläm" und der Geruch eher lästig. Dafür haben sie mit einem anständigen Tank allerdings auch anständige Reichweiten, der Metrom schafft bis zu 400 km ohne Tankstop.
- Elektroantrieb: Der Elekrische Antrieb funktioniert geräuschlos. Er riecht auch nicht, dafür braucht er aufgeladene Akkumulatoren. Das Umweltargument gilt deshalb nicht wirklich, schließlich muß auch der Strom für die Batterien erst irgendwo erzeugt werden, am Ende in einem Kernkraftwerk. Es wiegt ein solcher Akkusatz runde 5-6 kg, und wer viel fährt, muß auch viel laden und hat auf diese Weise seine sportliche Einlage...Nachteil: Die geringeren Reichweiten als beim Benziner. Riesenvorteil: Volle Kraft aus dem Stand - kein Schlingern, kein Einkuppeln und sofort vollen Dampf.
Alternative Antriebe und Nachrüstungen
Den klassischen "Anbausatz zum Anbau an ein geeignetes Fahrrad" (Preuß.: Hilfsmotor) gibt es immer noch. Der widerliche TÜV würgt zwar alles ab, was noch mit Benzin daherkommt, aber es gibt Alternativen: Ich empfehle für ein E-Mobil oder ein Pedelec mit Anfahrhilfe und zum Anbau an Sonderformen den Schachner- oder Ansmannmotor. Ein kompletter Satz kostet nach wie vor etwa 1100,- €, garantiert aber eine haltbare Lösung samt Ersatzteilen und guter Wartbarkeit. Wie bereits oben erwähnt, führen mittlerweile die meisten Fahrradmarken ebenfalls Motor-Räder. Sprechen Sie uns einfach an, wenn Sie etwas im Auge haben.
Ach, und Bückware: Weil ich so oft danach gefragt werde: Ja, man kann damit auch schneller fahren! Manchmal sogar viel schneller. Das ist verboten, aber das wissen Sie ja selbst, schließlich sind Sie alt genug. Generell gilt: Wer bei Regen raus muß, sollte lieber einen Kettentrieb benutzen. hier packen Zahnräder zu und übertragen ihre Kraft völlig ungerührt. Reibrollen, wie auch am Dynamo, verlieren bei großer Nässe oder höherer Leistungsabgabe gern den Kraftschluß.
Die Geschichte des motorisierten Zweirades kennt praktisch keinen Ort am oder um den Rahmen, an dem man (und auch Frau!) nicht irgendwann einen Treibsatz befestigt hätte. Heute gibt es u. a. elektrische Radmotoren, die sich nachträglich einspeichen lassen und einige benzingetriebene Lösungen am Heck des Rades oder unter dem Tretlager.
Über den Autor
Mathias Voigt
Rechtsanwalt Mathias Voigt besitzt seine Zulassung seit 2013. Zuvor studierte er an der juristischen Fakultät in Rostock und absolvierte sein Referendariat in Nordrhein-Westfalen.
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