Vor- und Nachteile breiter Fahrradreifen

Die Wahl der richtigen Reifenbreite ist entscheidend für die Performance und den Komfort deines Fahrrads. Je nach Fahrradtyp werden unterschiedliche Reifenbreiten gefahren.

Welche Reifenbreite hat mein Fahrrad?

Um die Reifenbreite am Fahrrad zu bestimmen, kannst du diese selbst messen oder die Reifenbreite anhand der Mantelbeschriftung bestimmen.

Reifenbreiten nach Fahrradtyp

Rennrad

Früher war am Rennrad die Reifenbreite 23 mm üblich. Mittlerweile sind Reifenbreiten von 28 oder sogar 32 mm häufig zu sehen. Bis in die 2010er Jahre waren 23 mm breite Reifen der Standard. Heutzutage liegt die gängige Reifenbreite bei 28 mm, mit einem Trend zu noch breiteren Reifen bis 32 mm. Diese Entwicklung resultiert aus dem Wunsch nach erhöhtem Fahrkomfort, besserer Traktion und erhöhtem Pannenschutz.

Cityrad und Trekkingbike

Hier kommen typischerweise Reifenbreiten von 37 bis 52 mm zum Einsatz.

Die Fahrradreifen für die Citybikes und Trekkingbikes sind schmaler als beim MTB, und breiter als beim Rennrad. Ein Kompromiss von Rollwiderstand und Pannenschutz muss her. Ein mäßiges Profil, für guten Grip auf Wald- und Schotterböden und gleichzeitig nicht zu viel davon, um einen hohen Rollwiderstand auf Asphalt vorzubeugen. Die Reifenbreite geht einher mit dem Anforderungsbereich. 37 Millimeter bis 52 Millimeter Reifenbreite gelten als Referenz.

Mountainbike (MTB)

An Mountainbikes sind die breitesten Reifen zu finden. Diese haben normalerweise Breiten von 50 bis 64 mm.

Bei einem MTB steht die Bodenhaftung und Traktion im Vordergrund. Die MTB-Reifen erhalten daher ein stollenähnliches Profil. Der Rollwiderstand wird nicht so stark in den Fokus gerückt. Bei einem Cross Country und Marathon Mountainbike wird 51 Millimeter bis 54 Millimeter (2,1 Zoll bis 2,3 Zoll) empfoheln. Bei einem All Mountain geht die Tendenz zu 54 Millimeter bis 61 Millimeter.

E-Bike bzw. Pedelec

Für Fahrräder mit Elektromotor richten sich die Reifenbreiten grundsätzlich nach dem jeweiligen Fahrradtyp. Da E-Bikes schneller unterwegs sind und durch die zusätzliche Technik mehr Gewicht mitbringen, ist zusätzlich auf eine entsprechende Freigabe durch den Hersteller zu achten. Beispielsweise sind beim Reifenhersteller Schwalbe geeignete Reifen mit E-25 und E-50 gekennzeichnet.

Je nachdem, welche Art von E-Bike du fährst, kannst du dich an die vorherigen Fahrradtypen halten.

Cyclocross und Gravelbikes

Cyclocross-Räder sind für den Einsatz im Gelände konzipiert und benötigen daher Reifen, die sowohl Traktion als auch Stabilität bieten. Die Reifenbreite liegt typischerweise zwischen 32 mm und 35 mm. Gravelbikes zeichnen sich durch ihre Vielseitigkeit aus und sind für unterschiedliche Untergründe geeignet. 40-42 mm: Diese Breite ist der Standard für Gravelbikes und bietet einen ausgewogenen Kompromiss zwischen Rollwiderstand und Geländetauglichkeit.

Kann ich auf meinem Fahrrad dickere Reifen aufziehen?

Meist ist es möglich, auch breitere Reifen auf der gleichen Felge des Fahrrads zu montieren. Wichtigster Ausgangspunkt ist der Reifeninnendurchmesser, den die Fahrradfelge am Laufrad vorgibt. Dieser ist identisch zum Felgen-Nenndurchmesser bzw. Außendurchmesser der Felgenschulter, an dem der Reifenwulst auf der Felge aufliegt. Will man einen breiteren Reifen aufziehen, muss dieser also denselben Reifeninnendurchmesser wie der bisherige Reifen haben.

Neben dem optischen Aspekt hat ein Fahrrad mit dicken Reifen Vorteile im Gelände und auf unbefestigten Wegen. Auf dem Mountainbike (MTB) dürfen es gerne dicke Reifen sein, also Reifen mit größerer Breite.

Welche maximale Reifenbreite kann ich verwenden?

Die maximal verwendbare Reifenbreite wird durch mehrere Faktoren begrenzt:

  • Die Fahrradgabel hat eine bestimmte Weite und gibt damit eine erste technische Limitierung der Reifenbreite vor. Breitere Fahrradreifen sind zudem höher, daher kann auch der Abstand zur Gabelbrücke zu klein werden.
  • Wenn eine Felgenbremse montiert ist, schränken die Bremshebel die möglichen Reifenbreiten ein. Am besten bei angezogener Bremse den verfügbaren Platz messen und etwas Luft lassen, da sich die Bremsklötze noch abnutzen.
  • Kommen Schutzbleche zum Einsatz, decken diese nur eine gewisse Reifenbreite ab. Auch die Befestigungsstreben der Schutzbleche können die maximale Breite des Reifens begrenzen.
  • Ist die Reifenbreite im Verhältnis zur Maulweite der Felge zu groß, wird die Reifenwand zu sehr beansprucht, es kann zu einem Flankenbruch kommen und der Reifen platzt auf. Für sinnvolle Reifenbreiten siehe die Maulweiten-Tabelle unten.

Kann ich auch einen dünneren Reifen verwenden?

Normalerweise ja. Im ersten Schritt würde ich anhand der Reifenbeschriftung den Reifeninnendurchmesser bestimmen und mir einen Überblick über verfügbare schmälere Reifen machen.

Die oben genannten technischen Begrenzungen durch andere Fahrradteile machen bei schmaleren Reifen natürlich keine Probleme. Allerdings ist auch hier das Verhältnis zur Maulweite der Felge zu beachten, um Quetschlöcher zu vermeiden.

Welche Reifenbreite darf ich auf meiner vorhandenen Felge verwenden?

Der ETRTO-Standard empfiehlt Reifenbreiten in Abhängigkeit von der Maulweite der Laufradfelge. Doch was ist die Maulweite einer Felge?

Die Maulweite (auch Felgeninnenweite genannt) bezeichnet den Abstand zwischen den beiden Innenseiten einer Felge.

Nachfolgende Tabelle zeigt die empfohlenen Reifenbreiten gemäß ETRTO. Die Angaben beziehen sich nur auf Hakenfelgen (oft mit C angegeben, C = Crotchet = engl. Haken), da diese heute am gängisten sind.

Maulweite der Felge in mm Empfohlene Reifenbreiten in mm
13 18 - 25
15 23 - 32
17 25 - 50
19 28 - 57
21 35 - 62
23 37 - 64
25 44 - 64
27 47 - 64
29 54 - 64

Solange man die empfohlenen Reifenbreiten verwendet, sollte man auf der sicheren Seite sein. Abhängig von der Stabilität des Reifenmantels erlauben manche Reifenhersteller durchaus noch größere Reifenbreiten. Hier bitte im Einzelfall die Herstellerangaben überprüfen.

Warum haben breitere Fahrradreifen manchmal eine andere Zoll-Größe?

Beispiel: Sowohl 28-Zoll-Reifen als auch 29-Zoll-Reifen werden üblicherweise auf einem Laufrad mit 622 mm Felgen-Nenndurchmesser aufgezogen.

Die Zoll-Größe des Fahrradreifens bezieht sich auf den Außendurchmesser, während für die Felge der Innendurchmesser des Reifens relevant ist. Beim Messen des Außendurchmessers wird an beiden Seiten die Reifenhöhe mitgemessen, beim Innendurchmesser ist die Reifenhöhe hingegen nicht enthalten.

Zudem entspricht die Reifenhöhe in etwa der Reifenbreite, da der Reifen fast kreisrund ist. Wählt man also bei gleichbleibender Felgengröße einen breiteren Fahrradreifen, vergrößert sich damit der Außendurchmesser des Reifens.

Vor- und Nachteile breiter Fahrradreifen

Vorteile breiter Reifen:

Aufgrund ihrer größeren Kontaktfläche mit dem Boden haben breite Reifen eine bessere Bodenhaftung und fahren über kleinere Bodenunebenheiten einfacher hinweg, was oft als höheren Fahrkomfort empfunden wird. Dadurch eignen sie sich besser für Offroad-Fahrten und auf unbefestigten Wegen. Auch wenn es zuerst etwas unsinnig klingt: Breite Fahrradreifen rollen leichter als vergleichbare schmalere Modelle.

Die Vorteile auf einen Blick:

  • er rollt besser
  • deine Fahrtechnik verbessert sich enorm im schwierigen Gelände. Der fette Schlappen steckt viel mehr weg. Ausprobieren!
  • der Fahrkomfort ist um Welten besser. Ein dicker Reifen mit dem richtigen Luftdruck wirkt wie eine zweite Federgabel.

Entscheidend ist, dass der Luftdruck stimmt.

Nachteile breiter Reifen:

Schmale Reifen sind leichter und bilden weniger rotierende Masse. Sie lassen sich daher besser beschleunigen, sind also agiler.

Der Trick ist die gute Balance zwischen dick und zu dick: Je „fetter“ der Reifen wird, desto schwerer wird er - was sich wiederum bei der Beschleunigung auswirken kann (Trägheitsmoment)

Welchen Reifendruck braucht mein Fahrrad?

Der optimale Reifendruck hängt von mehreren Faktoren ab. Der Druck im Bike-Reifen wird, genau wie bei der Federgabel, immer abhängig vom Gewicht der Person eingestellt.

Wird der Fahrradreifen mit zu viel Luft befüllt, steht er ständig unter Spannung und kann leichter bei Unebenheiten platzen. Zudem verliert der Reifen an Bodenhaftung und der Fahrtkomfort leidet darunter. Nehmen wir aber nun an, du würdest der Fahrradreifen pausenlos mit zu wenig Luft fahren. Empfehlung: Pump den Reifen lieber mit etwas mehr Luft (an der oberen Grenze der auf dem Reifen angegeben ist).

Beachte: Wir können nur eine allgemeine Empfehlung aussprechen, der Reifendruck ist von den äußeren Bedingungen (Hitze, Kälte), dem Terrain (Gelände, Straße) und dem Körpergewicht des Fahrers abhängig. Ein Rennrad mit Drahtreifen sollte mit 7 bis 9 bar gefahren werden. Verschiebst du dein eigenes Körpergewicht um eine Kommastelle nach links, gilt dies als guter Richtwert. Bei 80kg Körpergewicht wären das 8 bar. Das Mountainbike mit Drahtreifen / Faltreifen sollte einen Luftdruck von 2 bis 3,5 bar besitzen. Die Stabilität, Fahrtkomfort und Bodenhaftung steht im Mittelpunkt beim MTB, daher neigt man beim Mountainbike zu einem etwas niedrigen Reifendruck. Das Trekkingbike und Citybike sollten mindestens 4 bar Luftdruck haben. Besser etwas zu viel Luft im Reifen, als zu wenig. Der Rollwiderstand ist dabei geringer und es wird weniger Körperkraft benötigt.

Last but not least, hier unser Tipp für den richtigen Luftdruck, ganz ohne Druckmesser: Setz’ dich mit deinem Gewicht auf den Bike-Reifen. Voll belastet, sollte der Reifen einen ziemlichen „Bauch“ machen. Tut er das nicht, dann ist er viel zu hart aufgepumpt. Im Gelände mit unterschiedlichen Drücken experimentieren. Aber nicht zuviel Luft rauslassen, sonst wird die Felge an der nächsten Kante nicht mehr ausreichend geschützt.

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