Eine gute Tourenplanung ist unerlässlich für eine gelungene Biketour, ganz egal, ob allein, mit einem Freund oder in einer größeren Gruppe. Vor jeder Tour ist es wichtig, sich ein definiertes Ziel zu setzen, anstatt blind drauflos zu radeln. Wohin geht die Tour? Welche Art von Tour soll es werden? Wie schwierig darf die Tour sein? Ist die Ausrüstung für mein Vorhaben überhaupt geeignet? Wie ist die Wetterlage?
Die Phasen der Tourenplanung
Der größte Teil der Planung fällt in die erste Phase. Hier wird der Grundstein zum Erfolg deiner E-MTB-Tour gelegt, und alle Basisdaten zu „Mensch, Umwelt und Technik“ werden erstellt. Hierunter fallen u. a. die Auswahl der Tour, die Berechnung der Zeit, Einplanung von Pausen und Alternativen sowie die Orientierung vor Ort.
Von zu Hause aus ist es nicht immer möglich, alle Einzelheiten einer Region bzw. der Tour zu erfassen. Einiges ergibt sich meist erst direkt vor Ort. Da holt man die letzten Informationen ein, z.B.: Gibt es lokale Sperren? Bleibt das Wetter stabil, oder liegt am Berg etwa noch Schnee? Dieses Insiderwissen haben die Wirte der Region, der Tourismusverein, der lokale Bikeshop oder auch einheimische Biker.
In der Phase drei - der rollenden Planung - geht es vor allem um Wachsamkeit und Aufmerksamkeit. Was das genau bedeutet? Behalte deine Umwelt im Blick! Das Aufziehen von schlechtem Wetter, Pannen und damit einhergehende Verzögerungen, Erschöpfung von Bikern oder der entladene Akku - all das sind mögliche Gründe für einen vorzeitigen Abbruch oder für die Wahl von Alternativen. Der berühmte „Plan B“ tritt dann in Kraft.
Das 3x3 Schema der Tourendurchführung
Das 3x3 Schema teilt sich in drei Aspekte - Mensch, Umwelt und Ausrüstung - ein, die in drei Situationen der Tourendurchführung - zu Hause, vor Ort und auf Tour - bedacht werden müssen. Bereits zu Hause bei der Planung der Tour solltest du dich also fragen: Wie ist meine (Tages-)Form und die der anderen Gruppenmitglieder? Auf dieser Basis könnt ihr euch an die konkrete Planung machen: Welche Schwierigkeit ist für mich beziehungsweise die Gruppe passend? Hier könnt ihr euch an der Singletrail-Skala orientieren. Welchen Fitnessanspruch hinsichtlich Höhenmeter und Strecke pro Stunde darf die Tour haben? Und wie sehen die Rahmenbedingungen aus? Gibt es besonders schwierige Passagen oder bin ich in großer Höhe (Stichwort: Akklimatisation) unterwegs? Muss ich mit starker Hitze oder Kälte rechnen? Last but not least checkt ihr eure Ausrüstung: Funktionieren die Bikes? Haben alle ausreichend Proviant und passende Kleidung eingepackt?
Schwierigkeitsgrade und Schlüsselstellen
Achte darauf, dass die Tour dich und/oder deine Mitstreiter nicht überfordert. Als Anhaltspunkte dafür gibt’s, zum Beispiel, die Singletrail- bzw. die Uphillskala. Wenn in den Karten Bikerouten eingezeichnet sind, werden diese häufig in ihrer Schwierigkeit nach der Singletrail-Skala bewertet. Dabei reicht die Bewertung von S0 „leicht fahrbar“ bis S5 „unfahrbar“.
Wer im alpinen Gelände unterwegs ist, sollte bereits bei der Planung schwierige Schlüsselstellen wie technische Passagen und lange oder steile Auf- und Abfahrten in der Karte ausfindig machen. Im Idealfall wird die Tour so geplant, dass solche Abschnitte nicht am Ende der Route liegen. Denn dann wird es schwieriger, sie zu meistern.
Wenn die Schlüsselstellen der Tour identifiziert sind, lässt sich anhand der geplanten Gesamtzeit festlegen, bis wann man einen bestimmten Umkehrpunkt erreicht haben sollte. So kann man im Fall einer Panne oder anderer ungeplanter Verzögerungen eine sichere Entscheidung treffen und läuft nicht Gefahr, sich oder die Gruppe zu überfordern.
Alternativrouten und Zeitmanagement
Das bedeutet, du solltest immer eine Alternative zur geplanten Auf- oder Abfahrt haben. Definiere dazu die Schlüsselstellen der Tour! Lege zudem die geplante Gesamtzeit fest, um zu klären, bis wann ein bestimmter Umkehrpunkt erreicht werden sollte! So kannst du im Fall einer ungeplanten Verzögerung eine sichere Entscheidung darüber treffen, wohin die Reise gehen soll.
Rechtliche Aspekte
In Deutschland fällt das Radfahren unter das Bundesnaturschutz- und Bundeswaldgesetz und ist auf Wegen grundsätzlich erlaubt. Details regeln die Landesgesetze. Anders verhält es sich in Österreich. Hier ist das Radfahren jenseits von Straßen überall verboten, wo es nicht ausdrücklich erlaubt ist. Auch in der Schweiz gibt es je nach Kanton unterschiedliche Regelungen. Das Befahren der ausgewiesenen Mountainbikerouten der Stiftung Schweiz Mobil ist legal. In Italien regeln die Regionen und Provinzen, ob Wanderwege freigegeben oder gesperrt werden.
Wetterbedingungen und Ausrüstung
Es macht durchaus Sinn, sich bereits ein paar Tage vor der Tour mit der Großwetterlage zu beschäftigen. So lässt sich die Planung an mögliche Schlechtwetter-Verhältnisse anpassen oder die gesamte Tour umplanen. Auch die benötigte wetterfeste Bike-Bekleidung gehört dann als Backup ins Gepäck.
Überlegen Sie daher bei Ihrer Planung welche Dinge oder Gegenstände Sie auf Ihrer Liste wirklich benötigen. Besonders bei einer längeren Tour ist es wichtig, Kleidung, Werkzeug und persönliche Gegenstände clever zu verstauen. Achten Sie darauf, Ihr Radreise-Gepäck gleichmäßig zu verteilen, um ein sicheres Fahrverhalten zu gewährleisten.
Die Rolle von E-Mountainbikes
Nicht vergessen: Das E-MTB bringt eine neue Dynamik in die Tourenplanung. Durch die Unterstützung des Motors, kombiniert mit der Eigenleistung des Fahrers, sind größere Touren und Reichweiten möglich.
Inspiration und Informationsquellen
Um die richtige Idee für den perfekten Bikeurlaub samt MTB Touren zu finden, nutzen wir heute vor allem viel Social Media oder auch Youtube. Am einfachsten könnt Ihr Euch natürlich inspirieren lassen, wenn Ihr selbst spannenden MTB Profilen auf Instagram, Komoot oder anderen Plattformen folgt, da hier die Inspiration ja ständig gegeben ist. Am meisten Zeit bei der Recherche spart Ihr, wenn Ihr tollen Komoot Nutzern mit den gleichen Interessen folgt, denn hier könnt Ihr jede gefahrene Tour in Eurem Profil direkt speichern, Ihr seht die Highlights, Bilder aber auch direkt das Höhenprofil der Touren.
Ich google dann also z.B.: „Lenzerheide MTB“ und es zeigt mir z.B. Meistens zeigen Euch also die Suchergebnisse dann direkt einen Link zum Tourismusverband des gesuchten Ortes, der oftmals schon eine grobe Übersicht über das MTB Touren-Angebot gibt. Die Suchmaschinen spucken aber nicht nur offizielle touristische Seiten aus, sondern immer mehr Blogger, Onlineplattformen und Online Magazine teilen außerdem ihre Reiseerlebnisse samt Touren und helfen Euch dabei den perfekten Bikeurlaub zu planen.
Tourenplanung mit Komoot
Sofern Ihr direkt auf der Seite des Tourismusverbands GPX Tracks gefunden, oder auf anderem Weg einen GPX Track erhalten habt, könnt Ihr den GPX Track direkt in Euer Komoot-Profil importieren, indem Ihr auf das kleine + Zeichen in Komoot klickt. Wichtig: Ihr sollte dafür als Sportart „Mountainbike“ auswählen und dann den Ort z.B. Ihr erhaltet dann schon sehr viele Tourenvorschläge von anderen Komoot Nutzern, die Ihr durch stöbern könnt. Wenn Ihr Euch die Karten der anderen Komoot Nutzer genauer anschaut, erhaltet Ihr auch anhand der Bilder schonmal erste Einblicke welche Trails und Touren für Euch interessant sein könnten. Übrigens, falls Euch die Tourismusseiten nicht weiterbringen, gibt es z.B.
Falls Ihr so wie ich Eure MTB Tour selbst planen wollt, öffnet am besten direkt den Routenplaner auf Komoot. Auch hier ist es wieder wichtig, dass Ihr die Sportart Mountainbiken auswählt, bevor Ihr den gewünschten Ort eingebt. Ich selber nutze neben der Komoot Karte die Ebene „Mountainbike“, die es allerdings nur für Komoot Premium Kunden gibt.
Ein ganz neues Feature bei Komoot ist, unter den Karteneinstellungen die Einstellmöglichkeit: „Komoot Trailview“. Sobald Ihr diese anklickt tauchen auf der Karte kleine grüne Punkte auf. Sobald Ihr mit der Maus auf einen der grünen Punkte fahrt, öffnet sich ein Foto der den Weg oder den Trail zeigt, so dass Ihr einen Einblick in die Wegebeschaffenheit bekommt. Tipp: Übrigens bieten einige Tourismusregionen auch zusätzliche Apps mit Trailmaps an z.B. die Bikekingdom App.
Am besten lässt sich eine MTB Tour also auf Komoot planen, wenn Ihr nach Eurer Recherche eine grobe Übersicht gewonnen habt, wo Ihr hinfahren wollt. Ich empfehle Euch zuerst den Startpunkt auf der Karte zu setzen und alle weiteren Wegpunkte immer als neues Ziel festzusetzen. So klicke ich Wegpunkt für Wegpunkt als neues Ziel an, den ich in meine MTB Tour einplanen möchte. Das mache ich so lange bis ich wieder an meinem wirklichen Zielort angekommen bin.
Um vor Ort dann auch wirklich navigieren zu können nutze ich meinen Garmin 530 mit dem ich über I-Connect direkt auf meine geplanten Touren von Komoot zugreifen kann. Das ist wirklich eine total feine Sache. Wichtig ist, dass Ihr Touren auswählt, die zu Eurem Können und zur richtigen Sportart passen.
Das tolle bei geplanten Touren auf Komoot ist, dass Ihr Euch ja auch das Höhenprofil anschauen könnt. Ganz unten bei den gefahrenen Touren findet Ihr ein Tourenprofil. Sobald Ihr mit der Maus z.B. auf dem Höhenprofil entlang fahrt taucht eine Anzeige auf, aus der Ihr entnehmen könnt, wieviel Prozent Steigung ein Berg hat. Ihr seht hier auch genau wie steil manche Passagen werden können.
Pausen und Verpflegung
Vergesst auch nicht Euch im Vorfeld zu überlegen, wo Ihr Mittag machen wollt oder ob Ihr euch ein Lunch-Paket einpackt.
Collections und Community
Damit wir nicht jedes Mal aufs neue nach MTB Touren suchen müssen, falls wir an die gleichen Orte reisen, sammle ich viele meiner Touren in den Komoot Collections. Hier habe ich dann z.B. Auch für meine Follower ist das natürlich ein echter Mehrwert, denn sie können sich so gezielt zu einer Region inspirieren lassen und Touren sehr einfach nachfahren.
Immer wieder wundere ich mich übrigens wie wenig darüber bekannt ist, dass auch Komoot eine Art Social Media Plattform mit einer tollen Community ist, mit der es sich lohnt sich auszutauschen. Denn hier passiert genau das, was die Urlaubsplanung einfacher macht: folgt Ihr spannenden Profilen werden Euch tolle Touren mit Fotos angezeigt, die Ihr direkt nachfahren könnt. Übrigens ist Komoot inzwischen die Plattform, wo ich am meisten Follower habe, nämlich über 13.200 und die Reaktionen auf so manche Tour sind durchweg positiv. Das einzig negative daran ist wohl, dass ich mir zwischenzeitlich sehr genau überlegen muss, welche Touren ich veröffentliche, damit nicht in sensiblen Bereichen und Touren zu viele Menschen aufschlagen - selbst wenn die Tour erlaubt ist.
Aufwärmen, Hauptteil und Schlussphase
Wie bei anderen Sportarten auch, solltest du dich beim Mountainbiken aufwärmen, bevor du in die Belastung gehst. Das müssen aber gar keine Hampelmänner oder Kniebeugen sein, du kannst deine Ausfahrt auch einfach ein paar Kilometer vor dem ersten Anstieg starten und dich so „einradeln“. Wichtig ist einfach, dass sich die Muskeln an die Belastung gewöhnen, bevor sie voll beansprucht werden. Je intensiver die Belastung im Hauptteil wird, desto intensiver sollte auch die Erwärmungsphase sein. Im Hauptteil findet dann die eigentliche Tour oder auch das Training von fahrtechnischen Elementen statt. Die Schlussphase nutzt du zum lockeren Ausrollen. So können Körper und Geist die Belastungssysteme langsam herunterfahren und du regenerierst schneller. Besonders wichtig bei Mehrtagestouren.
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