Sind Sie die lästige Parkplatzsuche in der Innenstadt und den ewigen Stau leid? Wir haben die passende Alternative: Mit einem Lasten e-Bike können Sie dem Stress entgehen und Ihre Einkäufe entspannt transportieren. Sie sind keine Seltenheit mehr im deutschen Straßenverkehr und jeder hat schon einmal eines gesehen: Lasten e-Bikes - auch bekannt als: Lastenfahrräder, e-Lastenräder, Cargo e-Bikes oder e-Cargobikes.
War der Anblick dieser zwei- oder dreirädrigen Bikes zu Beginn des neuen Mobilitätstrends etwas gewöhnungsbedürftig, sieht man die Cargobikes mittlerweile an jeder Ecke stehen - mit Kindersitzen in den Transportschalen, großen Boxen für Getränke oder den Wocheneinkauf, ja sogar als mobile Foodtrucks!
Das Lasten e-Bike bietet hier Abhilfe. Mit einem hohen zulässigen Gesamtgewicht und großen Ladeflächen können Sie gleich mehrere Getränkekisten im Supermarkt einkaufen - ohne die Umwelt zu belasten und ohne lange einen Parkplatz suchen zu müssen. Aber dieses Beispiel ist nur eines unter vielen. Durch die vielen unterschiedlichen Aufbauten für e-Cargobikes eröffnen sich schier unendliche Möglichkeiten: Der Kindertransport, der Einkauf, Kurierfahrten, die mobile Kaffeebar oder werksinterne Transporte.
Das eine Lasten e-Bike gibt es nicht. Mit zunehmender Beliebtheit steigt auch die Anzahl an unterschiedlichen Modellen und Formen, allerdings haben sich drei Varianten herauskristallisiert.
Das klassische Bäcker- oder Postfahrrad erinnert optisch an das klassische Fahrrad, es hat zwei große Laufräder und ein bis zwei überdimensionale Gepäckträger an der Front und/oder am Heck. Die zweite Variante ist wohl das häufigste Lastenrad, das zweirädrige Cargobike mit einer großen Transportbox zwischen Fahrer und Vorderrad. In der Aufholjagd zum zweirädrigen Cargobike befindet sich das dreirädrige Lastenrad. Auch bei diesem Lastenrad-Typ befindet sich die Ladefläche meist vor dem Fahrer.
Da Lastenfahrräder mit Elektromotor viel Gewicht transportieren, müssen sie ähnliche Eigenschaften wie Kleintransporter aufweisen: stabile Rahmenkonstruktionen, einen starken Elektroantrieb und sichere Bremssysteme. Durch diese verstärkte Konstruktion und die Maße der Lasten e-Bikes weisen diese natürlich auch mehr Gewicht als herkömmliche Fahrräder auf. Dennoch sind diese e-Cargos überraschend sportlich, wendig und leicht zu fahren. Das liegt zum einen natürlich an der Motorunterstützung, zum anderen aber auch an dem bewusst konstruierten tiefen Lastenschwerpunkt der meisten Cargo-Modelle.
Lastenräder, die du auf unserer Webseite findest, gehören zu der Klasse der Pedelecs oder der S-Pedelecs. Der Elektromotor schiebt das Lastenrad nicht von alleine an, er arbeitet nur, wenn du selbst in die Pedale trittst. Es handelt sich also um einen unterstützenden Elektroantrieb, dessen Stärke du durch unterschiedliche Unterstützungsstufen am dazugehörigen Display manuell einstellen kannst. Die Unterstützungsstufe kannst du so der jeweiligen Zuladung, deiner Tagesform oder der Streckenbeschaffenheit anpassen.
Handelt es sich um ein Pedelec, unterstützt dich der Motor bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h. Natürlich kannst du noch schneller fahren, dann aber mit reiner Muskelkraft. Diese Grenze bei der Motorunterstützung bietet den Vorteil, dass Pedelec-Lastenräder auch offiziell zu den Fahrrädern gehören - Du darfst Radwege benutzen, es besteht kleine Altersgrenze und du benötigen auch keinen Führerschein. Anders verhält es sich bei den e-Cargobikes, die zu den Speed-Pedelecs zählen. Diese unterstützen dich bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h und zählen deshalb rechtlich zu den Kleinkrafträdern. Gerade in Städten erleben die sogenannten »Lastis« seit einiger Zeit einen regelrechten Hype. Dabei gibt es neben dem klassischen Lastenrad, mit dem man Gegegnstände wie Kisten, Möbel oder einfach den Einkauf im Supermarkt transportiert, auch immer mehr Lastenräder für Familien.
Zahlreiche Zubehöroptionen, wie beispielsweise Babyschalen oder Kindersitze, verwandeln das Lastenrad ruckzuck in eine Familienkutsche. Lasten e-bikes erlauben eine Zuladung von bis zu 200 kg Gesamtgewicht und funktionieren nach dem Pedelec Prinzip - der Motor liefert eine Unterstützung bis 25 oder 45 km/h.
Übrigens: Viele Gemeinden, Kommunen und Städte fördern die umweltschonende E-Mobilität und gewähren Lastenrädern mit Elektroantrieb Zuschüsse. Wir haben 36 Lastenräder, die für den Kindertransport geeignet sind, getestet und Probe gefahren, 29 davon sind aktuell noch erhältlich.
Ausgewählte Modelle und ihre Eigenschaften
- Christiania Bikes Classic Medium: Ein Klassiker mit großer Transportbox, ideal für Familien, Einkäufe oder kleine Umzüge.
- Tern GSD S00: Wendig und vielseitig, speziell für den Transport von Kindern auf dem langen Gepäckträger.
- Chike E-Kids: Dreirad mit Schwenkachse und komfortabler Kabine für Kinder, ideal auch bei Regen.
- Btwin Long John F900E von Decathlon: Bietet ein rundes Gesamtpaket zu einem guten Preis, inklusive Regen- und Sonnendach.
- Load 75 von Riese & Müller: Ein vollgefedertes E-Lastenrad, das jede Bodenwelle mühelos schluckt und sich im Gelände bewährt.
Vor- und Nachteile von zwei- und dreirädrigen Lastenrädern
Wer zum ersten Mal auf einem Lastenfahrrad sitzt, wird sich wundern, wie anders sich das im Vergleich zu einem »normalen« Fahrrad fährt. Vor allem an die dreirädrigen Exemplare muss man sich erstmal gewöhnen. Denn normalerweise balanciert man unwillkürlich auf einem Fahrrad hin und her. Das geht beim dreirädrigen Rad nicht, denn es steht mit seinen drei Rädern stabil auf der Straße - und so fährt man unweigerlich erstmal Schlangenlinien. Die nächste Herausforderung ist das Kurvenfahren.
Das geht mit Dreirädern längst nicht so schnell wie mit Zweirädern, denn man kann sich ja nicht in die Kurve legen. Modelle mit zwei Rädern fahren sich dagegen fast wie ein normaler Drahtesel - sie sind nur deutlich größer, aber im Vergleich zu Dreirädern immer noch leicht und wendig. Mit ihnen kann man kleine Ausflüge machen und sogar sportlich biken - sie verfügen teils sogar über bis zu 22 Gänge.
Das Zweirad ist weit schmaler als sein dreirädriger Kollege, was das Parken ebenfalls einfacher macht. Das Dreirad wiederum gondelt durch seine größere Reibung schwerfälliger durch den Verkehr. Es ist größer und nimmt mehr Parkplatz auf dem Gehweg ein. Allerdings verfügt es meist auch über mehr Stauraum und steht sicher beim Einstieg, vor allem mit der Feststellbremse. So haben Eltern die Hände für Kinder oder Einkauf frei.
Dreiräder sind nicht sicherer als Zweiräder. Denn ein Dreirad kann während der Fahrt schneller umkippen als ein Zweirad, vor allem wenn man zu schnell in die Kurve geht. Die zweite überraschende Feststellung: Dreiräder fahren sich für die Kinder in der Kiste deutlich weniger komfortabel. Denn drei Räder bedeuten schlichtweg 50 Prozent mehr holpern. Auch für den Fahrer haben Dreiräder einen Nachteil: Ist die Straße oder der Gehweg abschüssig, sitzt man schief auf dem Rad, was Rückenschmerzen verursachen kann. Einspurige Räder sind daher für längere Strecken besser geeignet.
Einige scheuen allerdings einspurige Lastesel mit nur zwei Rädern, weil sie befürchten, dass sie das hohe Gewicht des Rads samt Transportkiste und wertvollem Inhalt nicht stemmen können und Angst haben, umzukippen. Tatsächlich braucht man fast keine Kraft, um ein einspuriges Lastenrad in der Balance zu halten.
E-Antrieb: Ja oder Nein?
Ob man lieber strampelt oder sich mit einem elektrisch angetriebenen Rad fast von allein kutschieren lässt, ist jedem selbst überlassen. Selbst mit 80 Kilo in der Kiste kommt man relativ mühelos den Berg hoch und trudelt nicht komplett verschwitzt morgens bei der Arbeit ein. Allerdings sind E-Bikes in der Anschaffung deutlich teurer und benötigen wesentlich mehr Pflege. Vor allem der Akku ist ein Verschleißteil, das beim Austausch teuer kommt. Deshalb müssen Käufer von E-Bikes mit deutlich höheren Wartungskosten rechnen als beim Lastenrad ohne E-Antrieb.
Zweimal jährlich sollte man zum Service, was jeweils rund 90 Euro kostet, denn die Wartung ist aufwändiger. Für welche Art von Motor sich der Kunde entscheidet, kommt auf seine Bedürfnisse und Wünsche an. Hinterrad-, Mittelmotor- und Frontmotoren stehen zur Auswahl. Sie alle haben ihre Vor- und Nachteile. Ob mit oder ohne Motor, auch Lastenräder gibt es entweder mit Ketten- oder Nabenschaltung. Marc Stauß, Geschäftsführer vom Münchner Radl-Laden Almtrieb, empfiehlt letztere. Mit ihr kann der Fahrer selbst bei den relativ schweren Lastenrädern sofort losstrampeln, weil sie sich auch im Stand schalten lässt. Außerdem ist sie weit weniger wartungsintensiv.
Kindertransport: Sicherheit und Komfort
So komfortabel wie in einem Auto kutschieren Sie Ihren Nachwuchs in einem Lastenrad nicht, denn das ist nicht gefedert. Zwar werden die oft gemütlich mit Fell verkleideten Babyschalen in der MaxiCosi-Halterung von den Herstellern schon ab drei Monaten empfohlen, aber Marc Stauß, Vater zweier kleiner Jungs, hält davon nichts: »Erst ab etwa sechs Monaten dürfen Kinder länger aufrecht sitzen. Davor sollten sie vor allem liegen. Er empfiehlt außerdem, die Babyschale so lange es geht zu benutzen. Denn auch ältere Kinder haben darin eine bessere Kopfstütze. Ebenfalls wichtig zu wissen: Kinder dürfen nur bis zu einem Alter von sieben Jahren transportiert werden. Diese Obergrenze legt die StVO fest. Auch wenn es keine Pflicht ist: Kindern in der Kiste bitte unbedingt einen Fahrradhelm aufsetzen.
Alternativen: Fahrradanhänger und Kindersitze
Natürlich kann man Kinder auch mit dem Fahrradanhänger transportieren oder ganz einfach mit dem Kindersitz auf dem Fahrrad. Vor allem, wenn man nur ein Kind hat, ist ein Kindersitz die einfachste Lösung. Bei zwei Kindern wird es aber schon schwierig. Der Fahrradanhänger hat dagegen gegenüber dem Lastenrad einige Vorteile: Er ist kippsicherer als Lastenräder und mit einen Überrollbügel bietet er den Kindern auch innen große Sicherheit. Er kann außerdem gefedert sein und besitzt komfortable Sitze, so dass die Kleinen drinnen gemütlich schlafen können. Außerdem kann man ihn abhängen.
Problematisch ist, dass sie über keine Bremsen verfügen. Muss man in einer Gefahrensituation scharf bremsen, schiebt der Hänger das Fahrrad vor sich her, was zu Stürzen führen kann. Immer wieder kommt es im Stadtverkehr auch zu Unfällen, weil Autofahrer den Hänger übersehen. Der größte Vorteil von Lastenrädern ist aber, dass man dank der großen Transportboxen mehr Platz hat. Hier kann man auch mal drei oder vier kleine Kinder transportieren, im Anhänger geht das nicht.
Fazit: Eine emotionale Entscheidung
Die meisten Familien nutzen ein Cargobike auch weit länger, als sie anfangs annehmen. Aber letztlich ist die Wahl zwischen einem Fahrradanhänger und einem Lastenrad wie auch beim Auto vor allem eine emotionale Entscheidung. Florian Borde empfiehlt seinen Kunden, genau darauf zu achten, was die verschiedenen Marken fürs Geld bieten - und was noch an Zubehörkosten auf einen zukommt. Um sein ganz persönliches Traum-Lastenrad zu finden, braucht es deshalb Zeit. Etwa zwei Stunden sollten potentielle Käufer mit ins Fachgeschäft bringen. Denn erst während einer Probefahrt merkt man, auf welchem Bike man sich am wohlsten fühlt. »Ich finde es wichtig, dass die ganze Familie mitkommt. Gerade die Kinder sollten beim Test dabei sein. Ein Lastenrad ist eine Anschaffung fürs Leben. Da sollte man auf gute Verarbeitungsqualität setzen.
Wenn Sie sich für ein Lastenrad interessieren, sollten Sie sich daher unbedingt kompetent im Fachhandel beraten lassen und die Lastenräder Probe fahren. Im guten Fachhandel kann man sich sein ganz eigenes Wunschmodell zusammenbauen lassen.
Testberichte und Empfehlungen
Allerdings hat der ADAC 2021 und 2022 einige zwei- sowie dreirädrige Lastenräder getestet. Testsieger unter den Zweirädern wurde das Muli e-muli »st«, auf Platz zwei landete das Urban Arrow Family, das wir ebenfalls empfehlen.
Detaillierte Modellvorstellungen
Christiania Bikes Classic Medium
Das Christiania Bikes Classic Medium ist ein sehr gutes, toll verarbeitetes und schönes dreirädriges Cargobike - und ein echter Klassiker, immerhin baut Christiania seine Räder schon seit 1984. In unserem E-Testrad Classic Medium von Christiania Bikes mit hydraulischer Scheibenbremse vorne und hinten ist bequem für zwei Kinder Platz. Auch der Einstieg für Kinder gestaltet sich okay. Den E-Motor empfanden wir als recht spritzig, gleichzeitig schiebt er nicht allzu stark an, was wir als angenehm empfanden. Was uns besonders positiv auffiel: Dieses Modell lässt sich auch ohne E-Antrieb mit reiner Beinkraft im ersten Gang easy anfahren. Das ist bei weitem keine Selbstverständlichkeit.
Auf den ersten Blick erscheint der Lastenrad-Klassiker aus Dänemark sehr günstig. Bei 1.699 Euro liegt der Basispreis. Hört sich gut an. Doch fahren kann man damit noch nicht. Bei den Dänen kann und muss man sich sein Lastenrad selbst zusammenstellen - wie den E-Motor (zwei Varianten: Promovec 54 Nm Heckmotor oder Shimano 85 Nm Mittelmotor), die Schaltung, Bremsen, Beleuchtung oder Klappsitze. Auch bei der Farbe kann man frei wählen. Das ist toll und praktisch. All das hat jedoch seinen Preis. So ist man dann relativ schnell bei über 4.000 Euro angelangt.
Tern GSD S00
Optisch ist das Tern GSD S00 bereits ein Blickfang. Das knallige Rot könnte auch der Feuerwehr zugeschrieben werden. Der verlängerte Gepäckträger mit dem Captain’s Chair bietet zwei kleinen Mitfahrern Platz. Die Füße finden auf einem kleinen Trittbrett komfortabel Halt. In die Speichen können die Kids nicht geraten. Wer neben seinen Kindern noch mehr transportieren möchte, der kann sich einen recht großen Gepäckträger für vorne dazu bestellen. Ohne seine Kids an Board kann man auch große Gepäcktaschen am hinteren Gepäckträger befestigen.
Der E-Motor läuft wie eine Eins. Er macht auf Asphalt, Kieswegen und auf Grasflächen eine sehr gute Figur, nimmt Anstiege mit Leichtigkeit und spricht in jeder Fahrsituation sehr gut an. Mit Eco, Tour, Sport und Turbo kann man entsprechend mehr oder weniger Gas geben. Aufgrund der Klapprad-Geometrie mit 20-Zoll-Rädern ist das Tern sehr wendig und spritzig. Es hat einen extrem kleinen Wendekreis für ein Lastenrad. Die Federgabel sorgt für angenehme und komfortable Ausritte auf zwei Rädern. Mit knapp 35 Kilogramm gehört das GSD S00 zu den Leichtgewichten bei den E-Lastenrädern.
Weitere E-Bike Typen
Hier findest du einen Überblick über alle aktuellen e-Bike Typen mit unterschiedlichen Spezifikationen und Einsatzzwecken. Vom City e-Bike, übers Trekking e-Bike und e-Mountainbike, bis hin zum Speed Pedelec, Lifestyle e-Bike, e-Rennrad, e-Bike XXL, Lasten e-Bike und e-Bike Klapprad.
- Trekking e-Bike: Geeignet für lange Touren auf und abseits befestigter Straßen.
- City e-Bike: Bietet besten Komfort und ist meist mit einem Gepäckträger ausgestattet.
- e-Mountainbike: Für sportliche Fahrer, die auch außerhalb befestigter Straßen unterwegs sind.
- Speed Pedelec: Unterstützt bis 45 km/h und eignet sich ideal zum Pendeln.
- XXL e-Bike: Mit extra stabilen Rahmen für ein hohes zulässiges Gesamtgewicht.
- Lifestyle e-Bike: Mit anspruchsvollem und auffälligem Design.
- Klapprad e-Bike: Lässt sich leicht zusammenklappen und in Bahn und Bus mitnehmen.
- e-Rennrad: Der perfekte Begleiter für ausdauernde Radtouren.
- SUV e-Bike: Gilt als Alleskönner unter den Pedelecs.
- Cross e-Bike: Flexibel einsetzbar für befestigte und unbefestigte Untergründe.
- (e-)Dreiräder: Bieten vor allem körperlich eingeschränkten Personen die Möglichkeit, sich weiterhin zu bewegen.
- Kinder e-Bikes: Deutlich leichter und in der Geschwindigkeit der Antriebsunterstützung beschränkt.
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