Die Faszination E-Bike springt auf immer mehr Zweiradfans über. Das E-Bike ist inzwischen nicht nur bei Pendlern etabliert, die es für die Fahrt ins Büro nutzen, sondern auch bei Radsportlern, die durch die elektrische Unterstützung ihren Aktionsradius deutlich erhöhen.
Der Klassiker unter den Fahrradantrieben war und ist der Kettenantrieb. Während die Kette schon Jahrzehnte als Antrieb verbaut wurde, kam der Riemenantrieb erst zu Beginn des 21. Jahrhunderts auf den Markt.
Der Kettenantrieb war jahrzehntelang unumstritten die Basisausstattung für Fahrräder aller Bauarten. Aber noch dominiert die Fahrradkette am E-Bike den Markt mit großem Abstand. Diese bewährte Antriebsart basiert auf einer Kette, die über Ritzel die Kraft aufs Laufrad überträgt.
Seit etwa 5 Jahren entscheiden sich die Hersteller von E-Bikes mit Heckantrieb jedoch immer häufiger für den E-Bike Riemenantrieb mit Nabenschaltung.
Aber wo liegen die Vor- und Nachteile der verschiedenen Antriebe? Und für welche Einsatzgebiete sollte ein Ketten- und wo ein Riemenantrieb in Betracht gezogen werden?
E-Bike Antriebsarten: Kette vs. Riemen
Beim Riemenantrieb, häufig auch als Zahnriemen bezeichnet, läuft der Riemen, der in seinem Inneren „Zähne“ aufweist, über die sogenannten Riemenscheiben und überträgt die Kraft aus den Radlerbeinen und dem Akku über ein Nabenschaltwerk auf das Laufrad. Hier tritt dann auch der entscheidende konstruktive Unterschied beider E-Bike Antriebe in Erscheinung.
Selbstverständlich haben beide, sowohl die E-Bike Ketten wie die Nabenschaltung spezifische Vorteile, die sich aufgrund der unterschiedlichen Bauweise ergeben.
Interessant ist übrigens die Diskussion über den Wirkungsgrad beider Antriebskonzepte. In der Biker-Szene kursiert ein Test, der vor Jahren in den USA durchgeführt wurde und unter den damaligen Testbedingungen zu dem Ergebnis kam, dass der Riemenantrieb etwas ineffizienter ist als die Kette.
Allerdings spielen sich die Unterschiede in Messgrößen ab, die selbst der sportliche Durchschnittsradler kaum spüren dürfte.
Die Unterschiede sind also weniger technischer Natur oder in puncto Performance zu finden, vielmehr unterscheiden sich beide Antriebssysteme eher mit Blick auf Kosten, Komfort und Wartungsintensität.
Vorteile und Nachteile im direkten Vergleich
Denn hier liegen die klaren Vorteile des E-Bike Riemenantriebs. Da der Riemen nicht geschmiert wird, hinterlässt er keine Spuren an Hosenbeinen oder Socken - ein wichtiges Argument für Radfahrer, die beispielsweise gepflegt im Büro erscheinen wollen.
Auch der geringe Wartungsaufwand spricht für den Riemen. Die Kettenschaltung hingegen muss regelmäßig nachjustiert und gefettet werden, damit sie rundläuft.
Riemenantriebs-Fans verwiesen häufig darauf, dass der Zahnriemen absolut leise läuft und so der Radl-Genuss in der Natur höher ausfällt.
Einen großen Unterschied macht schließlich die Nachrüstbarkeit. Kettenschaltungen hingegen können in der Regel komplett ersetzt oder nachgerüstet werden.
Durch die „verbaute“ Schaltung in der Nabe und das witterungsbeständige Carbon-Material des Riemens ist im Vergleicht zum Kettenschaltwerk so gut wie keine Wartung notwendig.
Auch der Wechsel des Zahnriemens ist erst nach dreimal so viel Zeit notwendig, wie der einer E-Bike Kette, die man nach 3.000 Kilometer wechseln sollte.
Vorteile: E-Bike Antriebssysteme Kette vs. geringe Lebensdauer (ca. hoher Preis (ca. günstig (ca.
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Vor- und Nachteile von Riemen- und Kettenantrieb zusammen:
| Merkmal | Riemenantrieb | Kettenantrieb |
|---|---|---|
| Wartung | Gering, kein Schmieren notwendig | Regelmäßig, muss geölt werden |
| Lebensdauer | Länger | Kürzer |
| Kosten | Höher | Günstiger |
| Geräuschentwicklung | Leise | Lauter |
| Sauberkeit | Kein Öl, saubere Kleidung | Öl kann Kleidung verschmutzen |
| Nachrüstbarkeit | Eingeschränkt, spezieller Rahmen erforderlich | Einfacher |
| Einsatzbereich | Stadt, Freizeit | Sport, Gelände |
E-Bike Antrieb: Welches Konzept für welches E-Bike-Einsatzgebiet?
Generell ist zu sagen, dass der Riemenantrieb für E-Bike bei Rädern in Frage kommt, die hauptsächlich in der City und in der Freizeit als Verkehrsmittel genutzt werden.
Für Stadtradler, Vielfahrer und Globetrotter ist der Riemenantrieb auf jeden Fall eine Überlegung wert. Wer schmutzfrei ankommen möchte, geringen Wartungsaufwand und eine hohe Lebensdauer schätzt, ist damit bestens bedient.
Für Stadtradler, Vielfahrer und Globetrotter auf jeden Fall eine Überlegung wert: der Riemenantrieb. Weltenbummler: Die Allwettertauglichkeit des Riemenantriebs ist gerade für Globetrotter und Weltenbummler von Vorteil. Durch den wasserfesten Aufbau ist der Antrieb gegen Rost sozusagen immun.
Beinharte Mountainbike-Freaks werden wohl immer der Kettenschaltung für Ihr E-Bike den Vorzug geben. Sie schätzen das Gefühl der direkten Kraftübertragung über die Ritzel und die Möglichkeit, aktiv zu schalten und ihr Schaltwerk stets sehen zu können.
Sportfahrräder - Mountainbikes, Rennräder, Gravelbikes - werden auch in absehbarer Zeit mit Kettenschaltung angetrieben.
E-Bike Antrieb über Riemen oder Kette: Die wichtigsten Hersteller
Die Fans der klassischen Fahrradkette für das E-Bike müssen werden vom selben Hersteller-Duo bedient, das auch vor den Elektrifizierung den Schaltungsmarkt beherrschte: das sind Shimano und Sram.
Beide Unternehmen sind inzwischen auch im E-Bike Segment gesetzte Erstausrüster. E-Bike Kettenschaltungen von Shimano und Sram sind im Unterschied zum nicht elektrifizierten Rad grundsätzlich mit nur einem vorderen Ritzel ausgestattet.
Bei den Riemenantriebs-Spezialisten ist die Marktdominanz noch lange nicht entschieden.
Rohloff: E-Bike mit Riemenantrieb und Automatik
Seit 34 Jahren ist Rohloff auf dem deutschen Fahrradmarkt als Komponentenhersteller aktiv und liefert Schaltungen für Fahrräder aller Bauarten. Die Nabenschaltung Speedhub ist in zahlreichen Varianten zu bekommen und lässt sich hervorragend mit Riemenantrieben kombinieren.
Enviolo: Fahrradtechnik aus den Niederlanden
Enviolo ist mit einem Planetengetriebe erfolgreich, das stufenlos schaltet. Wahlweise gibt es das Getriebe auch als Automatik-Variante, wobei sich das Schaltwerk je nach Trittfrequenz und Widerstand automatisch den richtigen Gang heraussucht.
Pinion: Auto-Getriebetechnik fürs E-Bike
Pinion ist auf Getriebe spezialisiert, die auf dem Prinzip von Autogetrieben aufbauen. Die kleinen Metallgehäuse, die die Schaltwerke beherbergen, werden am Rahmen des E-Bikes montiert. Wahlweise stehen 12, 9 oder 6 Gänge zur Verfügung.
Ein Pionier des Riemenantriebs: Gates Carbon Drive
Gates Carbon Drive ist bereits seit Jahren mit seinen Riemenantrieben erfolgreich und führt inzwischen auch zahlreiche Produkte für E-Bikes.
Innovative Zahnriementechnik von Conti Drive System
Feine Zahnriementechnik bietet Conti unter dem Namen Conti Drive System seinen E-Bike-Kunden an.
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