Fahrradmitnahme im ICE: Informationen und Tipps für Bahnreisende

Wer mit der Bahn unterwegs ist, möchte manchmal gern das Fahrrad mitnehmen - beim Ausflug, im Urlaub oder beim Pendeln. Der Anbieter Deutsche Bahn steht der Option, mit dem Zweirad und der Bahn zu fahren, aufgeschlossen gegenüber. Im Folgenden erfahren Sie, in welchen Zügen / Zug-Gattungen des Anbieters Deutsche Bahn Sie Ihr Fahrrad mitnehmen dürfen. Außerdem gehen wir auf Fahrräder im Regionalverkehr ein, auf Fahrradkarten, Preise und das Angebot Call a Bike.

Fahrradmitnahme im Fernverkehr

Im Fernverkehr dürfen Sie Ihr Rad in Intercity- und Eurocity-Zügen auf allen Fahrten mitnehmen. Für die ICEs gibt es ausgewählte Strecken, auf denen dies möglich ist. Allerdings ist die Anzahl der Fahrradstellplätze begrenzt. Das heißt: Die Bahnreise mit dem Rad sollten Sie möglichst frühzeitig buchen.

Die Voraussetzungen für die Fahrrandmitnahme sind:

  • Sie brauchen eine gültige Fahrradkarte.
  • UND Sie brauchen eine Stellplatzreservierung für Ihr Bike.

Die Reservierungspflicht ist notwendig, weil es nur begrenzt Fahrradstellplätze gibt. Buchen Sie gleichzeitig eine Fahrradkarte, ist die Reservierung kostenlos. Es darf nur ein Rad pro Fahrgast mitgenommen werden. Als Fahrrad gelten zweirädrige, einsitzige Räder und zusammengeklappte Fahrradanhänger. Nicht alle Fernzüge lassen spezielle Fahrräder wie Tandems oder Liegeräder zu. Wollen Sie ein solches Rad mit der Bahn mitnehmen, kontaktieren Sie am besten Ihre Bahn-Verkaufsstelle.

Obwohl die Bahn die Fahrradmitnahme fleißig bewirbt und kommuniziert, können sich Probleme ergeben. Auch wenn die Bahn inzwischen auch ältere ICE-Züge mit Fahrradabteilen ausgestattet hat, gibt es nur wenige Stellplätze pro Zug. Daher sollten Sie die Fahrrad-Reservierung möglichst frühzeitig buchen!

Die Verpackung muss der Größe eines üblichen Gepäckstückes entsprechen. Sie müssen das Rad alleine tragen können.

In den ersten Modellreihen des ICE gab es keine Fahrradstellplätze. Für den ICE-4 wurden ganze 8 Stellplätze angekündigt, ein Redesign des ICE 3 sollte wieder ohne zusätzliche Fahrradstellplätze auskommen, dafür ist der ICE-3neo mit ebenfalls acht Plätzen für Räder vorgestellt worden.

Dann stellte die Deutsche Bahn mit dem ECx eine neue Fernzug-Gattung vor, mittlerweile heißt der Zug ICE L, wobei das L für Niederflureinstieg steht (aus dem Englischen für „Low Floor“). Im Einsatz ist der Fernzug weiterhin nicht, soll aber demnächst kommen.

Wer ein Fahrrad im Fernverkehrszug mitnehmen will, muss den Stellplatz einen Tag vor Fahrtbeginn vorher reservieren. Am besten kauft man das Ticket fürs Rad direkt beim Kauf der normalen (Personen-) Fahrkarte und macht dann auch die Reservierung fürs Fahrrad. Damit es zu keinem Durcheinander kommt: Direkt bei der Buchung im Internet oder via App dieses Feld anklicken: „Nur Verbindungen zur Fahrradmitnahme anzeigen“. Dann sieht man direkt, in welchen Zügen das Rad mitgenommen werden kann. Wer am Schalter bucht, kann die Mitarbeiter vor Ort danach fragen.

Es gibt folgende Regelungen: Jeder Reisender kann nur ein Fahrrad mitnehmen, und zwar sind damit zweirädrige Fahrräder für eine Person gemeint. Pedelecs bis 25 km/h Unterstützung sind ebenfalls gestattet. Wer etwas Spezielles wie ein Tandem oder Liegerad mitnehmen möchte, muss dies konkret mit der Deutschen Bahn klären - aus Kapazitätsgründen sind sie nicht in allen Fernzügen zugelassen. Packtaschen sollten übrigens bereits vor der Fahrt abgenommen werden und dürfen nicht am Rad verbleiben.

Seit 1. August 2019 gelten neue Bestimmungen, die insbesondere Lastenräder betreffen. Diese sind nämlich seitdem von der Mitnahme in Fernverkehrszügen, also EC, IC und ICE ausgeschlossen. Ein Fahrradanhänger für Kinder oder Lasten darf nur zusammengeklappt mitgenommen und wie ein Gepäckstück untergebracht werden. D.h. er muss einen Platz im Gepäckregal oder im Mehrzweckregal finden.

Gut zu wissen: Fahrradstellplätze befinden sich immer in der 2. Klasse und können auf verschiedene Waggons verteilt sein. Man sollte deshalb unbedingt die Angaben auf der Reservierungsbestätigung prüfen!

Mit dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember können Radreisende Fahrradtickets im Fernverkehr der Deutschen Bahn bis zu 12 Monate im Voraus buchen. Der ADFC rät Radreisenden, die schon feste Pläne für das nächste Jahr haben, so früh wie möglich Stellplätze zu buchen - und erklärt, was man bei der Radmitnahme in der Bahn noch wissen muss.

ADFC-Tourismusvorstand Christian Tänzler sagt: „Die Bahn ist das ideale Transportmittel für Radreisende, denn sie ermöglicht eine umweltfreundliche An- und Abreise. Die Ergebnisse der ADFC-Radreiseanalyse zeigen, dass immer mehr Radreisende die Bahn nutzen. Viele von ihnen sind aber unzufrieden mit dem Angebot und dem Service der Bahn. Es ist gut, dass die Bahn mit dem Fahrplanwechsel die Vorbuchungsfrist für Fahrkarten und Fahrradtickets von sechs auf zwölf Monate verlängert. Das erleichtert etwa Familien die Planung für die Sommerferien.

Jedes Fahrrad braucht ein eigenes Ticket und eine Stellplatzreservierung. Eine Fahrradkarte im Fernverkehr kostet innerhalb Deutschlands ab 7,99 Euro. Online können Tickets für bis zu fünf Fahrräder gebucht werden - wer mehr Plätze reservieren möchte, muss die Service-Telefonnummer 030-2970 anrufen oder am Schalter buchen.

Wie viele Plätze es auf einer Verbindung gibt, hängt vom Zugtyp ab. ICs und ECs haben acht bis 16 Stellplätze, in den neueren ICE-4-Modellen gibt es 8 Stellplätze, in manchen älteren gar keine. Gerade in den Sommermonaten sind die verfügbaren Plätze schnell ausgebucht.

Wo können Reisende ein Fahrradticket buchen?

Sie können beim Kauf Ihrer Fahrkarte ein Fahrradticket und einen Stellplatz direkt hinzubuchen. Das geht im DB Reisezentrum, am Automaten, auf der Webseite der Bahn oder per App. In der Online-Reiseauskunft können Sie schon auf der Startseite in der Suchmaske die Fahrradmitnahme anwählen, sodass Ihnen nur Verbindungen angezeigt werden, bei denen eine Mitnahme generell möglich ist. Sie können dann auch sehen, ob noch freie Stellplätze in Ihrem Wunschzug verfügbar sind.

Was kostet die Fahrradmitnahme im ICE?

Wer sein Fahrrad im Fernverkehr der Deutschen Bahn innerhalb Deutschlands mitnimmt, muss bei Reisen innerhalb von Deutschland je nach Entfernung, Buchungstag und Auslastung der Züge zwischen 7,99 Euro und 14,99 Euro ausgeben. Bei internationalen Reisen sind es ab 7,99 Euro. Inhaber einer Bahncard 100 können ihr Fahrrad kostenlos mitnehmen, müssen den Stellplatz im Reisezentrum oder telefonisch buchen.

Wie werden Fahrräder im Fernverkehr transportiert?

Die Züge besitzen ein oder mehrere Fahrradabteile, in denen Reisende ihre Fahrräder abstellen können. Sie befinden sich immer in der 2. Klasse und sind mit einem Fahrrad-Symbol gekennzeichnet. Dort werden Fahrräder entweder hängend oder stehend transportiert. In die Fahrradständer passen Reifen mit einer Breite von 40 bis 60 mm.

Dürfen Reisende ein E-Bike mit in den Zug nehmen?

Pedelecs, also Fahrräder mit Tretunterstützung durch einen Elektromotor bis 25 km/h (nicht zulassungspflichtig, bis 250 Watt Motorleistung), dürfen mit in den Zug genommen werden.

Kann ein Fahrrad auch spontan im ICE mitgenommen werden?

Haben Sie bereits eine Fahrkarte? Denn die Mitnahme eines Fahrrads ist im Fernverkehr reservierungspflichtig. Die Fahrradkarte muss über dieselbe Strecke lauten wie Ihre eigene Fahrkarte. Dann gilt sie in der Regel für Ihre gesamte Reiseverbindung.

Sie können die Stellplatzreservierung und die Fahrkarte an allen bekannten Verkaufsstellen buchen - mit Ausnahme der DB Automaten. Sie bekommen dann Verbindungen mit Fahrradmitnahme angezeigt. Sie können sich auch an die DB Reisezentren, DB Agenturen oder die Service-Rufnummer 030 2970 wenden.

Sie können die Stellplatzreservierung für ihr Fahrrad zusammen mit der Fahrradkarte online und in der App buchen. Das Fahrradsymbol zeigt Ihnen, ob noch Stellplätze im ICE, IC- oder EC-Zug frei sind (rotes Fahrradsymbol = Fahrradstellplätze nicht mehr verfügbar). Bei manchen internationalen Zügen ist das Fahrradsymbol grau. Das heißt, dass die Fahrradmitnahme nicht sicher möglich ist.

Welche Fahrräder können mitgenommen werden?

  • Ein handelsübliches, einsitziges Fahrrad mit zwei Rädern. Das Fahrrad muss in die vorhandenen Fahrradständer gestellt werden.
  • Ein Fahrrad mit Tretunterstützung durch Elektromotor bis 25 km/h (sog. Pedelec).
  • Ein Fatbike, wenn dieses in die Fahrradhalterung (in der Regel eine Breite für Reifen von 40 bis 60 mm) passt. Lassen Sie ggf. die Luft aus dem Reifen ab.
  • Ein zusammengeklapptes Faltrad oder Kinderräder mit einem Raddurchmesser bis 16 Zoll können im Zug wie Gepäck untergebracht werden.
  • Ein Tandem, Liegerad oder Dreirad kann nur in Zügen mit größerer Stellplatzkapazität mitgenommen werden.

Alle nicht genannten Modelle können Sie nicht mitnehmen. Dazu zählen auch Fahrräder, die aufgrund ihrer Maße oder Bauweise nicht sicher verstaut werden können.

Fahrradmitnahme im Regionalverkehr

Auch im Regionalverkehr lässt sich prima ein Bike mitführen. Dies ist besonders günstig, weil es häufig der Nahverkehr ist, der uns in die Nähe von naturbelassenen Radwanderregionen bringt.

Kompliziert wird die Sache leider dadurch, dass jeder Tarifverbund in Deutschland individuelle Regelungen für sein Angebot hat. In manchen Verkehrsverbünden wird man mit Sperrzeiten konfrontiert, die die Mitnahme eines Rades ausschließen. Dies ist vor allem im Berufsverkehr der Fall, wenn die übrigen Reisenden gerade genug Platz haben. Zu den einzelnen Regelungen gehören auch Ticketpreise, die von denen der Bahn abweichen können.

Die meisten Nahverkehrszüge besitzen bereits Mehrzweckabteile, in denen auch Räder Platz haben. Im Einstiegsbereich ist dann ein Fahrradsymbol zu finden. Meist sind diese Abteile am Ende ober am Beginn des Zuges. Auch viele Einstiegsbereiche der Nahverkehrszüge bieten Platz für Bikes.

Grundsätzlich gilt: Das Mitführen von Rädern hängt von den räumlichen Kapazitäten ab. Wenn der Zug zu voll ist, hat der Radler das Nachsehen.

Im Nahverkehr gibt es kein festgelegtes Stellplatzangebot und keine Zugbindung und Reservierungspflicht. Hier gilt: Wenn voll ist, ist voll. Radreisende sollten deshalb Stoßzeiten, etwa im Berufsverkehr oder an Wochenenden, Feiertagen und Schulferien vermeiden.

Fahrradkarten und Preise im Regionalverkehr

Die Fahrradkarten kosten in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich viel; die Konditionen unterscheiden sich stark. Während die Fahrradmitnahme z.B. in Sachsen-Anhalt kostenlos ist, kostet die Fahrradmitnahme in Niedersachen 5,50€ und in Bayern 6,50€.

Inzwischen gibt es aber mit der Fahrradtageskarte Nahverkehr ein deutschlandweit gültiges Angebot: Diese Fahrradtageskarte kostet 7 € und ist gültig in allen Zügen des Nahverkehrs (RE, RB und S-Bahn).

Ein deutschlandweit gültiges Fahrradticket für den Nahverkehr kostet am Automaten oder in der App 6,50 Euro. Jeder Verkehrsverbund hat aber eigene Regeln und eigene Tarife zur Fahrradmitnahme, in manchen Regionen ist sie kostenlos. Fahrradanhänger müssen zusammengeklappt werden und brauchen ein Extra-Ticket.

Beispiele für regionale Fahrradtageskarten:

  • Die Fahrrad-Tageskarte bwFahrrad kostet 6 Euro pro Rad und Tag.
  • Die Fahrradtageskarte Niedersachsen kostet 6,50 Euro pro Rad und Tag.
  • Das FahrradTagesTicket NRW kostet 5,90 Euro pro Rad für 24 Stunden.

Informationen zur Fahrradmitnahme bei anderen Anbietern

  • Flixtrain: Flixtrain verfügt in jedem Zug über Fahrradstellplätze, die allerdings reservierungspflichtig sind.
  • Abellio: Bei Abellio ist das Mitführen eines Fahrrades erlaubt und kostenlos.
  • Transdev: Das Mitführen eines Fahrrades und E-Bikes ist bei der Transdev möglich, es besteht aber kein Rechtsanspruch darauf.

Zusätzliche Services der Deutschen Bahn

Die Bahn kooperiert mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). Ebenfalls gibt’s einen Fahrradversand bei der Deutschen Bahn. Den Service von der eigenen Haustür zur Haustür im Ferienort bietet der DB Gepäckservice mit dem langjährigen Partner Hermes Germany. So wird die Bahnreise noch komfortabler und das Rad sorgt für Mobilität vor Ort.

Wer auf das lästige Schleppen des Fahrrads verzichten möchte, kann sich bei der Bahn auch ein Fahrrad für den Zielort mieten. Dabei muss man zwei Varianten unterscheiden. In wenigen Metropolen ist das Bike überall in der Stadt erhältlich (Köln, Berlin, Düsseldorf, München, Frankfurt am Main, Hamburg, Stuttgart etc.). Wesentlich mehr Städte bieten das Bike nur am ICE-Bahnhof an. Das Flex-Programm von Call a Bike gibt es in der Hauptstadt und in München. Hier kann man überall im Stadtkern Fahrräder mit Spezialschloss finden, die man an jeder Kreuzung wieder abstellen kann.

Wichtige Hinweise und Tipps

  • Planen Sie genügend Zeit ein: Planen Sie genügend Zeit zur Orientierung am Bahnhof und am Abfahrtsgleis ein. Da Sie Ihr Fahrrad in Bahnhöfen generell nur schieben dürfen, kann es zur Hauptreisezeit vorkommen, dass Sie sich nur langsam fortbewegen können.
  • Sicherheit: Beachten Sie, dass sich an den Fahrradstellplätzen kein Mechanismus befindet, um Ihr Fahrrad zu sichern.
  • Standort der Fahrradstellplätze: Fahrradstellplätze sind immer in der 2. Klasse. Sie können auf mehrere Wagen im Zug verteilt sein. Die Wagen- bzw. Nutzen Sie auch die digitale Wagenreihung. Die Fahrradwagen sind außen und innen mit Fahrrad-Symbolen gekennzeichnet.
  • Vorbereitung: Nehmen Sie bitte die Gepäckstücke rechtzeitig vor Einfahrt des Zuges von Ihrem Fahrrad ab. So laden Sie schneller ein und aus. Seitengänge, Einstiegsbereiche und ggf. die Tür zum Lokführerstand müssen Sie freihalten.
  • Barrierefreiheit: Sie brauchen einen stufenfreier Zugang zum Start- und Zielbahnhof? Auch die App "DB Bahnhof Live" hilft bei der Reiseplanung.
  • Sitzplatz: Sie haben Ihr Fahrrad sicher abgestellt? Dann können Sie auf einem freien oder auf Ihrem reservierten Sitzplatz im Fahrradwagen Platz nehmen. Sie haben ein 1. Klasse-Ticket? Ihre reservierten Sitzplätze sind nicht in der Nähe Ihres gebuchten Fahrradstellplatzes.
  • Kennzeichnungspflicht für Reisen nach Italien: Wenn Sie Ihr Fahrrad in einem EC-Zug nach Italien (via Österreich/Brenner) mitnehmen wollen, müssen Sie eine Kennzeichnung anhängen. Bitte drucken und füllen Sie die Fahrradbanderole aus. Befestigen Sie diese vor Fahrtantritt an Ihrem Fahrrad. Die Banderole ist kein Ersatz für die Fahrradkarte bzw.

Alternativen zur Fahrradmitnahme im Zug

Wer das eigene Fahrrad nicht in der Bahn mitnehmen will oder kann, kann es bei der Bahn auch als Gepäckstück aufgeben, dafür muss das Rad aber in der Regel teilweise auseinandergebaut werden. Eine andere Option ist, am Urlaubsort ein Fahrrad auszuleihen. In den meisten Regionen, die auf Touristen eingestellt sind, gibt es Leihradanbieter.

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