Fahrrad Montageständer selber bauen: Anleitungen und Ideen

Radfahren wird in vielen Familien immer beliebter, was bedeutet, dass Wartungs- und Reparaturarbeiten häufiger anfallen. Besonders bei Rennrädern oder Mountainbikes ist es oft mühsam, dass das Rad leicht umfällt, da es keinen Ständer hat und man es nirgends richtig befestigen kann. Daher liegt es nahe, einen Fahrrad Montageständer selber zu bauen.

Motivation für den Eigenbau

Fahrrad Montageständer selber zu bauen ist keine leichte Aufgabe. Die naheliegendste Alternative ist ein fertiges Produkt von Park Tool, Topeak usw. Man bekommt damit auch ein ausgezeichnetes Produkt, welches erprobt und bei Profis im Einsatz ist. Aber für die perfekte Fahrradwerkstatt, die Mencave als Rückzugsort zum Schrauben und Abschalten, muss es etwas sein, was perfekt an die eigenen Wünsche zugeschnitten ist.

Folgende Kriterien sind ausschlaggebend für den Eigenbau:

  • Massivkonstruktion möglich (ein Ständer, der nicht nur umkippsicher ist, sondern gar nicht umkippen kann)
  • Alle Höheneinstellungen möglich (kein maximales Limit, um auch die Kette auf Augenhöhe zu bekommen)

Weitere (vermeintliche) Vorteile sind: Preiseffizienz (muss nicht sein, da die Arbeitszeit häufig einfach ignoriert wird, die Einzelteile sind auch nicht sonderlich günstig) und die Freude, etwas selbst zu bauen.

Alternativen des Eigenbaus

Die meisten Montageständer im Handel haben eine identische Konstruktion: Drei bis vier Beine mit einer höhenverstellbaren Stütze, die zum Greifarm führt. Manchmal auch als Variante, die das Rad am Tretlager fixiert. Beim Eigenbau hat man aber ganz andere Möglichkeiten:

  • Montage an der Wand/Werkbank: Einfach einen Greifarm bestellen und an einem massiven Punkt (Wand, Werkbank) montieren, der das Gewicht aushalten kann. Geht schnell und einfach.
  • Montage an der Decke: Zugvorrichtung an der Decke installieren, um das Rad am Rahmen/Sattel/Lenker zu fixieren und zu heben (wackelige Konstruktion).
  • Fixierung zwischen Decke und Boden: Mit einer Gerüststange eine fixe Verbindung zwischen Decke und Boden schaffen. An dieser Konstruktion kann man flexibel den Greifarm auf jeglicher Höhe montieren.

Letztere Möglichkeit ist auch die, die am meisten zusagt. Etwas weniger alltäglich, aber massiv und mit spartanischen Mitteln einfach nachzubauen.

Mit der Gerüststange zum Fahrrad Montageständer

Das Teil, was man an Häuserfassaden sieht, wenn restauriert und gebaut wird. Normalerweise entsteht daraus ein Gerüst, welches ein Gebäude von außen zugänglich macht. Mit zwei Füßen, einer Gerüststange, einem Montageständer-Greifarm und etwas Kreativität wird daraus ein Fahrrad Montageständer.

Eine Patentlösung für diese Konstruktion gibt es nicht. Man braucht auch einen Ort, an dem man den Boden und die Decke nicht schonend behandeln muss.

Folgende Einzelteile werden benötigt:

  • Gerüstrohr Stahl 48,3mm auf 200cm
  • Gerüstfuß (Gerüstspindel), 38mm auf 100cm
  • Greifarm (Greifklaue)
  • Diverse Schrauben und Rohrschellen als Verbindung zwischen Rohr und Greifarm

Die schwerste Angelegenheit ist dabei die Verbindung zwischen Greifarm und dem Gerüstrohr. Normalerweise sind die Greifarme dazu nicht gedacht, an einem runden Objekt montiert zu werden. Deshalb werden Rohrschellen gesucht, die Rund auf Eckig adaptieren. Die Lösung ist nicht optimal, da die Größe der Greifarm-Platte und die der Rohrschelle (Adapter) nicht zueinander passen und man etwas nachbessern muss.

Anleitung - Fahrrad Montageständer selber bauen

  1. Die Gerüstspindel und das -Rohr müssen die Länge haben, die zu eurer Deckenhöhe passt.
  2. Bei der Verbindung zwischen Greifarm und Rohr muss man kreativ werden. Rohrschellen verwenden, jedoch passen die Bohrungen nicht zum Greifarm.
  3. Montageständer Greifarme gibt es von vielen Herstellern, bei mir ist es ein X Tools Greifarm geworden.
  4. Montiert die Gerüstspindel oben und unten so, dass das Rohr mit viel Kraft fixiert wird.
  5. Boden und Decke sollten nicht empfindlich sein, denn diese Montagevariante ist nichts für den Wohnzimmer-Parkettboden.
  6. Um den Adapter zwischen Rohr und Greifarm zu verwirklichen, müssen zusätzliche Löcher gebohrt werden.
  7. Nun einfach M8 oder M10 Schrauben nehmen, um die Schellen zu fixieren.
  8. Praktisch sind Schraubenmuttern, die man per Hand lösen kann, um die Höhe einstellen zu können.
  9. Die fertige Konstruktion des Adapters von Gerüstrohr auf Montagearm.
  10. Das fertige Konstrukt: Euer selbstgebauter Fahrrad Montageständer.

Weitere Optionen für die Fahrradaufhängung

Wer nicht viel Platz hat oder keine Garage, um einen Deckenlift anzubringen, kann sich mit einem Montageständer helfen. Ein Montageständer ist klappbar und braucht wenig Platz.

Eine weitere Möglichkeit ist das Anbringen von stabilen Wandhaken. Deckenhaken oder Schienen können ebenfalls genutzt werden. Pedelecs wiegen bis zu 30 kg. Um den Rücken und die Knie zu schonen, eignet sich auch ein Podest mit Auffahrrampe. Als Podest kann eine Mauer oder ein höher liegender Bereich des Grundstücks dienen.

Es gibt auch E-Bike Lifte, die ab ca. 30 Euro erhältlich sind. Das E-Bike wird damit am Lenker und Sattel mit gummierten Haken befestigt und mit einem Flaschenzug hochgezogen.

Ein selbstgebauter Fahrrad-Reparatur-Ständer

Ich habe zunächst ein Stück Douglasie-Kantholz abgelängt und einem ca. 40 x 40 mm tiefen Falz herausgesägt. Die dadurch entstehende Leiste habe ich auf etwas weniger als die halbe Länge gekürzt und mit einer Gehrung versehen.

Das Ein- und Ausklappen funktionierte gut, allerdings merkte ich später, dass die Holzleisten, die ich mit einem durchgehenden Gewindestab M6 und zwei Sterngriff-Muttern befestigen wollte, bei weitem nicht stabil genug waren. Daher suchte ich nach einer alternativen Lösung und kam darauf, dass Stahl als ausklappbarer Standfuß mit einem Widerlager ebenfalls aus Stahl besser halten könnte.

Den aufrechten Pfosten fertigte ich aus einem Stück 60 x 60 mm Fichte-Kantholz, von denen ich noch eine Menge vorrätig habe. Ich bohrte am oberen Ende ein leicht schräg nach oben zeigendes Loch für den späteren Ausleger und außerdem von senkrecht oben ein Loch für eine Rampa-Muffe. Die Rampa-Muffe habe ich mit Hilfe einer Inbus-Schraube eingedreht.

Der Ausleger muss einerseits stabil genug sein, um ein Fahrrad zu tragen, andererseits braucht er irgendeine Art von Klammer, um das Rad angemessen zu fixieren. Für die Stabilität schien mit Stahlrohr sinnvoll, für den Klammer-Mechanismus hatte ich eine Holzkonstruktion im Sinn. Ich bohrte in Längsrichtung ein Loch in ein 60 x 60 mm Kantholz und steckte das Stahlrohr hinein. Mit durchgehenden Maschinenschrauben verband ich die beiden Teile miteinander. In das Kantholz sägte ich eine V-förmige Kerbe, die später eine Hälfte der Klammer bilden sollte. Durch alle Teile bohrte ich nun ein Loch für einen M10 Gewindestab, der die Klammer schließen später sollte.

Nun konnte ich alle Teile zusammenfügen. Pfosten und Fuß verband ich mit zwei Tellerkopfschrauben 8 x 200. Alle Holzteile erhielten am Ende noch zwei Lagen Leinöl als Oberflächenschutz.

Der Ständer funktioniert nun recht gut. Er ist sicherlich nicht so stabil wie die Modelle, die man in Fahrradwerkstätten sieht. Diese bestehen in der Regel ganz aus Stahlrohr mit Guss-Klemmen und einer massiven Metallplatte als Fuß.

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