Mountainbike-Hardtails erfreuen sich wachsender Beliebtheit, da sie dank der zunehmenden Modellvielfalt mittlerweile für unterschiedlichste Einsatzzwecke und Disziplinen geeignet sind. "Hardtail" bedeutet "harter, hinterer Teil". Das verdeutlicht, dass ein MTB-Hardtail einen ungefederten Rahmen hat und nur der vordere Teil des Fahrrads mit einer Federung in Form einer Federgabel ausgestattet ist.
Was ist ein Mountainbike Hardtail?
Auf einem Hardtail lassen sich problemlos schöne MTB-Touren fahren und auch auf einfachen Trails können Anfänger damit Spaß haben. Um Fahrtechnik zu erlernen und das Rad vielleicht auch im Alltag zu nutzen sind günstige Hardtails perfekt. Das Verhältnis aus Vielseitigkeit und Preis-Leistung ist bei Mountainbikes um 1000 Euro für viele Einsteiger attraktiv.
Für legere Runden durch Wald und Wiese sind Hardtails um 1000 Euro trotz ihres hohen Gewichts und meist einfacher Ausstattung bestens geeignet. Hardtails rocken! Wer einmal auf einem schnellen, stressfreien Bike durchs Gelände geflogen ist, der wird verstehen, warum der Charme eines Hardtails niemals alt wird. Ohne Heck-Federung verpufft keine Energie in wartungsaufwändigen Hinterbauten. Ohne das Zusatzgewicht von Lagern und Dämpfer sind viele leichte Hardtails nicht nur schnell, sondern auch echte Spaßmaschinen.
Kaufen oder besser nicht?
Noch vor gar nicht allzu langer Zeit konnte man Kaufinteressierten die 1000-Euro-Hardtail-Klasse meist unbekümmert empfehlen. Mit den steigenden Preisen wurden Mountainbikes jedoch auch deutlich besser. Zwölffach-Schaltung, Teleskopstütze, Steckachsen, performante Federelemente, griffige Reifen und starke Bremsen bringen im Gelände den Spaß. Hardtails um 1000 Euro müssen leider oft auf all das verzichten. Stattdessen gibt es starre Stützen, einfache Gabeln ohne die nötigen Einstellmöglichkeiten zur Dämpfungskontrolle, günstige Gummimischungen an den Reifen und simpel verarbeitete Rahmen.
Wer sich auf einen Preisrahmen von 1000 Euro eingeschossen hat, kann an seinem Bike natürlich auch viel Freude haben. Wir haben zehn interessante Kandidaten um 1000 Euro zusammengetragen.
Top 10 Hardtails um 1000 Euro
- Bulls Copperhead 2 29 für 999,95 Euro: Mit den Monkey-Link-Schnittstellen für Akku-Lichter besitzt das Bulls Copperhead eine hohe Alltagstauglichkeit. Die Shimano Deore-Schaltung bietet trotz nur elf Schaltstufen einen leichten Klettergang und 180 Millimeter große Bremsscheiben leiten die Hitze auf langen Abfahrten besser ab. Lange Reach-Werte helfen mit einer stabilen Fahrlage. Die Schnellspannachsen vorne und hinten entsprechen nicht dem aktuellen Stand der Technik. Dazu besitzt die schmale Felgen-Reifen-Kombi wenig Auflagefläche. Vor allem Schwere Fahrer könnten etwas Steifigkeit, beziehungsweise Lenkpräzision vermissen.
- Canyon Grand Canyon AL6 für 999 Euro: Der Direktversender kann mit viel Ausstattung zum fairen Preis punkten. So stellt die Shimano-Deore-Schaltung volle zwölf Gänge bereit und das Bike verfügt über stabile Steckachsen. 120 Millimeter Federweg und ein 66 Grad flacher Lenkwinkel schaffen in der Trailabfahrt Sicherheitsreserven. Auch der Rest der Geometrie ist modern, das Gewicht erfreulich. Die Reifen kommen leider in der günstigen Performance-Gummimischung von Schwalbe. Aufgrund des fehlenden Händlernetzes sind Probefahrt und Service-Leistungen leider etwas schwerer in Anspruch zu nehmen. Viele Anschraubpunkte für Zubehör!
- Cube Reaction Pro für 999 Euro: Das Cube Reaction ist ein wahrer Klassiker unter den günstigen Hardtail Mountainbikes und steht dank interner Zugverlegung schick da. Schaltwerk und -hebel stammen sogar aus der wertigen Shimano-XT-Gruppe und bieten mit zwölf Gängen eine große Übersetzungsbandbreite. Zahm profilierte Schwalbe-Reifen und ein Lenker-Remote, um die Federgabel während der fahrt zu straffen, animieren zu schnellen Fahrten. Zusammen mit kurzem Gabelhub dürfte das Limit auf Trails allerdings schnell erreicht werden. Mit 150 Kilo maximalem Systemgewicht kann das Cube auch schwere Lasten tragen. Für Gepäckträger und einen Seitenständer ist der Rahmen vorbereitet. Leider nur eine Flaschenhalteraufnahme. Aufgrund des schmalen Sitzrohrdurchmessers wird es schwerer eine hochwertige Teleskopstütze nachzurüsten.
- Marin Bobcat Trail 5 für 1099 Euro: Am Style hat Marin mit zweifarbiger Lackierung und Tanwall-Reifen definitiv nicht gespart. Am günstigen Elffachantrieb der Shimano-Cues-Serie dafür schon. Ein flacher Lenk- sowie ein steiler Sitzwinkel zeugen von einem modernen Ansatz bei der Geometrie. Hiervon sollte das Marin weder im Up-, noch im Downhill aufgehalten werden. Auch eine 120-Millimeter-Gabel liebäugelt mit dem Trail-Einsatz. Wie viele günstige Hardtails rollt das Bobcat auf gesteckten anstatt verschweißten Felgen. Das macht Probleme in der Dauerhaltbarkeit etwas wahrscheinlicher. Hinten muss eine dünne Schnellspannachse herhalten.
- Merida Big.Nine 200 für 999 Euro: Meridas günstiges Hardtail baut auf einem schön gemachten Alu-Rahmen auf, der das Gewicht gerade noch im Rahmen hält. Eine klassisch angehauchte eher kurze Geometrie und ein steiler Lenkwinkel von 70 Grad dürften für ein agiles Handling in einfachem Gelände sorgen. Die zehn Gänge des günstigen Shimano-Cues-Antriebs können Ausflüge in steiles Gelände limitieren. Schmale Drahtreifen von Maxxis lassen Raum für Tuning. Die Wahl für Schnellspann- anstatt Steckachsen sind vermutlich dem Spardruck geschuldet. Auch die kleinen Rahmengrößen kommen mit großen 29 Zoll Laufrädern und damit guten Überrolleigenschaften.
- Orbea Onna 10 für 959 Euro: Dass sich Orbea mit Design auskennt, merkt man auch am Alu-Rahmen des Onna. Dessen gemäßigte Geometrie prädestiniert das Bike für den vielseitigen Allround-Einsatz. Funktionales Ausstattungshighlight ist die Shimano-Deore-Elffach-Schaltung. Der Flatbar dürfte für ordentlich Druck auf der Front sorgen - gut zum sportlichen Kilometerschrubben. Die 2,35 Zoll breiten Kenda-Reifen versprechen ein Plus an Dämpfung und Komfort. Auch hier limitiert das dünne Sitzrohr die Auswahl an nachrüstbaren Dropper-Posts.
- Radon Jealous 8.0 HD für 999 Euro: Radon wirbt mit satten Rabatten und bietet das halbwegs leichte Jealous 8.0 HD derzeit für 999 statt 1699 Euro an. Wer noch eines der Schnäppchen in der passenden Größe beim Online-Versender ergattern will, muss vermutlich schnell sein, denn die Ausstattungsgüte liegt deutlich über dem Preisniveau. Dazu gehört nicht nur eine Variostütze, sondern auch eine Sram GX Zwölffach-Schaltung und ein Marken-Laufradsatz, welcher mit schmalen aber hochwertigen Reifen von Schwalbe bestückt ist. Das Jealous giert in der HD-Ausführung nach flowigen Trailfahrten und verzichtet auf eine Gepäckträgeraufnahme.
- Rose PDQ AL 1 für 1199 Euro: Das preiswerte Allround-Hardtail von Rose ist nicht nur das teuerste, sondern auch das neuste Bike in dieser Auflistung. 120 Millimeter Federweg und 2,4 Zoll breite Stollenreifen von Schwalbe, die leider mit günstiger Gummimischung kommen, rüsten das PDQ fürs Gelände. Das Kürzel steht übrigens für “Pretty Damn Quick”. Das eher hohe Gewicht passt nicht ganz zum Namen. Dank breitbandiger Zwölffach-Schaltung aus dem Shimano-Deore-Regal dürften sich trotzdem ein paar Berge erklimmen lassen. Teilinnenverlegte Züge und allerlei Montagepunkte sind schöne Details am vielseitigen Einsteiger-Bike des deutschen Direktversenders.
- Specialized Rockhopper Comp für 975 Euro: Huch, ein Specialized in einer Liste günstiger Hardtails? Bekannt sind die Amerikaner eher für sündhaft teure Traumbikes. Das Rockhopper aber ist mit einem ästhetischen Rahmen aus Aluminium und einer Shimano-Deore-Schaltung noch auf dem Boden geblieben. Sie wechselt zwölf Gänge auf einer günstigen Kassette von Sunrace. Erfahrungsgemäß sind auch die günstigen Reifen und Anbauteile von Specialized einen Preis-Leistungs-Tipp wert. Leider werden die Laufräder nur von Schnellspannern im Chassis gehalten.
- Trek Marlin 6 Gen 3 für 899 Euro: Das schwere Marlin wirbt mit einem besonders günstigen Preis. Erstaunlich, da bereits für den aufwändigen Alu-Rahmen alleine 649 Euro aufgerufen werden. Die Hinterradachse ist zwar geschraubt aber nur fünf Millimeter dünn. Die Rockshox Gabel mit Spiralfeder wiegt viel und bietet kaum Einstellmöglichkeiten und die Maulweite der hauseigenen Felgen ist heute eher Gravel- als MTB-Standard. Die Shimano Cues-Schaltung begnügt sich mit 10 Gängen.
Weitere spannende Hardtails 2024
- VPace C4M: Leichtbau zum fairen Preis (3199 Euro)
- Canyon Grand Canyon 8: Günstiger Einsteiger-Liebling (1440 Euro)
- Marin Alcatraz 24: Kinder-Bike mit Style (999 Euro)
- Rose Bonero Plus 2: Leichtes Carbon-Hardtail mit Motor (4999 Euro)
- Bike Ahead The Frame: (Rahmen: 1978,99 Euro)
- Cube Reaction C:62 Pro: Der Publikums-Liebling (1999 Euro)
- Trek Procaliber Gen 3: Racer mit der Extraportion Komfort (ab 1999 Euro)
- Kona Unit X: Die Sorglos-Dampfwalze aus Stahl (1699 Euro)
- Ghost Lector HT Worldcup 30: Länger als ein Enduro, leichter als ein Gravelbike (ab 2299 Euro)
- Liv Lurra E+: E-MTB-Hardtail speziell für Frauen (ab 3499 Euro)
- Canyon Exceed CF(ab 1599 Euro)
- Bulls Black Adder(ab 2599 Euro)
- Cube Phenix(ab 5399 Euro)
- Trek Procaliber Gen 3(ab 1999 Euro)
- Mondraker Podium(ab 3999 Euro)
- Ghost Lector(ab 2299 Euro)
- Rose Bonero(ab 1299 Euro)
- Merida Big.Nine TR(ab 1449 Euro)
- Scott Scale Gravel RC(4999 Euro)
- Bike Ahead The Frame(1979 Euro (Rahmen))
- Yeti ARC
Hardtail-Typen und ihre Einsatzbereiche
- Klassische Racehardtails: Diese Bikes sind mit gut rollenden Reifen und relativ niedrigem Gewicht auf Vortrieb getrimmt. Lange Anstiege oder Touren mit 50 Kilometer und mehr sind mit diesen Bikes kein Problem. Außerdem lassen sie sich auch super im Alltag zum Pendeln oder für den Weg zur Arbeit einsetzen.
- Allround Hardtails: Gute Allround Modelle wiegen zwischen 12 Kilo und 13 Kilo und sind damit absolut tourenfähig. Die günstigsten Allround-Hardtails gibt es ab zirka 1000 Euro.
- Trailhardtails: Mit wuchtigen Federgabeln und Reifen aus dem Enduro Segment schrecken sie vor keiner Abfahrt oder keinem Sprung zurück. Sie sind besonders robust gebaut und wiegen meist deutlich über 12,5 Kilo.
Worauf man bei günstigen Mountainbikes achten sollte
- Unter 600 Euro: Bikes in dieser Preisklasse sind super zum Pendeln oder für den Alltag, kommen aber schon auf leichten Trails an ihre Grenzen.
- Bis 1500 Euro: In dieser Preisklasse wird es bereits sportlich. Hochwertige Schaltungen von Shimano oder Sram und gut funktionierende Fahrwerke gehören in dieser Preisklasse zum guten Ton.
Meinung Jan Timmermann, BIKE-Redakteur:
"Ich werde oft gefragt, welches Mountainbike ich für 1000 Euro empfehlen würde und tue mich mich mit meiner Antwort meistens schwer. Anfänger müssen sich einfach klar machen, dass heute alleine schon oft eine gute Federgabel 1000 Euro kostet. Wer sich in den Kopf gesetzt hat für 1000 Euro ein ganzes Bike zu kaufen, dem werde ich das aber sicher nicht ausreden. Schließlich freue ich mich über jeden, der Lust hat mit dem Fahrrad durchs Gelände zu fahren. Ich bin aber auch der Meinung, dass gutes Material extrem auf die Motivation einzahlen kann. Hardtails um 1000 Euro sind eigentlich immer einfach ausgestattet und schwer. Der Funke der Leidenschaft kann trotzdem überspringen. Wahrscheinlicher ist das aber leider mit doppeltem Budget und drei bis vier Kilo weniger auf den Bike-Rippen. Nichtsdestotrotz: Du willst ein Mountainbike für 1000 Euro? Bitte, bitte kauf’ dir eins und hab’ damit eine Menge Spaß! Vielleicht ist in dieser Liste ja etwas für Dich dabei.”
| Modell | Preis (ca.) | Federweg | Gewicht (ca.) |
|---|---|---|---|
| Bulls Copperhead 2 29 | 999,95 € | 110 mm | 15,42 kg |
| Canyon Grand Canyon AL6 | 999 € | 120 mm | 12,76 kg |
| Cube Reaction Pro | 999 € | 100 mm | 13,5 kg |
| Marin Bobcat Trail 5 | 1099 € | 120 mm | k.A. |
| Merida Big.Nine 200 | 999 € | 100 mm | 13,8 kg |
| Orbea Onna 10 | 959 € | k.A. | 13,8 kg |
| Radon Jealous 8.0 HD | 999 € | 100 mm | 12,2 kg |
| Rose PDQ AL 1 | 1199 € | 120 mm | 14,32 kg |
| Specialized Rockhopper Comp | 975 € | 80/90/100 mm | 13,3 kg |
| Trek Marlin 6 Gen 3 | 899 € | k.A. | k.A. |
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