Stellen Sie sich vor, Sie sind mit dem Fahrrad unterwegs und plötzlich tritt ein technisches Problem auf. Was tun? Anstatt die Tour abzubrechen, können Sie mit dem richtigen Werkzeug viele kleine Reparaturen direkt vor Ort durchführen. Multitools sind hier die ideale Lösung, denn sie vereinen eine Vielzahl von Werkzeugen in einem kompakten Format. Doch welche Multitools sind wirklich empfehlenswert und worauf sollten Sie beim Kauf achten? Unsere unabhängige Redaktion hat für Sie die besten Fahrrad-Multitools zusammengestellt.
Multitools sind wahre Alleskönner und bieten je nach Modell ein breites Spektrum an Funktionen. Von der schnellen Pannenhilfe bis hin zu komplexeren Reparaturen, die auch in der heimischen Werkstatt durchgeführt werden können, ist alles möglich. Doch bei der großen Auswahl an Multitools kann man schnell den Überblick verlieren.
Die Bestenliste berücksichtigt nur aktuelle Produkte. Testergebnisse und Kundenmeinungen bieten Ihnen einen objektiven Überblick über die Produktqualität. Wir arbeiten unabhängig und neutral. Wenn Sie auf ein verlinktes Shop-Angebot klicken, unterstützen Sie uns dabei. Wir erhalten dann ggf. eine Vergütung.
Worauf achten die Testmagazine bei Fahrrad-Multitools besonders?
Die praktischen Multifunktionswerkzeuge müssen einiges abkönnen und im Falle eines Falles zuverlässig sein. Gleichzeitig wird von ihnen erwartet, dass sie die wichtigsten Werkzeuge beinhalten und somit gängige Reparaturen ermöglichen. Bei den Experten der Testzeitschriften sind daher Handhabung, Werkzeugauswahl und Verarbeitungsqualität das Maß der Dinge. Die Tester der „aktiv Radfahren“ achten in ihrem Vergleichstest darüber hinaus auf das Gewicht der Minitools sowie die Länge und Ergonomie der einzelnen Werkzeuge. Um zusätzlich die Rostanfälligkeit beurteilen zu können, unterziehen sie alle Test-Modelle einem Korrosionstest.
Bestnoten erhalten Tools, wie das Pedros ICM Multi-Tool, die mit einer guten Werkzeugauswahl glänzen. Sind die Werkzeuge solide verarbeitet und bestehen aus hochwertigen Materialien, die auch hohe Belastungen aushalten und sicher an den Schrauben greifen, gibt es zusätzliche Punkte. Für Handhabung und Ergonomie ist es entscheidend, wie das Modell in der Hand liegt und wie leichtgängig sich die einzelnen Werkzeuge ausklappen lassen. Aber auch die Länge der jeweiligen Schraubenschlüssel und -dreher ist wichtig, denn sie entscheiden über den Hebel und somit die Kraft, die bei der Reparatur aufgebracht werden kann. Zu guter Letzt fließen auch noch Gewicht und Gesamtgröße der Pocket-Tools in die Bewertung mit ein, denn gerade auf kurzen, knackigen Ausfahrten ohne zusätzliches Gepäck kann jedes Gramm extra stören.
Welche Ausstattung sollte ein Fahrrad-Multitool auf jeden Fall besitzen?
Die technischen Entwicklungen im Fahrradbereich sind in den letzten Jahren schnell vorangeschritten, was dazu geführt hat, dass sich auch die entsprechenden Werkzeuge weiterentwickelt und angepasst haben. Für einen Großteil der Pannen unterwegs reicht ein Inbusschlüssel-Set für die oft verwendeten Innensechskant-Schrauben. Immer häufiger werden an Fahrrädern allerdings auch Torx-Schrauben, auch Sechsrund genannt, verbaut. Hier bietet es sich an, zumindest Torxschlüssel in den Größen T25 und T30 in seinem Multitool zu haben. Schraubendreher für Schlitz- und Kreuzschlitzschrauben sollten ebenfalls an Bord sein, genauso wie Maulschlüssel und Speichenschlüssel in verschiedenen Größen. Da die unangenehmsten Pannen die sind, bei denen das Rad nur noch geschoben werden kann, wird die Werkzeugsammlung idealerweise durch Kettennieter und Reifenheber vervollständigt. So ist man auch bei einer gerissenen Kette oder einem platten Reifen bestens vorbereitet. Insgesamt ist man mit einem gut sortierten Multi-Tool, das über nicht weniger als 15 Funktionen verfügen sollte, für fast alle Eventualitäten und gängigen, kleinen Fahrradreparaturen gewappnet.
Mit der Weiterentwicklung der Fahrräder ändern sich auch die Anforderungen an die Werkzeuge. Moderne Fahrräder verwenden zunehmend Torx-Schrauben, daher sollte ein zeitgemäßes Multitool mindestens T10 und T25 Torx-Schlüssel enthalten. Von Vorteil wäre auch ein T30. Ein kompletter Satz Inbusschlüssel von 2 mm bis 8 mm ist unerlässlich.
Einige Multitools bieten Zusatzfunktionen, die in bestimmten Situationen sehr nützlich sein können. So sind viele Modelle mit Speichenschlüsseln ausgestattet, die aber nur dann nützlich sind, wenn sie zu den montierten Speichennippeln passen. Einige Werkzeuge ermöglichen sogar die Reparatur von Tubeless-Reifen, indem sie mit einer Reibahle und einer Nadel für Spikes ausgestattet sind. Ein kleines Fach für Ersatznippel rundet die Funktionalität ab.
Die meisten Multitools in unserem Test haben einen Kettennieter. Aber ist er wirklich notwendig? In den meisten Fällen kann man auf ihn verzichten, denn Kettenrisse sind selten. Sollte aber doch einmal eine Kette reißen, ist die Tour ohne Kettennieter schnell zu Ende. Daher ist es ratsam, einen Kettennieter mitzuführen, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein.
Worauf sollte man beim Kauf eines Fahrrad-Multitools noch achten?
Die Entscheidung, für welches konkrete Tool man sich letztendlich entscheidet, sollte sich immer nach den technischen Details des eigenen Rads sowie nach dem voraussichtlichen Einsatzgebiet richten. Ist man hauptsächlich auf dem Rennrad unterwegs, um Trainingsrunden zu absolvieren, möchte man sinnvollerweise ein möglichst leichtes Multitool in der Trikottasche haben. Ist eine längere Radreise geplant, ist es womöglich wichtiger, eine umfangreiche Anzahl an Funktionen abzudecken, das Gewicht aber zu vernachlässigen.
Neben dem Funktionsumfang sind eine solide Verarbeitung und ein angenehmes Handling des Tools entscheidend. Liegt das Pannenwerkzeug schlecht in der Hand, verbiegen sich die einzelnen Werkzeuge oder brechen gar ab, ist es nutzlos. Von Vorteil kann es darüber hinaus sein, wenn sich das Minitool teilen lässt oder sich einzelne Werkzeuge abtrennen lassen.
Ein Multitool ist nur dann nützlich, wenn es gut in der Hand liegt und sich die Werkzeuge leicht ausklappen lassen. Die Werkzeuge sollten lang genug sein, um auch schwer zugängliche Stellen zu erreichen. Hochwertige Materialien beugen Verschleiß und Korrosion vor. Außerdem sollte das Werkzeug auch bei hohen Drehmomenten stabil bleiben.
Empfehlenswerte Multitools im Test
Hier sind einige der im Test genannten Multitools, die besonders gut abgeschnitten haben:
- Blackburn Wayside Multi-Tool: Nahezu vollständig ausgestattet, mit abnehmbaren L-Inbus-Schlüsseln.
- Crankbrothers M20: Ausgestattet mit Tubeless-Ahle, Tubeless-Flicken und Kettenschlosshalter.
- Lezyne Super SV 23: Ebenfalls mit Tubeless-Ahle und Box für Flicken, lange Werkzeuge.
- Pedro’s ICM 21: Hohe Qualität, angenehme Handhabung, lange Bits.
- Topeak Mini P20: Kompakte Bauweise, integrierter Kettenschlossöffner.
Vergleich von Mini-Tools im Praxis-Test
Die folgende Tabelle vergleicht einige der getesteten Mini-Tools hinsichtlich ihrer Ausstattung, Handhabung und Qualität:
| Modell | Ausstattung | Handhabung | Qualität | BIKE-Urteil |
|---|---|---|---|---|
| Blackburn Wayside Multi-Tool | 8/10 | 9/10 | 8/10 | 48 Punkte - gut |
| Crankbrothers M20 | 9/10 | 8/10 | 8/10 | 49 Punkte - gut |
| Lezyne Super SV 23 | 9/10 | 8/10 | 8/10 | 51 Punkte - sehr gut |
| Pedro’s ICM 21 | 8/10 | 9/10 | 10/10 | 53 Punkte - sehr gut |
| Topeak Mini P20 | 7/10 | 6/10 | 10/10 | 49 Punkte - gut |
Vergleich von Ratschen-Sets
Neben den klassischen Mini-Tools wurden auch Ratschen-Sets getestet. Diese bieten oft eine entspanntere Schrauberfahrung. Hier ein kurzer Überblick:
- Blackburn Big Switch: Praktische Rolltasche, Kettennieter.
- Lezyne Ratchet Kit: Übersichtliches Schaumstoff-Case, Verlängerung.
- Syncros Guide Kit: Drehmomentaufsatz, Kettennieter.
- Topeak Ratchet Rocket Lite NTX+: Verlängerung, Drehmomentaufsatz.
- Wera Bicycle Set 1: Hochwertige Bits, ergonomische Ratsche.
Was sollte man auf jeder MTB-Tour dabeihaben?
Neben Inbus-Schrauben in den Größen 2, 2,5, 3, 4, 5, 6 und 8 findet man an aktuellen Bikes meist auch 25er-Torx-Schrauben, unter Umständen auch 15er oder 20er. Ein Kettennieter sollte unbedingt an Bord sein, ebenso Speichenschlüssel in verschiedenen Größen, um ein Laufrad zentrieren zu können. Kreuz- und Schlitzschraubendreher sind seltener geworden, gehören aber ebenfalls an ein Mini-Tool.
Die Bits sollten möglichst lang sein, dann erreicht man auch versteckte Schrauben leichter. Wichtig ist auch die Anordnung: Ist das Tool zu breit oder die Bits zu kurz, kommt man an manche Stellen nicht ran. Mit einem zu kleinen oder kantigen Tool lassen sich festsitzende Schrauben nur schwer lösen.
Die Aufsätze vieler Kettennieter dienen zugleich als Belag-Spreizer, das ist clever und nützlich zugleich. Ein Richtwerkzeug für die Bremsscheibe kann sich ebenfalls als hilfreich erweisen, ebenso wie ein kleines Messer. Manche Mini-Tools verfügen inzwischen über Tubeless-Ahlen und die kleinen Würstchen zum Stopfen der Löcher - sehr praktisch.
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