Marokko Mountainbike Touren: Erfahrungen und Tipps

Marokko bietet vielfältige Möglichkeiten für Mountainbike-Touren. Dabei reichen die Erfahrungen von aufdringlichen Händlern bis hin zu herzlicher Gastfreundschaft.

Aktive Community und Reiseplanung

In den letzten 12 Monaten waren 2043 Mitglieder aktiv, die sich für Radtouren in Marokko interessieren. Bei der Planung einer solchen Tour sind asphaltierte Straßen und saubere Unterkünfte wichtig.

Highlights in der Gegend sind Tetouan, Chefchauen, Fes und Meknes mit den römischen Ausgrabungen in der Nähe.

Radtouren im Rif-Gebirge und im Norden Marokkos

Die Frage, wie die Bevölkerung Radfahrer aufnimmt, ist berechtigt. Westliche Radbekleidung ist in Ordnung, aber lange Hosen sind in ländlichen Gegenden angebrachter. Betteln kann vorkommen, hängt aber von der Location ab. Wenn es nicht touristisch ist, gibt es nichts zu betteln.

Man kann Pech haben, aber Geschichten von Steinewerfern und aufdringlichen Haschisch-Händlern habe ich im Rif nie erlebt.

Abseits der touristischen Hotspots wirst du in der Regel in Ruhe gelassen und kannst das Radeln und die Landschaften genießen.

Routenempfehlung: Nador, Küste, dann Fes (vs N2 & N8), bis zum Erg Chebbi (N13?) und dann zurück über die R703 und den Col du Tirherhouzine, vielleicht vor dem Col noch rüber nach Ouarzazate und kurz in die Dadesschlucht... dann gen Norden und zurück nach Spanien.

Erfahrungen mit der Bevölkerung

Ich habe auf meiner Rundreise durch Marokko sowohl im Norden, als auch im Atlasgebirge sowohl aufdringliche und/oder bettelnde Menschen als auch sehr gastfreundliche erlebt. Am nervigsten waren die Menschen in Marrakesch und in Erfoud.

Die Situation hat sich gegenüber früheren Reisen gebessert. Der Norden ist nach meinen Eindrücken der etwas aufgeklärtere und wohlhabendere Teil des Landes.

Wenn man damit klar kommt, dass einen die Marokkaner überall als wandelnden Bankomaten betrachten, lässt sich dieses wunderschöne Land hervorragend beradeln.

Wichtig: Ein bestimmt vorgebrachtes "Nein" würgt die Verkaufsanbahnungen in den meisten Fällen auch rasch ab.

Wasser und Gesundheit

Mittlerweile haben alle Haushalte in Marokko Trinkwasseranschlüsse. Zum Trinken sollte man jedoch das überall erhältliche Flaschenwasser verwenden, zum Zähneputzen kann man Leitungswasser nutzen. Ich hatte in Marokko auch noch nie irgendwelche gesundheitlichen Probleme, war allerdings immer nur im Winter oder Frühjahr dort.

Ausrüstung und Reparaturen

In fast jedem Dorf können kleine Reparaturen gemacht werden. Wenn die exakte Speichenlänge nicht vorrätig ist, wird halt eine längere gekürzt und ein Gewinde hineingeschnitten. Auch Schläuche in den gängigen Größen sind in größeren Orten erhältlich. Eine HG-Nuss sollte man jedoch mitnehmen, da die ganz einfachen Werkstätten diese nicht immer haben.

Unterkünfte

Asphalt gibt es genug,"nette, saubere Unterkunft" hängt davon ab wo Du bist. In touristischen Gegenden jederzeit, jenseits davon musst Du nehmen was es gibt, da würde ich mir keine Illusionen machen.

Entlang der Strecke Mellila Hoceima und Hoceima Chefchauen in den Bergen gibt es Hotels, die in Google Maps eingetragen sind. Es gab auf unserer Route mehr Hotels, als eingetragen, aber auch an Orten, an welche eingetragen waren, nix.

Empfehlung: Ohne Zelt als Backup würde ich einfach morgens da anrufen.

Straßenbelag und Streckenplanung

Die Hauptverbindungen sind ganz gut (rauh) asphaltiert und erinnern an die Straßen in der Bretagne. Ich bin immer mit 28er RR-Reifen problemlos gefahren.

Lebenshaltungskosten

Marokko ist sehr billig! Übernachtungen für kleines Geld gibt es - so um die 5 Euro, das ist aber nur für wirklich völlig anspruchslose. Menschenwürdige Quartiere (mit warmer Dusche und "normalem" WC) gibt es ab ca. 20 Euro/Zimmer, da ist dann meist auch ein einfaches Frühstück dabei.

Beispiele:

  • 1,5 Liter Wasser ca. 50 Cent
  • Cola und Fanta ca. 50 Cent (oft ungekühlt)
  • Brot, Obst und Gemüse sind sehr günstig

In kleinen Straßengaststätten konnte ich für 2€ echt gut essen. Übernachtungen waren in den Bergen für 20€ mit Abendbrot und Frühstück machbar. In Rich hat mich ein junger Radfahrer angesprochen. Für 6€/Nacht konnte ich bei Vollverpflegung mit bei seiner Familie wohnen.

Weitere Tipps

  • In den "20-Euro-Quartieren" gibt es entweder eine Heizung oder zumindest einen Riesenstapel an Decken.
  • Ein IBIS-Hotel in Meknes hat mir schon 2 x gute Dienste erwiesen (sehr üppiges Frühstück).

TransAtlas Marokko I

Die Reise beginnt in Marrakesch und führt nach Ait Benhaddou, Quarzazate, durch die Todra- und Dades-Schluchten, das Jebel-Sarhro-Gebiet und das Drâatal bis zur Sahara. Ein Kamel-Trekking durch die Sanddünen der Sahara ist ein unvergessliches Naturerlebnis.

Etappen der TransAtlas Marokko I

  1. Anreise nach Marrakesch.
  2. Transfer über den Tizi-n-Tichka-Pass (2.260 Meter) und Fahrt entlang der kurvenreichen Passstraße zur Unterkunft nahe Ait Benhaddou.
  3. Fahrt entlang der Straße der Kasbahs zum Oasenort Skoura und Radtour durch eine einsame Hochebene zum Dades-Tal.
  4. Etappe durch die Dades-Schlucht und über einen Hochgebirgspass zur Todra-Schlucht.
  5. Route durch die Todra-Schlucht und Fahrt ins südmarokkanische Hochland.
  6. /7. Durchquerung des Jebel-Sarhro-Gebirges.
  7. Panoramafahrt durch das Drâatal bis nach Zagora und Kamel-Trekking in der Wüste.
  8. Kamel-Trekking durch die Sahara.
  9. Besuch der höchsten Sanddünen der Sahara und Sonnenuntergang über den Dünen.
  10. Jeep-Fahrt über den ausgetrockneten Iriki-See und Mountainbike-Tour zur Oase Tlite.
  11. Etappe durch den Anti-Atlas mit Panoramablick über das Siroua-Tal.
  12. Fahrt vorbei an Berberdörfern zum Ort Thasnakt und letzter Pass.
  13. Rückfahrt nach Marrakesch.
  14. Abreise aus Marrakesch.

E-MTB-Tour im Atlas-Gebirge

Der Atlas säumt die Nordflanke Afrikas. Die höchsten Gipfel erreichen Westalpen-Niveau. Die Abenteuerlust ist zurück. Orte, die auf befestigten Straßen nicht erreichbar sind, von wilden Berggegenden, so ursprünglich, wie es sie in den Alpen schon lange nicht mehr gibt.

Die Suche nach Trails kann ernüchternd sein, aber das ist der Reiz an einem Explorer-Trip wie diesem.

Begegnung mit Redouan

Redouan ist Mountainbike-Guide - in Marokko bislang noch eine recht seltene Spezies. Er erzählte vom Jbel Toubkal, und dass es im Hohen Atlas nur so von Trails wimmle.

Alternative: Wüstentour

Anstelle des Jbel Toubkal führt Redouan in die Wüste. Samtige Dünen aus Sand & goldene Sonnenuntergänge. Über samtigen Sand schlittern wir mit unseren Bikes in die Tiefe. Dieses Sand-Biken fühlt sich fast wie Freeriden mit Ski oder Snowboard im Pulverschnee an.

Besuch eines Berberdorfs

Die Fahrt dorthin ist ein Abenteuer. In einem Allrad-Jeep winden wir uns enge Kehren hinauf, rumpeln über schmale Schottersträßchen und schlingern durch matschige Pfützen. Seitlich stürzen Felsklippen Hunderte Meter senkrecht in den Abgrund. Wir sind eingeladen, bei seiner Familie zu logieren.

Im Haus hat die Frau das Sagen. In der Öffentlichkeit wirken die Frauen dagegen zurückhaltend. Die Rollen von Mann und Frau sind klar verteilt. Ein Ziel unserer Reise haben wir schon nach wenigen Tagen erreicht: Wir wollten Menschen kennen lernen, die fern der urbanen Zivilisation ein völlig anderes Leben führen als wir zu Hause.

Gastfreundschaft: Viel Zucker - viel Freundschaft.

Trails im Hohen Atlas

Da sind sie, unsere Märchen-Trails... Felsstufen: fordernd, aber nicht zu ruppig. Steinfelder : spannend, aber die Nerven nicht zu sehr strapazierend. Spitzkehren: technisch, aber nicht hakelig.

Entwicklung in Marokko

Marokko zählt nicht nur auf dem afrikanischen Kontinent zu den Vorreitern im Bereich erneuerbarer Energien. Im weltweiten Klimaschutz-Index 2023 rangiert Marokko hinter den Vorbildern Dänemark und Schweden auf Rang drei. Deutschland liegt nur auf Position 16. Bis 2030 soll der Anteil an erneuerbaren Energien in Marokko auf 52 bis 86 Prozent steigen.

WM-Fieber

Marokko hat das Unmögliche geschafft: Sieg gegen Portugal bei der Fußball-WM. Fremde umarmen uns, auch Redouan, Christian und ich liegen uns in den Armen. Alle hüpfen, tanzen.

Weitere Reiseinformationen

Anreise

  • Vier Flugstunden von München nach Marrakesch.
  • Flüge gibt es schon ab rund 150 Euro.
  • Per Zug: nach Tarifa (Spanien), Fähre nach Tanger (Marokko) und weiter per Zug oder Bus nach Marrakesch. Dauer: 2-3 Tage.
  • Mit dem Auto (Fähre Tarifa - Tanger). Auf entlegenen Bergstraßen ist ein Allradantrieb empfehlenswert.

Unterkünfte

  • Eine Nacht in traditionellen Riads ist schon für 25 bis 30 Euro pro Person erhältlich.
  • Backpacker können in günstigen Hostels bereits ab 10 Euro unterkommen.
  • In entlegenen Dörfern sind Privatunterkünfte bisweilen möglich.

Gastronomie & Nightlife

  • Couscous und Tajine sind die bekanntesten traditionellen Gerichte.
  • Das Viertel Guéliz in Marrakesch bietet ein vielfältiges Angebot an Restaurants und Bars.

Reise-Knigge

  • Die Kleidung sollte Schultern und Knie bedecken.
  • Fotografieren von Menschen: immer vorher fragen.

Beste Reisezeit

  • Frühling und Herbst (März bis Mai und September bis November): milde Temperaturen mit wenig Niederschlag.
  • Die Sommermonate sind sehr heiß.

Atlas Mountain Race

Das Atlas Mountain Race (AMR) ist ein hartes Bikepacking Rennen in Marokko. Start ist der 15. Februar und die Finisher-Party ist am 22. Die Strecke umfasst drei Check-Points.

Singletrails in Marokko

Die an der Atlantikküste gelegene Hafenstadt Essaouira ist von Marrakesch aus in einem Tagesausflug zu erreichen. Die marokkanische Königsstadt Marrakesch gilt als Inbegriff von Tausendundeiner Nacht. Bei Sonnenuntergang lohnt sich ein Blick von der Dachterrasse des „Café de France“ auf den berühmten Place Djemaa el-Fna.

Geführte Bike-Touren

Pierre-Alain bietet mit seiner Firma Marrakech Bike Action seit über 20 Jahren geführte Bike-Touren im Atlas-Gebirge an. Die Touren werden anhand der Bedürfnisse der Teilnehmer, deren Fahrtechnik und Ausdauer zusammengestellt.

Abenteuer im Hohen Atlas

Auf den Straßen von „Downtown“-Imlil wich man herumstreunenden Hühnern und Katzen aus und begegnete den Einheimischen bei ihrem morgendlichen Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen.

Auf dem schmalen Berberpfad, den Hufe und Füße einst in den Berg geschnitten haben, versuchten wir - so gut es ging - den bodenlosen Abgrund zu unserer Rechten zu vergessen. Wir eierten über feuerrote Steinbrocken, die plötzlich unter unseren Laufrädern auftauchten, und dann veränderte sich der Trail, der Boden nahm einen silbrigen Glanz an und wurde griffig und rutschig zugleich.

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