Nabenschaltungen erfreuen sich aufgrund ihrer hohen Zuverlässigkeit großer Beliebtheit, insbesondere bei Fahrrädern, die für den sorglosen Gebrauch konzipiert sind. In den meisten Fällen funktionieren sie über lange Zeiträume zuverlässig und nahezu wartungsfrei. Wenn jedoch das Hinterrad mit der Nabenschaltung ausgebaut werden muss, liegt dies meist an einem platten oder abgefahrenen Reifen und nicht an der Nabe selbst.
Werkzeug für den Aus- und Einbau des Hinterrades mit Nabenschaltung
Der Aus- und Einbau der aktuell verbreiteten Nabenschaltungen der Hersteller Shimano, Rohloff und SRAM ist recht einfach. Dies bedeutet, dass Sie nur wenig Werkzeug benötigen, um diese Arbeit zu erledigen. Während Sie bei der Rohloff Nabe komplett auf Werkzeug verzichten können, benötigen Sie für die Nabenschaltungen von Shimano und SRAM:
- Einen passenden Maulschlüssel, um die Schraubachse zu lösen.
- Gegebenenfalls weitere Maulschlüssel zum Lösen des Schaltzugs.
- Einen Schlitzschraubenzieher, sofern die Nabe über eine zusätzliche Abstützung am Rahmen verfügt (dies ist bei Naben mit Rücktrittbremsen oft der Fall).
Der Ausbau des Hinterrades bei einer Nabenschaltung: So wird es gemacht
Im Folgenden finden Sie eine detaillierte Anleitung, wie Sie Ihr Hinterrad mit Nabenschaltung aus- und wieder einbauen können. Die Reihenfolge der Schritte ist hierbei für die Nabenschaltungen aller Hersteller dieselbe.
1. Bremsen lösen
Wenn Ihr Hinterrad durch eine Felgenbremse gebremst wird, müssen Sie diese öffnen, um das Rad später entnehmen zu können.
2. Abstützung der Rücktrittbremse lösen
Naben mit Rücktrittbremse verfügen auf der Nicht-Antriebsseite, das heißt auf der in Fahrtrichtung linken Seite, über eine Abstützung für die integrierte Bremse. Diese Stütze wird über eine Schraube mit einer Schelle an der Kettenstrebe verbunden. Lösen Sie diese Schraube mithilfe eines passenden Schraubenziehers (meist Schlitz). Eventuell müssen Sie einen Maulschlüssel zum Gegenhalten an der Mutter auf der Rückseite nutzen. Bei Naben mit Scheibenbremsen müssen Sie nichts lösen, sondern nur darauf achten, die Scheibe beim Arbeiten nicht zu beschmutzen.
3. Lösen der Schaltzüge
Der nächste Schritt ist das Lösen der Schaltzüge. Bei den Nabenschaltungen von Shimano und SRAM schalten Sie hierzu in den ersten Gang. In diesem ist der Schaltzug am wenigsten stark gespannt und lässt sich daher am einfachsten lösen. Wenn Sie dem Verlauf des Schaltzugs folgen, werden Sie sehen, dass die Außenhülle an einer Halterung, die parallel zur Kettenstrebe verläuft, endet. Der Innenzug wird durch diese Halterung hindurch geführt und wird dann in einem Hebel eingehängt. Wenn Sie diesen Hebel ein wenig nach vorne drücken, sollten Sie den Innenzug aus diesem Hebel aushängen können. Nun lässt sich auch die Außenhülle aus ihrer Halterung ziehen.
Rohloff: Auch hier müssen Sie die Schaltzüge von der Nabe lösen. Die Verbindung findet hier mittels einer Schaltbox statt, die Sie per Hand lösen können, indem Sie die silberne Schraube die sich auf dieser Box befindet lösen. Welcher Gang dabei eingelegt ist, spielt für den Ausbau keine Rolle, für den späteren Einbau macht es jedoch Sinn den größten oder den kleinsten Gang zu wählen.
4. Achse lösen
Um das Hinterrad aus dem Rahmen nehmen zu können, müssen Sie nun die Achse lösen. Die Naben von Shimano und SRAM sind mit jeweils einer Mutter auf jeder Seite im Rahmen befestigt. Entfernen Sie diese Muttern samt Unterlegscheiben. Merken Sie sich die Reihenfolge und die Position der Unterlegscheiben.
Rohloff: Die Naben von Rohloff werden mit einem Schnellspanner im Rahmen befestigt. Diesen müssen Sie einfach nur öffnen, um das Hinterrad ausbauen zu können.
5. Rad herausnehmen
Nun können Sie das Hinterrad aus den Rahmen nehmen. Heben Sie dann die Kette vom Ritzel.
Einbau eines Hinterrades mit Nabenschaltung
Beim Einbau des Hinterrades gehen Sie im Prinzip in umgekehrter Reihenfolge vor wie beim Ausbau. Allerdings müssen Sie hierbei auf ein paar Dinge achten, damit das Rad hinterher richtig im Rahmen sitzt.
1. Rad einsetzen
Legen Sie die Kette um das Ritzel und setzen Sie die Nabe in die Ausfallenden. Achten Sie dabei auf die richtige Position des Rades. Die Führung für den Schaltzug muss an der richtigen Stelle sitzen und auch die Bremsabstützung muss, sofern eine solche vorhanden ist, an der richtigen Position sitzen.
2. Auf geraden Sitz achten
Wenn sich die Nabe in den Ausfallenden Ihres Rades verschieben lässt, schieben Sie das Hinterrad so weit nach hinten, dass die Kette gut gespannt ist. Achten Sie bei der Befestigung darauf, dass das Hinterrad gerade ist.
3. Züge befestigen
Damit Ihr Rad wieder einsatzbereit ist, müssen Sie nun noch die Züge bzw. den Zug befestigen. Bei SRAM und Shimano Nabenschaltungen setzen Sie den Innenzug hierzu in der dafür vorgesehenen Vertiefung. Dann ziehen Sie die Außenhülle so weit nach hinten, dass Sie ihn wieder in die Halterung einhängen können.
Rohloff: Hier ist das Vorgehen noch einfacher. Kontrollieren Sie, ob der Schaltgriff noch in der Position ist, in der er war, als Sie die Box abgeschraubt haben. Dann müssen Sie die Schaltbox wieder aufstecken und festschrauben. Für den Fall, dass sich die Box nicht direkt aufstecken lässt, drücken Sie sie leicht gegen die Halterung, während Sie den Schaltgriff ein wenig hin und her drehen. Die Box sollte sich nun wieder aufschieben lassen.
4. Bremsen befestigen
Wenn Ihr Hinterrad über eine extra Abstützung an der Kettenstrebe verfügt, denken Sie daran, diese wieder zu montieren. Wenn Ihr Rad über Felgenbremsen verfügt, hängen Sie diese wieder ein.
5. Funktionen testen
Bevor Sie sich wieder auf Ihr Rad setzen, überprüfen Sie noch die folgenden drei Funktionen:
- Dreht sich das Rad ohne zu schleifen?
- Lassen sich alle Gänge durchschalten?
- Funktionieren die Bremsen?
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