Sie sind aus unserer heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken, begleiten uns auf Schritt und Tritt und sorgen für Unmut, wenn der Akkustand mal wieder zur Neige geht. Du vermutest richtig: Es geht um die lieben Smartphones. Als universelles Kommunikationsgerät kommt man kaum noch ohne aus und auch beim Sport sind sie selbstverständlich mit dabei. Denn mit der richtigen App tracken sie nicht nur gefahrene Strecke, Geschwindigkeit und weitere Daten, sie können uns im Zweifel sogar navigieren - und das mit Sprachanweisung. Der Markt an Outdoor- und Fahrradapps wächst und damit du in dem ganzen Gewirr nicht die Übersicht verlierst, geben wir dir eine kleine „Navigation“ an die Hand!
Die 5 besten Apps zur Fahrradnavigation
Nicht nur für Autos gibt es Navigationsapps - Ihnen stehen auch Navi Apps für Ihr Fahrrad zur Verfügung. Diese nützlichen Navi-Apps sind für Android und iOS verwendbar. Wir stellen Ihnen eine Auswahl kostenloser und kostenpflichtiger Optionen vor.
Komoot
Der Klassenprimus hört auf den Namen Komoot. Die Fahrrad-App Komoot vereint ein Navigationssystem für Radfahrer mit einem Tourenplaner. Anhand von Parametern wie Ihrer Kondition, der gewünschten Dauer und der Distanz stellen Sie zeitnah und problemlos Ihre Wunsch-Fahrradroute zusammen.
Komoot steht für Android und iOS zum kostenlosen Download bereit. Neben Start- und Zielort sind persönliche Vorlieben wie z. B. flache Strecken, wenig befahrene Routen für Sie interessant. Die Komoot App berechnet im Anschluss automatisch eine passende Route und zeigt Ihnen die Streckenlänge, das Höhenprofil sowie die geschätzte Dauer der Tour an. Die App bietet Ihnen die Möglichkeit, die Wunschregion selbst auszuwählen. Die erste ausgewählte Region erhalten Sie kostenlos. Durch das Hinzufügen weiterer Regionen entstehen Ihnen Kosten von jeweils 3,99 Euro. Sehr interessant ist die Community-Funktion. Diese wird derzeit von rund 17 Millionen Nutzern weltweit verwendet.
Die Basisversion der App ist kostenlos und enthält eine Offline-Region. Weltweite Offline-Karten sind für einmalig 30€ zu haben und wenn man nur einzelne Regionen möchte, muss man dafür pro Karte 6,99€ zahlen. Dafür erhält man dann Offline-Navigation mit Sprachausgabe, einen umfangreichen Routenplaner und Tourenvorschläge anderer Nutzer. Man kann Touren im Vorfeld am Computer planen und sie werden automatisch mit der App synchronisiert. Komoot ist für iOS und Android verfügbar.
Der Funktionsumfang von Komoot ist von fast allen anderen Fahrrad-Navi-Apps derart weit entfernt, dass man kaum um diese App herumkommt. In der kostenlosen Version lassen sich bereits gute Kartendarstellungen abrufen und Funktionen nutzen. Das Erstellen der Route, die Planung und die Navigation sind vorbildlich, sogar unterwegs sind Änderungen sehr einfach einzuplanen. So sucht sich Komoot bei sportlichen Fahrern anstrengendere Routen zum Ziel. Mountainbiker bekommen andere Routen angezeigt als Rennradfahrer usw.
Die Routen lassen sich im Vorfeld am PC planen, das schafft in dieser Qualität nur noch Bikemap. Komoot macht auch Vorschläge für schöne Touren für bestimmte Regionen, den Urlaub beispielsweise. Einige sind von Tourismusverbänden gesponsert und daher auch ganz offiziell. Allerdings muss man sagen, dass viele Vorschläge oft nicht von Menschen erstellt wurden. Wenn es dumm läuft, kann man bei Komoot als Mountainbiker auch mal vor einer Steintreppe im Nirgendwo stehen. Trotzdem: Außerhalb von Städten ist keine Kursführung so clever regelbar wie jene von Komoot.
Ärgerlich bleibt, dass Komoot nicht mal im Ansatz Sensoren aufzeichnen kann. Die Herzfrequenz muss man also zusätzlich anders tracken, wenn man es mag.
Outdooractive
Wer auf eine prall gefüllte Tourendatenbank wert legt, der ist bei Outdooractive an der richtigen Adresse. Über das hervorragende Touren-Portal von Outdooractive lässt sich einfach eine passende Strecke auswählen. In der Auswahl sind viele Qualitätsstrecken der Fahrrad-Regionen enthalten.
Sowohl Nutzer der Plattform als auch Tourismusdestination stellen Touren in die Datenbank, die man dann über die App oder am Desktop abrufen und offline speichern kann - vorausgesetzt man nutzt die knapp 10€ teure Pro-Version der App. In Zukunft wird Outdooractive auf ein Abo-Modell umstellen. Mit dabei sind außerdem: Sprachnavigation, Berghütten-Datenbank, diverse Outdoor-Tools, wie Kompass und Gradmesser und das Aufzeichnen von Tracks. Auch Outdooractive ist für iOS und Android verfügbar.
Individuell geplante Strecken oder Touren-Vorschläge synchronisieren sich automatisch im Hintergrund zwischen Web und App. Direkte Zieleingabe ist ebenfalls möglich. Während der Navigation erfolgt die Zielführung per Linie auf der Karte, durch Pfeile und Abbiegehinweise. Auch eine Sprachausgabe ist möglich. Beim Verlassen der geplanten Strecke gibt es lediglich einen Hinweis, keine Umplanung.
BikeMap
BikeMap kommt mit ähnlichen Funktionen daher wie Komoot, ist allerdings nicht so umfangreich. Offizielle Radwege sind in den Karten verzeichnet, man erhält Empfehlungen und es gibt eine Sprachnavigation. Auch hier bringt die Premium-Version vor allem die Offline-Karten.
In unserem Test haben wir gute Erfahrungen gemacht mit der Navigation, besonders auch außerhalb der Stadt. Rennradfahrer wurden auf Straßen, Mountainbiker auf Feldwegen durch die Gegend geleitet - vorausgesetzt, man bezahlt fürs Abo. Mehr Einstellmöglichkeiten gibt für die Routenwahl allerdings so ohne weiteres nicht. Wer die Route auf dem PC plant, kann sie mit der Maus ähnlich wie bei Komoot oder Google Maps anpassen.
Weniger gut gefallen hat uns die Auswahl der Karten. Hier macht sich Bikemap die Sache zu leicht - und zwar ganz ohne Grund. Obwohl sowohl Komoot als auch Bikemap auf die selbe Datenbasis zurückgreifen wie im übrigen auch SWR3 beim Verkehr (Openstreetmap-Karten, OSM), sieht es bei Komoot aufgeräumter aus. Die OSM-Karten im Original sind nicht sonderlich cool. Und viel Arbeit, diese Karten cool zu bekommen, ist es eigentlich nicht.
Locus Map
Nicht ganz so intuitiv, aber dennoch mit allen wichtigen Features ausgestattet ist Locus Map. Sie bietet ebenfalls Offline-Karten basierend auf den OSM-Karten, wovon drei kostenfrei sind und weitere dazu gekauft werden müssen. Navigation, POIs, Live-Tracking oder sogar eine Geocaching-Funktion sind mit an Bord. Locus gibt es ausschließlich für Android.
Die Spitzen-App für entlegene Gebiete. Bei Locus Map sind alle wesentlichen Funktionen auch ohne Internetverbindung im Gold-Abo verfügbar.
Naviki
Auch die App Naviki bietet die schon beschriebenen Funktionen. Allerdings kann man einzelne Optionen dazu buchen. Offline-Karten kosten z.B. 4,79€ und die Navigationsfunktion 3,79€. Naiviki gibt es für Android, iOS und Windows Phone.
Naviki ist zur Routenplanung geeignet. Dabei punktet die Anwendung sowohl mit Strecken für Alltagsfahrten als auch mit spektakulären Freizeit- und Sporttouren und weist Ihnen per Sprachnavigation den gewünschten Weg.
Die einzelnen Karten lassen sich kostenpflichtig offline abspeichern, sodass Sie unterwegs keine Internetverbindung benötigen. Bei CHIP finden Sie Naviki für Android und iOS zum Download. Die App bietet individuelle Routen unter Berücksichtigung von Fahrradwegen, Straßenbelägen sowie ein Höhenprofil. Außerdem gibt es eine Funktion zur Aufzeichnung von Fahrten und Synchronisierung mit der Naviki-Cloud.
Die Naviki App ist unter Einsatz von Werbung und reduziertem Funktionsumfang kostenfrei nutzbar. Für den vollständigen Zugriff auf alle Funktionen gibt es kostenpflichtige Optionen. Das monatliche Abonnement kostet 3,50 Euro oder 28 Euro im Jahr.
Google Maps
Google Maps ist als Routenplaner für Ihre Fahrradtour ideal. Wählen Sie einfach das Fahrradsymbol in der Auswahl Ihrer Route aus und geben Start- und Zielpunkt ein. Google liefert Ihnen innerhalb weniger Sekunden verschiedene Routen, die für Sie in Betracht kommen können.
Maps zeigt Ihnen vorab die Navigationsanweisungen in Textform an und informiert Sie darüber, wie eben die Strecke ist. Die aktuelle Version von Google Maps finden Sie bei CHIP zum Download für Android und iOS. Die Nutzung von Google Maps ist kostenlos. Allerdings Kosten können Ihnen indirekt entstehen, wenn Sie z. B. mobile Daten benötigen und keinen Zugriff auf WLAN haben.
Der Platzhirsch der Autonavigation gibt sich Mühe: Als einzige App werden auch im Fahrrad-Modus Alternativen zum Ziel angeboten. Google Maps will immer schnell zum Ziel mit kuriosen Vorschlägen: zur Not fast senkrecht den Berg runter. Wer also nur mit dem Touren-E-Bike unterwegs ist, merkt ggf. zu spät, wie gefährlich die Tour gerade ist.
Fahrradcomputer-Apps
Wenn es nicht unbedingt eine Navi-App sein muss, dann kann das Smartphone aber zumindest als Fahrradcomputer herhalten um z.B. Daten wie Strecke oder Geschwindigkeit zu tracken. Die klassische Funktion eines Tachos also? Nicht ganz. Die gängigsten Programme wollen wir uns hier einmal näher anschauen.
Die 3 besten Apps als Fahrradcomputer
Die Apps richten sich primär an sportliche Fahrer, die ihre Leistungen tracken wollen, Herzfrequenz inklusive. Jede hat so ihre Vor- und Nachteile: Strava bietet Wettkampfmöglichkeiten mit Freunden in der Community. Wer es bei Strava über die Bezahlschranke schafft bekommt immerhin eine Routennavigation, auf der ich mir den Untergrund auswählen kann. Sports Tracker erkennt beim Aufzeichnen, wo tatsächlich Sport gemacht wurde (Skipisten und Skilifte werden beispielsweise unterschieden). Wer Puls- oder andere Sensoren des Rads anschließen mag, um die Werte in die Aufzeichnung mit einzubeziehen, landet allerdings schnell mal in der digitalen Steinzeit, Stichwort Verbindung über Bluetooth, und nicht jede App mag jeden Pulsmesser.
Strava
If it‘s not on strava it didn‘t happen“ - eine App, die es in Radfahrerkreisen schon zu einem geflügelten Wort geschafft hat. Strava ist eine Mischung aus Social-Network und Tracking-App.
Die Moves werden nach der Tour direkt in die Datenbank geladen, wo Fans und Follower kommentieren und Kudos (Anerkennung/Lob) geben können. Auf den zahlreichen Segmenten messen sich Sportler aus aller Welt und versuchen sich gegenseitig die sogenannten KOMs (King of the Mountain) abzuluchsen.
Strava ist ein soziales Netzwerk für Ausdauerathleten und gerade unter Radfahrern sehr weit verbreitet. „If it’s not on Strava, it didn’t happen.“ ist ein sehr bekannter Satz, den vermutlich jeder sportlich ambitionierte Radfahrer schonmal gehört hat. Die App zeichnet Ausdaueraktivitäten wie zum Beispiel Radfahren, Schwimmen, Laufen und Wandern auf und lädt diese Touren anschließend in den eigenen Feed privat oder öffentlich hoch. Der Community Charakter steht auch hier im Fokus und die User können kommentieren und „Kudos“ geben, um die Tour zu bewerten. Ebenso kann man Fotos hochladen und Beschreibungen hinzufügen.
Dabei zeichnet Strava detailliert Parameter auf, mit welchen sich das Training bzw. die Ausfahrt sehr präzise analysieren lassen. So kann man die Entwicklung der eigenen Leistung verfolgen, sich aber auch mit anderen Fahrern auf der gleichen Strecke messen. Die App spielt hier auch bewusst mit dem Motivationsbooster „Gamification“ und lobt für ausgewiesene Segmente auf den Strecken Belohnungen in Form von Platzierungen und Icons im Profil aus. Hier kann man auch die schnellsten Zeiten auf diesem Segment sehen, sowie die platzierten Fahrer.
Strava lässt sich sowohl für die Tourenplanung, als auch für die Tour selbst (direkt in Strava auf dem Smartphone oder auf einem kompatiblen Device) und im Nachhinein für die Analyse bzw. die Darstellung der Route nutzen. Wer sportlich unterwegs ist, der kann die Strava-Daten als GPX-Datei auch mit entsprechend anderen Apps abgleichen und Nutzen aus den erhobenen Daten ziehen (z. B. Trainingpeaks, Garmin). Die, übrigens auch bei Profis sehr beliebte, Ausdauersport-App ist in der Basisversion kostenfrei und bietet mit einem Abo-Modell weitere Funktionen (ab 10,99€/Monat). Strava ist verfügbar für Android und iOS.
Runtastic
Nicht vom Namen täuschen lassen. Die App Runtastic stammt zwar aus dem Laufsport, hat aber ihre Grundfunktion inzwischen auch auf zwei Bike-Apps erweitert. Die beide Apps Runtastic Mountain Bike und Runtastic Road Bike kommen mit einem großen Funktionsumfang und können sogar mit eigener Hardware gekoppelt werden (Pulsgurt, Geschwindigkeits- und Trittfrequenz-Sensor). Je nach gewähltem Abo kosten die Apps in der Premium-Version zwischen 4,15€ und 6,63€ pro Monat. Auch hier dürfen sich Android- und iOS-Nutzer über eine umfangreiche App freuen.
Weitere Apps
Diese App ist hierzulande noch recht unbekannt, bietet aber nebst den üblichen Aktivitäten bis zu 600 Sportarten, die man aufzeichnen kann. Das „MVP“ genannte Premium-Abo kostet 29,99$ pro Jahr bzw. 5,99$ im Monat. Dafür bekommt man unter anderem eine Intervallfunktion, Trainingspläne, Live-Tracking und viele individuelle Analyseoptionen.
Mountainbike Apps
Wer am liebsten im Gelände unterwegs ist, für den machen natürlich eben jene Apps Sinn, die eine Offline-Karten-Funktion mitbringen. Spätestens wenn man tief drin steckt im Funkloch, ist man darüber dankbar. Outdooractive und Komoot wären hier wohl die erste Wahl. Daneben gibt es aber auch weitere „Geheimtipps“.
Weitere nützliche Fahrradapps & Apps zum Fahrradfahren
„Es gibt für alles eine App“ - ein Werbespruch, an dem allerdings durchaus was dran ist. Über Tracking und Navigation hinaus dürfen sich Smartphone-Nutzer auch über Apps für Bike-Fitting, die Fahrrad-Werkstatt oder Ausrüstung freuen.
Bike Gear Calculator: Mithilfe dieser App kann man verschiedene Ritzel-Setups errechnen und sogar vergleichen. Besonders die übersichtliche Oberfläche und die leichte Bedienbarkeit machen die App zu einem Must-Have für Schrauber.
Saddle adjust: Die App ist extrem hilfreich, wenn man die Neigung seines Sattels anpassen möchte. Eine eingebaute Wasserwage ermöglicht eine feine Justierung. Bis zu drei Setups können zudem mit Bild gespeichert werden.
Bike fast fit: iPhone-Besitzer freuen sich über die App „Bike fast fit“: Video aufnehmen und im Nachhinein die Sitzposition anpassen. Klingt doch gut, oder? Genau das geht mit der App. Außerdem kann man die Daten exportieren und speichern, sowie einen Report exportieren.
Um dir zum Abschluss noch eine kurze Orientierung zu geben, haben wir alle hier vorgestellten Apps - aber auch ein paar mehr - nochmal in folgender Liste zusammengefasst:
Liste beliebter Fahrradapps:
- GPSies
- Fit fürs Rad
- Bikefit
- Zwift - indoor cycling workout
- Zwift Companion
- Interval timer
- Trainer Road
- Trainer peaks
- Size my bike
- Radfahren - Fahrrad Tracker
Smartphone und Fahrrad-App sind vorhanden, das passende Fahrrad oder E-Bike fehlt dir jetzt aber noch?
Tipps für die Nutzung von Fahrrad-Apps
Apps zur Routenplanung und Navigation vereinfachen die Planung und Durchführung von Radtouren. Wir haben vier Apps ausprobiert: komoot, Outdooractive, Locus Map und Naviki. Im Anschluss geht es um die Streckenvorbereitung - Selbst planen oder eine Tour aus einem Tourenportal nutzen. Wer selbst plant, sollte immer auch darauf achten, ob vielleicht saisonale Zugangsbeschränkungen auf Wegen bestehen. Gleiches sollte auch überprüft werden, wenn Sie eine Tour von anderen nachfahren möchten.
Es gibt triftige Gründe für die Nutzung eines spezifischen Fahrrad-GPS-Geräts, aber auch pragmatische Überlegungen, die dem gegenüberstehen. Vor allem die Möglichkeiten des ohnehin vorhandenen Smartphones macht den Radcomputer für viel Radler obsolet. Bei der Wahl einer App müssen vorab ein paar Prämissen gesetzt werden. Urbanen Radlern reicht eventuell schon eine möglichst sinnvolle, an die Radinfrastruktur angepasste Route von A nach B. Mit überschaubarem Funktionsumfang und entsprechend einfacher Bedienung sind dafür Apps wie Google Maps oder Apple Karten ideal. Doch wer die Grenzen der Ballungsräume hinter sich lässt, hat meist höhere Ansprüche an die Routenführung und sieht sich mit einer etwas kniffligeren Planung konfrontiert.
Gerade wenn die Tour-Präferenzen jenseits des Asphalts liegen, ist es essenziell, dass die App über feine Filter-Funktionen verfügt und auf entsprechend detailliertes Kartenmaterial zurückgreift. Gute Apps unterscheiden zwischen verschiedenen Untergründen, Radtypen und Höhenprofilen, damit die Gravel-Runde nicht auf ruppigen MTB-Trails endet, Radreisende nicht jeden verfügbaren Höhenmeter mitnehmen und Rennradfahrer sich nicht über Forst-Autobahnen quälen müssen. Je feiner die Auswahlkriterien bei der Routenplanung sind, desto weniger muss vor oder während der Tour im Detail nachgebessert werden. Mit höheren Ansprüchen wächst natürlich die Komplexität der Apps. Mit einer Ausnahme sind die getesteten Apps zumindest in den Grundzügen kostenfrei nutzbar. Teilweise kann mit einer Registrierung kleinräumig Kartenmaterial freigeschaltet werden. Die Zahlmodelle unterscheiden sich, sind aber überwiegend an monatliche oder jährliche Abos geknüpft. Teilweise können auch einzelne Optionen zugebucht werden. Das kann sinnvoll sein, wenn man die App beispielsweise nur während einer Radreise verwenden möchte. Laufende Kosten lassen sich bei den meisten Apps aber kaum vermeiden. Mit einem einmaligen Investment kommt man lediglich bei Komoot zurecht.
Gerade für regelmäßige Anwender ist die Option der Offline-Nutzung durchaus sinnvoll. Um mobiles Datenvolumen zu sparen, werden die relevanten Kartenkacheln einfach im WLAN runtergeladen und lokal gespeichert. Einige App-Funktionen sind aber trotz Karten-Download teilweise nur mit einer Datenverbindung möglich. Das ist die Crux an der App-Nutzung. Große Touren mit hohem Anspruch an die Routenwahl werden idealerweise am Computer geplant. In den getesteten Apps funktioniert das zwar auch mehr oder weniger gut auf dem mobilen Gerät, doch allein die limitierte Größe des Displays und der dadurch eingeschränkte Überblick kann Nerven kosten. Doch bei größeren Touren ist es schon sinnvoll, die Routen zu überprüfen, zu ergänzen oder zu korrigieren, um unterwegs unschöne Überraschungen zu vermeiden.
Eine Alternative zu selbst erstellten Routen bieten Touren-Portale, die idealerweise in die App integriert sind. Diese bieten fertige Strecken, die sich dann einfach speichern und nachfahren lassen - teilweise gibt es dazu sehr fundierte Beschreibungen und Fotos der Highlights. Neben der steten Inspirationsquelle sind die Tour-Datenbanken ganz hervorragend für spontane Unternehmungen geeignet. Teilweise sind die Routen von den App-Anbietern generiert, viele stammen aber auch von anderen Nutzern, die ihre Daten teilen. Da diese Routen vor der Veröffentlichung nicht überprüft werden, ist auch hier - vor allem im Gelände - Vorsicht geboten. Beim Thema Export und Import von Routen schließt sich der Kreis zu den eingangs erwähnten GPS-Geräten, denn in der App geplante oder gespeicherte Routen können idealerweise auch in anderen Apps oder aber auf GPS-Geräten genutzt werden. Das gängigste Format ist die gpx-Datei.
Praxis-Tipps für die Smartphone-Navigation
- Ein großes Manko ist der Energieverbrauch der Geräte. Im Vergleich zu Radcomputer ist ein Smartphone unter ungünstigen Umständen schnell leer. Eine Powerbank samt Ladekabel ist neben einer guten Lenkerhalterung obligatorisch.
- Radreisende sollten immer ein Auge auf die Steckdosen-Infrastruktur haben. Räder mit Nabendynamos können teilweise mit USB-Steckern ausgerüstet werden, sodass Smartphones auch während der Fahrt mit Strom versorgt werden. Zu beachten ist, dass manche Dynamos erst ab einer gewissen Geschwindigkeit genügend Spannung zur Verfügung stellen. Abhilfe schafft ein Pufferspeicher. In sonnigen Gebieten haben wir auch schon gute Erfahrungen mit faltbaren Solar-Panels gemacht.
- Zusätzlich sollte alles, was Strom frisst, deaktiviert werden - unnötige Datenverbindungen, Hintergrundaktualisierungen und latent geöffnete Apps saugen die Telefone schnell leer. Auch die Helligkeit des Displays kann zum Stromsparen etwas runtergefahren werden.
- Bei übersichtlicher Streckenführung kann man das Smartphone ausschalten. Die meisten Apps schicken Abbiegehinweise auf das Sperrdisplay. Radreisenden sei die gute, alte Papierkarte als Ergänzung zur Technik empfohlen.
Weitere Fahrrad-Apps im Überblick
Hier ist eine Tabelle mit zusätzlichen Fahrrad-Apps und ihren Funktionen:
| App | Funktionen |
|---|---|
| First Aid RFC | Erste Hilfe Anleitungen, Notrufnummern |
| Bike Citizens | Navigation speziell für urbane Radfahrer |
| ViewRanger | Erkennt Landschaftspunkte per Augmented Reality |
| Falk Maps & Routenplaner | Karten, Routen, POIs und Unterkünfte mit Zusatzinfos |
| Strava | Fahr- und Trainingsdaten, Wettbewerbsplattform |
| Exercise Bike Workout | Unterstützt Trainingseinheiten auf dem Heimtrainer |
| Interval Timer HIIT | Plant Intervalle für High Intensity Interval Training |
| Saddle Adjust | Hilft bei der korrekten Sattelhöhe |
| Bicycle Gear Calculator | Berechnet Übersetzungen und Meter pro Kurbelumdrehung |
| The Foot Fit Calculator | Hilft bei der korrekten Fußposition bei Klickpedalen |
| Bike 3D Configurator | Virtuelles Traumrad zusammenstellen |
| Kahaki Sprocket Tool | Berechnet die richtige Speichenlänge |
| GPS Speedometer | Zeigt Fahrdaten in einer klaren Darstellung |
| Radbonus | Sammelt Kilometer und Belohnungen |
| Tour de France 2019 Vuelta Édition | Radspiel für den Ruhetag |
Verwandte Beiträge:
- Triumph Mountainbike Test & Kaufberatung: Modelle, Preise & Erfahrungen
- Decathlon Mountainbike 26 Zoll: Test & Kaufberatung
- Ist Fahrradfahren Sport? Kalorienverbrauch & gesundheitliche Aspekte
- E-Dreirad mit Akku: Test & Vergleich der besten Modelle für Senioren & Erwachsene
- Gravel Bike mit Gepäckträger und Licht im Test – Perfekt für Alltag und Abenteuer!
- MotoGP Rennen Verpasst? Entdecken Sie Jetzt Kostenlose Wiederholungen & Highlights!
Kommentar schreiben