Manchen Menschen macht es sogar Spaß, doch ich empfinde Routenplanung als echtes Übel. Je nach Art und Alter des Kartenmaterials kann man sich nach Stunden der Optimierung nicht mal sicher sein, ob der ideale Weg auf dem Papier auch der beste durch Stadt, Wald und Flur ist oder vielleicht in Sackgassen endet, über unfahrbare Wege führt oder Rampen und Treppen einbaut, für die ich den Sattel verlassen muss.
Immer öfter wird aber das Rad Teil des Urlaubs, und immer mehr Menschen schaffen - dem Hilfsantrieb oder regelmäßigerem Training sei Dank - deutlich längere Strecken. Mehr Reichweite heißt aber auch mehr Kreuzungen, mehr mögliche Ziele und mehr Chancen, sich komplett zu verfransen. Im Laufe unseres Testalltags konnten wir ziemlich viele Situationen mit diversen Navigationsmöglichkeiten ausprobieren.
Neben der klassischen Karte und dem Aufschrieb wie beim Knotensystem gibt es drei elektronische Möglichkeiten, sich leiten zu lassen. Standard ist heute das Smartphone mit Google Maps als Navi-App. Vor allem, wenn man bereit ist, ein paar Euro auszugeben, bieten spezialisierte Apps gerade für den Radtouristen und Nutzer von weniger zivilisierten Straßen aber deutlich mehr Sicherheit und Nutzerkomfort als Google. Ganz besonders die Investition in die komoot-App mit ihren Hunderttausenden von Routenvorschlägen anderer User ist die 30 Euro für alle Karten der Welt absolut wert. Weiter haben wir schon sehr schöne Trips mit Bikemap, Outdooractive, Niviki, der Locus Map oder Maps.me gemacht.
Sie alle bieten sicheres Routing mit unterschiedlichen Schwerpunkten sowie Stärken und Schwächen, deren Auflistung in einem der nächsten Hefte Platz finden muss. Routenplanung und -führung sind bei den gelisteten Apps top, das Problem bei Smartphones allgemein ist: Navigieren mit kostenlosen Online-Karten und sehr aktuellen Daten zur Strecke benötigt eine dauerhafte Internetverbindung, der Datentransfer und die zusätzliche App plus das durchweg aktivierte Display erhitzen das Gerät und fressen den Akku regelrecht auf. Mehr als drei Stunden halten selbst aktuelle Modelle das kaum durch.
Hinzu kommt die problematische Lenkerbefestigung, denn das Handy bei jeder Kreuzung aus der Tasche zu friemeln macht auch keinen Spaß. Handyhalter gibt es en masse, die allermeisten eignen sich aber nur für Kurzstrecken über glatte Straßen. Versprechen von Erschütterungsfreiheit und bombenfestem Halt selbst auf Downhill-Strecken haben sich bisher nicht wirklich bestätigen lassen.
Nicht ganz so verbreitet ist die Routenführung per Smartwatch. Die meisten Outdoor-GPS-Uhren lassen Zielführung über eine Karte oder mittels Abbiegeanweisungen zu, wobei die Darstellung der Strecke als Karte in den kleinen Displays meist überladen ist, und auch die langwierige Zieleingabe ohne Tastatur erinnert an Pkw-Navis aus den 90ern. Hier präferieren wir klar die Darstellung mit Pfeilen und Entfernungen bis zum nächsten Einschlag.
Eine viel sicherere Bank sind die Spezialisten: Navigeräte, speziell zur Montage an einem Fahrradlenker entwickelt. Sie sind deutlich robuster, das Display für Outdoor-Aktivitäten ist optimiert und radoptimiertes Kartenmaterial meist schon vorinstalliert, und die Bedienung ist auch mit Handschuhen oder schwitzigen Händen leicht möglich. Je nach Modell geht der Funktionsumfang sogar weit über die reinen Routingaufgaben hinaus; gerade Pedelecfahrer profitieren davon, wenn Streckenführung und Restreichweite des Akkus zum Beispiel zusammengeführt werden. Sportfreaks interessieren eher zusätzlich koppelbare Sensoren für Herzfrequenz oder Tretleistung. Ganz neu sind diese zwei Fahrradcomputer:
NED - Das Antinaviland
Die Niederlande sind für ihre Fahrradkultur berühmt. Das Radwegenetz ist hervorragend ausgebaut, und um sich im dichten Wirrwarr der Wegstrecken zurechtzufinden, hat man ein intelligentes System entwickelt. Am leichtesten folgt man den Fernrouten, die farblich markiert durchs komplette Land führen.
Wenn es abwechslungsreicher sein soll, schaut man sich vor Abfahrt eine Karte mit den sogenannten “Knooppunten” an - diese “Knotenpunkte” haben jeweils zweistellige Nummern, die zwar mehrfach vergeben sind, aber nicht in einer Region. Erreicht man eine Kreuzung, sind die wegführenden Radwege mit jeweils der Nummer gekennzeichnet, die die nächste zu erreichende Kreuzung trägt. Das macht das Abbiegen eindeutig. Der Aufschrieb besteht letzten Endes nur aus einer Reihe dieser zweistelligen Zahlen, die man Kreuzung für Kreuzung “abarbeitet”. Das ist simpel, fast spielerisch.
Das Triumvirat der Navigation
Das Angebot an Spezialgeräten ist gar nicht mal so groß - das liegt nicht zuletzt an der Konkurrenz durch das Smartphone. Sieben ernstzunehmende Hersteller zählen wir auf dem mitteleuropäischen Markt, davon beißen Garmin, Sigma und Wahoo aktuell die größten Stücke vom Kuchen ab. Sie bieten vom Einsteigergerät bis zum Hightechnavi mit über 1000 Features etliche Modelle an. Wir haben jeweils das mit dem größten Nutzen für Tourenfahrer, Pendler und E-Biker genauer unter die Lupe genommen. Interessanterweise unterscheiden sie sich weniger in der Genauigkeit, sondern hauptsächlich im Funktionsumfang und in der Hardware, sodass am Ende ziemlich klare Kaufempfehlungen herauskommen.
Zwischen 150 und 600 Euro muss man übrigens für ein Neugerät ansetzen; das ist eine recht weite Spanne. Faustregel: Je abhängiger man sich vom Gerät macht, desto mehr lohnt sich ein Topmodell. Soll heißen: Für die Suche nach einem Zielpunkt in der eigenen Stadt oder das Abfahren einer nahe gelegenen Route, die man aus dem Netz geladen hat, reicht ein einfaches Gerät. Wer sich auf selbst geplante Mehrtagestouren in abgelegenen Gefilden und dies eventuell auch noch im Ausland wagt, sollte deutlich mehr ausgeben.
Garmin Edge Explore II: Platzhirsch mit gutem Draht nach oben
Mit Navigationsgeräten gehen die Leute vom Sportelektronikriesen Garmin quasi “back to the routes”. Dass Navigation deren Steckenpferd ist, spürt man sowohl bei der Verbindungszeit als auch bei der Präzision von GPS-Position und Kartenaufbereitung. Der Funktionsumfang des “Explore II” ist verglichen mit dem getesteten Garmin Edge 840 etwas überschaubarer, trotzdem sollte man zum Einrichten Tablet oder Smartphone mit “Connect”-App nutzen.
Auch wenn etliche Aktivitätsprofile den Vorgang automatisieren können, allein alle Funktionen zu entdecken dauert ein paar Stunden. Die Darstellung auf dem glänzenden, aber trotzdem gut lesbaren Display sieht weniger verspielt als wirklich topografisch aus. Die Basiskarten reichen für Zentraleuropa voll aus, Spezialkarten, wie die von Finnland, lässt sich Garmin allerdings gut bezahlen. Die Bedienung über den Screen ist auch wegen der Größe des Displays gut, in Kombi mit den sensiblen Tasten funktioniert die Eingabe recht einfach, wenn auch nicht so intuitiv wie beim Sigma Rox.
Die vielen Landschaftsinformationen, die in die Garmin-Karten eingepflegt sind, können sich bei sehr dichtem Straßennetz überlagern, dafür ist in den verschiedenen sehr detaillierten Karten quasi jeder Pfad verzeichnet. Durch Benutzerdaten weiß das Gerät, welche Wege stark frequentiert sind und welche so selten, dass sie vielleicht gerade nicht passierbar sind. Die Routen des “Explore II” sind deshalb die verlässlichsten der drei, wenig touristisch optimiert, sondern eher für Fahrbarkeit und Verkehrsdichte.
Auch der Garmin kann die Daten der meisten E-Bike-Antriebe auslesen und in das Routing einbinden. Obwohl man Strava, komoot und Co. einbinden kann, reichen Connect-App und Gerät zur Routenplanung. Eine Adresseingabe ist nicht möglich, in die Karte eingepflegte POI können aber angefahren werden. Neben Crash-Alarm Funktion, einem allgegenwärtigen Kompass oder einer Anti-Diebstahl-Warnung hat das Gerät auch Funktionen, die des Guten zu viel sind: Gruppenmitglieder (über zusätzliche Handyverbindung) orten zu können, mag interessant sein, aber ein Gruppenchat auf dem Display eines Fahrzeugs - das ist ein Schritt zu weit. Das gilt auch für Nachrichten von Zuschauern an der Strecke.
Der Tourenspezialist im Garmin-Sortiment ist für Nichtleistungssportler wohl dem “Edge 840/Edge 1040” vorzuziehen; die teureren Geräte bieten mehr Funktionen, aber genau diese wird man als Tourenbiker selten bis nie nutzen. Die beste Hardware, die nüchterne Darstellung und die ausgefeilten Outdoorkarten des neu aufgelegten “Explore” machen ihn zur Wahl für Technikfreunde, die sich viel, lange und weit von der Heimat leiten lassen wollen. Kartenerweiterungen sind nicht günstig, dafür aber sehr gut!
Die wichtigsten Fakten des Garmin Edge Explore II im Überblick
- Hersteller: Garmin
- Modell, Firmware: Edge Explore II
- Preis Gerät/als Bundle: 299,99 Euro / 399,99 Euro (Power)
- Maße und Gewicht (ohne Halter): 106 x 56 x 21 mm / 104 Gramm
- Satelliten: GPS, Glonass, Galileo
- Höhenmesser/Kompass/Gyroskop: barometrisch / ja / ja
- Display/Auflösung: 3 Zoll / 240 x 400 Pixel
- Bedienung: 3 Tasten, Touchdisplay
- Akkuleistung/Ladezeit: 16 Stunden / 2,5Stunden
- Speicher: 16 GB
- GPS: Multiband-GNSS
- Kopplung Antriebsgruppe: keine, Pedelec-Assist-Integration
- Karten/Routenformate: Garmin Basiskarten, erweiterbar
- Group Sharing: Gruppentracking / interne Kommunikation
- Nutzerprofile: alle Radtypen, Indoor-Modus
- Coaching: Planungs- und Analysefunktionen
- Connectivity und Sensoren: Bluetooth, ANT+, WLAN, Vario Radar komp.
- Third Party Software: Strava, TrainingPeaks, Zwift, weitere (über App)
- Halter: Aero-Lenkerhalter inklusive
Bewertung des Fahrradnavis
- Bedienung: 8 von 10
- Display: 9 von 10
- Akkuleistung/Ladezeit: 9 von 10
- Speicherkapazität: 7 von 10
- Konnektivität/Funktionsumfang: 10 von 10
- Companion-App: 10 von 10
- Halter: 8 von 10
Wahoo Elemnt Roam V2: Offroad-Navi und Coach zugleich
Beim Set-up zeigt sich der Wahoo Elemnt Roam V2 sehr nutzerfreundlich, am besten gelingen die ersten Schritte in Begleitung der zugehörigen App (Wahoo Elemnt Companion). Damit lassen sich z.B. die Displayansichten toll konfigurieren, alle Änderungen werden ad hoc auf dem Gerät umgesetzt. Kleine Hilfetexte geben Einsteigern Sicherheit. Die Menüführung über sechs Tasten ist erscheint bei den Hunderten Funktionen kompliziert, das System ist aber clever und geht sofort in Fleisch und Blut über.
Die Tasten sind, im Gegensatz zu früher, selbst dreckig oder mit Handschuhen gut zu fühlen und bedienen. Tipp: Eher mehrere Screens mit wenig Datenfeldern anlegen und die Ansichten wechseln. Obwohl das Display, das Glanzstück des Elemnt, in jeder Lage und aus jedem Winkel gut lesbar ist und nicht spiegelt, verwirren Schriftart und Layout bei zu viel Daten. Schön: Farben werden dezent eingesetzt, das erhöht Kontrast und Lesbarkeit noch mal, genau wie der Tag-Nacht-Modus.
Das Routing ist mit dem Wahoo genau und zuverlässig, funktioniert über Land aber besser als städtisch. Bis das Gerät nach dem Start Satellitenkontakt hat, vergingen keine 30 Sekunden. Statt eines Pfeils bewegt sich beim Wahoo eine Art “Wurm” entlang der Strecke, der immer weiter wandert, während die zurückgelegte Route zum schwarzen Strich wird. Diese Form der Darstellung ist bei weitläufigen Wegenetzen übersichtlich, kann im städtischen Straßengewühl jedoch verzwickte Gabelungen überdecken. Vor dem Pfeilwurm hilft eine Kompassnadel bei der Orientierung. Folgen viele Richtungswechsel nacheinander, hinken Distanzangaben und Richtungspfeile den Abbiegehinweisen manchmal hinterher, wobei das Re-Routing flott und zuverlässig auf den rechten Weg weist, sollte man sich mal verfranst haben.
Wie die Konkurrenz bietet auch der Wahoo die Option, zum Startpunkt zu navigieren. Dafür muss mit der App eine Extra-Route geplant und auf das Gerät in den Ordner “Routes” übertragen werden. Die Kartenverwaltung funktioniert ausschließlich in der App auf dem Smartphone, weshalb der Download neuer und/oder aktualisierter Karten nur funktioniert, wenn auch auf dem Smartphone genügend Pufferspeicher vorhanden ist. Da Wahoo aus dem Sportsektor stammt, implementiert das Gerät viele Funktionen zur Trainingssteuerung oder Kopplung mit Indoor-Trainern oder weiteren Sensoren, die für Tourenbiker weniger wertvoll sind. Auch die direkte Anbindung an Trainingsplattformen wird der Genießer weniger genießen können.
Der Wahoo Elemnt Roam ist wegen seiner robusten Hardware, jederzeit lesbarem Display und der Kernkompetenzen im Routing abseits der Stadt unser Tipp für Gravelbiker und Sportler. Die Bedienung eher über Tasten als das Touchdisplay spricht auch eher Offroader an, denen es egal ist, wenn sie mal einen Abzweig verpassen. Der Preis ist gerade noch okay.
Die wichtigsten Fakten des Wahoo Elemnt Roam V2 im Überblick
- Hersteller: Wahoo
- Modell, Firmware: Elemnt Roam V2, WC46-16708
- Preis Gerät/als Bundle: 400 Euro / 500 Euro
- Maße und Gewicht (ohne Halter): 90 x 59 x 20 mm,100 Gramm
- Satelliten: 7 Satelliten
- Höhenmesser/Kompass/Gyroskop: barometrisch / ja / ja
- Display/Auflösung: 2,7 Zoll / 240 x 400 Pixel
- Bedienung: 6 Tasten
- Akkuleistung/Ladezeit: 15 Stunden / 3 Stunden
- Speicher: 32 GB
- GPS: Multi-Band GNSS
- Kopplung Antriebsgruppe: Shimano Di2, SRAM AXS
- Karten/Routenformate: OSM Basis / GPX-, TCX-Dateien
- Group Sharing: Public Route Sharing
- Nutzerprofile: vier Radprofile, Indoor-Modus
- Coaching: Wahoo Sports Science Team, 5 Workouts
- Connectivity...
Sigma Rox 12.1 Evo: Praktisch - Clever - sehr simpel
Nach 4 Jahren Wartezeit hat Sigma Sport im Sommer 2023 endlich den Nachfolger des beliebten Sigma Rox 12 vorgestellt. Der neue Rox 12.1 EVO kommt mit einigen Verbesserungen. In meinem Sigma Rox 12.1 EVO Test schaue ich mir den EVO genauer an und beleuchte, ob er das Zeug dazu hat, dein neuer Begleiter auf dem Rad zu werden.
In der Basicversion sind eine Ahead- und ein normale Halterung dabei. Auf dem ersten Blick ähnelt die Halterung dem System von Garmin, laut dem Handbuch sind nur Halterungen von Sigma kompatibel. Der 12.1 EVO passt in meine Halterung von Syncros, sie hält ihn jedoch nicht richtig fest bzw. lässt er sich zu leicht seitlich herausdrehen. Die offizielle Garmin Halterung hielt ihn besser fest.
Im Lieferumfang ist noch ein Micro-USB Ladekabel und eine Handschlaufe zur Sicherung gegen Herunterfallen dabei. In der Bundle Edition, bekommst du zusätzlich einen Geschwindigkeits-, Puls- und Trittfrequenz Sensor dazu. Um das Display vor Kratzern zu schützen kaufe dir gleich eine Displayfolie*.
Lade dir zuerst die Sigma Ride App für dein Smartphone herunter. Über die App passt du die Radprofile inklusive Datenseiten, Navigation und sonstigen Einstellungen relativ schnell und ohne Probleme an. Natürlich geht das auch ohne App direkt am Gerät, dauert aber etwas länger. Die Datenseiten änderst du wie bei Garmin durch längeres Drücken auf das jeweilige Datenfeld. Zusätzlich lässt sich sogar die Farbe der Datenfelder verändern. Der Rox 12.1 hat mittlerweile eine WLAN-Antenne, und Firmware-Updates sind nur per WLAN möglich.
Du bedienst den Sigma Rox EVO per Touch und Tasten, was zuverlässig funktioniert. Anfangs war es für mich ungewohnt, weil es unten keine Tasten gibt sondern nur seitlich. Vielleicht könnte der Abstand zwischen den Knöpfen noch etwas größer sein.
Der Start benötigt etwa 53 Sekunden und nach dem Einschalten braucht der 12.1 EVO noch einen kleinen Moment, bis die Satelliten gefunden sind. Also früh genug starten, damit du beim Losfahren nicht warten musst. Im Menü und während der Fahrt reagiert der Rox ohne größere Verzögerungen und auch die Touren berechnet er flink.
Je nach Radprofil sind andere Einstellungen für die Navigation möglich. So unterschied sich meine Route im Mountainbike-Profil drastisch zu der im Rennrad-Profil. Der Rox 12.1 navigiert dich zu POI-Punkten oder du wählst dein Ziel direkt auf der Karte aus, sowie ganz klassisch die Adresse. Bei letzterer fehlt die Option der Hausnummer, besonders bei langen Straßen etwas blöd. Der 12.1 EVO schlägt mindestens 2 unterschiedliche Routenoptionen vor. Ebenfalls lassen sich am Gerät mehre Punkte in eine Strecke einplanen.
Für eine schnelle Runde ohne große Planung lohnt sich die „Draw my Route“ Funktion. Da zeichnest du auf der Karte grob ein Kreis oder Linie um deinen Startpunkt und der Sigma Rox 12.1 berechnet dir eine Tour. Deine geplanten Routen von Strava, Komoot oder dem Sigma Data Center lassen sich direkt per Sigma Ride App auf den Rox 12.1 EVO synchronisieren oder du importierst direkt eine gpx-Datei.
Die Karten kannst du bequem für einzelne Länder auswählen und aktualisieren. Jedoch ist der Speicher nicht zu groß, mit installierten Karten von Deutschland, Polen und Tschechien waren bei mir noch 3,38 GB frei. Das Vorgängermodell hatte noch 2 GB mehr dabei. Auf der anderen Seite sind die Karten nicht speicherhungrig - Deutschland belegt 1,02 GB und Österreich 0,21 GB.
Sigma gibt die Laufzeit mit bis zu 14 Stunden an. Bei meinen Testfahrten war nach circa 10 bis 11 Stunden finito. Ich war meistens mit zwei Sensoren, automatischer Helligkeit, ohne Bluetooth und relativ oft mit der Navigation unterwegs. Da zeitlich keine längere Tagestour drin war, fuhr ich mehrere einzelne Fahrten innerhalb von 1 bis 2 Wochen. Im Vergleich zur Konkurrenz hängt der Rox 12.1 etwas hinterher, aber für eine normale Tagestour reicht es ohne Probleme aus.
Mit dem Energiesparmodus ist noch etwas mehr drin, das Display ist aus und schaltet sich nur vor Abbiegepunkten oder wenn du dich verfahren hast ein.
Technische Daten:
- Maße (B x L x H): 5,7 x 9,5 x 2,1 cm
- Gewicht: 110 g
- Speicher: 6 GB
- Display: 7,5 cm (3 Zoll) Diagonale und einer Auflösung 240 x 400 Pixel
- Satelliten: GPS, GLONASS, GALILEO
Anders als bei den früheren Geräten wird der Rox 12.1 EVO nicht mehr von der Sigma Data Center Software am PC erkannt. Jedoch bekommst du trotzdem deine Daten in das Programm. Meld dich einfach bei der Sigma Cloud in der Ride App an und dann werden deine Touren automatisch synchronisiert. So wertest du sie später bequem am PC aus. Leider erhielt die Data Center Software in den letzten Jahren keine neuen Funktionen. Insbesondere wenn du mit einem Powermeter unterwegs bist, fehlt u.a. eine Analyse deiner aktuellen Müdigkeit, Leistungsstand oder die Entwicklung deiner FTP.
In der Ride App siehst du ebenso deine Werte und kannst deine Touren auf Strava, Komoot oder TrainingsPeaks teilen. Deine Kilometer, Fahrzeit, Höhenmeter und kCal erscheinen für jedes einzelne Radprofil separat. Ein Feature was häufig bei anderen Radcomputern fehlt und einige in den Kommentaren danach fragten.
Einige Trainingseinheiten sind bereits vorinstalliert. Anfangs hatte ich mit meinen Workout Dateien Probleme, die ich sonst zum Testen immer ausprobiere. Darum habe ich nochmal neue Workouts bei zwofactory und zwiftworkout erstellt und anschließend dort in das fit-Format konvertiert. Im Trainingsmodus ist es leider nicht möglich einzelne Einheiten zu wiederholen - es geht nur das Überspringen. Für Indoor Sessions steuert der 12.1 EVO ebenfalls deinen Smart-Trainer an.
Der Sigma Rox 12.1 EVO ist ein solider und zuverlässiger Fahrradcomputer mit Navigation. Er bietet eine Vielzahl von Funktionen und ist einfach / logisch zu bedienen. Die Akkulaufzeit könnte länger sein.
Meine Erfahrungen mit dem Rox 12.1 EVO
PRO:
- Großes Display
- Intuitive Bedienung
- Vollwertige Navigation
Contra:
- Akkulaufzeit könnte besser sein
- lange Startzeit
Beim Test kostete der Rox 12.1 ca. 330 Euro oder 380 Euro in der Bundle Version. Dort findest du den aktuellen Preis bei rosebikes* oder amazon* sowie bei boc24*. Übrigens war ich mit der Firmware 1.5 unterwegs.
Alternativen zum Rox 12.1 EVO
- Garmin Edge 1040: Ein Top-Fahrradcomputer mit allen erdenklichen Funktionen und größerem Display.
- Garmin Edge 540 oder 840: Die beiden Geräte sind etwas kleiner, haben jedoch mehr Funktionen unter dem Display. Der Edge 540 hat kein Touchscreen dafür ist er beim 840 dabei.
Ob fürs Pendeln, das Feierabendtraining oder die große Wochenendrunde - Fahrradcomputer sind mehr als nur Tacho-Ersatz. Sie liefern wertvolle Trainingsdaten, helfen bei der Orientierung und motivieren zu neuen Bestleistungen. Viele Modelle verfügen über GPS oder nutzen die Standortdaten des Smartphones, um Routenführung zu ermöglichen.
Praxis-Tipps: So findet man sicher ans Ziel
Fazit: Außer der Suche nach einem echten Abenteuer gibt es kaum noch haltbare Gründe, sich nicht von der Elektronik leiten zu lassen. Man erlebt weniger böse Überraschungen, kann mutiger planen, findet im Bedarfsfall viel schneller Nahrung, Unterschlupf oder Hilfe, man spart Zeit bei der Planung und kann interessante Punkte entlang der Route viel effizienter anfahren, und man weiß viel eher als durch die Beschilderung, was noch auf einen zukommt.
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