Fahrradtaschen im Test: Die Ortlieb Back-Roller Free

Die Ortlieb Back-Roller Free tritt zum ebikeers Fahrradtaschen Test an und stellt sich unseren Versuchsaufbauten.

Die Tasche des deutschen Herstellers wird als Doppelpack angeboten und am Gepäckträger befestigt.

Um die Wertung nicht zu verändern, haben wir die beiden zusammengehörigen Taschen einzeln getestet und mit den anderen Taschen im Testfeld verglichen.

Ortlieb gilt seit Jahren als wichtiger Player auf dem Markt für hochwertige Fahrradtaschen.

Verarbeitung und Material

Die Verarbeitungsqualität der Back-Roller Free ist wie die klassische Back-Roller auf absolut hohem Niveau.

Die Nähte und Materialien sind sauber verarbeitet und miteinander verbunden.

Auch vollgeladen gibt die Back-Roller Free keinen Mucks von sich.

Dieses planenähnliche Material schützt die Tasche und den Inhalt vor Umwelteinflüssen wie Regen und Beschädigungen.

Volumen und Beladung

Die 20 Liter Volumen und die maximale Zuladung von 9 Kilogramm pro Tasche haben wir voll ausgenutzt.

Auch voll beladen ist während der Fahrt kein Klappern oder Knacken zu hören.

Die 9 Kg max. Beladung sind übrigens keine Limitierung der Tasche selbst, sondern des Befestigungssystems.

Befestigungssystem

Apropos, auch bei der Ortlieb Back-Roller Free kommt das bewährte und schnell greifende Hakensystem zur Befestigung am Gepäckträger zum Einsatz.

Die einrastenden Haken halten die Taschen sicher und zuverlässig an Ort und Stelle.

Die Quick-Lock 2.1 genannte Befestigung funktioniert durch einfaches Anheben bzw. Absenken der Tasche mittels des Tragegriffs.

Durch das Anheben werden die Haken automatisch geöffnet, die Tasche lässt sich einfach entnehmen.

Kritikpunkt

Einzig die Positionierung des Verschlusses der Tasche bemängeln wir etwas.

Da die Verschlüsse in Richtung der Befestigung zeigen, sind diese unseres Empfindens nach etwas umständlicher zu erreichen, als bei anderen Taschen.

Das ist jedoch Jammern auf hohem Niveau.

Ausstattung und Features

Mit einem Volumen von 20 Litern pro Tasche und einer maximalen Belastung von 9 Kilogramm sind die Ortlieb Back-Roller Free vor allem im Team stark.

Das große Innenfach kann mittels optionaler Raumtrenner ideal auf die eigenen Bedürfnisse angepasst werden.

Eine abgetrennte Innentasche sorgt für eine gute Übersicht im Inneren der Fahrradtasche.

Zusätzlich hat Ortlieb der Back-Roller Free noch eine kleine Netztasche in der Haupttasche verpasst.

Hier werden kleine Gegenstände wie Schlüssel oder Kleingeld übersichtlich aufbewahrt.

Reinigung und Wasserdichtigkeit

Durch das Planenmetarial, welches sich auch im Inneren der Tasche fortsetzt, ist die Back-Roller Free sehr gut zu reinigen.

Einfach warmes Spülwasser rein, mit dem Schwamm einmal gründlich auswischen.

Der Hersteller verspricht einen Schutz vor Spritzwasser gemäß der Zertifizierung IP 64.

Auch in der stärksten Einstellung schafft es unser Gartenschlauch-Monsun nicht in das Innere der Tasche.

Neben dem starken Material der Plane und der guten Verarbeitung der Nähte zeigt sich auch der Roll-Verschluss als extrem beständig.

Was bedeutet IP 64 zertifiziert?

Die IP-Klassifizierung gibt an, wie gut ein Produkt gegen Staub, oder Regen geschützt ist.

Die IP 64 Zertifizierung hat die Ortlieb allemal verdient, auch im starken Regen dürften alle transportierten Dinge trocken ans Ziel kommen.

Aus unserer Sicht wäre hier umgangssprachlich auch eine „absolut wasserdicht“ nicht übertrieben.

Einsatzbereich

Rein optisch ist die Ortlieb Back-Roller Free kein Kandidat für das Büro.

Zu sehr ist das Planenmaterial als solches zu erkennen, die Farben passen nur bedingt ins Business.

Die optionalen Raumtrenner für den großen Tascheninnenraum machen jedoch gerade für den täglichen Weg zur Arbeit vieles leichter: Kleinteile und größere Gegenstände lassen sich voneinander getrennt transportieren.

Einkäufe, kurze Ausflüge und alltägliche Touren - hier spielt die Back-Roller Free ihr volles Potential aus.

Besonders in der Kombination mit den optionalen Raumtrennern ist die Fahrradtasche flexibel und schnell einsatzbereit.

Fazit

Ortlieb stellt mit der Back-Roller Free ein neues Konzept vor und kombiniert zwei mittelgroße Einzeltaschen zu einem großen Set.

Die Flexibilität, die dieses Konzept bietet, ist einzigartig.

Im Alltagstest stellt sich die Back-Roller Free sehr gut an.

Auch wenn die Ortlieb uns rundum gut gefallen hat, könnte Ortlieb überlegen den Verschluss der Tasche auf die andere Seite zu legen, um die Fahrradtasche einfacher zu öffnen, wenn sie am Rad angebracht ist.

Weitere Fahrradtaschen im Überblick

Hinterradtaschen, Gepäckträgertaschen, Packtaschen - es kursieren auch bei den Herstellern verschiedene Begriffe für die Fahrradtaschen, die sich (meist als Paar eingesetzt) beidseitig am Gepäckträger befestigen lassen.

Getestet haben wir neun Taschen, von denen acht einen Rollverschluss haben: Sie werden durch mehrmaliges Einrollen des oberen Randes und anschließender Fixierung mit einer oder mehreren Schnallen geschlossen.

So ein Rollverschluss ist zwar im Handling etwas komplizierter als ein einfacher Deckel, dafür schützt er in der Regel besser gegen Spritzwasser, das während der Fahrt im Regen gern von allen Seiten kommt.

Auch sorgt er für eine gewisse Flexibilität: Bei einer nur halb gefüllten Tasche wickelt man einfach ein oder zwei Runden mehr, bei Überbeladung eine Runde weniger als üblich.

Die Taschen in unserem Test haben Volumina zwischen 18 und 26 Litern und tragen etwa 9 bis 12,5 Kilogramm.

Bei zwei Modellen reichen die rund 40 Liter und etwa 20 Kilogramm für kurze Reisen genauso aus wie für große Einkäufe.

Einige unserer Testtaschen gibt es auch in kleinen Versionen für Frontgepäckträger, sodass man mit insgesamt vier Taschen unterwegs sein kann.

Auch lassen sich einige Hinterradtaschen mit einer zusätzlichen, oben aufliegenden Einzeltasche kombinieren, um das Volumen zu vergrößern.

Alle getesteten Taschen werden an einer Strebe eines Gepäckträgers mit zwei Klemmen befestigt.

Unten verhindert ein kleiner Arm, dass sie in Kurven vom Gepäckträger weg schwenken.

Alle Taschen im Test eignen sich für Standardgepäckträger.

Probleme kann es mit unterschiedlich dicken Gepäckträgerstreben geben.

Adapter für verschiedene Strebenstärken liegen einigen Modellen bei.

Ortliebs neues System von 2025 lässt sich ohne Adapter an unterschiedliche Durchmesser anpassen.

Durch Verschieben der Klemmen respektive des stabilisierenden Arms können die Taschen so an die meisten Gepäckträger angepasst werden, dass sie während der Fahrt nicht nach vorn oder hinten wandern.

Wichtig ist dabei, dass sie so weit hinten positioniert werden, dass man sie beim Fahren nicht mit der Ferse berührt.

Einige der getesteten Modelle verfügen innen oder außen über kleine Fächer.

Will man den Inhalt sortieren oder besser schützen, kann man Inlays kaufen.

Ortlieb und Vaude bieten so etwas passend für einige ihre Taschen an.

Sie eignen sich je nach Modell eher für die Radreise oder für das Büropendeln.

Die Back Roller von Ortlieb sind für Radreisende immer noch das Maß der Dinge.

Sie liegen bei der Verarbeitung und der Materialqualität vorn.

Mit dem neuen Schloss hat Ortlieb auch bei der Halterung zu Vaude aufgeschlossen.

Wobei Vaudes Aqua Backs mit ihrer robusten Verarbeitung eine echte Alternative zu Ortliebs Back Rollern sind.

Andere Taschen mögen Vorteile beim Design oder der Ausstattung haben.

So ist ein Inlay für den Notebooktransport bei Ortlieb nur gegen Aufpreis zu bekommen, bei einigen anderen einfach dabei.

Weitere getestete Modelle

  • Thule Shield: Eine klassische Gepäckträgertasche mit Rollverschluss, erhältlich in verschiedenen Größen.
  • SKS Infinity Urban Sidebag: Eine Pendlertasche mit gepolstertem Laptopfach und magnetisch einrastender Schnalle.
  • Aevor Pannier Pack: Eine sportliche Tasche mit Klickfix-System und Spritzwasserschutz.

Ortlieb Back-Roller Core im Detail

Der Klassiker unter den Fahrradtaschen. Minimalistisch kommt die Ortlieb Back-Roller Core daher.

Die 20-Liter-Fahrradtasche überzeugt mit ihrer Wasserdichtigkeit, dem klassischen Look und ihrer Robustheit und der einfachen Anwendung.

Verschlossen wird die Fahrradtasche mit dem Rolltop. Einfach zusammenrollen, seitlich einhaken und schon ist man fertig.

Das Volumen reicht für den Alltag: Laptop, Regenkleidung, Snacks, Luftpumpe und Co. passen gut hinein.

Auch ein kleiner Einkauf lässt sich damit erledigen.

Einziges Manko: Es gibt keine Fächer an der Tasche.

Abhilfe schafft das Commuter Insert, das als Zubehör separat erhältlich ist und uns beim Test zur Verfügung stand.

Vaude Aqua Back Single

Unser Favorit ist die Aqua Back Single von Vaude.

Zunächst mal die Optik: Unsere Test-Tasche ist grau und schwarz, mit einem orangefarbenen Regenschirm.

Sie besteht aus einem PVC-freien Planenmaterial und ist außerdem klimaneutral hergestellt, da das Unternehmen seine Emissionen kompensiert.

Das Material ist wasserdicht und pflegeleicht.

An den Seiten und vorn befinden sich Reflektoren.

Die Nähte sind sehr ordentlich verarbeitet.

Vaude eBack Single

Ordnung muss sein! E-Bike-Fahrer mit dieser Einstellung werden mit der eBack Single von Vaude sicherlich glücklich.

Die orangenfarbene Tasche sieht auf den ersten Blick aus wie ein Rucksack mit vielen Reißverschlüssen. Zunächst einmal gibt es das Fach für den Ersatzakku links. Das kann man übrigens auch noch mit einem Klettverschluss fixieren.

Rechts hat man Zugriff auf ein kleineres Fach.

Das große Hauptfach kann mittels des Reißverschlusses weit geöffnet werden.

Hier drin ist noch mal ein länglicher, herausnehmbarer Beutel, bei dem man auch von außen sieht, was drin ist.

Auf dem Deckel des Hauptfachs hat man Zugriff auf ein kleineres Fach mit wiederum zwei kleinen Zusatzfächern.

Auch am Rücken befindet sich ein weiteres Fach, das man zur Hälfte öffnen kann.

Vaude Karakorum Pro

Regen-Outfit, Wechselklamotten, Werkzeug, Bekleidung für Ausflüge und Restaurantbesuche, vielleicht auch Zelt und Isomatte - wer auf große Radtour geht, hat einiges an Ausrüstung, was er mitnehmen möchte.

Die Karakorum Pro besteht aus drei Taschen, die per Reißverschluss miteinander verbunden werden.

Dabei sollten die Seitentaschen zuerst einzeln an den Gepäckträger angebracht werden, die obere Tasche wird dann per Reißverschluss an die Taschen rechts und links befestigt.

Die seitlichen Taschen haben unten und oben eine Schiene. Hierüber können die Haken individuell an das Rad befestigt werden - und das auch ganz ohne Werkzeug.

Um die Haken zu positionieren, drehen Sie einfach an dem orangenem kleinen Drehrad.

Ortlieb Vario

Die Idee: Auf einer Seite der Tasche befindet sich das Quick-Lock-Befestigungssystem und auf der anderen ein gepolstertes Tragesystem mit Brustgurt und ergonomischen Schulterträgern.

Die sogenannte Flap verdeckt jeweils die Seite, die nicht benötigt wird.

Dabei wird die Flap einfach festgehakt.

Die Verwandlung geht recht gut, und mit etwas Übung klappte es bei uns auch immer besser und schneller.

Vatum Bikes Fahrrad Hinterradtasche High End

Im lässigen Kurierlook mit Rolltop und in Schwarz kommt die Vatum Fahrrad Hinterradtasche daher.

Wir haben die Vatum Fahrrad Hinterradtasche High End auf dem Weg ins Büro und beim Einkauf getestet.

Gestört hat uns jedoch, dass die Fahrradtasche nicht so toll ist, wenn es darum geht, sie irgendwohin zu tragen: Die zwei Verschlüsse am Rolltop können nicht ineinander gesteckt werden, wie man es von vielen Rolltop-Taschen kennt, um einen stabilen Tragegriff zu erhalten.

Der Trageriemen an der Tasche selbst ist recht dünn und drückt unangenehm, sobald die Tasche schwer beladen ist.

Ein Schultergurt ist zwar auch noch vorhanden, aber die Polsterung fällt hier auch eher dünn aus und ist zudem recht steif.

Thule Paramount

Die Hybridtasche Thule Paramount fasst 26 Liter und wendet sich vor allem an Pendler und urbane Radfahrer, die sowohl mit dem Rad fahren als auch Teilstrecken zu Fuß gehen.

Um aus der Fahrradtasche einen Rucksack zu machen und umgekehrt, muss zunächst der Reißverschluss auf der Rückseite geöffnet werden, um die Rückenplatte herumzudrehen und wieder hineinzustecken.

Dann kann der Reißverschluss wieder verschlossen werden.

Das funktioniert in der Praxis gut, aber nicht im Handumdrehen.

Radgeist Fahrradtasche für Gepäckträger

Um ein Hybridmodell handelt es sich bei der Radgeist Fahrradtasche für Gepäckträger.

Die wasserdichte Tasche verfügt über ein Volumen von 20 Litern und ist mit einem Rolltop versehen, das mit einem G-Haken am Gurt fixiert wird.

Hört sich leichter an als gedacht: Tatsächlich haben wir häufiger zwei Hände gebraucht, um den G-Haken festzumachen bzw. zu lösen.

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