Fahrrad Reflektor Speichen Arten: Ein umfassender Überblick

Um von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen zu werden, benötigt ihr Reflektoren. Mittlerweile gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, diese am Fahrrad anzubringen, und darüber hinaus sind diese auch noch StVZO-konform. Fahrrad-Reflektoren sind neben dem Rücklicht und der vorderen Fahrradlampe ein weiterer wichtiger Bestandteil der Fahrradbeleuchtung.

Der Reflektor für das Fahrrad ist eine Fläche, die einfallendes Licht reflektiert. Der Begriff kommt aus der französischen Sprache und steht für eine Oberfläche, die Licht zurückspiegelt. In der Praxis leuchten die Scheinwerfer von Fahrzeugen dein Fahrrad an, und die Reflektoren werfen das Licht wieder zu diesem Fahrzeug zurück.

Grundlagen der Fahrradreflektoren

Die Oberfläche eines Fahrrad-Reflektors ist in den meisten Fällen in der Form eines Winkels oder in Prismen angeordnet. Optisch entsteht daraus eine Pyramide, deren Spitze von der Lichtquelle weg nach hinten zeigt. Durch diese Eigenschaft wirft der Reflektor das einfallende Licht zurück und streut es dabei gleichzeitig in verschiedene Richtungen.

Moderne Rückstrahler bestehen aus Kunststoffen. Häufig kommen Hartplastik oder Plexiglas zum Einsatz. Die Oberfläche aus Kunststoff ist so angeordnet, dass eine Streuung entsteht. Oft sind Rückstrahler am Rad leicht angewinkelt und in verschiedenen Größen angebracht.

Dadurch kann das Licht aus unterschiedlichen Richtungen einfallen und ein Fahrrad-Reflektor seine leuchtende Wirkung entfalten. Ein weiterer Vorteil der angewinkelten Rückstrahler ist der Streueffekt, der die Sichtbarkeit noch einmal deutlich anhebt. Reflektoren sind in verschiedenen Farben erhältlich, abhängig von der Funktion.

Gesetzliche Bestimmungen (StVZO)

Die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) regelt, wie viele Fahrrad-Reflektoren an einem Fahrrad vorgeschrieben sind. Es besteht die Pflicht, dass ein verkehrssicheres Fahrrad über sechs verschiedene Rad-Reflektoren verfügen muss.

Viele Fahrradfahrern ist die Tatsache nicht bewusst, dass ihr Fahrrad überhaupt Reflektoren und dann sogar noch mindestens sechs Stück benötigt. Oft herrscht die Meinung vor, dass eine normale Fahrradbeleuchtung ausreicht. Doch die Regeln in der StVZO sind verpflichtend und sinnvoll. Bei Nichteinhaltung der Bestimmung fährst du mit keinem verkehrssicheren Fahrrad durch die Gegend. Wirst du von der Polizei bei einer Verkehrskontrolle angehalten, droht dir bei einem Verstoß ein Bußgeld bis zu 25 Euro.

Die Pflicht-Reflektoren für Fahrräder sind: ein weißer Frontreflektor, ein roter Heckreflektor, vier gelbe Pedalreflektoren und seitliche Reflektoren (in den Speichen oder als Reflexstreifen an den Reifen oder Felgen).

Die vorgeschriebenen Reflektoren sind:

  • Ein nach vorn gerichteter weißer Reflektor (Rückstrahler), der auch im Scheinwerfer verbaut sein kann.
  • Ein Großflächen-Rückstrahler hinten (mit „Z“ markiert), der fest verbaut auch tagsüber angebracht sein muss.
  • Gelbe Reflektoren an den Pedalen und Speichen.

Drei Arten von Speichenreflektoren

Neben den typischen Katzenaugen haben sich nämlich auch andere Arten von Reflektoren eingebürgert. Alle drei Arten sind StVO-tauglich. Doch es kommt auf Details an. Nicht alle Reflektor-Lösungen sind zulässig!

1. Katzenaugen

Die klassischen Katzenaugen (umgangssprachlich auch flächenhafte Rückstrahler oder Retroreflektoren genannt) gibt es in Weiß oder Gelb und sind in Deutschland Pflicht. Diese Art von Speichenreflektor kennt wohl praktisch jeder, der hierzulande aufgewachsen ist, vom ersten Kinder- oder Jugendrad, das man hatte. Aber auch viele Trekking- und Stadträder werden vom Hersteller mit Katzenaugen ausgerüstet. Diese grellen, gelb-aufleuchtenden Lichter geben dem Fahrrad ein markantes und erkennbares Seitenprofil.

Solche Lichter sieht man sonst praktisch nirgendswo im Straßenverkehr, wodurch man von den Seiten mit hoher Sicherheit schnell als Fahrradfahrer erkannt wird. Deshalb ist man mit den Katzenaugen auf jeden Fall auf der sicheren Seite.

2. Reflektierende Speichensticks

Eine Weiterentwicklung sind kleine, relativ unauffällige Röhrchen, die um die Speichen gesteckt werden. Wie bereits erwähnt, hat sich in jüngster Zeit eine weitere Art von Speichenreflektoren eingebürgert, die am Fahrrad als Alternativen für Katzenaugen erlaubt ist. Die Rede ist von dünnen reflektierenden Speichensticks, die an allen Speichen der Felgen befestigt werden.

Beim Fahren ergibt sich dadurch ein durchgehendes, weißes Licht zu beiden Seiten der Räder, was ebenfalls für eine gute Sichtbarkeit sorgt. Die laut Hersteller dieser Lösungen auch besser sichtbar ist als klassische Katzenaugen-Speichenreflektoren. Darüber hinaus sind die Speichensticks modischer und sehen besser aus; auch verhindert man damit, dass die Speichenreflektoren klappern können.

Wichtig: Laut StVZO muss jede Speiche mit einem Röhrchen versehen sein, um konform zu sein. Alle Speichen müssen einen Reflektor-Stick haben, um StVZO-Konform zu sein!

3. Reflektorstreifen am Reifen

Eine weitere Spielart der Reflektoren ist der Reflexstreifen am Reifen. Diese haben sich für alle Fahrräder etabliert. Auch Rennradreifen werden mit diesem Sicherheitsfeature ausgestattet. Eine sehr sinnvolle Erweiterung!

Laut § 67 Abs. 7 der Straßenverkehrszulassungsordnung sind Reifen, deren Seitenwände ringförmig zusammenhängend weiß oder gelb rückstrahlend sind, StVO-Konform. Zum Glück ist auch diese Reflektor-Art nach StVZO zulässig. Somit könnt ihr sicher sein, gesehen zu werden und vermeidet Ärger mit Ordnungshütern.

Alternativen für Speichenreflektoren

Darüber hinaus ist jedoch zu klären, ob es Alternativen für Speichenreflektoren gibt. Tatsächlich findet man heutzutage allerlei alternative Seitenlichter für das Fahrrad, doch dabei stellt sich vermehrt die Frage, ob sie aus StVO-Sicht als wirksame Alternativen angesehen werden.

Die kurze Antwort lautet: Es gibt nur eine Alternative, mit der man der Pflicht für Speichenreflektoren oder Speichensticks entgeht. Die Alternative besteht in den Reflexstreifen, wie oben bereits vorgestellt. Diese werden als Alternative akzeptiert, da sie - ähnlich wie die Speichensticks - für ein ebenso markantes Seitenprofil sorgen wie die klassischen Katzenaugen. Und dabei den Reifen komplett als geschlossenen Kreis schließen. Das ist nach StVZO das entscheidende Detail. Denn der Reflexstreifen muss durchgehend sein.

Reflektoraufkleber an Felgen

Häufig auch als Alternative für Reflektoren gesehen. Diese können überall am Rad, Fahrradhelm oder Felge angebracht werden. Was Prinzipiell immer eine gute Idee ist, um die Sichtbarkeit zu erhöhen. Schadet nicht und stört keinen. Doch ein echter Ersatz für Reflektoren sind diese nicht.

Denn nach StVZO muss ein Reflexstreifen durchgehend sein. Also um 360° komplett einmal um den Reifen herum. Andernfalls ist dieser nicht zulässig. Und somit wird es mit Stickern problematisch. Denn diese sind nicht konzipiert, um den Reifen oder Felge komplett zu umrunden. Erst recht nicht für vier Seiten (vorne und hinten jeweils links und rechts).

Weitere Reflektoroptionen

Ein flexibles Band, das mit einer reflektierenden Oberfläche ausgestattet ist, kann an vielen verschiedenen Punkten am Fahrrad befestigt werden. Diese Bänder sind meist mit einem Klettverschluss ausgestattet und können auch an den Speichen montiert werden.

Das nahezu farblose Spray kann auf nahezu allen Materialien gesprüht werden und bietet gerade in der dunklen Jahreszeit einen weiteren Schutz für deine Fahrradtour. Das spezielle Spray wirkt bei Dunkelheit reflektierend und ist bei Tageslicht unsichtbar. Der Effekt ist von Autofahrern schon aus 100 m Entfernung sichtbar und das aufgetragene Material hält ca. eine Woche, je nach Oberfläche.

Reflektoren an Pedalen

In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind auch Reflektoren für Pedale Vorschrift. Bevor man sich neue Pedale kauft, schaut einmal nach, ob ihr Reflektoren nachrüsten könnt. Es gibt Schraub-, Steck- und Klebereflektoren für viele Pedale. Diese müssen gelb und nach vorne und hinten anstrahlen bzw. reflektieren können. Nur in der Schweiz dürfen die Strahler an den Pedalen eine andere Farbe besitzen.

Schaue dir deine Pedale gut an und überprüfe, ob es möglich ist, Reflektoren nachträglich anzubringen. Bei Rennrädern mit minimalistischen Klick-Pedalen gestaltet es sich oft schwierig. Es gibt dennoch Kombi-Pedale, die Klick- und Plattform-Systeme in einem verbinden.

Sichtbarkeit auf dem Fahrrad

Offensichtlich ist, dass Sichtbarkeit die Sicherheit erhöht. Es geht dabei nicht bloß darum, dass man von den anderen Verkehrsteilnehmern gesehen wird, sondern auch, aus welcher Distanz man gesehen wird und ob man rechtzeitig als Fahrradfahrer erkannt wird. Das ist wichtig, um die Chancen zu erhöhen, dass man sowohl gesehen als auch erkannt wird.

Daher ist es ratsam, sich nicht nur um die gesetzlich notwendige Beleuchtung des Fahrrads zu kümmern. Auch die Bekleidung hat einen immensen Einfluss auf die Sichtbarkeit.

Eine bekannte Pressemitteilung des ADAC gab bekannt, dass man vom Autofahrer bei schlechter Beleuchtung erst bei 25 Meter Entfernung erkannt wird, wenn man dunkel gekleidet ist - eine Entfernung, die eindeutig zu kurz ist, um mit absoluter Sicherheit rechtzeitig zu bremsen. Helle Kleidung erhöhte die Sichtbarkeit auf 40 Meter Entfernung und Kleidung mit reflektierenden Elementen (Verkehrsweste!) auf 130 Meter.

Empfehlung: Reflektierende Kleidung

Daher empfiehlt es sich, zusätzlich zu den Speichenreflektoren, Kleidung mit reflektierenden Elementen zu tragen. Das muss nicht unbedingt die klassische Verkehrsweste sein. Kleinere, dezentere Elemente können auch sehr effektiv sein - wenn man sie bedacht einsetzt.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Wie viele Speichenreflektoren sind Pflicht?

Die Antwort ist abhängig davon, welche Art von Speichenreflektor man meint.

  • Für klassische Katzenaugen: Zwei pro Rad (an entgegengesetzten Stellen montiert).
  • Für weiße Speichensticks: Ein Speichenstick für jede Speiche.

Wenn man Reifen mit Reflektorstreifen hat, hat man keine Pflicht, Speichenreflektoren zu befestigen, da man so bereits ein erkennbares Seitenlicht hat. Trotzdem ist es ratsam in diesem Fall, zusätzlich Speichenreflektoren zu befestigen. Man darf das Fahrrad auch mit zusätzlichen Reflektoren ausrüsten - das ist nicht verboten.

Sind weiße Speichenreflektoren erlaubt?

Es sind nur Speichensticks in weißer Farbe erlaubt. Es sind mittlerweile auch Katzenaugen in weißer Farbe erhältlich, die von kleineren oder fernöstlichen Herstellern produziert werden, doch sind sie streng gesehen nicht erlaubt. Die StVO sieht vor, dass Katzenaugen gelb sein müssen - sonst könnten sie von den anderen Verkehrsteilnehmern auf dem ersten Blick als andere Arten von Lichtern verwechselt werden, als Scheinwerfer zum Beispiel.

Welche Speichenreflektoren sind zugelassen?

Es sind nur zwei Arten von Speichenreflektoren zugelassen: die klassischen, gelben Katzenaugen und die weißen Speichensticks, die an allen Speichen befestigt werden und somit für ein durchgehendes weißes Licht sorgen. Andere Arten von Speichenreflektoren dürfen zusätzlich angebracht werden, aber können nicht als Alternativen für die gesetzlich vorgeschriebenen Speichenreflektoren herhalten. Reflexstreifen sind eine zugelassene Alternative zu Speichenreflektoren.

Wie funktionieren Katzenaugen?

Das Prinzip ist tatsächlich an den Augen von Katzen (bzw. anderen nachaktiven Tieren) angelehnt. Die Augen sind nämlich so aufgebaut, dass das Licht durch die äußere Schicht durchdringt und von einer hinteren Schicht in den Augen zurückgeworfen wird - wie von einem Spiegel. Das Licht passiert die äußere Schicht der Augen also praktisch doppelt, weshalb Katzenaugen so stark aufleuchten.

Auch die Katzenaugen am Fahrrad sind so aufgebaut, dass das Licht durch die äußere Schicht durchdringt, um dann von einer hinteren Schicht zurückgespiegelt zu werden. Dadurch wird das Licht eben nicht bloß zurückgeworfen, sondern die äußere Fläche der Katzenaugen leuchtet besonders stark auf.

Wie befestigt man Reflektoren?

Die Befestigung von klassischen Reflektoren ist in der Regel sehr einfach. Sie verfügen meistens über zwei Einkerbungen, in der die Speichen des Laufrads passen. Man befestigt den Reflektor zunächst an einer Speiche, weit außen, und schiebt ihn mit etwas Kraft Richtung Mitte - bis man die nächste Speiche in die andere Einkerbung bekommt. Den anderen Reflektor befestigt man genau auf der gegenüberliegenden Seite. Die Reflektoren sollten völlig wackelfrei sitzen, damit sie sich bei Erschütterungen nicht lösen können.

Wie befestigt man Speichensticks?

Speichensticks, wie die Seku Clips von Büchel, besitzen in der Regel auf einer Seite eine schmale Öffnung, durch die man die Speiche zwängt. Die Speiche rastet sich dann in der Mitte vom Speichenstick ein, wodurch der Speichenstick wackelfrei sitzen sollte. Man befestigt einen Speichenstick auf jeder einzelnen Speiche des Fahrrads. Man befestigt die Speichensticks ganz außen an den Speichen, damit sie optimal sichtbar sind. Die Befestigung der Speichensticks geht in der Regel einfach und der komplette Satz sollte innerhalb von fünf bis zehn Minuten befestigt sein.

Überblick über verschiedene Reflektorarten

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die verschiedenen Arten von Reflektoren und ihre Eigenschaften:

Reflektorart Vorteile Nachteile StVZO-Konformität
Katzenaugen Günstig, einfach zu reinigen, haltbar Begrenzter Blickwinkel Ja
Speichensticks Effektive Reflexion, modern Anfällig für Verschmutzung, Installation auf jeder Speiche erforderlich Ja, wenn jede Speiche bestückt ist
Reflexstreifen am Reifen Etabliert, wartungsarm Reflexionsfläche verschmutzt schnell, Austausch nur durch Reifenwechsel Ja, wenn durchgehend
Reflektoraufkleber Einfache Anbringung Nicht StVZO-Konform, da nicht durchgehend Nein

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