Fahrrad Regenhose Test: Bleiben Sie trocken und sicher unterwegs

Eine Regenjacke haben nahezu alle im Schrank - Regenhosen benötigt man aber fast ausschließlich zum Radfahren. Kaum etwas ist ärgerlicher, als nach einem morgendlichen Regenschauer mit nasser Hose im Büro zu sitzen. Daher ist die richtige Regenhose für Radpendler und Radreisende unerlässlich. Sie sollte nicht nur dicht sein, sondern auch bequem über die Jeans oder Stoffhose passen, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken und auch unterwegs ohne große Verrenkungen anzuziehen sein.

Worauf Sie beim Kauf einer Fahrrad Regenhose achten sollten

Bei der Bestimmung der Größen haben die Hersteller schon einkalkuliert, dass man eine »normale« Hose darunter trägt. Passt Ihnen sonst M, ist das auch bei Fahrrad-Regenhosen in der Regel richtig. Reflektierende Elemente an den Hosenbeinen sind eine Möglichkeit, auch im Regen rechtzeitig wahrgenommen zu werden. Bei regennasser Dunkelheit kann übrigens die Sichtbarkeit der Hose wichtiger sein als die der Jacke: Das Abblendlicht eines Autoscheinwerfers trifft eher den unteren Bereich des Radfahrers.

Im Test (mit glücklicherweise meist nur kurzen Regenschauern) hielten alle geprüften Modelle dicht. Zwar gibt es Tage, an denen schon beim Losfahren feststeht, dass es nass wird, aber es gibt auch solche, an denen der Regen plötzlich unterwegs einsetzt.

Die verschiedenen Arten von Fahrrad Regenhosen

Die Fahrrad-Regenhose sollte wie jedes Kleidungsstück perfekt zu den individuellen Bedürfnissen passen. Hier sind die gängigsten Typen:

  • Überhose: Eine lange, weite Hose, die bequem über die Alltagskleidung gezogen werden kann.
  • Trägerhose: Wird direkt auf der Haut getragen und liegt eng an. Geeignet für Vielfahrer und Rennfahrer.
  • Regenshorts: Für den Sommer, bietet Schutz im Po-Bereich.
  • Hardshellhose: Lang geschnitten, wasserdicht, winddicht und atmungsaktiv. Ideal für Herbst und Winter.

Test ausgewählter Modelle

Hier stellen wir einige der getesteten Modelle vor, um Ihnen einen Überblick über die Vielfalt und Qualität der verfügbaren Regenhosen zu geben.

Gorewear Endure Shorts

Die Endure von Gorewear ist eine Art Sportwagen mit Vollausstattung: Sie ist leicht (184 Gramm), passt in ihre eigene Hosentasche und sitzt ausreichend eng an den Beinen, sodass nichts flattert. Das zweilagige, atmungsaktive Material ist im Sitzbereich verstärkt und die verschiedenen Teile werden von gedichteten Nähten zusammengehalten. Die Form ist exakt auf die leicht nach vorn gekippte Haltung beim Pedalieren zugeschnitten. Beim Anziehen konnte ich meine Radschuhe anbehalten, da sich die Hosenbeine im Wadenbereich per Reißverschluss öffnen lassen. Im Bund gibt es neben dem Gummizug noch ein Zugband. Der hintere Bereich ist gummiert, sodass die Hose am Rücken nicht so schnell herunterrutschen kann. Im Regen bin ich immer trocken geblieben, auch bei längerer Fahrt. Besonders geschwitzt habe ich dabei nicht.

Das gefällt an der Gorewear Endure: Sie ist leicht, atmungsaktiv, hält dicht und stört beim Pedalieren kaum.
Das weniger: Ich erreiche die Hosentaschen nur umständlich. Mit Winterschuhen kommt man beim Anziehen schlecht durch die Hosenbeine.

Adidas Terrex Multirain

Die Terrex ist eine Sport-Regenhose und wird von Adidas für das Radfahren, aber auch zum Wandern oder Langlaufen empfohlen. Geschlossen wird die Terrex per Druckknopf und Schnürband am Bund. Vorne sitzt, leicht nach links versetzt, ein Reißverschluss, der das Einsteigen in die Hose erleichtert. Am Sprunggelenk lässt sich die Terrex mit Klettverschlüssen enger stellen. Taschen oder Eingriffe hat die 305 Gramm schwere Hose nicht.

Das gefällt an der Terrex Multirain: Sie hält dicht, wärmt und fühlt sich angenehm an.
Das weniger: Ich komme nicht hinein, ohne die Schuhe auszuziehen.

AGU Go Essential

Die Go Essential Regenhose ist das günstigste, aber auch schlichteste Modell im Testfeld. Die AGU-Hose ist zweilagig aufgebaut: Außen in mattem Polyester aus recyceltem Material, innen glatt. Daher schützt sie auch etwas gegen Kälte. Wichtiger ist, dass der innere, glatte Belag Hosenstoff und Schuhe fast problemlos durchgleiten lässt. So ist es mir im Test meist gelungen, die Hose unterwegs über die Jeans zu streifen, ohne dafür die Schuhe ausziehen zu müssen. Lediglich die Möglichkeit, den Bund an den Knöcheln per Klettverschluss eng zu binden. Im Regen erwies sie sich als regendicht. Wird es wärmer, kommt man unter dem nicht atmungsaktiven Material ins Schwitzen.

Das gefällt an der Go Essential: Sie ist klein, gut packbar und günstig. Ich komme mit meinen Schuhen durch die Hosenbeine und regendicht ist sie auch.
Das weniger: Es gibt weder Taschen noch Eingriffe.

GripGrab EXPLR Waterproof Lightweight

Die EXPLR Waterproof Lightweight von GripGrab ist eine doppellagige Regenhose mit wenigen, aber durchdachten Details. Die innere Schicht ist glatt, damit es beim Radeln wenig Reibung zwischen Regenhose und Hose gibt. Im Wadenbereich lässt sich die EXPLR leicht öffnen und per Klett fast bis zum Knie herauf eng binden. So flattert sie nicht im Fahrtwind. Links und rechts gibt es per Klett verschließbare Eingriffe, über die man an seine Hosentaschen herankommt. Im Sitzbereich und Schritt ist die EXPLR Waterproof verstärkt.

Das gefällt an den EXPLR Waterproof Lightweight Pants: Sie fühlt sich angenehm an, man schwitzt kaum und kann sie flexibel anpassen.

Endura Hummvee Waterproof Trouser

Die Hummvee »Wasserdichte Hose« oder »Waterproof Trouser« ist ein Klassiker der schottischen Marke Endura. An den Knöcheln öffnen Reißverschlüsse den Bund recht weit, sodass man mit den meisten Schuhen hindurchkommt. Klettverschlüsse können die Hosenbeine an den Knöcheln noch enger machen. Im Sitzbereich ist das Material verstärkt, ein Sitzpolster gibt es aber bei keiner der getesteten Hosen.

Das gefällt: Die Hose ist 252 Gramm leicht und wirkt dennoch robust. Sie lässt sich mit den meisten Schuhen auch unterwegs anziehen.
Das weniger: Es fehlt an Taschen und Zugängen zur Alltagshose.

Rainlegs Reflective

Die Rainlegs sind keine vollständigen Hosen, sondern ein Überzug für die Hüfte und die Oberschenkel bis unter die Knie. Ihr Vorteil: Sie lassen sich klein zusammenrollen und müssen nur mit Klickverschlüssen an der Hüfte und den Beinen befestigt werden. Bei leichtem Regen schützen sie die Knie, die Schenkel und den Schritt effektiv vor Nässe.

Das gefällt: Die Rainlegs sind günstig, klein und leicht. Sie sind schneller angebracht, als man eine komplette Hose anziehen kann.
Das weniger: Sie schützen nicht vor Dauerregen und auch nicht vor Spritzwasser.

Gonso Drainon

Die Drainon von Gonso ist die schlichteste Hose im Test: Keine Reißverschlüsse, keine Taschen, der Abschluss an den Füßen wird mit Klettverschlüssen vorgenommen. Oben sorgt ein Gummizug für Halt, unterstützt von einem Schnürband. Im Sitzbereich ist die Hose in Schwarz verstärkt. Der Rest der Hose leuchtet neongelb.

Chrome Industries Storm Rain Pants

Die Storm Rain Pants wird bei Chrome Industries als Herrenhose geführt - soll sich allerdings auch als Damenhose eignen. Innen ist das Material glatt, und so lassen sich die Storm Rain Pants leicht anziehen. Dabei helfen auch der oben zu öffnende Bund und der Reißverschluss im Schritt. Unten am Knöchel werden die Hosenbeine mit Reißverschlüssen verengt.

Das gefällt: Die Storm Rain Pants wärmen, sehen nicht nach Regenhose aus, und die Verarbeitung ist hochwertig.
Das weniger: Schuhe müssen beim Anziehen ausgezogen werden.

Blackdiamond Stormline Stretch Full Zip Rain Pants

Die Stormline Stretch Full Zip Rain Pants ist eigentlich als Wanderhose konzipiert, soll sich aber ebenfalls zum Radfahren eignen. Die Hosenbeine haben durchgängige Reißverschlüsse, sodass sie sich in jeder Situation gut an- und ausziehen lässt. Als einzige Hose im Test hat die Stormline Stretch Full Zip Rain Pants eine Gesäßtasche - beim Radfahren nicht so hilfreich.

Kurze Regenhosen im Test

Für wärmere Tage gibt es auch kurze Regenhosen, die speziell für Radfahrer entwickelt wurden. Hier sind einige Modelle im Vergleich:

Endura Hummvee Waterproof

Die Endura Hummvee Waterproof reicht im Sitzen bei Normalgröße bis zur Kniescheibe. Sie ist das robusteste, schwerste Modell im Test und eher für die ganze Tour als für den Notfall gedacht. Dafür spricht auch die gegen Scheuern verstärkte Sitzfläche. Leider hält das Material nicht ganz, was der gute Schnitt verspricht: Bei 3000 Millimeter Wassersäule drang an einigen Nahtstellen Feuchtigkeit ein.

  • Preis: 90 Euro
  • Gewicht: 210 Gramm (M)
  • Extras: Reißverschluss-Schubtaschen, Reflexmaterial
  • Wasserdichtigkeit: 3 von 5

Gorewear Endure Shorts

Das “Paclite Plus”-Material der Gorewear Endure Shorts ist superleicht, auf Trikottaschen-Größe verpackbar und relativ griffsympathisch. Im Vergleich zur ähnlich langen Endura-Short ist sie schlanker geschnitten - Anziehen mit dicken Winterschuhen kann schwierig werden. Die Ausstattung mit verstärkter Sitzfläche und die wasserdichte Verarbeitung überzeugen. Das geringe Gewicht qualifiziert sie für jeden Einsatzzweck.

  • Preis: 160 Euro
  • Gewicht: 131 Gramm (M)
  • Extras: Verstautasche, Schlüsseltäschchen
  • Wasserdichtigkeit: 5 von 5

Löffler 3/4 Bike Overpants WPM Pocket

Die Löffler 3/4 Bike Overpants WPM Pocket bewirbt sich mit dem Gewicht zweier Müsliriegel um einen Platz in Trikot oder Rucksack. Die längs teilbaren Hosenbeine für leichtes Anziehen mit Schuhen deuten ebenso wie der nicht verstärkte Sitzbereich an, dass die dünne Löffler-Hose eher ein beruhigender Nothelfer als eine Option für die schmutzige Etappenfahrt ist. Ihre PU-Beschichtung ist innenseitig kaum vor scheuerndem Sand geschützt. An ihrer Wasserdichtigkeit haben wir keine Zweifel: Dem Test-Wasserdruck hielten Fläche und Nähte stand.

  • Preis: 160 Euro
  • Gewicht: 130 Gramm (M)
  • Extras: Klett-Beinabschluss, teilbare Beinnaht
  • Wasserdichtigkeit: 5 von 5

Protective P-Seattle

Sichtbar und preiswert: Die optional in Neongelb angebotene Protective P-Seattle ist die günstigste im Test. Das macht sich bemerkbar, denn das Material mit Plastiktüten-Haptik hat nicht nur einen geringen Dampfdurchgang, sondern erwies sich auch im Drucktest schon unterhalb der vom Hersteller angegebenen 5000 Millimeter Wassersäule als stellenweise undicht. Nur die verstärkte Sitzfläche hielt das Wasser draußen.

  • Preis: 60 Euro
  • Gewicht: 165 Gramm (M)
  • Extras: Klett-Beinabschluss
  • Wasserdichtigkeit: 1 von 5

Vaude Drop Short

Geringes Gewicht, guter Schnitt, eine Beinlänge bis zum Knie. Auch eine verstärkte Sitzfläche ist an Bord der Vaude Drop Short. Doch im Labortest mit 3000 Millimetern Wassersäule überzeugte die mehrfach gewaschene Drop Short nicht - nur an der Sitzfläche blieb das Wasser draußen. An kritischen Nähten drückte das Wasser durch, selbst in der Fläche “feuchtelte” es ein wenig.

  • Preis: 80 Euro
  • Gewicht: 115 Gramm (50)
  • Extras: Klett-Beinabschluss, Reflexmaterial
  • Wasserdichtigkeit: 3 von 5

Testfazit zu den kurzen Regenhosen

Die Auswahl teilt sich in leichte Modelle für den Notfall und etwas robuster ausgelegte, die eher vom Start weg getragen werden. Zumindest diese sollten verstärkte Sitzflächen haben, insbesondere beim Graveln; Erde und Sand auf der Innenseite zerreiben auf dem Sattel schnell jede Membran und Beschichtung. Im Labortest der Wasserdichtigkeit überzeugte nicht jede Hose. Bei dreien drückten sich nach zwei Testwäschen an den Nähten ein paar Tropfen durch.

Wichtige Kriterien für den Kauf

Beim Kauf einer Fahrrad Regenhose gibt es mehrere wichtige Kriterien zu beachten:

  • Wassersäule: Mindestens 3000 mm bis 4000 mm für ausreichend Schutz.
  • Atmungsaktivität: Wichtig, um Schwitzen zu vermeiden.
  • Qualität der Verarbeitung: Besonders an Stellen, die viel Reibung ausgesetzt sind.
  • Reflektoren und Farben: Für erhöhte Sicherheit im Straßenverkehr.
  • Passform: Bequem und nicht einschränkend.
  • Pflege: Beachten Sie die Pflegehinweise des Herstellers.

Zusammenfassung

Die Wahl der richtigen Fahrrad Regenhose hängt von Ihren individuellen Bedürfnissen und Einsatzbereichen ab. Ob für den täglichen Weg zur Arbeit, lange Radtouren oder sportliche Aktivitäten - es gibt für jeden Anspruch das passende Modell. Achten Sie auf Wasserdichtigkeit, Atmungsaktivität, Verarbeitung und Passform, um bei jedem Wetter trocken und komfortabel unterwegs zu sein.

Überblick über ausgewählte Fahrrad Regenhosen

Die folgende Tabelle bietet einen schnellen Überblick über einige der im Artikel genannten Fahrrad Regenhosen, einschließlich ihrer wichtigsten Merkmale:

Modell Typ Wassersäule (mm) Atmungsaktivität Besondere Merkmale
Gorewear Endure Shorts Kurz Hoch Sehr gut Leicht, klein packbar, verstärkte Sitzfläche
Adidas Terrex Multirain Lang Hoch Gut Wärmend, robust
AGU Go Essential Lang Mittel Gering Günstig, leicht anziehbar
GripGrab EXPLR Waterproof Lightweight Lang Hoch Gut Anpassbar, komfortabel
Endura Hummvee Waterproof Trouser Lang Mittel Gut Robust, guter Schutz
Rainlegs Reflective Kurz Mittel N/A Schnell anziehbar, leicht
Chrome Industries Storm Rain Pants Lang Hoch Gut Wärmend, hochwertig
Blackdiamond Stormline Stretch Full Zip Rain Pants Lang Hoch Gut Durchgehende Reißverschlüsse

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