Der Ritzelrechner für Fahrräder: Eine umfassende Erklärung

Neu in der Familie der FRnet Tools: Unser Ritzelrechner. Anders als bekannte Online-Ritzelrechner haben wir eine spezielle Ansicht gewählt. Wir fokussieren uns auf die Geschwindigkeit, da diese den Sprung von Theorie in die Praxis vereinfacht. So kann man genau sehen, mit welcher Trittfrequenz und Gangschaltung man an sein Limit („Spin-Out“) kommt - mit exakter km/h Angabe. Hier kommt ein kleines Intro zum Thema „Ritzelrechnen“ - und wir freuen uns auf eure Kommentare und Feedback.

Warum ein Ritzelrechner?

Ziel des Ritzelrechnens ist es, die für sich persönlich beste Gangschaltung am Rad zu ermitteln. Faktoren wie Einsatzzweck des Rads (Stadt, MTB, Rennrad,…) als auch eure Präferenz zur Trittgeschwindigkeit (Kadenz) und die Reifen- und Laufradgröße sind wichtig.

Viele Tabellen-Kalkulatoren und Tools zeigen die Stufen und Sprünge zwischen den Gangkombinationen auf. Doch die Übersetzung eines Gangs (zB. vorne 44 Zähne und hinten 11 Zähne) vermittelt noch kein Gefühl, welches auf den eigenen Fahrradeinsatz übertragbar ist. Statt einfach nur die Entfaltung oder Übersetzung einer Gangschaltung zu berechnen haben wir versucht die Theorie mit der Praxis zu verbinden. So hat jede Gangkombination in unserem Tool einen Min- und Maximalwert.

Diese steuert ihr über die mittlere Kadenz und +/- Kadenz (ab welcher Trittfrequenz schaltet ihr spätestens hoch oder runter). So ergeben sich ganze Reichweiten, die man exakt auf Geschwindigkeiten in km/h übertragen kann.

Grundlagen der Übersetzung

Es war so einfach. Vor einigen Jahren fuhren alle 26 Zoll und die Kurbel hatte drei Kettenblätter. Durch die verschiedenen Laufradgrößen und die vielen Möglichkeiten der Antriebe, 1-fach, 2-fach und 3-fach, wurden aber inzwischen einige von uns nach Babylon verschlagen, wenn es darum geht, die richtige Übersetzung zu wählen.

Eine Übersetzung beschreibt das Verhältnis zweier Kraftübertragungsgrößen zueinander. Es gibt eine Antriebswelle und eine Abtriebswelle. Bei einem einfachen Getriebe sind beide gleich groß, es wird nur Kraft übertragen. Bei einem Übersetzungsgetriebe sind die Zähnezahlen unterschiedlich. Da wir beim Fahrrad aber sogar verschiedene Zähnezahlen an mindestens einer Welle haben, handelt es sich hier um ein sogenanntes Wechselgetriebe. Ich beschränke mich hier auf die häufigste Form, das Kettengetriebe. Es gibt auch Riemengetriebe, Kegelradgetriebe oder, zum Beispiel in Nabenschaltungen, das Planetengetriebe.

Übrigens findet eine „Übersetzung“ der eingeleiteten Kraft an mehreren Stellen des Fahrrades statt. Eine Übersetzung lässt sich über den Durchmesser, die Drehzahl, das Drehmoment und die Zähnezahl berechnen. Da die Kettenschaltung Thema ist, reicht es, wenn wir für den Moment auf die Zähnezahlen eingehen.

Du trittst in die Pedale, dabei dreht sich das Kettenblatt, auf dem die Kette läuft, genauso schnell wie die Kurbel, da beide fest miteinander verbunden sind. Auf dem Weg zum Hinterrad ändert sich an der eingeleiteten Geschwindigkeit nichts, da die Kette nicht, oder zumindest nur sehr unwesentlich, dehnbar ist. Das heißt: Die Zeit, die ein Zahn am Kettenblatt braucht, um bewegt zu werden, entspricht genau der Zeit, die ein Zahn am Ritzel braucht, um bewegt zu werden.

Wenn wir nun ein Kettenblatt mit zum Beispiel 30 Zähnen und ein Ritzel mit zum Beispiel 10 Zähnen haben, dreht das Ritzel exakt dreimal in der Zeit, in der die Kurbel sich einmal dreht. Der Freilauf der Hinterradnabe sollte ebenfalls ohne Verlust diese Geschwindigkeit übertragen, und somit dreht auch das Hinterrad dreimal pro Kurbelumdrehung. Die Übersetzung ist also 1 : 3.

Nehmen wir an, die Kette läuft bei einer Schaltung mit 20 Gängen vorne auf dem 32 Zähne-Kettenblatt und hinten auf dem Ritzel mit ebenfalls 32 Zähnen. Hier dreht das Hinterrad genauso oft wie die Kurbel. Die Kraft wird übertragen, ohne übersetzt zu werden, also 1 : 1.

Shimanos 11-fach XTR und XT bieten einen extremen Berggang. Es können eine Kurbel mit einem 22er Kettenblatt und eine Kassette mit einem 40er Ritzel kombiniert werden. Also 22 : 40 oder 1 : 0,55. Das bedeutet, dass pro Kurbelumdrehung das Hinterrad nur etwas mehr als eine halbe Umdrehung macht.

Die Entfaltung verstehen

Eigentlich müssen wir uns, obwohl alle Welt über die Übersetzung spricht, Gedanken über die Entfaltung machen. Die Entfaltung beschreibt die zurückgelegte Wegstrecke pro Kurbelumdrehung. Sie gibt Aufschluss darüber, wie hart du in die Pedale treten musst bzw. wie schnell du bei gleicher Trittfrequenz fährst. Sie fasst alle Vorgänge zusammen, bei denen eine Drehzahl, und somit ein Drehmoment, gewandelt wird, und ist das Produkt der einzelnen Übersetzungen in einem Antriebsstrang.

Die Entfaltung errechnet sich aus der Übersetzung und der Reifen-/Laufradgröße bzw. dem Abrollumfang. Die Übersetzung haben wir uns ja schon angeschaut. Der Abrollumfang ergibt sich aus dem Raddurchmesser inkl. Reifen multipliziert mit π. Wir rechnen mal drei Beispiele. Das bedeutet: Wenn das Kettenblatt vorne größer ist als das Ritzel, ist die zurückgelegte Wegstrecke pro Kurbelumdrehung größer als der Radumfang.

Trittfrequenz und Geschwindigkeit

Wir können also nun bestimmen, welche Endgeschwindigkeit wir mit welcher Übersetzung bei welcher Laufradgröße fahren, wenn wir unsere Trittfrequenz kennen. Die Trittfrequenz beschreibt die Anzahl der Kurbelumdrehungen in einer bestimmten Zeiteinheit. Im Regelfall spricht man von Umdrehungen pro Minute. Bei Profi-Fahrern im Straßenradsport kann die Anzahl auch mal bei 100 liegen. Beim sportlichen Mountainbiker können wir von 60 Kurbelumdrehungen pro Minute ausgehen. In diesem Bereich sollten die meisten von uns in der Lage sein, auch längerfristig optimal Leistung geben zu können.

Eine Geschwindigkeit von 4,37 km/h ist auch an steilsten Anstiegen machbar, sie ist sogar schon so gering, dass ein Fahrer mit schlechtem Gleichgewichtsgefühl hier an seine Grenzen stößt. Eine Endgeschwindigkeit von 23,89 km/h in der Ebene ist aber für viele zu gering, bergab für die meisten wahrscheinlich sogar absolut indiskutabel.

Aus der minimalen und der maximalen Geschwindigkeit, bei der man mittreten möchte, ergibt sich also der benötigte leichteste Gang und der benötigte schwerste Gang. Der Bereich dazwischen wird als Übersetzungsbandbreite bezeichnet.

Nehmen wir eine 1x11-Schaltung, um es uns nicht unnötig schwer zu machen. Hier müssen wir nicht viel rechnen, da das Kettenblatt immer das gleiche ist. Sie hat eine Kassette mit 11 Ritzeln, das kleinste hat 10 Zähne, das größte 42 Zähne. Das ist in diesem speziellen Fall auch an der Kassette gut zu sehen. Das größte Ritzel ist 4,2 mal so groß wie das kleinste.

Bei einer Schaltung mit mehreren Kettenblättern ist der Sachverhalt natürlich etwas komplizierter, aber im Prinzip nicht anders. Es gilt immer: Für den niedrigsten Gang das kleinste Kettenblatt mit dem größten Ritzel kombinieren und für den schwersten Gang das größte Kettenblatt mit dem kleinsten Ritzel.

Gangsprünge

Wie viel härter ein Gang zum nächsten ist, bezeichnet der sogenannte Gangsprung. Gangsprünge ab 20 Prozent aufwärts sind zu stark, um dem Fahrer das Gefühl zu geben, er habe gerade den passenden Gang gewählt. Gangsprünge unter 10 Prozent machen wenig Sinn, weil die Veränderung von den meisten Fahrern als zu unwesentlich empfunden wird. Ausnahme ist hier der Straßenradsport.

Anhand von ein paar Beispielen wollte ich verdeutlichen, was dieser Sachverhalt jetzt hinsichtlich der Wahl der Kettenblatt- bzw. Ritzelgrößen bedeutet. Da Kurbeln und Kassetten nicht in jeder beliebigen Abstufung verfügbar sind, beschränkte ich mich hier auf die Ermittlung des passenden leichtesten und schwersten Gangs. Auch kann man eine generelle Empfehlung nicht geben. Die Streckenprofile, die Trittfrequenz und auch die Geschwindigkeit, ausgehend von der möglichen Wattzahl, die der Fahrer aufbringen kann, sind zu unterschiedlich.

Weitere wichtige Details

Es gibt ein paar Details, die ich hier bisher bewusst vernachlässigt habe, um das Thema nicht ausufern zu lassen. Die vom Hersteller angegebenen Größen sind natürlich prinzipiell richtig und geben Aufschluss darüber, welcher Reifen auf welches Bike passt. Der Reifen baut aber unterschiedlich breit und hoch, je nach Felge, Luftdruck usw. Wer also seinen Abrollumfang genau wissen möchte, kann ihn nur dadurch ermitteln, dass er den Reifen im belasteten Zustand abrollt und die Wegstrecke misst. Am besten lässt du dir dabei von jemandem helfen. Eine Markierung auf Boden und Reifen machen, zum Beispiel mit einem Filzstift, sich auf dem Rad geradeaus schieben lassen, bis die Markierung wieder am Boden ist, und dann die Strecke messen. Das ist genauer und macht auch Sinn, wenn man seinen Tacho genau programmieren möchte.

Der Abrollumfang ändert sich übrigens nur geringfügig infolge Belastung und Geschwindigkeit. Wichtig ist: Je größer der Abrollumfang, also der Reifen, umso leichter sollte die Übersetzung sein. Also braucht ein 29 Zoll-Bike leichtere Gänge als ein 27,5 Zoll-Bike, und dieses wiederum leichtere als ein 26 Zoll-Rad.

Für das Fahren auf der Straße oder auf Feldwegen nicht so relevant ist die Bodenfreiheit. Beim Einsatz im Gelände ist ein Plus an Bodenfreiheit aber oft hilfreich, etwa beim Überfahren von Hindernissen oder bei Stufen. Wenn also mit einem kleineren Kettenblatt (bezogen auf das größte vorhandene) eure Wunschübersetzung realisierbar ist, dann ist das eine sinnvolle Sache. Die Wahl von kleinerem Kettenblatt und Kassette ermöglicht auch eine kürzere Kette.

Hier ist es ähnlich wie beim Kettenblatt. Kürzer bedeutet auch mehr Bodenfreiheit und man kann leichter im Gelände treten. Allerdings bedeutet die kürzere Kurbel einen kürzeren Hebel zur Krafteinleitung. Hier ist ein Kompromiss gefragt. Der ergibt sich aus Beinlänge und gewünschter Bodenfreiheit. Wenn bei längerer Kurbel die Trittfrequenz gehalten werden soll, muss der Fuß sich schneller bewegen, da die Kreisbahn, auf der er sich bewegt, wächst.

Die Zahl der Gänge einer Schaltung sagt nichts darüber aus, wie leicht oder schwer die Gänge ausfallen. Meist haben Schaltungen mit mehr Gängen eine größere Bandbreite als die mit weniger Gängen, aber das ist nicht generell so. So hat zum Beispiel eine 20 Gang-Schaltung an einem Cyclocross Bike mit einer Abstufung 46 +36 vorne und 11-23 hinten eine Bandbreite von 266 Prozent. Eine 11 Gang-Schaltung mit einer 10-42 Kassette aber 420 Prozent. Auch überschneiden sich viele Gänge annähernd. Das bedeutet, dass trotz der Wahl eines anderen Ganges die Übersetzung sehr ähnlich oder theoretisch sogar gleich sein kann.

Ein Beispiel: Eine 10 Fach-Schaltgruppe mit 30 Gängen hat vorne folgende Kettenblätter: 44, 32 und 22. Die 10 Ritzel hinten sind: 11, 13, 15, 17, 19, 21, 24, 28, 32 und 36. Fährt man mit 44 auf 28, ist die Übersetzung 0,636. Bei vorne 32 und hinten 21 ist sie 0,656.

Immer wieder wird von einer Untersetzung gesprochen. Die gibt es nicht. Man kann Drehzahlen, Kräfte und Geschwindigkeiten übersetzen. Ins Schnelle oder ins Langsame. Wichtig ist: Eingeleitete Werte und ausgegebene Werte stehen im Verhältnis zueinander und behalten dieses bei. Hohes Drehmoment und niedrige Drehzahl können in niedriges Drehmoment und hohe Drehzahl gewandelt werden (schwerer, schneller Gang). Auch niedriges Drehmoment und hohe Drehzahl können in hohes Drehmoment und niedrige Drehzahl gewandelt werden (leichter, langsamer Gang).

Tipps für die Wahl der richtigen Übersetzung

  1. Mit einer unpassenden Übersetzung macht das Fahren wenig Spaß, also setze dich damit doch mal auseinander. Meine Faustregel könnte hier lauten: So viele Gänge wie nötig, so wenige wie möglich. Es sind inzwischen eine Vielzahl an „Range Extendern“ erhältlich.
  2. Achte darauf, dass dein Antrieb sauber und gepflegt ist. Du sparst etwas Kraft und schonst deinen Geldbeutel, weil die Teile länger halten.
  3. Die Schaltung funktioniert nur dann richtig gut, wenn alles zusammenpasst. Achte darauf, dass Schalthebel, Umwerfer, Schaltwerk usw. untereinander und mit dem Rad zusammenpassen.
  4. Beim Fully kann der Antrieb Einfluss auf die Hinterbauperformance haben, zum Beispiel durch sogenannten Pedalrückschlag.

Beispielrechnung: Übersetzung, Entfaltung und Geschwindigkeit

Als Übersetzung wird das Verhältnis der Zähneanzahl zwischen Kettenblatt (vorne) und Ritzel (hinten) bezeichnet. In unserem Beispiel haben wir eine Übersetzung von 4 (40/10 = 4). Das bedeutet: Das Ritzel dreht sich 4x, während sich in dieser Zeit das Kettenblatt nur 1x dreht.

Eine Umdrehung des Kettenblatts entspricht einer Kurbelumdrehung - beim hierbei zurückgelegten Weg spricht man von Entfaltung (m). Also wie viele Meter werden bei einer Kurbelumdrehung zurückgelegt. Eine Umdrehung des Ritzels entspricht einer Umdrehung des Reifens. In unserem Beispiel wird das Ritzel (und somit der Reifen) bei einer Kurbelumdrehung 4x gedreht, somit ergibt sich: 4 x 2,31 m = 9,24 m.

Die Trittfrequenz (auch Kadenz genannt) gibt Auskunft über die Drehzahl der Tretkurbeln. Diese wird meist in Umdrehungen pro Minute (U/min) angegeben. Eine angenehme Kadenz liegt bei ca. 60 U/min - das entspricht einer kompletten Pedalumdrehung pro Sekunde. Das wird von den meisten Radfahrern als angenehm empfunden. Die optimale Kadenz liegt laut verschiedener Studien bei ca. 100 U/min.

Mit diesen Werten lässt sich nun die mögliche Geschwindigkeit berechnen. In unserem Beispiel wissen wir nun, wie viele Meter wir pro Kurbelumdrehung (= Entfaltung) zurücklegen - nämlich 9,24 m. Bei einer angenehmen Kadenz von 60 Umdrehungen pro Minute ergibt das: 9,24 x 60 = 554,4 Meter. 554,4 m/min x 0,06 = 33,26 km/h. Bei dieser Trittfrequenz schaffen wir also eine Geschwindigkeit von ca. 33,26 km/h. Diese Zahl ist allerdings nur theoretisch vorhanden, solange die dafür notwendige Leistung nicht erbracht werden kann. In der Praxis kommt nämlich noch der Parameter „Leistung“ hinzu.

Grober Richtwert: Hobbyfahrer schaffen meist ca. 2,5 - 3,5 Watt/kg (Profisportler liegen bei ca. 6-7 Watt/kg), womit die Leistung bei ca. 200-300 Watt liegt (wiederum abhängig von Dauer usw.).

Dieser Ritzelrechner soll Ihnen bei der Auslegung der Kettenschaltung an Ihrem Fahrrad helfen. Die Tabellen zeigen dann die Übersetzung und die Entfaltung bzw. die Ablauflänge, d.h. die Wegstrecke, die bei einer Kurbelumdrehung zurückgelegt wird, und die Geschwindigkeit bei der eingestellten Trittfrequenz an.

Die richtige Übersetzung für verschiedene Fahrradtypen

Die richtige E-Bike Übersetzung

Im E-Bike-Bereich werden, je nachdem, ob es sich um ein Mountainbike, Trekking-, Urban- oder Citybike handelt, Kettenschaltungen oder Nabenschaltungen verwendet. Meist sind dort schon optimale Übersetzungen verbaut. Durch die zusätzliche Unterstützung ist es auch im MTB-Bereich kein Problem, mit einer 1x11-Übersetzung zu fahren.

Bei Nabenschaltungen kann die Primärübersetzung, also das Ritzel an der Kurbel und der Nabe, verändert werden. Die Übersetzung in der Nabe selbst kann nicht verändert werden. Da die Unterstützung des Motors nur bis 25 km/h erfolgt, muss die Bandbreite nichts so groß sein, wie bei anderen Fahrrädern.

Auch bei der Kettenschaltung kann eine andere Kassette mit einem größeren oder kleinen Ritzel ausgewählt werden, falls die Standardübersetzung nicht ausreichen sollte. Entsprechend lässt sich auch das Kettenblatt wechseln.

Die perfekte City und Trekking Übersetzung

Im Trekkingbike-Bereich wird vorrangig auf die Kettenschaltung mit einer 3-Fach-Kurbel gesetzt. Da das Trekkingbike für das zügige Fahren im Überland und auch für bergige Strecken ausgelegt ist, benötigt es eine große Bandbreite sowie eine große Vielfalt an Gängen. Hier haben sich die beiden Abstufungen 48-38-28 und 48-36-26 durchgesetzt. In Kombination mit einer 11-32 oder 11-34 Kassette ist die Bandbreite an Gängen sehr groß. Sollte dir diese Übersetzung noch zu schwer sein, so kannst du z.B. die Kassette gegen eine 11-36 und die Kurbel beispielsweise gegen eine 42-32-22 tauschen.

Im Citybike- bzw. urbanen Bereich wird viel auf die Nabenschaltung gesetzt. Durch die Eingrenzung auf die Fahrten in der Stadt muss die Bandbreite nicht so groß sein wie beim Trekkingbike. Das liegt daran, dass in der Stadt selten extrem bergtaugliche oder abfahrtsorientierte Gänge benötigt werden. Trotzdem sollte man auch hier darauf achten, welche Primärübersetzung (direkter Antrieb über Kurbel und Kassette) verbaut ist. Ist man eher gemütlich unterwegs, dann ist es ratsam, eine Übersetzung mit einem kleinen Kettenblatt (wenig Zähne vorne) und einem großen Ritzel hinten zu wählen. Ist man eher sportlich unterwegs, dann kann ein großes Kettenblatt (mehr Zähne vorne) und ein kleines Ritzel bevorzugt werden.

Die perfekte Mountainbike Übersetzung

Im Mountainbike-Bereich ist die Auswahl an verschiedenen Varianten extrem groß, zwischen 1x12 und 3x11 Schaltungen ist hier alles möglich. So können zwischen verschiedenen MTB-Typen unterschiedliche Übersetzungen verbaut sein.

Im Einsteigerbereich bzw. preisgünstigen Segment werden weiterhin 3-Fach-Kurbeln, mit der Abstufung 40-30-22 Zähne vorne und einer 11-36 Kassette, verbaut. Diese Übersetzung hat sich bewährt und sollte eigentlich keine Wünsche offen lassen.

Im sportiven Bereich werden 1-Fach- und 2-Fach-Kurbeln gefahren, beim Trial zum Teil noch 3-fach, die Tendenz geht aber auch zu 2-fach. Bei den 2-Fach-Varianten hat sich die Kombination aus 36-26 Zähnen vorne und einer 11-42 Kassette etabliert. Sollte diese Übersetzung zu schwer oder zu leicht sein, dann können Kettenblatt-Kombinationen wie 38-28 oder 34-24 ermöglicht werden.

1x11 wird sowohl von Shimano als auch von Sram angeboten. Shimano bietet diese mit einer 11-42 Kassette an, Sram hingegen mit einer 10-42. Das Maß der Dinge ist jedoch die Sram Eagle mit der 1x12, die mit einer 10-50 Kassette kombiniert und für jedes Terrain einsetzbar ist. Alle 1-Fach-Varianten lassen sich nur über den Austausch eines Kettenblatts verändern. Hier hat man vom 24er bis hin zum 40er Kettenblatt eine breite Auswahl.

Die richtige Übersetzung für dein Rennrad und Triathlonrad

Im Rennrad-Segment gibt es von der Industrie 3 festgelegte Kurbelabstufungen: die Standard Kurbel mit 53-39, die Semi-Kompakt mit 52-36 und die Kompaktkurbel mit 50-34 Zähnen. Am häufigsten ist an Rennrädern eine Kompaktkurbel verbaut, entsprechend ist eine klare Tendenz des Einsatzgebietes festgelegt. Hier kann man zwischen einigen verschiedenen Kassetten wählen: Von 11-25 bis 11-36 ist alles möglich. Häufig ist eine 11-28 Kassette verbaut, da diese ein guter Kompromiss zwischen leichten Gängen und einer feinen Abstufung ist.

Das Triathlonrad ist für das Fahren gegen die Uhr konzipiert, daher ist die Übersetzung meist sportiv gewählt. Häufig sind 53-39 oder Semi-Kompaktkurbeln mit 52-36 verbaut, kombiniert mit einer 11-28 Kassette. Auch hier lassen sich wie beim Rennrad nahezu alle möglichen Kombinationen fahren.

Die Gravel und Cyclocross Übersetzung

Das Gravel Bike hat meist eine Kompakt- oder 1-Fach-Kurbel mit einer größeren Kassette. 11-36 oder sogar 11-42 sind hier gut möglich und eine ideale Möglichkeit, um auch im Gelände flott unterwegs zu sein.

Im Cyclocross-Bereich sind 2-Fach- und 1-Fach-Kurbeln das Maß der Dinge. Jedes hat seine Berechtigung sowie Vor-, und Nachteile.

Das 2-Fach-System ist meist mit einer Abstufung 46-36 und einer 11-28 oder einer 11-32 Kassette ausgestattet, sodass es für einen sehr breiten Einsatzbereich eingesetzt werden kann. Durch eine Änderung der Kettenblätter und Kassette kann man das persönlich anpassen.

Im sportiven Segment wird immer mehr auf die 1-Fach Variante gesetzt. Hier ist die Abstufung durch die Kassette schon stärker vorgegeben. Trotzdem kann diese durch das Kettenblatt nochmals individuell angepasst werden. So kann zwischen einem 34er bis hin zu einem 42er Kettenblatt gewählt und so die Übersetzung individuell angepasst werden.

Für den Beginn empfehlen wir eine leichte Abstufung von 38 Zähnen in Kombination mit einer 11-42 Kassette. Schwerere Übersetzungen sind nur für sehr sportliche Fahrer zu empfehlen.

Schaltwerkslänge, Umwerfer und Kette

Welche Rolle spielt die Schaltwerkslänge?

Als ob es nicht schon genug wäre, dass es für die unterschiedliche Anzahl an Gängen verschiedene Schaltwerke gibt, kommen auch noch unterschiedliche Längen des Schaltwerks hinzu. In Extremfällen bieten Hersteller bis zu 3 unterschiedliche Schaltwerkslängen an. Diese unterscheiden sich meist zwischen kurz, mittel und lang.

Wieso die unterschiedlichen Längen benötigt werden, kann einfach erklärt werden. Das Schaltwerk ist nicht nur für das Schalten selbst zuständig, sondern es spannt auch die Kette. Je mehr Gänge das Rad hat und je größer die Kassette und die Anzahl der Kettenblätter ist, desto länger muss die Kette sein. Entsprechend muss auch das Schaltwerk länger sein, damit die Kette ausreichend gespannt werden kann.

Wann welches Schaltwerk benötigt wird, ist leichter herauszufinden als man denkt. Jedes Schaltwerk verfügt über verschiedene Angaben. Neben dem maximal größten Ritzel, was gefahren werden kann, ist auch die Gesamtkapazität angegeben. Diese ist entscheidend, ob das Schaltwerk passt.

Wie kann man die Kapazität berechnen?

Kurbel: Die Kurbel hat eine Abstufung von 42-32-22 Zähnen. Subtrahiere das größte durch das kleinste Kettenblatt, also 42 - 22 = 20.

Kassette: Dasselbe macht man bei der Kassette. Wenn diese z.B. eine Abstufung von 12-32 hat, rechnet man auch hier: 32 - 12 = 20.

Um nun die Gesamtkapazität zu erhalten, werden beide Werte addiert. Die Gesamtkapazität ist also 20 + 20 = 40. Das Schaltwerk muss also eine Gesamtkapazität von 40 aufweisen, damit die im Beispiel genannte Abstufung gefahren werden kann.

Umwerfer

Beim Umwerfer gibt es, wie auch beim Schaltwerk, verschiedene Modelle für 2- und 3-Fach-Kurbeln. Hier werden zwei wichtige Angaben gemacht, die für die maximale Zähneanzahl des großen Kettenblatts sowie die Kapazität des Umwerfers.

Im Gegensatz zum Schaltwerk bezieht sich die Kapazität des Umwerfers nur auf die Kettenblätter der Kurbel. Bei einer Abstufung von 50-34 Zähnen muss der Umwerfer eine Kapazität von 50 - 34 = 16 haben. Somit sieht man auch direkt, ob der Umwerfer für den Antrieb geeignet ist.

Kette

Wechselt man den Antrieb, muss meist auch die Kette gewechselt werden. Dies macht Sinn, da neue Komponenten verbaut werden und oftmals die alte Kette zu kurz ist und schon einige Kilometer in Betrieb war. Sollte die Kette mal zu lang sein, könnte man diese passend für den neuen Antrieb kürzen.

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