Fahrrad Rollentrainer mit Simulator Test: Das ultimative Indoor-Cycling-Erlebnis

Nicht nur durch die Lockdown-Zeiten ist Indoor Cycling für die verschiedensten Radfahrer-Typen in den letzten Jahren immer attraktiver geworden. Man könnte sagen: ein Ableger der Outdoor-Sportart. Das Indoor Cycling boomt immer mehr, mittlerweile gibt es sogar zahlreiche eigene E-Racing Serien.

Warum Indoor-Radfahren?

Außerdem ist die Verletzungsgefahr in den eigenen vier Wänden deutlich geringer. Unfälle mit anderen Verkehrsteilnehmern oder durch Glätte sind Geschichte. Wer im Herbst und Winter nicht auf sein Training verzichten und das schlechte Wetter meiden will, der schaut sich nach einem Rollentrainer um.

Moderne Rollentrainer und Software

Eines ist auf jeden Fall sicher: Moderne Rollentrainer und Softwares sorgen nicht nur für Abwechslung beim Indoor Radfahren. Für ambitionierte Radfahrer sind die eine große Unterstützung im Training. Dadurch nimmt die Effektivität des Trainings im Winter zu.

Die Qual der Wahl: Software-Angebote im Test

Inzwischen gibt es viele Software-Optionen fürs Indoor-Radfahren mit einer großen Auswahl an abwechslungsreichen Strecken und Trainingsmöglichkeiten. Wir haben sechs Software-Angebote für euch getestet und möchten euch von unseren (subjektiven) Erfahrungen berichten. Der Markt ist da erstmal unübersichtlich, gerade wenn man anfangen möchte. Entscheiden, auf welches die Wahl fällt, muss natürlich jeder für sich selbst. Hier ist ein Überblick:

  • Zwift: Perfekt für „Gaming orientierte“ Radfahrer. Wie in einem Computerspiel kann man sich mit seinem Avatar von Level zu Level (insgesamt 50 Level) hocharbeiten. Die zahlreich und regelmäßig wechselnden Welten und Streckenangebote sorgen für Abwechslung. Alle wichtige Daten sind auf dem Bildschirm während der Fahrt sichtbar, können aber auch ausgeblendet werden. Nach Abschließen der Fahrt wird eine Gesamtübersicht aller Parameter der absolvierten Trainingseinheit angezeigt. Sozial oder alleine? Sowohl als auch. Je nach Bedarf gibt es die Möglichkeit alleine ein Training zu absolvieren, an Gruppenfahrten oder Rennen teilzunehmen. Fazit: Zusätzlicher Motivationsschub durch zahlreiche Events, das Verabreden mit anderen und das Belohnungssystem für den Avatar nach absolvierten Strecken, Levels oder Events. Egal, wann man sich einloggt, man ist nie alleine auf der Strecke. Hin und wieder kann man sogar auf den ein oder anderen Profi treffen. Große Auswahl an Strecken in acht Welten: Frankreich, Paris, Yorkshire, Richmond, New York, Innsbruck und Fantasie-Welten wie Watopia oder die japanisch angehauchten Makuri Islands. Nutzt man Laptop, Tablet oder PC kann mit Hilfe der sogenannten Companion App zusätzlich das Handy zur Steuerung genutzt werden. Wer ambitionierter unterwegs ist und nach Plan trainieren möchte, kann mit Hilfe eines Leistungstests die derzeitige Leistung feststellen und nach verschiedenen vorgefertigten Trainingsplänen trainieren. Wenn sie für Rennen oder in Grouprides nicht ausgeschaltet sind, gibt es die PowerUps beim Durchfahren der Start-Ziel-, KOM- oder Sprint-Bögen.
  • Rouvy: Kombiniert reale Strecken, die abgefilmt wurden, mit einem 3D-Avatar. Die Software bietet mit seinen zahlreichen Strecken für Vielfahrer eine große Auswahlmöglichkeit. Man kann in Erinnerung schwelgen oder neue Passstraßen und Strecken entdecken. Einen Namen hat sich Rouvy vor allem mit seinen tollen Event-Serien gemacht. Als Partner von Profi-Veranstaltungen konnten bereits Klassiker wie Eschborn-Frankfurt oder die Jedermann-Rennserie zur Vuelta a España auf dem Rollentrainer absolviert werden. Fazit: Wer gerne in realen Landschaften unterwegs ist, für den ist Rouvy die richtige Software. Vielfalt an Pässen und Strecken, wie z. B.
  • BKool: Mit einer Vielzahl an Strecken ist BKool eine echte Alternative zu Zwift und Rouvy. Egal ob den Giro d’Italia 2021 oder bekannte Pässe und Anstiege, BKool wird auch gerne mal von Profiteams und -athleten als Socialride-Plattform verwendet. In den kalten Wintermonaten findet sich hier das ein oder andere Team wieder, mit welchem dann einzelne Runden gedreht werden können. Selbstverständlich gibt es auch die üblichen Features wie Trainingsprogramme und Datenanalyse. Mit 9,99 Euro/Monat ist BKool auch preislich gesehen eine echte Alternative zu den großen Plattformen. Fazit: Eine spannende Alternative zu Zwift und Rouvy.
  • Kinomap: Vor allem für Entdeckungslustige ist Kinomap mit einer Vielzahl an realen Strecken eine gute Adresse, um die Fitness auf dem Rollentrainer zu verbessern. Nutzer weltweit fügen eigene lokale Video-Strecken hinzu, was jede Trainingseinheit sehr abwechslungsreich mit viel Panorama gestaltet. Die Video-Strecken können im Discovery- oder Challenge-Mode gefahren werden. Besitzt man eine Fitness-App, können Aktivitäten von Kinomap importiert und geteilt werden. Coaching-Videos von Nutzern aus der der Kinomap-Community bieten eine weitere Trainings-Alternative, falls Abwechslung gefragt ist. Im Challenge Mode passt sich das Video der Fahrergeschwindigkeit an, zudem wird angezeigt, wo auf der Karte sich andere Fahrer aus der Bestenliste im Vergleich zu einem Selbst befinden. Fazit: Kinomap ist ein umfangreiches Trainingsprogramm, das es dank einer großen und sehr individuellen Auswahl an Video-Strecken schafft, das Training stets unterhaltsam zu gestalten. Die Community ist aktiv dabei, täglich neue Strecken zur Verfügung zu stellen und lädt zu Rennen und Wettbewerben ein. Allerdings werden Videos vor dem Upload nicht geprüft, so dass die Qualität bei manchen Aufnahmen zu wünschen übrig lässt. Eine App für Anfänger bis Fortgeschrittene, die eine Trainings-Community schätzenErhältlich für Handy oder Tablet (Android und IOS). Bildschirm übertragbar auf Laptop/PC via Remote-AnzeigeÜber 12.000 reale Video-Strecken in der ganzen Welt stehen zur Verfügung. Eigene Strecken können hochgeladen und mit anderen Nutzern geteilt werdenErlaubt Einzel- oder Gruppenfahrten, Position anderer Fahrer wird auf der Karte angezeigtImport von Trainingsdaten auf limitierte Auswahl von Tracking-Apps möglichEs können Trainingseinheiten anderer Nutzer gefahren oder eigene strukturierte Trainingseinheiten erstellt werden.
  • Elite E-Training: Mit dem Elite E-Trainer hast Du eine sehr smarte und detailverliebte Trainingsoberfläche. Dabei hast Du die Möglichkeit verschiedene Trainingsvarianten zu wählen. Egal ob lockere Einheit oder FTP-Test, die Oberflächen geben zu jedem Zeitpunkt intensiven Einblick in verschiedene Werte, wie z.B. Herz- und Trittfrequenz, zurückgelegte Strecke, Widerstandswert, gefahrene Watt etc. Profis und Amateure2D- oder 3D- Touren zur AuswahlAuswahl zu anderen Anbietern begrenztVerschiedene Trainingsprogramme hinterlegt, auch Trittanalysen etc. möglichGPS-Routen sind möglichFür Elite E-Training gibt es keine Social-Ride-Funktion. Pro Jahr fallen lediglich 19,90 Euro an. Beim Kauf eines Elite Rollentrainers liegen unterschiedlich lang laufende Coupons bei.
  • RGT Cycling: RGT Cycling setzt vor allem auf Realismus, anstatt auf eine bunte Spielewelt. Die Software punktet mit realen Strecken und einer realistischen Fahrdynamik. Selbstverständlich gehen die Meinungen hier auseinander. Mit einem Premium Account können eigenen Strecken, anhand eines GPS-Files hochgeladen und eigene Strecken kreiert werden. Fazit: Sehr gute digitale Darstellung. Zahlreiche Events, Rennen (mit bis zu 150 bis 200 Teilnehmern) oder Group Rides (mit bis zu 100 Teilnehmern)Einige Events werden live auf YouTube übertragen und kommentiertStreckenauswahl aus 10 Kursen, darunter die Route zum Cap Formentor auf Mallorca oder der legendäre Anstieg zum Stilfser JochVerknüpfung mit Trainingsplattformen wie Strava oder Trainingpeaks möglich

Tipps für ein effektives Indoor-Training

Aber auch eine intensive Einheit auf der Rolle ist nicht ohne, da hier ständig getreten werden muss. Eine mehrstündige Radfahrt im Freien bei Temperaturen um den Gefrierpunkt können schnell zur Tortur werden. Gerade die Extremitäten kühlen schnell aus. Verlegt man z. B. ein geplante Trainingseinheit von 4 Stunden von draußen nach drinnen, so heißt es, kann die Dauer um 20 Prozent reduziert werden.

Egal, ob drinnen oder draußen - jede Radfahrt kann intensiv sein. Hier sind einige Tipps:

  • Viel trinken aufgrund der hohen Schweißproduktion.
  • Mineralstoffverlust am besten mit einem Elektrolytgetränk ausgleichen
  • Ventilatoren, im besten Fall von vorne und hinten helfen dabei den Körper zu kühlen
  • Handtuch griffbereit legen und bei Bedarf zusätzl. einen Schweißfänger anbringen, der empfindliche Teile des Rads vor Korrosion bewahrt
  • Durch das starke Schwitzen kann es zu Reibung kommen. Eine Sitzcreme kann hier Abhilfe schaffen
  • Je nach Bodenbelag ist eine Bodenmatte zu empfehlen, so dass der Schweiß nicht direkt auf den Boden tropft.

Worauf sollte man beim Kauf eines Rollentrainers achten?

Neben einem normalen Ergometer hat der Rollentrainer verschiedene Vorteile, diese werden wir im Rollentrainer Test genauer beleuchten - Darauf sollte man auch 2025 achten, um das im Winter nicht an die Fahrrad Wandhalterung zu hängen.

Lautstärke und Fahrgeräusche

Wer in einer Mietwohnung wohnt, der sollte gerade beim Thema Lautstärke genauer hinschauen. Die Rollentrainer sind oftmals lauter als normale Ergometer. Hier gilt es auf Qualität zu achten und sich im Vorfeld über die Geräuschentwicklung zu informieren. Damit Schall und Vibrationen absorbiert werden, kann das ganze Konstrukt auf einer dünnen Schaumstoffmatte aufgebaut werden. Teppichboden sorgt auch für eine gewisse Geräuschdämmung. Es gilt dabei, je grober das Profil, umso lauter ist das Abrollgeräusch.

Das Fahrrad richtig einspannen

Damit das Fahrrad im Trainer seinen Halt findet, wird es an der Hinterachse in den Trainer gespannt. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Entweder es wird die vorhandene Achse und deren Kappen dafür genutzt, oder es wird ein Schnellspanner eingebaut. Dies geht jedoch nur bei einer Hohlachse. Wer dies nicht hat, kann es mit Hutmuttern probieren. Die Rolle kann im Idealfall auf verschiedene Zoll-Größen angepasst werden. Die meisten Rollentrainer bieten dabei die Möglichkeit 26 oder 28 Zoll Fahrradreifen einspannen zu können. Es sollte darauf geachtet werden, dass auch auf dem Rollentrainer der richtige Luftdruck genutzt wird - Ist der Reifen platt, muss die Fahrradpumpe ran. Ein Rollentrainer für ein Rennrad kann oftmals auch für ein Trekkingrad oder ein Gravelbike genutzt werden.

Trainingsdaten aufzeichnen

Viele Fahrradcomputer bieten bereits die Möglichkeit Geschwindigkeitssensoren oder Trittfrequenzsensoren kabellos zu verbinden. Es ist übrigens kein Problem auch mit einer Pulsuhr seine Gesundheitsdaten aufzuzeichnen oder Trainingsdaten mitzuschneiden. Wer noch einen herkömmlichen Tacho hat, kann den Signalgeber vom Fahrradcomputer am Hinterrad befestigen und das zurückgelegte Training wie bei einer Fahrt in Freien aufzeichnen und sich die aktuelle Geschwindigkeit ansehen.

Widerstand und Funktion

Die Funktionsweise ist recht einfach erklärt. Das Hinterrad wird ein eine Halterung eingespannt und läuft dabei auf einer Rolle, daher auch der Name Rollentrainer. Die Rolle wird, je nach Trainer und Gerät, elektronisch oder mechanisch abgebremst. Das Bremsen und die Qualität des Widerstands ist ein wichtiger Punkt für das Fahrvergnügen. In unserem Rollentrainer Test haben wir verschiedene Situationen simuliert. Das flüssige Abrollen auf der Rolle ist einer der wichtigsten Punkte um dem Gefühl, auf der Straße zu fahren, am nähesten zu kommen.

Unterschiede beim Einstellen des Rollwiderstandes

Hochpreisige Modelle lassen sich oft per APP und elektronisch regeln, hierbei wird der Widerstand über die Watt-Zahl eingestellt. Solche Geräte benötigen einen Stromanschluss und verbinden sich per Funkverbindung mit dem Smartphone oder Tablet. Preisgünstigere Modelle lassen sich über einen separaten Schalthebel einstellen. Dieser Hebel wird im Regelfall am Lenker befestigt. Mit dem Hebel wird per Bowdenzug (mittels Gangschaltung) an der Rolle der Widerstand verändert. Oftmals sind hier 5-7 vorgegebene Gänge möglich. Ganz einfache Geräte können dabei nur eine Rollenbremse einstellen. Dabei dreht sich die Rolle schwerer, je stärker die Bremse angezogen ist.

App-Steuerung

Soll das Training dokumentiert werden und möchte man verschiedene Trainingsfahrten simulieren, bieten einige Hersteller Apps für ihre Rollentrainer an. Mit diesen APPs können echte Fahrten simuliert werden und z.B. GPX Daten eingelesen werden, der Rollentrainer ändert seinen Widerstand dynamisch je nach Fahrtstrecke. Berge, Abfahrten und eine Gelände-Simulation sind so möglich. Achtung: Diese Funktionen sind nicht in jeder APP kostenlos.

Verschiedene Modelle im Überblick

Hier ist eine Tabelle mit einigen Rollentrainern im Überblick:

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Vor- und Nachteile von Rollentrainern

Vorteile

Ein Vorteil liegt sofort auf der Hand. Es wird mit dem eigenen Fahrrad trainiert. Alle Einstellungen, der Fahrradsattel, der Lenker, die Gangschaltung, einfach das ganze Setup ist exakt das, was uns auch auf der Straße begleitet. Dazu können Dinge wie der Fahrradhelm, die Fahrradbrille oder eine Regenjacke bei schlechtem Wetter, einfach weggelassen werden.

Nachteile

Wo es Vorteile gibt, sind die Nachteile nicht weit. Der klassische Wiegetritt ist bei einem einfachen Rollentrainer nicht bzw. nur minimal anwendbar. Der Trainer hält das Rad aufrecht, ein „reinlegen“ ist so nicht machbar. Der Mantel nutzt meist sehr viel schneller ab. Wir empfehlen einen glatten Fahrradmantel für Trainingszwecke. Hinter dem Rollentrainer kann abgenutztes Gummi wegfliegen, vor einer weißen Wand sollte ein Schutz aufgestellt werden. Am Ende ist auch die beste Simulation nicht mit dem Original zu vergleichen.

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