Mit der Mayor-Plus-Reihe hat der Bocholter Versender Rose einen echten Straßenkreuzer für Stadt und Tour unter den E-Bikes im Programm: große Rahmenvielfalt, tolle Ausstattung und Bosch-Power kombiniert mit großen Akkus. Wir haben den Diamantrahmen mit automatisch schaltender Enviolo-Nabenschaltung durch den Alltag gescheucht.
Rose Mayor Plus: Vielfalt und Ausstattung
Drei Rahmen, fünf Modelle: Das Mayor Plus von Rose macht die Wahl zur Qual. Nicht nur, dass es das E-Hardtail sowohl als klassischen Diamantrahmen, sondern auch mit Trapez- oder Tiefeinsteigerrahmen gibt, sondern auch noch als klassischen City-Tourer oder als etwas sportlicheren (und leichteres) E-SUV. Typisch für den Kult-Versender aus Bocholt startet das Mayor bei günstigen (aktuell rabattierten) 3299 Euro für das SUV 1, unser Plus-3-Modell kostet mit 5599 Euro schon über 2000 Euro mehr.
Logisch: 5599 Euro sind eine Stange Geld - für die man beim Versender auch durch die Bank ordentliche Teile bekommt. Das fängt schon beim superstabilen Rahmen an. Saubere Schweißnähte, super Verarbeitung und eine zeitgemäßg hohe Zuladung von rund 120 Kilo. Top! Angetrieben wird das Mayor Plus dabei immer von einem Bosch Performance Line CX Motor der vierten, smarten Generation. Den kann man in einem Satz abhandeln: tolle Fahrleistungen, leider aber kein Leisetreter.
Ein CX-Motor der aktuellen, fünften Generation vermisst man nur, wenn man unbedingt Stille unter sich haben möchte - oder aber mit 100-Nm-Drehmoment vor den Arbeitskollegen angeben will. Alle anderen finden hier einen starken Motor mit ebenso starkem, 750 Wattstunden fassenden Stromspeicher und einem infofreudigem Kiox-300-Display samt LED-Remote. Weh tut hingegen das Gewicht: 30 Kilo dürfte für wie viele schlicht zu stattlich sein.
Ausstattung im Detail
Auch die weitere Ausstattung ist buchstäblich eines Majors würdig. Geschaltet? Vollautomatisch und ohne Eingriffsmöglichkeiten (am Lenker) per Enviolo-Automatiq-Nabenschaltung, dank des verbauten Gates-Carbonriemens ist der Antrieb somit quasi wartungsfrei. Und gebremst? Wird mit der berühmt-berüchtigten Shimano-XT-Anlage, eine im Alltag sorglos funktionierendes Bauteil aus Japan. Als Federgabel steckt eine Suntour Mobie 34 im Steuerrohr, diese ist dank Luftkammer auf das Fahrergewicht einstellbar und hat mit 100 mm Federweg nach heutigen Maßstäben zwar keine Trail-Qualitäten, sollte auf alltäglichen Schotterwegen jedoch prima funktionieren. Wie üblich rollt das Trekking-Rad auf 27,5-Zoll-Reifen von Schwalbe, die Lichtanlage bestehend aus Lezyne-Frontlicht und Supernova-Rücklicht sind passend gewählte, wertige Komponenten, ebenso die mitfedernde Parallelprogramm-Sattelstütze und die SKS-Spritzschützer.
Fahreigenschaften des Rose Mayor Plus 3
Aber aufgesattelt und in den Feierabend geschippert. Denn das Mayor Plus versteht sich mehr als bequemer Freizeit-Cruiser, denn als flotter City-Sportler. Das merkt man besonders beim Einstellen des Sattels: Unser Testrad in Rahmengröße L fällt vergleichsweise groß aus - und unsere Sattelüberhöhung entsprechend niedrig. Kein Wunder also, fühlt man sich eher ins Rad integriert, denn über dem Rad thronend. Das ist für lässiges, bequemes Sitzen klasse, wirkt aber alles, nur nicht sportlich.
Einen etwas rumpeligen Start erlebten wir mit der Enviolo-Schaltung. Nicht, weil sie nicht prima schalten würde - sie macht einen Top-Job, sobald man sich an den fehlenden Daumentaster oder Drehgriff gewöhnt hat - sondern wann sie ab Werk schaltet. Bei uns schaltete die Nabenschaltung bei vergleichsweise niedrigen 60 Kurbelumdrehungen in der Minute. Das ist für bummeliges Fahren in der Ebene okay, an Steigungen besonders für trainierte Radfahrer aber schlicht zu niedrig. Nachdem wir per App (Anleitung gibt es hier) die Schwelle auf 70 Umdrehungen hochgestellt hatten, kletterte das Mayor auch deutlich besser. Aber: Mit 380 % Bandbreite ist die Automatik-Schaltung nur mit Turbo-Einsatz für alpines Geläuf gerüstet.
Nichts zu kritteln hatten wir indes einmal mehr an der Ausstattung. Die verbaute XT-Bremse mit 180er-Scheiben ist ein wertiger, top verzögernder Stopper, die Lezyne-Supernova-Lichtanlage ein heller Begleiter. Auch der Racktime-Gepäckträger funktionierte bei unserem Testbike tadellos, dank Snapit-2.0-System ist er mit vielem, wenn auch proprietärem Zubehör kompatibel.
Kurzum: Das Mayor Plus 3 ist ein toller, eher gemächlicher Tourer mit sehr guter Ausstattung, eher hohem Gewicht, aber dafür zeitgemäß hoher Zuladung. Geschmackssache ist die Rahmengeometrie samt dessen Maße: Unser Testrad in Größe L war dem 1,80-m-Tester fast etwas zu groß gewachsen, dafür saß man mit entsprechend niedrigem Sattel schön ins Rad integriert. Unsere Empfehlung: Interessierte sollten unbedingt eine Testfahrt machen - oder eher eine Rahmengröße kleiner wählen als sonst üblich.
Vor- und Nachteile des Rose Mayor Plus 3
- Vorteile:
- Schöner Alu-Rahmen, drei Formen wählbar
- Für den Preis sehr gut ausgestattet
- Solide Fahreigenschaften
- Sehr gute Reichweite, toller Motor
- Nachteile:
- Mit 30 Kilo wahrlich kein Leichtgewicht
Rose Mayor Plus 4: Ein Trekking E-Bike-Klassiker
Kann man bei einem E-Bike das Wort "Klassiker" in den Mund nehmen? Beim Trekking-E-Bike Rose Mayor Plus 4 scheint diese Bezeichnung zutreffend: robust, ausdauernd und komfortabel sind die Touren-Attribute, die Rose seiner Mayor Plus Serie zuschreibt. Wir nahmen das Bike unter unsere 2023er Elektrobike-Test Lupe und sind vom Ergebnis wenig überrascht.
Als Klassiker bezeichnet man ein zeitloses, mustergültiges sowie erfolgreiches Werk. Die Geschichte der Tourenräder ist eine Erfolgsgeschichte, seit es Fahrräder gibt. Mit dem Rose Mayor Plus 4 bieten die Bocholter ein E-Bike an, dessen Konzept dem des Tourenklassikers entspricht: ein robuster Alurahmen und die fein einstellbare Suntour Mobie 34 Air Federgabel bilden die Basis für das Trekkingrad. So ließ sich beim Test das Testrad Mayor Plus 4 mit Diamantrahmen auch mit über 70 km/h auf der Straße bergab noch mit lockeren Zügeln, sprich Lenkerführung, sicher steuern und beeindruckte mit souveräner Laufruhe.
Ausstattung des Mayor Plus 4
Bei der Wahl der Komponenten achtete Rose konsequent auf bewährte Bauteile: voran das Antriebssystem Bosch Performance Line CX, es darf bereits als Klassiker unter den E-Bike-Antrieben bezeichnet werden. Seit etlichen Jahren am Markt hat sich der kräftige Mittelmotor inzwischen einen Status als Klassenprimus erarbeitet. Eingebettet in Boschs neuem Smarten System erlaubt dieses die Einbettung etlicher digitaler Features und die Individualisierung der vier Unterstützungsstufen Eco, Tour+, Sport und Turbo.
In Kombination mit der Rohloff Speedhub 14-Gang Nabenschaltung schafft das Mayor Plus 4 mit seinen 28,1 kg spielend auch steile Herausforderungen: Am Hausberg mit stellenweise mehr als 22 % fuhr unser Tester im Sport-Modus mit ca. 140 Watt eigener Tretleistung und geschmeidiger Trittfrequenz von ca. 70 U/min locker hinauf. Wer nun noch Gepäck dabei hat, schafft zumindest in der höchsten Unterstützungsstufe Turbo derartige Hürden ohne Schnappatmung.
Mit dem integrierten 750 Wh-Akku lassen sich auch auf einer ausschweifenden Tour derartige topografische Hindernisse gut bewältigen. Nutzerunerfreulich empfanden wir die Entnahme des Akkus aus dem Rahmen. Natürlich lässt sich der Akku am Mayor Plus grundsätzlich mit der Rahmenladebuchse aufladen. Wer den Akku herausnehmen möchte, benötigt den Schlüssel und Werkzeug: die Akkuabdeckung ist unterhalb des Steuerrohrs am Rahmen angeschraubt. Die Schrauben müssen zuerst gelöst werden, dann lässt sich der Deckel abnehmen. Jetzt schließt man den Akku auf, der zunächst in eine Rückhaltesicherung fällt. Bei gedrückter Sicherung lässt sich der nun mit beiden Händen zu haltende Akku aus dem Rahmenschacht herausziehen.
Sicherheit verschaffen die hydraulischen Scheibenbremsen von Shimano, die sich mit den vier Kolben je Bremssattel bereits im MTB-Bereich bewähren konnten und auch am Mayor mit sehr guter Bremsperformance verzögern. Sicherheit beim Abstellen bietet das mitgelieferte Axa Faltschloss.
Fahreigenschaften des Rose Mayor Plus 4
Die Kombination des robusten Alurahmens mit dem kräftigen Bosch-Antrieb und der Rohloff-Schaltung ergibt ein Tourenrad mit breiten Einsatzmöglichkeiten. Überzeugen kann das Mayor Plus 4 auch mit seinen ausgewogenen Fahreigenschaften: die bereits beschriebenen souveränen und ruhigen Laufruhe ergänzt eine angenehme Agilität, die den Tourer zum prima Pendlerrad trimmt. Die gewählten Conti-Pneus passen hier gerade richtig und bieten auf Asphalt und Feldwegen sicheren Grip.
Entspannt auf langen Touren, die Berge hoch und runter - das Credo des Mayor Plus 4. Es hat das Zeug zum Trekking E-Bike-Klassiker, mit allem, was man braucht.
Vor- und Nachteile des Rose Mayor Plus 4
- Vorteile:
- Gelungene Komponentenauswahl
- Ausgewogene Fahrleistungen
- Tourentaugliche Kombination: Antrieb und Rohloff
- Nachteile:
- Umständliche Akkuentnahme
Rose Backroad Plus EQ: Entdeckungsreise und Pendler-Rad in Einem
Ein Entdeckungsreise-E-Bike und Pendler-Rad in einem - kann das wirklich funktionieren? Das ROSE BACKROAD Plus EQ will genau das beweisen und mit einem starken Motor das Testfeld aufmischen.
Wer sich schon einmal mit Gravel-Bikes auseinandergesetzt hat oder begeisterte Gravel Aficionados im Bekanntenkreis hat, ist womöglich an dem Begriff „BACKROAD“ nicht vorbeigekommen. Das ROSE BACKROAD und sein motorisierter Bruder, das BACKROAD Plus, erfreuen sich sowohl in der analogen als auch in der E-Gravel-Szene großer Beliebtheit - zurecht? Wir haben das EQ-Modell mit Rennradlenker gewählt, das wie alle Varianten mit einem Shimano EP8-Motor ausgestattet ist.
Mit 85 Nm Drehmoment liefert der EP8 auf dem Papier die stärksten Leistungsdaten im Testfeld. Kombiniert wird der Motor mit einem im Carbon-Rahmen integrierten, nicht entnehmbaren 360-Wh-Akku. Das bedeutet, dass ihr das Bike zum Laden in die Garage mit Steckdose oder Wohnung nehmen müsst. Die Kapazität scheint im Vergleich zum Testfeld-Durchschnitt von ca. 436 Wh etwas begrenzt, besonders wenn man bedenkt, dass der kräftige Motor mit 85 Nm auch mehr Energie verbraucht - der Tour-de-France-Profi kommt ja auch kaum ohne Kohlenhydrate als Energielieferant aus.
Das Shimano-Display ist zwar eher old school und wirkt etwas aus der Mode gekommen, vereint dafür aber Display und Steuerung in einem Gerät - praktisch. Einzig der Power-Button stellt eine kleine Herausforderung dar: Er fügt sich wie ein Chamäleon auf der Unterseite des Oberrohrs ein und fungiert so als kleines Hindernis für Gelegenheitsdiebe. Einmal gefunden, geht die Betätigung dann aber leicht von der Hand.
Der etwas in die Jahre gekommene, aber weiterhin bewährte Shimano EP8 hat Bums, und zwar ordentlich! Dabei ist er als stärkster Motor im Test in Sachen Optik nicht größer als der SX Light-Motor von Bosch, was für eine cleane Integration im Bike sorgt!
Performance des Backroad Plus EQ
Stellt euch vor, ihr seid entspannt auf dem Weg zur Arbeit, bis ein Blick auf die Uhr euch schockt - das wichtigste Meeting eures Lebens steht auf dem Spiel! Also: Level up, Boost-Modus on! Ein kurzer Griff zur zentral auf dem Vorbau platzierten Display-Remote-Unit. Wumms, der Shimano EP8 schiebt an wie ein Porsche Taycan mit aktivierter Launch Control - natürlich nur bis 25 km/h! 😉 Das Meeting verpasst man so sicher nicht. Das Problem dabei? Endorphingeladen durch den eingebauten Rückenwind muss man aufpassen, den Akkustand nicht zu vergessen. Denn viel Muskelkraft bzw. Power zieht viel Energie, sodass der 360 Wh-Shimano-Akku im Boost-Modus auch schnell zur Neige geht.
Tritt man etwas mehr aus eigener Kraft in die Pedale, lässt sich die Reichweite deutlich erweitern. Dank der harmonischen Fahreigenschaften in den unteren Unterstützungsmodi sind längere Touren auch problemlos machbar - ideal für eure Wochenendausflüge oder spontane Abenteuer vor der Haustür, bei denen die Zeit endlich mal keine Rolle spielt. So reicht der Akku auch für das ein oder andere Bikepacking-Abenteuer - es sei denn, man verirrt sich auf dem Weg zur nächsten Berghütte ohne Lademöglichkeit.
Die Lichter am ROSE BACKROAD Plus EQ sind zwar nicht so elegant integriert wie beim Canyon Grizl:ON CF Daily, erfüllen aber zuverlässig ihren Zweck. Sie lassen sich bequem über einen Knopf am Display steuern und sorgen dafür, dass man sieht und gesehen wird. Für Abenteuer weniger entscheidend, aber auf dem Weg zur Arbeit mit cleanem Outfit unverzichtbar: die Schutzbleche. Praktisch: Der stabile Ständer hält das Bike sicher, selbst mit Gepäck an Bord. Genau das, was man braucht, wenn man nach dem schnellen Einkauf an der Ecke noch einen Zwischenstopp bei euren best Friends einlegt.
Für eure proteinreichen Lebensmittel & Co. sind die Gepäckträger-Rails mit 7,5 kg pro Seite, schnell mit ein paar Satteltaschen bestückt. Gleichzeitig bietet das E-Gravel-Bike zahlreiche Anschraubpunkte, die für die nötige Hydration auf Mikro- oder Makro-Abenteuern sorgen und ausreichend Platz schaffen für zwei Trinkflaschen und Bikepacking-Equipment. Dank Gepäckträger und Taschenlösungen könnt ihr sogar Isomatte, Schlafsack und Zelt transportieren.
Das Dämpfungskonzept des ROSE BACKROAD Plus EQ zeigt zwei Gesichter: Die 40 mm breiten Reifen schlucken kleine Vibrationen effektiv. Bei kräftigeren Schlägen merkt man jedoch, dass der Carbonrahmen einen Teil der Vibrationen an den Fahrer weiterleitet. Bikes wie das Canyon Grizl:ONfly CF Daily oder das BMC URS AMP LT TWO mit effektiven Dämpfungssystemen bieten hier spürbar mehr Komfort.
Das ROSE BACKROAD Plus EQ ist ein vielseitiges Bike, mit dem man Bikepacking-Abenteuer erleben und sorglos zur Arbeit pendeln kann. Vor allem auf befestigten Wegen spielt das ROSE seine Stärken aus: Voll beladen bleibt es in Kurven stabil und sorgt bei schnellen Abfahrten für Sicherheit und Kontrolle. Einschränkungen zeigt es im Vergleich zum Testfeld lediglich auf grobem Schotter - hier fehlt es an Dämpfung und Komfort.
Mit einem durchdachten Gesamtkonzept, das auf Radreisen und den Alltag abgestimmt ist, überzeugt es durch viele Anschraubpunkte, Schutzbleche und vormontierte Lichter. Der Shimano EP8-Motor, der stärkste im Test, lässt nicht nur auf dem Papier die Muskeln spielen und sorgt für ordentlich Fahrspaß. Allerdings muss man beim Komfort Abstriche machen - die steife Bauweise und das fehlende Dämpfungssystem schränken das Bike auf grobem Untergrund ein.
Rose Root Miller Plus 3: Schlanke Erscheinung und Carbon-Chassis
Schlanke Erscheinung, schickes Carbon-Chassis, geringes Gewicht: Das Root Miller Plus steht da wie eine Eins. Obendrein sammelt es auch an der Waage massig Pluspunkte. 22,8 Kilo sind für ein Bike mit 85 Newtonmetern in dieser Preisklasse eine Seltenheit - zumal mit robuster Trail-Ausstattung. Bei genauerem Hinsehen fallen allerdings einige Punkte ins Auge, die nicht jedem gefallen dürften. Der Bosch-Motor stammt aus der älteren Generation, als es den Performance CX mit Smartsystem noch nicht gab. Das macht zwar bei Leistung und Fahrgefühl keinen Unterschied, wohl aber bei der Elektronik. App, 750er-Akku, neue Bedienelemente oder ABS - all das gibt es für den Vorgänger, der im Rose steckt, nicht.
Zweite Auffälligkeit, neben dem nicht mehr top aktuellen Bosch-Antrieb: Die Geometrie ist kompakt und betont gemäßigt. Wer moderne Trail-Gene sucht, schluckt erst mal beim Studium der Geo-Tabelle. Dem wirkt Rose mit einer robusten Ausstattung entgegen: Die dicke ZEB-Gabel, ein potenter Dämpfer und die starke Reifenkombi von Maxxis sollen die Abfahrtsstärke aufmotzen.
Wer mit diesen beiden Einschränkungen d’accord geht, kann ein Schnäppchen machen! Denn das Root Miller Plus 3 gibt’s beim Direktversender und seinen Markenstores aktuell um satte 1000 Euro reduziert. Damit gehört es zu den günstigsten in unserem Vergleichstest von 8 E-All-Mountains unter 6000 Euro - bei richtig starker Ausstattung. Neben dem hochwertigen Fahrwerk und der starken Reifenkombi stechen vor allem die superteuren und leichten HX 1501-Laufräder von DT Swiss heraus.
Fakten zum Rose Root Miller Plus 3
- Motor: Bosch Performance Line CX (ältere Generation VOR Smartsystem), 85 Nm max. Drehmoment
- Akku: 625 Wh (entnehmbar)
- Rahmenmaterial: Carbon
- Federweg: 150 / 150 mm
- Laufradgröße: 29 / 27,5 Zoll
- Rahmengrößen: S, M, L, XL
- Preis: 5999 Euro (zu Redaktionsschluss reduziert auf 4999 Euro)
- Gewicht: 22,8 kg (Testbike in Größe L, EMTB-Messung)
- Zulässiges Gesamtgewicht: 130 kg (Herstellerangabe)
E-Bike-Antrieb des Root Miller Plus 3
Der Bosch Performance CX stammt noch aus einer älteren Generation. Funktional top, doch ohne Kompatibilität zu den Bosch Produkten des Smarten Systems, inklusive App. Heißt: Hier kann kein Smartphone gekoppelt werden, die Unterstützungsstufen können nicht angepasst werden und Updates für das System gibt´s nur beim Händler - nicht bequem auf der Couch, wie es heute üblich ist.
Im Rose steckt der 625er-Akku, denn für das “alte” System gibt´s den 750er nicht. Auch das ist ein Grund für das schneidige Gewicht des Root Miller Plus. Die Batterie kann nach vorne herausgeklappt werden, dazu muss jedoch das Cover umständlich abgeschraubt werden. Der Carbon-Deckel ist mit vier fummeligen Schräubchen montiert - schade!
Nicht mehr up to date ist das alte Purion-Display, das klobig am Lenker prangt und für seine Größe nur überschaubare Funktionen und Infos liefert.
Geometrie des Root Miller Plus 3
Kurzer Radstand, gemäßigter Reach, steiler Lenkwinkel: Das Root Miller Plus fällt als E-MTB kompakt und tourig aus. Wendigkeit und neutrales Lenkverhalten haben Priorität vor Fahrstabilität und Nehmerqualitäten. Wer für mehr Laufruhe zur größeren Größe greifen möchte, muss das recht lange Sitzrohr beachten.
EMTB-Messwerte im Überblick (Rahmengröße L):
- Sitzrohrlänge: 457 mm
- Radstand: 1225 mm
- Reach: 461 mm
- Stack: 632 mm
- Lenkwinkel: 66 Grad
- Sitzwinkel: 75,5 Grad
- Kettenstrebenlänge: 446 mm
Ausstattung des Rose Root Miller Plus 3
- Gabel / Dämpfer: Rockshox ZEB Select+ / Super Deluxe Select+
- Schaltung: Shimano SLX 12-fach, 36; 10-51 Zähne
- Bremsen: Shimano SLX 7120, 203/203 mm
- Laufräder: DT Swiss HX 1501
- Reifen: Maxxis Assegai Exo+ Maxxgrip, 29 x 2,5'' / DHR II Exo+, 27,5 x 2,6''
- Besonderheiten: Teleskopstütze mit 180 mm Hub, schmalerer Lenker mit 770 mm
Fahreigenschaften des Rose Root Miller Plus 3
Wer klassische Touren-Mountainbikes liebt, wird sich auf dem Root Miller besonders wohlfühlen. Denn Geometrie und Fahrverhalten sind betont anders als bei den meisten aktuellen E-All-Mountains. Positiv fällt das sehr direkte, leichtfüßige Handling auf. Durch die tiefe Front bekommt das Vorderrad viel Druck, der steilere Lenkwinkel macht das Lenkverhalten neutral. Und auch die straff ausgelegte Federung sorgt für spritzigen Vortrieb und definiertes Fahrverhalten.
Die Kehrseite der Medaille: Hohe Geschwindigkeiten in schwerem Gelände steckt das Bike nicht so gut weg, wie abfahrtslastigere Kandidaten. Laufruhe und Nehmerqualitäten sind begrenzt. Auch wenn die gute Federgabel, die griffigen Reifen und guten Bremsen das Potenzial für schwere Trails durchaus bereitstellen. Bei gemächlicher Fahrweise versprüht die Federung allerdings nur mäßig Traktion und Komfort, das beschneidet das Sicherheitsgefühl etwas.
Gut: Das Bike lässt den Fahrer immer im Klaren über alles, was unter ihm geschieht. Das kommt aktiven Fahrern besonders in Anliegern und beim Abspringen zugute. Die Heckfederung bietet hier viel Gegenhalt. In Summe kann das Bike bei sportlicher Gangart auf dem Trail aber nicht mit der modernen Konkurrenz der E-All-Mountains mithalten. Schade: Das Carbon-Cover liegt eng am Rahmen an und die Reibung zwischen den beiden Bauteilen verursachte während der Fahrt immer wieder Knarzgeräusche.
Stärken und Schwächen des Rose Root Miller Plus 3
- Stärken:
- Wertiges Carbon-Chassis
- Sehr leicht
- Starke Ausstattung zum fairen Preis
- Wendigkeit und agil
- Schwächen:
- Alte Generation des Bosch CX ohne App
- Gemäßigte Geometrie hemmt Trail-Stärke
- Motor klappert
Geringes Gewicht, starke Ausstattung, verlockender Preis - mit dem Root Miller Plus 3 liefert Rose ein stimmiges Paket. Für grobes Gelände und sehr flotte Gangart gibt es aber bessere Bikes, denn die Geometrie ist sehr gemäßigt und etwas angestaubt. Mit dem älteren Bosch-Antrieb nicht mehr ganz up to date.
Zusammenfassung
Die E-Bike Modelle von Rose bieten vielfältige Optionen für unterschiedliche Bedürfnisse, von komfortablen Tourenrädern wie dem Mayor Plus bis hin zu agilen E-Mountainbikes wie dem Root Miller Plus. Die Wahl des richtigen Modells hängt stark von den individuellen Vorlieben und dem geplanten Einsatzbereich ab.
| Modell | Motor | Akku | Gewicht | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| Mayor Plus 3 | Bosch Performance Line CX (4. Gen) | 750 Wh | 30 kg | Enviolo Automatiq-Nabenschaltung |
| Mayor Plus 4 | Bosch Performance Line CX (Smart System) | 750 Wh | 28.1 kg | Rohloff Speedhub 14-Gang Nabenschaltung |
| Backroad Plus EQ | Shimano EP8 | 360 Wh | N/A | Gravel-Bike mit Gepäckträger und Schutzblechen |
| Root Miller Plus 3 | Bosch Performance Line CX (ältere Generation) | 625 Wh | 22.8 kg | Carbon-Chassis, DT Swiss HX 1501 Laufräder |
Verwandte Beiträge:
- Triumph Mountainbike Test & Kaufberatung: Modelle, Preise & Erfahrungen
- Decathlon Mountainbike 26 Zoll: Test & Kaufberatung
- Ist Fahrradfahren Sport? Kalorienverbrauch & gesundheitliche Aspekte
- E-Dreirad mit Akku: Test & Vergleich der besten Modelle für Senioren & Erwachsene
- Leichtes Motorrad mit viel PS: Test & Kaufberatung – Top Modelle im Vergleich
- Puky Dreirad Hinterrad wechseln: Schritt-für-Schritt Anleitung für kinderleichtes Reparieren
Kommentar schreiben